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landlive.de

Forum: Auslandsjagd

Pakistanische Sauen 2019
Watzmann08.03.19 @ Maxgoetzfried #
Maxgoetzfried schrieb:
@ Watzmann:
Leider ist eine Verwertung unmöglich, dafür sind die Locals zu gläubig und die Gegebenheiten vor Ort zu hinderlich. Man kann dort im Umkreis von Tausenden Kilometern weder ein Bergeteam noch einen Beschauer, Metzger, eine Kühlkette oder einen Abnehmer finden, den keiner fasst die Stücke an, geschweige denn isst sie.

Andere Länder, andere Sitten.
Persönlich finde ich allerdings die Jagd auf Sauen dann doch etwas sinnfrei,
wenn die Kadaver dann in der Gegend liegen bleiben und vor sich hin faulen
bzw. als Nahrung für andere Sauen und Raubtiere dienen.
...Leider ist eine Verwertung unmöglich, dafür sind die Locals zu gläubig und die Gegebenheiten vor Ort zu hinderlich. Man kann dort im Umkreis von Tausenden Kilometern weder ein Bergeteam noch einen Beschauer, Metzger, eine Kühlkette oder einen Abnehmer finden, den keiner fasst die Stücke an, geschweige denn isst sie....


Und genau hier wäre die Jagd für mich uninteressant, nur um zu töten und hinterher meine Beute nicht verwerten zu können....das alles wegen des Adrenalinkicks....da bleibe ich lieber zu hause und bejage weniger spektakulär die Sauen im eigenen Revier...WMH
Watzmann schrieb:

Andere Länder, andere Sitten.
Persönlich finde ich allerdings die Jagd auf Sauen dann doch etwas sinnfrei,
wenn die Kadaver dann in der Gegend liegen bleiben und vor sich hin faulen
bzw. als Nahrung für andere Sauen und Raubtiere dienen.


>>> und trotzdem macht die Jagd auch in solchen Breiten Sinn >>> man bedenke nur wie sich bei uns die Bestände entwickeln und das bei strenger Bejagung !

ReinerW08.03.19 #
In Ländern, wo Sauen aus Glaubensgründen nicht verwertet werden dürfen, leiden die Kleinbauern oft unter extremen Wildschäden. Die Reduktionsjagd bringt ihnen Erleichterung und für die angestellten Treiber aus den umliegenden Dörfern ein erfreuliches Zubrot.
In der Natur kommt nichts um und unsere Sommerfüchse verwertet wohl auch kaum ein Jäger in der Küche.

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander-von-Humboldt-Zitat
WiednerDerSteirer schrieb:

>>> und trotzdem macht die Jagd auch in solchen Breiten Sinn >>> man bedenke nur wie sich bei uns die Bestände entwickeln und das bei strenger Bejagung !



Vielleicht genau deshalb...immer wieder zu beobachten, dass die Sozialstrukturen der Sauen "zerschossen werden", leider...Jagd-und Schonzeit ist das Eine, Verantwortung, Verstand und Weitblick das Andere....Beispiel von vor 2 Wochen, beim Wildmetzger hängt eine Bache von ca. 90 kg...kann man schiessen, aber muss man nicht, meine Meinung, meine Einstellung....bei mir im Revier wäre sie noch am Leben.

gipflzipfla08.03.19 @ Eustachius #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 08.03.19 um 10:28 Uhr.)



servus

Eustachius schrieb:
.....

..Beispiel von vor 2 Wochen, beim Wildmetzger hängt eine Bache von ca. 90 kg...kann man schiessen, aber muss man nicht, meine Meinung, meine Einstellung....bei mir im Revier wäre sie noch am Leben.


jeder wie er mag.

Wenn sie mir alleine daher kommt, ich sie als defintiv nicht führend ansprechen kann, dann erlege ich sie.
Es gibt keinen Grund dafür, eine starke Zuwachsträgerin unter gewissen Umständen nicht zu erlegen.


Wenn die pakistanischen Bauern unter den Schäden durch Sauen leiden, kann man da auch aushelfen. Es wird genügend Raubwild sowie Geier geben, die sich um die Kadaver liebend gerne kümmern werden.

Bevor ich es hier geschrieben habe, war natürlich ein ~42 Sekunden Recherche angesagt:

Geier in Pakistan, Klick -->>

Ich finde d a s hier nämlich bedenklicher:

NABU.de schrieb:

....... Die betroffenen Vögel zeigen gichtähnliche Symptome und sterben schließlich an Nierenversagen. Während zunächst eine noch unbekannte Viruskrankheit vermutet wurde, fanden Forscher inzwischen heraus, dass das Medikament Diclofenac Hauptverursacher des Massensterbens ist.

Dieses aus der Humanmedizin stammende, entzündungshemmende Mittel wird seit den 90er Jahren in Indien, Pakistan und Nepal auch in der Tiermedizin eingesetzt – vor allem bei Rindern.

Die Geier nehmen den Wirkstoff über die Haustierkadaver auf, von denen sie sich ernähren.


Modellberechnungen ergaben, dass bereits eine Geier schädigende Diclofenac-Dosis in nur einem von 130 bis 760 Kadavern genügen würde, um die eingetretenen Populationsrückgänge auszulösen. Wie Untersuchungen zeigen, ist der tatsächliche Anteil kontaminierter Kadaver noch wesentlich höher. .
...


Auch wenns der NABU schrieb, glaube ich das einfach einmal..

Insofern kann man das Liegenlassen von unverseuchten Kadavern ebenso als positiv betrachten.
Zumindest habe ich keinerlei Probleme damit

edit meint, die Anschauung machts

Maxgoetzfried08.03.19 @ Watzmann #
@ Watzmann:
Damit hast Du grds. Recht, es ist sehr schade - aber eben nicht anders machbar. Sinnfrei ist die Jagd dort dann nicht, denn die wie weiter unten von anderen angeführt explodieren die Sauenbestände auch dort immer mehr. Ich weiß nicht, ob Du das Leben vor Ort kennst oder Dir vorstellen kannst: Die Bauern dort leben teilweise von Kleinstfeldern mit gefühlt zusammen mal 1-3 ha Weizen oder so. Und ssie haben Angst vor Sauen, essen sie nicht, haben fast keinerlei Bewaffnung dafür. Sicher kannst Du Dir vorstellen, was es für einen solchen Bauern bedeutet, wenn er auch nur 3-4 Mal von einem Röttchen besucht wird...
Ich habe Plateaus mit völlig zerstörten, ehemaligen Feldern gesehen, deren Bewirtschaftung der Sauen wegen schlicht aufgegeben werden musste.
Es ist eine reine Bestandsregulierung, da hast Du Recht. Aber das machen wir hierzulande nicht selten auch, wenn wir z.B. Krähen, Elstern, Jungfüchse oder Kormorane jagen. Ich behaupte mal, in den allermeisten Fällen werden diese nicht verwertet, sondern hat eben einen anderen Sinn.


Moin Max,

ein aufrichtiges Waidmannsheil zu Eurer Jagd in einen sicherlich sehr faszinierenden Land.

Irgendwann, wenn die Zwockel aus Ihrer Ausbildung/Studium und aus dem Haus sind, fahre ich auch mit, ganz sicher(sic!).

Gruß aus Nordhessen
Laerchenwald08.03.19 @ Eustachius #
Eustachius schrieb:

...Leider ist eine Verwertung unmöglich, dafür sind die Locals zu gläubig und die Gegebenheiten vor Ort zu hinderlich. Man kann dort im Umkreis von Tausenden Kilometern weder ein Bergeteam noch einen Beschauer, Metzger, eine Kühlkette oder einen Abnehmer finden, den keiner fasst die Stücke an, geschweige denn isst sie....


Und genau hier wäre die Jagd für mich uninteressant, nur um zu töten und hinterher meine Beute nicht verwerten zu können....das alles wegen des Adrenalinkicks....da bleibe ich lieber zu hause und bejage weniger spektakulär die Sauen im eigenen Revier...WMH


Moin,

das heißt im Umkehrschluss, daß Du auch JEDES Stück Raubwild/-zeug / Kormoran / Krähe verwertest? Und heißt im Umkehrschluß auch, daß Dir die Leute dort vor Ort egal sind, wenn sie als wirklich arme Bauern einen Großteil ihres landwirtschaftlichen Ertrags an die Sauen verlieren? Getreu dem Motto, nach mir die Sintflut!

Kritischer Gruß aus Nordhessen
Maxgoetzfried08.03.19 #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 08.03.19 um 10:45 Uhr.)
@ Eustachius:
Du hast damit in etwa die selbe Ansicht wie Dein Vorredner, so dass ich auch Dir Recht gebe - "schön" ist dieser Teil der Geschichte sicher nicht, aber eben auch nicht änderbar - wir haben es durchgerechnet.

Und ich verweise auf das andere oben Gesagte: für nicht Wenige hierzulande -mich auch!- ist als Beispiel die Krähenjagd ein großer Anteil ihrer Jagdausübung geworden, es hat sich eine richtige Industrie darum gebildet, eigene Patronensorten, eigene Internetforen und -ratgeber. Verwertet werden von erlegten Krähen sicherlich die wenigsten, wage ich zu behaupten - und trotzdem ist ihre Bejagung sehr wichtig und sehr, sehr sinnvoll.

@ WiednerDerSteirer: Sehr richtig.

@ ReinerW: Insgesamt sogar noch richtiger.

@ gipflzipfla: Auch das ist (vermute ich) richtig - und der Bogen geht noch weiter: An den Sauen verkösigen sich zB auch die sehr zahlreichen Schakale. Mit diesen wiederum haben die Viehhalter nicht unerhebliche Probleme, weil sie in der Bergbeweidung deutlich Verluste von jungen Ziegen und Schafen haben. Ein satter Schakal frisst keins von beidem.