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landlive.de

Forum: Schweißhunde

Rückwärtssuche
Tannschuetz22.04.18 @ Harro99 #
Harro99 schrieb:

Da hilft dann auch kein energisches anrüden wie weiter oben
beschrieben.

Wmh Harro



oh! ...hab ich gar nicht gesehen... wo ist das denn beschrieben?
Harro9922.04.18 @ Tannschuetz #
Tannschuetz schrieb:

oh! ...hab ich gar nicht gesehen... wo ist das denn beschrieben?


Pumuckl0815
Valsorey22.04.18 @ Pumuckl0815 #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 22.04.18 um 19:02 Uhr.)
Pumuckl0815 schrieb:

Hallo,

der Hund mit Praxis weiß immer die richtige Richtung. Soll er rückwärts suchen so macht er das auch, entweder sofort nach vorgeben der Richtung oder nach energischer Aufforderung. Die Anforderung Krankfährten rückwärts zu verfolgen kommt übrigens öfter vor, der Schweißhundeführer macht das aber nur auf Anfrage der Jagdleitung. Ich hatte selbst schon mehrere solcher Geschichten, ist immer bitter wenn jemand beim Schwindeln erwischt wird.
Mit freundlichen Grüßen

habe ich auch schon mehrfach gemacht.
Auch hier Stücke denen kein Schütze zugeordnet werden konnte.

Beispiel: ich bin bei einer SW- Nachsuche auf Sicht an ein Stück Rehwild gekommen.
Nach Abschluss der SW Nachsuche konnte ich bei diesem Stück zum Anschuss kommen und der Schütze konnte zugeordnet werden.
Pumuckl081522.04.18 @ Harro99 #
Harro99 schrieb:

Mal angenommen, der Hund gerät zufällig mitten auf eine Krankfährte, und muss sich
zwischen zwei Richtungen entscheiden, so wird er immer die Richtige, also die
Fluchtrichtung annehmen.
Also ja, der Hund weiß ganz genau, in welche Richtung er suchen muss. Und das ist
i.d.R. ja die Fluchtrichtung.
Von der Nasenleistung her könnte jeder Hund die Fährte auch rückwärts arbeiten.
Aber das bringt aus der Sicht des Hundes ja nichts...
Kurzum, manche Hunde -wie in dem beschriebenen Fall- machen es, andere wiederum
verweigern es vehement. Da hilft dann auch kein energisches anrüden wie weiter oben
beschrieben.

Wmh Harro

edit meint noch:

Immer wieder dasselbe mit irgendwelchen Waidlöchern...
Einen abgegebenen Schuss -selbst auf Nachfrage- nicht zuzugeben ist
ja wohl das allerletzte. Bei uns würde so jemand nie mehr zur Jagd kommen.


Hallo,

ich beteilige mich bei solchen Diskussionen nur mit selbst erlebten, ich will damit sagen, mir ist noch kein Hund begegnet der die Fährte nicht rückwärts arbeiten will. Ich schließe dass aber auch nicht aus.

Mit freundlichen Grüßen


Gento22.04.18 @ Pumuckl0815 #
Hab sowas noch nicht probiert. Könnte mir aber gut vorstellen, das mein sturer "Besserwisser" sich steif machen und protestieren würde.
Tannschuetz22.04.18 @ Harro99 #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 22.04.18 um 20:18 Uhr.)
Harro99 schrieb:

....
edit meint noch:

Immer wieder dasselbe mit irgendwelchen Waidlöchern...
Einen abgegebenen Schuss -selbst auf Nachfrage- nicht zuzugeben ist
ja wohl das allerletzte. Bei uns würde so jemand nie mehr zur Jagd kommen.


Ja, er hat bestritten bis er es mit der Angst zu tun bekam, weil mein Jagdfreund nach der erfolgreichen Rückwärtssuche verbreitet hat dass er am nächsten Tag an der UJB Anzeige gegen Unbekannt stellt. Daraufhin hat er sich dann auf den Weg gemacht... geklingelt ...und darum gebeten keine Anzeige zu erstatten. Natürlich kommt der bei dieser Jagd nicht mehr zum Zuge, aber da er selbst Pächter ist trifft ihn das nicht so sehr. Sein Ruf im jagdlichen Umfeld ist jedoch dahin, da sich der Fall natürlich rumgesprochen hat.

Dieser Typ macht anderen gegenüber tatsächlich immer den belehrenden und verurteilenden Ober-Waidheiligen und auf den waidgerechtesten Jäger überhaupt der nördlichen Halbkugel! Aber darum ging es in meinem Beitrag gar nicht. Es ging vielmehr um die Fähigkeit auch rückwärts zu suchen, wenn der Führer es möchte.
Dackelfan22.04.18 @ Tannschuetz #
Tannschuetz schrieb:

Ich hatte bisher nur mal davon gehört dass es durchaus auch möglich ist eine Krankfährte "andersherum" zu arbeiten, stellte mir das aber nun doch etwas schwierig vor. Ganz davon abgesehen, dass man es wohl selten bis nie braucht. Geübt hatte ich es auch noch nie.

Nun, im vergangenen Dezember ergab sich folgende Situation: Ich war in NRW bei einem Jagdfreund zu einer kleinen Drückjagd in seinem überschaubaren Feld/Wald-Revier. SW ist dort mangels geeigneter Dickungen zwar kein Standwild aber zieht immer mal wieder durch. Es war eine übergreifende Drückjagd auf Hegeringebene der man sich ohne große Erwartungen angeschlossen hatte. Der (freiwillige) Rehwildabschussplan gab auch noch etwas weibl. Rehwild her. Ich bezog einen Platz im lockeren Bestand. Wie erwartet passierte jedoch nicht viel... genau gesagt in Schussweite von mir gar nichts. Ich konnte 3-4 Rehen zusehen wie sie flüchtig durchs Stangenholz zogen, das war es aber auch. Dann vernahm ich einen Schuss, den ich nach meiner Meinung unserem Revierteil zuordnen konnte. Richtung und Entfernung wiesen etwa zu einer Ecke welche auch besetzt war. Nach dem Treiben dann kurzes Treffen in kleiner Runde an der Hütte und kleiner Imbiss den die Frau des Pächters vorbereitet hatte. Viel über Vorkommnisse auszutauschen gab es nicht. Eine einzelne Sau war zwar im Treiben vorgekommen, aber die dort abgestellte Jägerin hatte sich schwer getan und drum nicht angelegt. Diese Stück wurde dann auch noch von einem 2. Schützen bestätigt, aber für ihn zu weit. Strecke war also Null - es hatte auch niemand einen Schuss abgegeben. Ich erzählte von meinem Vernehmen des Schusses, von dem ich meinte er wäre bei uns gewesen. Sprach auch gezielt die 3 Schützen an, welche dort in diesem Bereich anstanden. Alle 3 verneinten aber geschossen zu haben.

Inzwischen waren wir am gemeinsamen Treffpunkt aller Teilnehmer aus dem Hegering. Ein wunderschön gelegener Hof in Alleinlage mit einem großen Raum zum Feiern. Dort wurde traditionsgemäß mit reichlich Hörnerklang Strecke gelegt (welche recht bunt und gar nicht so schlecht war) und der Hegeringleiter sprach ein paar Worte. Just zu diesem Zeitpunkt erhielt meine Jagdfreund einen Anruf eines Anwohners aus seinem Revier, dass ein Stück Rehwild verendet unweit der Straße bei ihm in der Wiese läge. Die Stelle war identisch mit der aus der ich den Schuss gehört hatte. Der Anrufer war schon etwas ungehalten und warf uns unterschwellig vor Rehwild wohl nicht ordentlich nachgesucht zu haben. Mein Freund fuhr sofort los und barg das Stück und kam zurück zum Schüsseltreiben. Es war ein Schmalreh. Der Schuss saß etwas weit hinten und tief. Danach ging es dann rein an die Kirrung zum Schüsseltreiben. Hier wurde dann wie üblich vielberichtet und geredet. Der Pächter nahm sich jetzt nochmals alle in frage kommenden Schützen vor welche aber erneut versicherten nicht geschossen zu haben. Nu wurde viel diskutiert, natürlich vorrangig über diesen Vorfall. Ich bot mich dann an am nächsten Morgen mit meiner Paula eine Rückwärtssuche zu probieren. Sprach aber auch an dass ich sowas noch nie gemacht hätte und ich unsicher wäre ob Paula versteht was ich von ihr will... und ob sie das kann. Von diesem Plan berichteten wir dann auch den 3 in Frage kommenden Schützen in der Hoffnung dass dann doch vielleicht einer Angst hat überführt zu werden. Aber nichts dergleichen. Nach wie vor hatte angeblich keiner geschossen.

Am nächsten Morgen dann nach dem Frühstück Paula geweckt, Schweißriemen und Geschirr ins Auto.... dazu etwas rohes Fleisch eingesackt... dann war meine (vorher sichtlich träge) Pauli nicht mehr zu halten! Sie wusste ganz genau was jetzt angesagt ist und stand nun in freudiger Erwartung "unter Strom". Im Revier angekommen wartete der Pächter bereits auf mich. Ich äußerte nochmals, dass ich nicht sicher sei ob meine kleine das packt - aber wir würden unser Bestes geben. Die Fundstelle war markiert und ich bereite Paula zur Anschusssuche (was ja eigentlich der Endpunkt war) vor. Sie zog zielstrebig zur markierten Stelle und verwies sofort das letzte Bett an dem das Schmalreh verendet war. Dann wurde es etwas schwierig. Sie wollte die Fährte arbeiten und suchte bögelnd das Umfeld ab... zog aber nicht an.... mit lockerem Riemen aber sichtlich hoch interessiert kam sie 3-4 mal zum Fundort zurück. Ich war nicht sicher ob das was wird. Dann plötzlich saugt sie sich fest. Mit ihrer ganz speziellen ruhigen Art zog sie zielstrebig in die Naturverjüngung mit den dichten Fichten-Anflug Nestern. Nun war völlig klar dass sie drauf ist und sicher der Fährte rückwärts folgt. Als sie dann einmal runter war... sich durch bögeln wieder die Fährte holte, wollte sie kurz in die falsche Richtung. Ich musste kurz eingreifen und sie "drehen"... dann gings weiter. Abgestreifter Schweiß bestätigte mir dass sie ihre Arbeit vorzüglich machte. Nach etwa 250 Meter waren wir an der Leiter im Sumpf, von der ich glaubte den Schuss gehört zu haben.... ab hier war sie runter... war aber offenbar mit sich selbst unzufrieden nicht zu finden und suchte sich mit lockerem Riemen wieder Bestätigung. Kurz drauf, etwa 70 Meter vor der Leiter verharrt sie an einer Stelle... am Rutenspiel erkenn ich sofort dass sie was hat. Sie dreht sich zu mir um und will dass ich zu ihr komme. Ich kenne diese Gestik zu genau. Bei ihr runter auf die Knie... sind wir am Anschuss! Etwas Wildbret und reichlich Schnitthaar bestätigen das. Jetzt war dann der Zeitpunkt für Belohnung und überschwängliches Abliebeln! .... Ich muss wohl bis zu den Ohren gegrinst haben.... Auch mein Jagdfreund, inzwischen dazu gekommen, hatte mal richtig Spaß!

Nun war es an der Zeit den Schützen welcher auf dieser Leiter gesessen hatte mit dem Ergebnis zu konfrontieren... ihn zum 3. mal zu fragen ob er geschossen hätte - was er zum 3. mal verneinte! So beendeten wir diesen Sonntagmittag erst einmal. Ich war mächtig stolz auf meine Pauli... und fuhr nach Hause. In der darauf folgenden Nacht ging mein Telefon. Mein Jagdfreund war dran und berichtete mir dass der Schütze von dieser Leiter , (selber Mit-Pächter eines Nachbarreviers) gegen 22 Uhr vor seiner Haustüre stand...und kleinlaut gestanden hat geschossen zu haben!


Ich versuche immer aus bekannten Nachsuchen usw. zu lernen.

In Deinem speziellen Fall habe ich mir überlegt, wie wäre denn folgender Ablauf, evtl. Erleichterung für den NS Hund?
Die Fundstelle mit klarem Zeichen markieren, aber in deutlicher Entfernung davon den Hund ansetzen, denn die am Fundort vorhandene Witterung dürfte ja enorm gewesen sein.
Jetzt sollte es für den NS Hund deutlich einfacher werden, die Wundfährte rückwärts zu arbeiten, oder?
In jeden Fall nachträglich ein kräftiges Suchenheil zur Arbeit Deines Hundes!
Konfuziussagt22.04.18 #
Ich weis einen Fall in dem ein DJT eine Rückwärtssuche auf einen Fuchs erfolgreich ausgearbeitet hat.
Tannschuetz22.04.18 @ Dackelfan #
Dackelfan schrieb:

Ich versuche immer aus bekannten Nachsuchen usw. zu lernen.

In Deinem speziellen Fall habe ich mir überlegt, wie wäre denn folgender Ablauf, evtl. Erleichterung für den NS Hund?
Die Fundstelle mit klarem Zeichen markieren, aber in deutlicher Entfernung davon den Hund ansetzen, denn die am Fundort vorhandene Witterung dürfte ja enorm gewesen sein.
!



Genau so habe ich es doch gemacht! ...steht doch so in meinem Bericht