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landlive.de

Forum: Jagdhunde Allgemein

Hunde mit und ohne Papiere
Teckelschreck13.03.19 @ Harras #
Harras schrieb:

Ein argument das immer wieder kommt, gerade aus Der Ecke der schwarzzucht, allerdings zwingt die "Prüfung" zumindest mal die "Hubdeführer" was mit den Hubden zu tun! Sonst würden noch mehr mit har nicht eingearbeiteten Hunden wild gesund geredet!
Ich habe das leider nicht nur einmal erlebt und die bestätigten SHF können ein Lied davon singen!
Jagd und Hundeführung ist charaktersache allerdings haben wir, zeigt sich hier ja auch wieder, ziemlich viele Charakterbaracken.

Warum redet man denn immer die BRAUCHBARKEIT klein und stellt sie als unnötig da? Bei den meisten doch weil sie es schauen diese mindestanforderung anzugehen! Da wird ein Hund gekauft und man glaubt weil er jagdhundeähnlich aussieht wird er das schon machen


Ich denke jeder sollte an sich den Anspruch haben den Hund gut auszubilden. Er soll ja später funktionieren...
Im Grunde bin ich ständig mit den Hunden am üben. Ablegen, Leinenführing und Apport... Es schadet nicht dran zu bleiben. Hinzu kommt das wir nicht das ganze Jahr jagen gehen und die Hunde sonst nicht ausgelastet sind.

Was das angebliche Gesundreden angeht finde ich das hat nichts mit den Hunden zu tun sondern mit den Hundeführern. Wer nachsuchen möchte muss fit sein und sich quälen können. Hier im Mittelgebirge ist ne Nachsuche mit 5km oft sehr anstrengend und die Schützen bleiben meist zurück. Wenn es steil bergauf geht spürst du jedes Kilogramm.

Ich mache auch ein paar suchen mit meinem kleinen... wenn ich nicht sicher bin kontrolliert das immer noch der Bestätige NSF. Das klappt gut und gibt bisher keine Beanstandungen.
katja13.03.19 @ Harras #
Harras schrieb:

Ein argument das immer wieder kommt, gerade aus Der Ecke der schwarzzucht, allerdings zwingt die "Prüfung" zumindest mal die "Hubdeführer" was mit den Hubden zu tun! Sonst würden noch mehr mit har nicht eingearbeiteten Hunden wild gesund geredet!
Ich habe das leider nicht nur einmal erlebt und die bestätigten SHF können ein Lied davon singen!
Jagd und Hundeführung ist charaktersache allerdings haben wir, zeigt sich hier ja auch wieder, ziemlich viele Charakterbaracken.

Warum redet man denn immer die BRAUCHBARKEIT klein und stellt sie als unnötig da? Bei den meisten doch weil sie es schauen diese mindestanforderung anzugehen! Da wird ein Hund gekauft und man glaubt weil er jagdhundeähnlich aussieht wird er das schon machen


Wenn Du mich in das Lager der Schwarzzucht stecken willst, bist Du leider ganz falsch davor. Ich hatte 18 Jahre lang Hunde mit DTK Papieren und habe besonders den zweiten sowohl auf Ausstellungen, als auch auf jagdlichen Prüfungen sehr erfolgreich geführt. Bei der Wahl seiner Zuchtpartner habe ich sehr genau darauf geachtet, was in deren Ahnentafeln stand, er hat nie eine Hündin gedeckt, die nicht mindestens die Anlagenprüfungen vorweisen konnten und das ist gerade bei Teckeln heute leider überhaupt nicht mehr Standard. Darüber hinaus war ich 10 Jahre Vorsitzende einer DTK Gruppe und 4 Jahre Obfrau für Jagdgebrauch.

Obwohl mein Rüde auf Prüfungen ausgesprochen gute und sichere Nachsuchen gelaufen ist, hatte er im Echtbetrieb nie wirklich Gelegenheiten, seine Passion regelmäßig zu zeigen, insofern war ich mit ihm und mit mir immer selbstkritisch genug, ihn nicht als Nachsuchenhund zu bezeichnen, auch mit Nachweis der Brauchbarkeit nicht, den er selbstverständlich hatte.

Mein Traum war immer ein HS oder BGS Rüde und ich behaupte mal von mir, einen guten Draht zu Hunden zu haben...und sie zu mir. Leider kann ich einem solchen Hund aus persönlichen Gründen nicht das bieten, was er verdient, deshalb lasse ich es, sowohl vom dem einen, als auch vom anderen Verein. Prüfungen zu scheuen ist dabei allerdings mein geringstes Problem!
mcmilan13.03.19 @ katja #
katja schrieb:

Die Brauchbarkeit eines Hundes auf der Jagd erweist sich im Echtbetrieb und nicht auf einer lächerlichen 400 m Übernachtfährte mit zwei rechten Winkeln im losen Kiefernbestand!


Was ein Gespann wirklich taugt zeigt sich sicher nur im realen Einsatz, aber so blöd finde ich es nicht eine Mindestanforderung zu definieren und die könnte aus meiner Sicht auch unter 400m liegen. Ich denke mal, dass die überwiegende Mehrheit der jagdlich geführten Hunde nicht regelmäßig auf der Kunstfährte übt und nur selten die Chance hat sich im Echtbetrieb zu beweisen. Wenn ich bereits am Anschuss oder nach 200m feststelle, dass es keine normale Todsuche wird, breche ich ab und ruf jemanden an von dem ich weiß, dass das Gespann in Übung ist. Da ist es eigentlich egal ob der Hund auf 200 oder 600m geprüft wird. Wichtiger wäre es eigentlich den HF zu schulen, damit er die Pirschzeichen richtig interpretiert.
katja13.03.19 @ mcmilan #
mcmilan schrieb:

Wichtiger wäre es eigentlich den HF zu schulen, damit er die Pirschzeichen richtig interpretiert.


...und seinen Hund vor allen Dingen!!!

Das Hauptproblem liegt nämlich häufig am anderen Ende des Strickes, weil die Führer meinen, es besser zu wissen als der Hund!
Valsorey schrieb:

Heide wenn wir das heute noch machen würden was wir "früher" gemacht haben, würden wir den Jagdschein verlieren.
Es war üblich da zunächst nicht mehr Welpen "zugelassen wurden" wie die Hündin Zitzen hatte.
Es wurde die Eigenschaften und Fähigkeiten der Hunde "geprüft" und wer "nichts taugte" hatte ausgehaucht.
Wer nicht "schaffen" konnte für den war das Futter zu schade.
Dann kamen Hunde "in Mode" und es entstand für bestimmte Hunderassen eine Nachfrage die mit sich brachte das jetzt jeder Welpe hochgepäppelt wurde. Ich war in den 80iger Jahren bei einem Kollegen der einen Wurf mit 13 Welpen liegen hatte. Da hat die ganze Familie sich um den Wurf gekümmert. Es gab ja für jeden Welpen 800DM. (x13)
Das konnte ich mir bis dahin nicht vorstellen.
Dann unterscheide ich zwischen gewollter/geplanter sog. Schwarzzucht und sog. Unfallverpaarungen.
Geplante Schwarzzuchten finden nach meinem Dafürhalten nicht aus Qualitätgesichtspunkten statt, sondern aus kommerziellen Gründen. Das ist dann der Punkt wo ich beginne dies abzulehnen.


Ich weiß. Und ohne jetzt irgendwelche Extreme zu befürworten: In vielen anderen Bereichen wird eine solche Entwicklung gerade von Jägern kritisiert, warum eigentlich hier nicht?

Ich war mal auf einer Züchterschulung, die wird von einem Labor für klinische Diagnostik jährlich angeboten, also nicht von einem Zuchtverein organisiert. Es nehmen ganz überwiegend Menschen teil, die Hunde im VDH züchten, aber keine Jagdhunde.

Mir gingen da die Augen über, denn es ging unter anderem darum, wie man schwächelnde, kranke Welpen über die Zeit bringt. Bereits da wurde mir klar, dass es m.E. zum Glück noch einen Unterschied gibt zwischen den Züchtern von Jagdgebrauchshunden und anderen.

In meinem Ex-Verein war es m.W. noch nie ein Thema, dass die Hündinnen mehr Welpen geworfen hätten als sie selbst versorgen können, sieben bis acht sind da die größten Würfe, viele sind eh kleiner (fünf bis sechs). Aber wenn da einer dabei ist, der erkennbar mit ausreichender Lebensenergie nicht gesegnet ist, dann geht die Natur ihren Gang. Die Mutterhündin wird sich solange intensiv kümmern, wie es einen Sinn macht. Sie weiß aber auch am besten, wann es keinen mehr macht.

Ich würde einen Welpen, der bereits in der Wurfkiste auf medizinische Hilfe angewiesen ist, nicht wollen. Ich bin auch überzeugt, dass man weder dem Welpen, der Mutterhündin noch dem künftigen Welpenbesitzer einen Gefallen tut, wenn man der Natur hier ins Handwerk pfuscht.
esau13.03.19 @ mcmilan #
mcmilan schrieb:

Für Hunde, die auf Brauchbarkeit nur zur Nachsuche auf Schalenwild geprüft werden, muß in Bayern die Rotfährte über Nacht stehen, mindestens drei Haken aufweisen und 400m lang sein. Wäre demnach nicht ausreichend für MV. Ich verstehe nicht warum man den Föderalismus an dieser Stelle nicht hintenan stellen kann. Beim Jagdschein funktioniert das doch auch, obwohl die Prüfungsanforderungen nicht identisch sind.

Ja was ist den 400m?...eine bessere Schleppe...
mcmilan13.03.19 @ esau #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 13.03.19 um 12:01 Uhr.)
esau schrieb:

Ja was ist den 400m?...eine bessere Schleppe...


100, 400, 600m ist eigentlich bei der Mehrheit der Hunde und HF völlig unerheblich. Siehe meinen Kommentar an Katja 9:37
Valsorey13.03.19 @ mcmilan #
mcmilan schrieb:

Was ein Gespann wirklich taugt zeigt sich sicher nur im realen Einsatz, aber so blöd finde ich es nicht eine Mindestanforderung zu definieren und die könnte aus meiner Sicht auch unter 400m liegen. Ich denke mal, dass die überwiegende Mehrheit der jagdlich geführten Hunde nicht regelmäßig auf der Kunstfährte übt und nur selten die Chance hat sich im Echtbetrieb zu beweisen. Wenn ich bereits am Anschuss oder nach 200m feststelle, dass es keine normale Todsuche wird, breche ich ab und ruf jemanden an von dem ich weiß, dass das Gespann in Übung ist. Da ist es eigentlich egal ob der Hund auf 200 oder 600m geprüft wird. Wichtiger wäre es eigentlich den HF zu schulen, damit er die Pirschzeichen richtig interpretiert.


Da muß ich vehemment widersprechen.
Es ist eben NICHT egal wie lang die Fährte ist, wenn der Hund überhaupt zu was taugen soll.
ich weiß nicht wieviele Hunde Du auf Schweiss ausgebildet hast.
Ich kann dir aber aus Erfahrung sagen, das der Hund sehr schnell merkt wenn die Fährte immer die gleiche Länge hat. Er steht dann genaus nach dieser Strecke da und schaut wo die "Belohnung" ist.
Mit einem Viertelliter Schweiß auf diese kurzen Distanzen dürfte für keinen Hund eine größere Hürde darstellen. Das ist für mich kein Befähigungsnachweis. Auch nicht die 400m - die Fährte wird am Abend gespritzt oder getupft - dann am kommenden Morgen gearbeitet. Morgens womöglich noch Tau aufliegend.
Die Hunde die bei sowas durchfallen sind nicht ordentlich vorbereitet und/oder unkonzentriert. Interessieren sich für alles mehr als für Fährte UND der HF merkt es nicht - sonst gäbe es ja keine Rückrufe.
Das sind die Probleme.
Volker1313.03.19 @ Harras #
Harras schrieb:

Das ist meist nur ein Problem der Hunde o.p. sprich schwarz gezüchtet. Ein GP oder VGP Hund ist in jedem Bundesland brauchbar! Ansonsten ist es auch kein problem wenn man sich an der schwersten Brauchbarkeit richten lässt.


Wenn sich da was in den letzten Jahren geändert haben sollte wäre das zu begrüßen. Davon habe ich aber nichts mitbekommen. Ich kenne das noch durchaus, dass Hunde welche die VGP erfolgreich bestanden haben, dennoch damit nicht in jedem Bundesland brauchbar sind.
mcmilan13.03.19 @ Valsorey #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 13.03.19 um 14:19 Uhr.)
Valsorey schrieb:

Da muß ich vehemment widersprechen.
Es ist eben NICHT egal wie lang die Fährte ist, wenn der Hund überhaupt zu was taugen soll.
ich weiß nicht wieviele Hunde Du auf Schweiss ausgebildet hast.
Ich kann dir aber aus Erfahrung sagen, das der Hund sehr schnell merkt wenn die Fährte immer die gleiche Länge hat. Er steht dann genaus nach dieser Strecke da und schaut wo die "Belohnung" ist.
Mit einem Viertelliter Schweiß auf diese kurzen Distanzen dürfte für keinen Hund eine größere Hürde darstellen. Das ist für mich kein Befähigungsnachweis. Auch nicht die 400m - die Fährte wird am Abend gespritzt oder getupft - dann am kommenden Morgen gearbeitet. Morgens womöglich noch Tau aufliegend.
Die Hunde die bei sowas durchfallen sind nicht ordentlich vorbereitet und/oder unkonzentriert. Interessieren sich für alles mehr als für Fährte UND der HF merkt es nicht - sonst gäbe es ja keine Rückrufe.
Das sind die Probleme.


Lies doch noch mal genau was ich geschrieben habe. Da gings weder um die Ausbildung des Hundes noch darum welche Fährtenlänge bei einer BP sinnvoll wäre um zu dokumentieren, dass ein Hund wirklich tauglich wäre sondern um die Realität im Revieralltag in dem oft nach der BP nicht regelmäßig mit dem Hund gearbeitet wird und nur ab und an ein Einsatz zustande kommt. Ich kenn das Problem selber und hab nur einen Hund bei dem ich dran bleibe. Der Rest der Truppe ist trotz BP aus meiner Sicht, mangels Übung und Einsatzmöglichkeit , nicht zuverlässig wenn es um mehr als eine einfache Totsuche geht.