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landlive.de

Forum: Niederwild

Erschreckende Zahlen vom DJV! Stirbt das Rebhuhn aus?
Etz23.12.18 #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 23.12.18 um 10:52 Uhr.)
Weiterer dramatischer Niedergang beim Rebhuhn. Das Verbreitungsgebiet ist in Deutschland innerhalb von acht Jahren um ein Drittel geschrumpft. Bundesweit gab es 2017 nur noch in einem Viertel aller Reviere überhaupt Rebhühner, der Brutpaar-Bestand ist auf etwa 64.000 abgesackt.

Einfach mal lesen. [www.jagdverband.de]

Und danach bitte weiter den Wolf feiern, Füchse als Mäusefresser schonen und Marderhund und Waschbär für harmlos erklären. Frohe Weihnachten…

vierfuessler23.12.18 @ Etz #
Siehe meine Signatur!
Etz23.12.18 @ vierfuessler #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 23.12.18 um 11:14 Uhr.)
vierfuessler schrieb:
Siehe meine Signatur!

Ja, da ist was Wahres dran. Aber es ist nicht nur der Prädatoren-Vollschutz allein. Da komm noch vieles mehr zusammen. Freilaufende Hunde und Katzen, umgebrochene und zu Mais gemachte Brachen, Vollschutz für Kolkraben und Hakenschnäbel, der Vormarsch der Sauen im Feld, Einschränkungen der Fallenjagd usw.…

Es ist ein multifaktorielles Geschehen.
Etz23.12.18 #
Auch das Des-Interesse vieler Jäger am Rebhuhn selbst spielt eine Rolle. Dort, wo das Rebhuhn ganzjährig geschont ist, gibt es auch keine Motivation, etwas für's Rebhuhn zu tun. Wozu auch.

Was wieder mal beweist: Use it – or loose it…
Jarlshof23.12.18 @ Etz #
Das sehe ich auch so.

Der Prädatorendruck spielt sicher, örtlich vielleicht sogar eine entscheidende Rolle.

Großflächig ist m.E. jedoch die radikale Veränderung des Lebensraums mit Flurbereinigung und Zusammenlegung zu riesigen Ackerflächen, die sich nach der Ernte in deckungs- und äsungslose Wüsten verwandeln und der flächendeckende Einsatz von Bioziden mit Vernichtung der Nahrungsgrundlage (Wildkräuter und Insekten) entscheidend.

Wenn im Frühjahr das Spritzgestänge über das Gelege im Getreidefeld gegangen ist, dürfte dies die Schlupfrate nicht unbedingt erhöhen.
Volker1323.12.18 #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 23.12.18 um 12:18 Uhr.)
Das Rebhuhn ließe sich nur schützen, wenn neben Lebensraumverbesserungen wo auch die Landwirtschaft mitmachen müsste eben eine umfassende scharfe Prädatorenjagd stattfinden kann!
Wir haben nicht nur einen durch die aus anderen Gründen sinnvolle Ausrottung der Tollwut bzw. nicht gleichzeitig intensivierte Fuchsjagd einen überbordenden Fuchsbestand (ungefähr dreimal so hohe Fuchsdichte wie in den 90ern), sondern dazu kommen Neozoen wie Waschbär, Marderhund etc.. Alle werden nur unzureichend im Bestand kontrolliert bejagd auch aufgrund von gesetzlichen ideologischen Einschrenkungen. Dazu kommt dann noch ein einseitiger Greifvogelschutz (ohne gleichzeitig für ausreichend Beutetiere zu sorgen. Da spielt indirekt natürlich auch der Rückgang der Insekten eine Rolle). Die heutige Landwirtschaft bietet auch immer weniger Raum für Rebhühner. Da baucht einem der dramatische Rückgang nun mal gar nicht wundern.
Etz23.12.18 #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 23.12.18 um 12:41 Uhr.)
Das pauschale Landwirtschafts-Bashing als Rückgangs-Ursache beim Rebhuhn kann ich für mein Revier nicht bestätigen. Wir hatten die ganzen letzten Jahre trotz Landwirtschaft über die Jahre immer noch einen gleichbleibenden Restbestand an Rebhühnern, der sich selbst erhielt. Die Landwirtschaft hat sich auch nicht geändert.


Was diesen Rebhühnern ( so schaut es im Moment aus) den Todesstoß versetzt hat, war EU-geförderter ländlicher Wegebau.


Der langgezogene Knick, in dem die Rebhühnern all die Jahre brüteten, wurde seit jeher von einem zerfahrenen Weg gesäumt, der je nach Wetterlage entweder schlammig oder tiefsandig und deswegen außer mit Landwirtschaftsmaschinen unbefahrbar war. Dann gab es Fördermittel aus dem ländlichen Wegebau, die Gemeinde machte einen ordentlichen Betonweg draus – und jetzt ist dort 24/7 Autoverkehr mit 80 kmh Schnitt plus zig Gassifahrer, die dort in die Feldmark einbiegen, dann Auto parken, Kofferraumklappe auf – und dann darf jeder Stadt-Fiffi erstmal im Freigang die Hecke durchackern und vollpieseln respektive sch***ßen, wo die Rebhühner früher brüteten…

Seit dem Ausbau dieses Weges mit den beschriebenen Folgen sind die Rebhühner weg.
esau23.12.18 @ Etz #
Etz schrieb:

Das pauschale Landwirtschafts-Bashing als Rückgangs-Ursache beim Rebhuhn kann ich für mein Revier nicht bestätigen. Wir hatten die ganzen letzten Jahre trotz Landwirtschaft über die Jahre immer noch einen gleichbleibenden Restbestand an Rebhühnern, der sich selbst erhielt. Die Landwirtschaft hat sich auch nicht geändert.


Was diesen Rebhühnern ( so schaut es im Moment aus) den Todesstoß versetzt hat, war EU-geförderter ländlicher Wegebau.


Der langgezogene Knick, in dem die Rebhühnern all die Jahre brüteten, wurde seit jeher von einem zerfahrenen Weg gesäumt, der je nach Wetterlage entweder schlammig oder tiefsandig und deswegen außer mit Landwirtschaftsmaschinen unbefahrbar war. Dann gab es Fördermittel aus dem ländlichen Wegebau, die Gemeinde machte einen ordentlichen Betonweg draus – und jetzt ist dort 24/7 Autoverkehr mit 80 kmh Schnitt plus zig Gassifahrer, die dort in die Feldmark einbiegen, dann Auto parken, Kofferraumklappe auf – und dann darf jeder Stadt-Fiffi erstmal im Freigang die Hecke durchackern und vollpieseln respektive sch***ßen, wo die Rebhühner früher brüteten…

Seit dem Ausbau dieses Weges mit den beschriebenen Folgen sind die Rebhühner weg.

Genau so ist das hier auch.
Die letzten Refugien werden so zu "Umgehungsstrassen".
Da kannst Du Hecken anpflanzen ,pflegen und erhalten wie du willst.
Und das in meinen Augen viel wichtigere mit "Unkraut" bestandene Unland wird im Rahmen der "Pflege"dieser Wege regelmässig vernichtet.
Das sieht ja nicht ordentlich aus.
Gleichemassen werden Wanderwege für die Hobbynaturschutzerurlauber mit ihren umweltfreundlich am Auto hergekarrten Fahrrädern steril gehalten.
Im Sommerhalbjahr steht überall ein Auto ,radeln überall die Räder,Quads ,trappeln die Gäule ,usw.
Und ja, die Landwirtschaft ist an dem Wegewahn nicht unbeteiligt.
So müssen sie weniger Wege instandhalten.
Ein Bauer in meinem Alten Revier hat Selbiges nun komplett zum Lagerplatz gemacht.
Kein nicht umgeackerter Fleck ,der nicht mit Material und Gerät vollgestellt ist.
Autogassigehen ist nun auch hier angekommen.
Man fährt sogar km weit ausserhalb in den Wald ,um diesen vollzukacken.
Rumtreiber23.12.18 @ Etz #
Das ständige mulchen der Feldwege, egal ob in oder ausserhalb der brut und setzzeiten, ist neben Raubwild und Monokultur ein todesurteil für das Rebhuhn und anderer Bodenbrüter. Bei Junghasen genau das selbe. Zumal diese Flächen Eigentum der Stadt/Gemeinde sind, und somit auch nicht die Landwirte was angeht! Ein weiterer Vorteil ist, das nicht jeder Weg von Hundehaltern genutzt wird, die wollen ungern mit Pfiffi durchs hohe Gras latschen (wegen der Zecken etc.)
Wmh
Rumtreiber
Maispapst23.12.18 @ Etz #
Etz schrieb:

Weiterer dramatischer Niedergang beim Rebhuhn. Das Verbreitungsgebiet ist in Deutschland innerhalb von acht Jahren um ein Drittel geschrumpft. Bundesweit gab es 2017 nur noch in einem Viertel aller Reviere überhaupt Rebhühner, der Brutpaar-Bestand ist auf etwa 64.000 abgesackt.

Einfach mal lesen. [www.jagdverband.de]

Und danach bitte weiter den Wolf feiern, Füchse als Mäusefresser schonen und Marderhund und Waschbär für harmlos erklären. Frohe Weihnachten…


Und die ach so tollen schlauen Rabenkrähen mal wieder vergessen....