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landlive.de

Forum: Auslandsjagd

Pakistanische Sauen 2019
Maxgoetzfried08.03.19 #
PAK 2019 I PAK 2019 II PAK 2019 III
Wir sind wieder zurück aus Pakistan -und haben wieder mal Unvergessliches erlebt, wie jedes Mal. Denn dieser Besuch in einer völlig anderen (Drückjagd-)Welt ist einfach immer wieder faszinierend, vor allem natürlich für diejenigen, die zum ersten Mal dabei sind.

Schon die Randgeschichten sind einfach... anders. Da sind die kleinen Jungs in Schuluniform, die extra die Dächer der Nachbargebäude erklettern, um neugierig unser Camp zu beobachten und einen Blick auf "Die Europäer" zu erhaschen.
Oder die Hunderte von Dorfbewohnern, Bauern und Ziegenhirten, in deren Alltagstrott wir nicht weniger als eine Weltsensation sind. Die Dorfhonorationen, Polizei- und Conservancy-Chefs auf ihren Ehrenbesuchen - sie alle machen Hunderte von Photos oder Selfies mit uns, um sie stolz in den sozialen Medien zu verbreiten. Den Camp-Bäcker machte das Interesse für seine Arbeit so stolz, dass er eine halbe Stunde nach unserem Besuch, jetzt im feinen Sonntags-Zwirn und die Haare sorgfältigst eingelackt, schüchtern im Haupthaus um eine Fotosession bat, um danach glückselig wieder an seinen Glutofen zu entschwinden. Für unsere Polizei-Eskorte war der Dienst bei uns ein absolutes Karriere-Highlight, insbesondere, als sie von Martje ein "Certificate of Appreciation", eine Art selbstgemachte Bundesjugendspiel-Urkunde, und allen Ernstes einen Pokal wie beim Hallenturnier überreicht bekamen. Die Aufzählung könnte endlos so weitergehen. Nicht ein einziges Mal fühlten wir uns bedroht oder verstohlen und missgünstig angeschaut, alle sind offen, freundlich und versuchen zu helfen.

Und aber dann ist da natürlich auch noch das Jagdliche, das, weswegen wir eigentlich dort waren. Wer einmal ein gutes pakistanisches Sautreiben mit all seiner Stimmung erlebt hat, der wird sofort aussagen, dass es mit keiner Drückjagd zuvor vergleichbar war - egal, wie viele davon er in welchen Winkeln dieser Erde schon mitgemacht hat. Denn die Pakistanis selbst dürfen keine Kugelwaffen haben, können sich nur selten eine Flinte und ein paar Röller leisten und haben religionsbedingt allerhöchsten Respekt vor den Sauen, die für sie in manchen Gegenden definitiv eine Existenzbedrohung sind. Also singen, tanzen und brüllen sie am Rande unserer Treiben herum, während im Treiben schon die Treiber, Hunde und Sauen Vollgas geben. Wenn dann donnernd die Echos unserer Schüsse durch die Berghänge hallen, wird jeder einzelne davon gefeiert - erst >Recht, wenn er irgendwo eine Sau aus einem Steilhang purzeln lässt. Man kann sich dieses fesselnde Szenario nicht vorstellen, bis man es mal erlebt hat!
In unserem besten, strategisch perfekt angelegten Treiben ging es dermaßen drunter und drüber, dass ich anschließend völlig durcheinander war und erst einmal das Ersatzmagazin meiner 404, meine Mütze und meinen Schießstock im Steilhang suchen musste, die ich allesamt im Kurzsprint zur letzten, auf 3m aus der Hüfte geschossenen Sau verloren hatte...

Nicht immer klappt in so einem Land alles perfekt. Wir mussten einen Jagdtag wetterbedingt ausfallen lassen und hatten unerklärlicherweise deutlich weniger Keiler als sonst. Aber, wer Zahlen mag: in 4 Tagen mit 8 Mann 70 Sauen, 2 Schakale und 4 Füchse ist sicherlich nichts, womit man sich verstecken muss.

Der Virus ist wieder da - wir kommen wieder!
2309udo08.03.19 #
Waidmannsheil
Udo
GBL08.03.19 @ Maxgoetzfried #
(Beitrag vom Moderationsteam gesperrt am 08.03.19 um 08:23: OT)
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 08.03.19 um 07:48 Uhr.)


servus

auch von mit ein kräftiges Waidmanns Heil

Wahnsinn, wo Du überall herumkommst !
Das sind Erlebnisse, die nimmt Dir / Euch niemand mehr !

Maxgoetzfried schrieb:

Wir sind wieder zurück aus Pakistan -und haben wieder mal Unvergessliches erlebt, wie jedes Mal. Denn dieser Besuch in einer völlig anderen (Drückjagd-)Welt ist einfach immer wieder faszinierend, vor allem natürlich für diejenigen, die zum ersten Mal dabei sind.


.....
Nicht immer klappt in so einem Land alles perfekt. Wir mussten einen Jagdtag wetterbedingt ausfallen lassen und hatten unerklärlicherweise deutlich weniger Keiler als sonst. Aber, wer Zahlen mag: in 4 Tagen mit 8 Mann 70 Sauen, 2 Schakale und 4 Füchse ist sicherlich nichts, womit man sich verstecken muss.

Der Virus ist wieder da - wir kommen wieder!


wie kommt man eigentlich auf Pakistan, wenn man Sauen bejagen will ?

Das wäre so ziemlich die allerletzte Ecke, in der ich nach Sauen suchen oder sie vermuten würde.... eigentlich unvorstellbar


mcmilan08.03.19 @ Maxgoetzfried #
(Beitrag aus Thema "Antwort auf OT "Pakistanische Sauen2019"" verschoben am 08.03.19 08:24: nach Abtrennung von OT zurück zum Thread)
Danke für den Bericht, da wär ich ja gerne dabei gewesen. Nicht unbedingt als Schütze, sondern um mir die Hunde der Pakistanis anzuschauen. Weißt Du ob in der Meute Gull Terr dabei waren? Hast Du Bilder von der Meute? Die Gull Terr und Gull Dong sind wunderschöne, athletische und offensichtlich an der Sau sehr effektive Hunde.

Gruss mcmilan
Hulzfux08.03.19 #
Was kostet der Spaß denn, wenn die "Eingeborenen" euch so vergöttern?
Watzmann08.03.19 #
Waidmanns Heil.
Beeindruckende Strecke und eine beeindruckende Gegend.
Wie verwerten die eigentlich das erlegte Tier?
Muslime, die ja den Großteil der dortigen Bevölkerung ausmachen,
sind ja nicht gerade als Freunde von Schweinefleisch bekannt.
Würde mich echt interessieren.
ConnyK08.03.19 @ Maxgoetzfried #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 08.03.19 um 09:30 Uhr.)
Waidmannsheil

Danke für deinen Bericht hier wie immer kurzweilig und interessant
mcmilan08.03.19 @ Watzmann #
Watzmann schrieb:
Wie verwerten die eigentlich das erlegte Tier?


In Tadschikistan haben sie die Sauen durch den Fleischwolf gedreht und in den eigenen Fischteichen verfüttert.
Maxgoetzfried08.03.19 #
@ gipflzipfla:
Pakistan saujagdlich "erfunden" hat ein ehemaliger Chefredakteur der Pirsch, Rudi Humme. Er hat sich damals als Vermittler selbstständig gemacht und nach dem gesucht, bei dem die meisten Gänsehaut kriegen: Sauen.
Ungarn und Co waren ein alter Hut, also suchte er neue Ufer. Und wo gibt es in der Regel viele Sauen? In muslimischen Ländern, insbesondere denen, deren Bevölkerung strenggläubig und schlecht bewaffnet ist.

@mcmilan:
Die musste ich erst mal googlen... Eine echte Meute hatten wir nicht, höchstens va 5 Hunde verschiedenster Einschläge. Aber über die Jahre habe ich den Bildern nach schon einige Gull Terr gesehen, auch im jagdlichen Einsatz - kann Dir darüber aber leider nichts Spezifisches mehr berichten, da ich nicht speziell auf diese Hunde geachtet habe. In diesem Jahr haben insbesondere ein sehr hochläufiger, in Richtung Saluki gehender und ein kleiner Straßenköter gut, mit Fassen und langanhaltend gestellt, der große wurde auch geschlagen. Aber meist sind die Hunde nicht spurlaut, sondern ähnlich wie Laiki erst, wenn die Stücke nicht rücken wollen.
Unsere Kamerafrau wurde beim Filmen von einer Bache über den Haufen gerannt, die insgesamt sicher 35 Minuten gestellt wurde.

@ Hulzfux:
Etwa 3 a-t-a, da ich hier alles direkt mache. Es gibt einen großen deutschen Vermittler, der eine ähnliche Jagd mit einem halben Jagdtag weniger für dann 5.2 anbietet.

@ Watzmann:
Leider ist eine Verwertung unmöglich, dafür sind die Locals zu gläubig und die Gegebenheiten vor Ort zu hinderlich. Man kann dort im Umkreis von Tausenden Kilometern weder ein Bergeteam noch einen Beschauer, Metzger, eine Kühlkette oder einen Abnehmer finden, den keiner fasst die Stücke an, geschweige denn isst sie.