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Forum: Schweißhunde

Rückwärtssuche
Tannschuetz22.04.18 #
Ich hatte bisher nur mal davon gehört dass es durchaus auch möglich ist eine Krankfährte "andersherum" zu arbeiten, stellte mir das aber nun doch etwas schwierig vor. Ganz davon abgesehen, dass man es wohl selten bis nie braucht. Geübt hatte ich es auch noch nie.

Nun, im vergangenen Dezember ergab sich folgende Situation: Ich war in NRW bei einem Jagdfreund zu einer kleinen Drückjagd in seinem überschaubaren Feld/Wald-Revier. SW ist dort mangels geeigneter Dickungen zwar kein Standwild aber zieht immer mal wieder durch. Es war eine übergreifende Drückjagd auf Hegeringebene der man sich ohne große Erwartungen angeschlossen hatte. Der (freiwillige) Rehwildabschussplan gab auch noch etwas weibl. Rehwild her. Ich bezog einen Platz im lockeren Bestand. Wie erwartet passierte jedoch nicht viel... genau gesagt in Schussweite von mir gar nichts. Ich konnte 3-4 Rehen zusehen wie sie flüchtig durchs Stangenholz zogen, das war es aber auch. Dann vernahm ich einen Schuss, den ich nach meiner Meinung unserem Revierteil zuordnen konnte. Richtung und Entfernung wiesen etwa zu einer Ecke welche auch besetzt war. Nach dem Treiben dann kurzes Treffen in kleiner Runde an der Hütte und kleiner Imbiss den die Frau des Pächters vorbereitet hatte. Viel über Vorkommnisse auszutauschen gab es nicht. Eine einzelne Sau war zwar im Treiben vorgekommen, aber die dort abgestellte Jägerin hatte sich schwer getan und drum nicht angelegt. Diese Stück wurde dann auch noch von einem 2. Schützen bestätigt, aber für ihn zu weit. Strecke war also Null - es hatte auch niemand einen Schuss abgegeben. Ich erzählte von meinem Vernehmen des Schusses, von dem ich meinte er wäre bei uns gewesen. Sprach auch gezielt die 3 Schützen an, welche dort in diesem Bereich anstanden. Alle 3 verneinten aber geschossen zu haben.

Inzwischen waren wir am gemeinsamen Treffpunkt aller Teilnehmer aus dem Hegering. Ein wunderschön gelegener Hof in Alleinlage mit einem großen Raum zum Feiern. Dort wurde traditionsgemäß mit reichlich Hörnerklang Strecke gelegt (welche recht bunt und gar nicht so schlecht war) und der Hegeringleiter sprach ein paar Worte. Just zu diesem Zeitpunkt erhielt meine Jagdfreund einen Anruf eines Anwohners aus seinem Revier, dass ein Stück Rehwild verendet unweit der Straße bei ihm in der Wiese läge. Die Stelle war identisch mit der aus der ich den Schuss gehört hatte. Der Anrufer war schon etwas ungehalten und warf uns unterschwellig vor Rehwild wohl nicht ordentlich nachgesucht zu haben. Mein Freund fuhr sofort los und barg das Stück und kam zurück zum Schüsseltreiben. Es war ein Schmalreh. Der Schuss saß etwas weit hinten und tief. Danach ging es dann rein an die Kirrung zum Schüsseltreiben. Hier wurde dann wie üblich vielberichtet und geredet. Der Pächter nahm sich jetzt nochmals alle in frage kommenden Schützen vor welche aber erneut versicherten nicht geschossen zu haben. Nu wurde viel diskutiert, natürlich vorrangig über diesen Vorfall. Ich bot mich dann an am nächsten Morgen mit meiner Paula eine Rückwärtssuche zu probieren. Sprach aber auch an dass ich sowas noch nie gemacht hätte und ich unsicher wäre ob Paula versteht was ich von ihr will... und ob sie das kann. Von diesem Plan berichteten wir dann auch den 3 in Frage kommenden Schützen in der Hoffnung dass dann doch vielleicht einer Angst hat überführt zu werden. Aber nichts dergleichen. Nach wie vor hatte angeblich keiner geschossen.

Am nächsten Morgen dann nach dem Frühstück Paula geweckt, Schweißriemen und Geschirr ins Auto.... dazu etwas rohes Fleisch eingesackt... dann war meine (vorher sichtlich träge) Pauli nicht mehr zu halten! Sie wusste ganz genau was jetzt angesagt ist und stand nun in freudiger Erwartung "unter Strom". Im Revier angekommen wartete der Pächter bereits auf mich. Ich äußerte nochmals, dass ich nicht sicher sei ob meine kleine das packt - aber wir würden unser Bestes geben. Die Fundstelle war markiert und ich bereite Paula zur Anschusssuche (was ja eigentlich der Endpunkt war) vor. Sie zog zielstrebig zur markierten Stelle und verwies sofort das letzte Bett an dem das Schmalreh verendet war. Dann wurde es etwas schwierig. Sie wollte die Fährte arbeiten und suchte bögelnd das Umfeld ab... zog aber nicht an.... mit lockerem Riemen aber sichtlich hoch interessiert kam sie 3-4 mal zum Fundort zurück. Ich war nicht sicher ob das was wird. Dann plötzlich saugt sie sich fest. Mit ihrer ganz speziellen ruhigen Art zog sie zielstrebig in die Naturverjüngung mit den dichten Fichten-Anflug Nestern. Nun war völlig klar dass sie drauf ist und sicher der Fährte rückwärts folgt. Als sie dann einmal runter war... sich durch bögeln wieder die Fährte holte, wollte sie kurz in die falsche Richtung. Ich musste kurz eingreifen und sie "drehen"... dann gings weiter. Abgestreifter Schweiß bestätigte mir dass sie ihre Arbeit vorzüglich machte. Nach etwa 250 Meter waren wir an der Leiter im Sumpf, von der ich glaubte den Schuss gehört zu haben.... ab hier war sie runter... war aber offenbar mit sich selbst unzufrieden nicht zu finden und suchte sich mit lockerem Riemen wieder Bestätigung. Kurz drauf, etwa 70 Meter vor der Leiter verharrt sie an einer Stelle... am Rutenspiel erkenn ich sofort dass sie was hat. Sie dreht sich zu mir um und will dass ich zu ihr komme. Ich kenne diese Gestik zu genau. Bei ihr runter auf die Knie... sind wir am Anschuss! Etwas Wildbret und reichlich Schnitthaar bestätigen das. Jetzt war dann der Zeitpunkt für Belohnung und überschwängliches Abliebeln! .... Ich muss wohl bis zu den Ohren gegrinst haben.... Auch mein Jagdfreund, inzwischen dazu gekommen, hatte mal richtig Spaß!

Nun war es an der Zeit den Schützen welcher auf dieser Leiter gesessen hatte mit dem Ergebnis zu konfrontieren... ihn zum 3. mal zu fragen ob er geschossen hätte - was er zum 3. mal verneinte! So beendeten wir diesen Sonntagmittag erst einmal. Ich war mächtig stolz auf meine Pauli... und fuhr nach Hause. In der darauf folgenden Nacht ging mein Telefon. Mein Jagdfreund war dran und berichtete mir dass der Schütze von dieser Leiter , (selber Mit-Pächter eines Nachbarreviers) gegen 22 Uhr vor seiner Haustüre stand...und kleinlaut gestanden hat geschossen zu haben!

Gento22.04.18 @ Tannschuetz #
Klasse, hab ich so noch nicht gehört.
Such den Übeltäter, voran!
Rumtreiber22.04.18 @ Tannschuetz #
Gut gemacht

Was für ne unehrliche Art von dem Schützen. Ich mein jedem kann ein fehlschuss oder schlechter treffer passieren, aber dann zu lügen, man habe nicht geschossen, is ja wohl das letzte.
Hatte auch mal einen schützen neben mir, für mich zwar nicht einsehbar, aber ich wusste ausser uns zweien steht keiner sonst hier. Er hat geschossen. Verneinte das aber. Kontrollsuche ergab zum glück kein Ergebnis. Mit so leuten möchte ich ungern jagen.

Waidmannsheil
Rumtreiber

duk22.04.18 #
Können Hunde wirklich die Fährtenrichtung unterscheiden oder ist das eher ein Gehorsamsthema, weil der Führer das eben weiß und entsprechend instruiert?

Hat vielleicht jemand schon Versuche auf Naturfährte oder mit Fährtenschuh gemacht? Wölfe sollten das können, oder?
Tannschuetz22.04.18 #
Vielleicht ist das ja gar nichts besonderes und der Hund sucht eben "andersrum" ...keine Ahnung-hab mich vorher nie damit befasst. Ich wusste aber von 2 Fällen wo ein Profigespann jeweils einen gefundenen falschen Hirsch (zwecks Überführung des Täters) rückwärts bis zur Kanzel (zum Anschuss) nachgesucht hat.
Biobauer22.04.18 #
gemacht haben wir das bis jetzt zweimal, jedesmal wurde davor bei uns ein stück wild gefunden, das lezte mal vor ca 4 monaten, noch warme sau in einer suhle verendet gefunden. mitn hund rückwärts gesucht, an der grenze zum nachbarn abgebrochen. diesen dann dazu befragt, es wurde vehement verneint da geschossen zu haben.
aber dazu hörte man schon öfter was bei uns, er selbst hat keinen hund, seine begeher auch nicht, was davonrennt ist halt dann gefehlt worden....
Pumuckl081522.04.18 @ duk #
duk schrieb:

Können Hunde wirklich die Fährtenrichtung unterscheiden oder ist das eher ein Gehorsamsthema, weil der Führer das eben weiß und entsprechend instruiert?

Hat vielleicht jemand schon Versuche auf Naturfährte oder mit Fährtenschuh gemacht? Wölfe sollten das können, oder?


Hallo,

der Hund mit Praxis weiß immer die richtige Richtung. Soll er rückwärts suchen so macht er das auch, entweder sofort nach vorgeben der Richtung oder nach energischer Aufforderung. Die Anforderung Krankfährten rückwärts zu verfolgen kommt übrigens öfter vor, der Schweißhundeführer macht das aber nur auf Anfrage der Jagdleitung. Ich hatte selbst schon mehrere solcher Geschichten, ist immer bitter wenn jemand beim Schwindeln erwischt wird.

Mit freundlichen Grüßen
Tannschuetz22.04.18 @ Pumuckl0815 #
Pumuckl0815 schrieb:

Hallo,

der Hund mit Praxis weiß immer die richtige Richtung. Soll er rückwärts suchen so macht er das auch, entweder sofort nach vorgeben der Richtung oder nach energischer Aufforderung. Die Anforderung Krankfährten rückwärts zu verfolgen kommt übrigens öfter vor, der Schweißhundeführer macht das aber nur auf Anfrage der Jagdleitung. Ich hatte selbst schon mehrere solcher Geschichten, ist immer bitter wenn jemand beim Schwindeln erwischt wird.

Mit freundlichen Grüßen



"Mit freundlichen Grüßen" ....

...ja, als meine Kleine kurz die (Rückwärts-) Fährte verloren hatte und wieder drauf war, nahm sie sofort die "richtige" Richtung an. Ich musste sie drehen und ihr zeigen dass sie "andersrum" muss... dann gings wieder!
Dackelfan22.04.18 @ Tannschuetz #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 22.04.18 um 22:16 Uhr.)
Ungeklärter Rehbockabschuß Wilderei?
Tannschuetz schrieb:

Ich hatte bisher nur mal davon gehört dass es durchaus auch möglich ist eine Krankfährte "andersherum" zu arbeiten, stellte mir das aber nun doch etwas schwierig vor. Ganz davon abgesehen, dass man es wohl selten bis nie braucht. Geübt hatte ich es auch noch nie.

Nun, im vergangenen Dezember ergab sich folgende Situation: Ich war in NRW bei einem Jagdfreund zu einer kleinen Drückjagd in seinem überschaubaren Feld/Wald-Revier. SW ist dort mangels geeigneter Dickungen zwar kein Standwild aber zieht immer mal wieder durch. Es war eine übergreifende Drückjagd auf Hegeringebene der man sich ohne große Erwartungen angeschlossen hatte. Der (freiwillige) Rehwildabschussplan gab auch noch etwas weibl. Rehwild her. Ich bezog einen Platz im lockeren Bestand. Wie erwartet passierte jedoch nicht viel... genau gesagt in Schussweite von mir gar nichts. Ich konnte 3-4 Rehen zusehen wie sie flüchtig durchs Stangenholz zogen, das war es aber auch. Dann vernahm ich einen Schuss, den ich nach meiner Meinung unserem Revierteil zuordnen konnte. Richtung und Entfernung wiesen etwa zu einer Ecke welche auch besetzt war. Nach dem Treiben dann kurzes Treffen in kleiner Runde an der Hütte und kleiner Imbiss den die Frau des Pächters vorbereitet hatte. Viel über Vorkommnisse auszutauschen gab es nicht. Eine einzelne Sau war zwar im Treiben vorgekommen, aber die dort abgestellte Jägerin hatte sich schwer getan und drum nicht angelegt. Diese Stück wurde dann auch noch von einem 2. Schützen bestätigt, aber für ihn zu weit. Strecke war also Null - es hatte auch niemand einen Schuss abgegeben. Ich erzählte von meinem Vernehmen des Schusses, von dem ich meinte er wäre bei uns gewesen. Sprach auch gezielt die 3 Schützen an, welche dort in diesem Bereich anstanden. Alle 3 verneinten aber geschossen zu haben.

Inzwischen waren wir am gemeinsamen Treffpunkt aller Teilnehmer aus dem Hegering. Ein wunderschön gelegener Hof in Alleinlage mit einem großen Raum zum Feiern. Dort wurde traditionsgemäß mit reichlich Hörnerklang Strecke gelegt (welche recht bunt und gar nicht so schlecht war) und der Hegeringleiter sprach ein paar Worte. Just zu diesem Zeitpunkt erhielt meine Jagdfreund einen Anruf eines Anwohners aus seinem Revier, dass ein Stück Rehwild verendet unweit der Straße bei ihm in der Wiese läge. Die Stelle war identisch mit der aus der ich den Schuss gehört hatte. Der Anrufer war schon etwas ungehalten und warf uns unterschwellig vor Rehwild wohl nicht ordentlich nachgesucht zu haben. Mein Freund fuhr sofort los und barg das Stück und kam zurück zum Schüsseltreiben. Es war ein Schmalreh. Der Schuss saß etwas weit hinten und tief. Danach ging es dann rein an die Kirrung zum Schüsseltreiben. Hier wurde dann wie üblich vielberichtet und geredet. Der Pächter nahm sich jetzt nochmals alle in frage kommenden Schützen vor welche aber erneut versicherten nicht geschossen zu haben. Nu wurde viel diskutiert, natürlich vorrangig über diesen Vorfall. Ich bot mich dann an am nächsten Morgen mit meiner Paula eine Rückwärtssuche zu probieren. Sprach aber auch an dass ich sowas noch nie gemacht hätte und ich unsicher wäre ob Paula versteht was ich von ihr will... und ob sie das kann. Von diesem Plan berichteten wir dann auch den 3 in Frage kommenden Schützen in der Hoffnung dass dann doch vielleicht einer Angst hat überführt zu werden. Aber nichts dergleichen. Nach wie vor hatte angeblich keiner geschossen.

Am nächsten Morgen dann nach dem Frühstück Paula geweckt, Schweißriemen und Geschirr ins Auto.... dazu etwas rohes Fleisch eingesackt... dann war meine (vorher sichtlich träge) Pauli nicht mehr zu halten! Sie wusste ganz genau was jetzt angesagt ist und stand nun in freudiger Erwartung "unter Strom". Im Revier angekommen wartete der Pächter bereits auf mich. Ich äußerte nochmals, dass ich nicht sicher sei ob meine kleine das packt - aber wir würden unser Bestes geben. Die Fundstelle war markiert und ich bereite Paula zur Anschusssuche (was ja eigentlich der Endpunkt war) vor. Sie zog zielstrebig zur markierten Stelle und verwies sofort das letzte Bett an dem das Schmalreh verendet war. Dann wurde es etwas schwierig. Sie wollte die Fährte arbeiten und suchte bögelnd das Umfeld ab... zog aber nicht an.... mit lockerem Riemen aber sichtlich hoch interessiert kam sie 3-4 mal zum Fundort zurück. Ich war nicht sicher ob das was wird. Dann plötzlich saugt sie sich fest. Mit ihrer ganz speziellen ruhigen Art zog sie zielstrebig in die Naturverjüngung mit den dichten Fichten-Anflug Nestern. Nun war völlig klar dass sie drauf ist und sicher der Fährte rückwärts folgt. Als sie dann einmal runter war... sich durch bögeln wieder die Fährte holte, wollte sie kurz in die falsche Richtung. Ich musste kurz eingreifen und sie "drehen"... dann gings weiter. Abgestreifter Schweiß bestätigte mir dass sie ihre Arbeit vorzüglich machte. Nach etwa 250 Meter waren wir an der Leiter im Sumpf, von der ich glaubte den Schuss gehört zu haben.... ab hier war sie runter... war aber offenbar mit sich selbst unzufrieden nicht zu finden und suchte sich mit lockerem Riemen wieder Bestätigung. Kurz drauf, etwa 70 Meter vor der Leiter verharrt sie an einer Stelle... am Rutenspiel erkenn ich sofort dass sie was hat. Sie dreht sich zu mir um und will dass ich zu ihr komme. Ich kenne diese Gestik zu genau. Bei ihr runter auf die Knie... sind wir am Anschuss! Etwas Wildbret und reichlich Schnitthaar bestätigen das. Jetzt war dann der Zeitpunkt für Belohnung und überschwängliches Abliebeln! .... Ich muss wohl bis zu den Ohren gegrinst haben.... Auch mein Jagdfreund, inzwischen dazu gekommen, hatte mal richtig Spaß!

Nun war es an der Zeit den Schützen welcher auf dieser Leiter gesessen hatte mit dem Ergebnis zu konfrontieren... ihn zum 3. mal zu fragen ob er geschossen hätte - was er zum 3. mal verneinte! So beendeten wir diesen Sonntagmittag erst einmal. Ich war mächtig stolz auf meine Pauli... und fuhr nach Hause. In der darauf folgenden Nacht ging mein Telefon. Mein Jagdfreund war dran und berichtete mir dass der Schütze von dieser Leiter , (selber Mit-Pächter eines Nachbarreviers) gegen 22 Uhr vor seiner Haustüre stand...und kleinlaut gestanden hat geschossen zu haben!


Wir alle haben unsere Schwächen und fehlerfrei ist keiner, aber ich versuche im Bereich der Jagd eine gewisse Ehrlichkeit und Vertrauen zu leben und auch auf meine Mitjäger zu übertragen.
Werde nachher hier etwas nachträglich beschreiben, was bisher noch nicht abgeklärt ist.

20:20 Uhr:
Ein 3faches Verleugnen eines eigenen Fehlers zum Nachteil einer Kreatur würde ich als Grund nehmen, diesen " Jäger " zu meiden!
Im letzten Mai erreicht mich die Meldung eines städtischen Bauhofmitarbeiters, man habe bei Mulcharbeiten um 09:00 Uhr in einem Weggraben einen toten Rehbock gefunden.

Zu diesem Zeitpunkt war ich verhindert und konnt mich nicht persönlich um die Sache kümmern. Deshalb habe ich einen ortsansässigen Jäger gebeten, sich des Rehbocks anzunehmen. Der Jäger hat den Bock aus dem Graben gezogen und im Baumschatten gelagert und den Ort verbrochen.

Gegen Mittag war ich im Revier und habe den Bock in Augenschein genommen. Die Schußverletzung - siehe Foto -, war zwar schon dunkel verfärbt, aber noch Madeneier frei.
Dann habe ich mit meiner Dackeline ebenfalls eine Rückwärtssuche begonnen, leider war in der Wundfährte die in Richtung einer Alu.-anlegeleiter führte eine große Fläche gemulcht. Wir kammen über diese Fläche nicht hinaus und ich habe die NS abgebrochen.
Dadurch war aber immer noch nicht die Frage beantwortet, wer hat auf den Rehbock beschossen und die notwendige NS mir nicht angezeigt?
Ich hatte damals 3 Mitjäger, 2 davon kamen wg. räumlicher Entfernung zum Revier nicht in Frage bzw. hat mir keiner seinen Aufenthalt im Revier gemeldet.
Den 3. Mitjäger der in enger räumlicher Entfernung zum Revier wohnt habe ich gefragt ob er mir zu dem Vorkommnis etwas sagen kann?

Seine klare Antwort war, ich war an dem Morgen nicht auf Ansitz im Revier!

Da stand ich nun mit den Tatsachen konfrontiert und wußte keine Erklärung. In Folge habe ich den toten Rehbock als vermutlich gewildert bei der Polizei angezeigt
Die Schußverletzung stammt zweifelsfrei von einer großkalbrigen Schußwaffe und der beschossene Rehbock dürfte damit eine gewisse Fluchtstrecke zurückgelegt haben.
Entweder hat der Schütze den Anschuß nicht gefunden, oder untersucht oder angenommen, den Bock gefehlt zu haben!
In meine Überlegung habe ich eingeschlossen, das klassische Wildererkaliber ist die 22 lfB., kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das ein Wilderer frühmorgens durch meine Reviertalaue fährt und mit Großkaliber wildert.

Abschließend, die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren wg. Nichtermittlung des Täters eingestellt, ich bin heute so schlau wie damals, habe keinen blassen Schimmer wer den Rehbock beschossen hat!

In einem Verfahren ohne Zeugen prüft man immer die Indizienlage, hilft mir hier nicht weiter, was bleibt sind erhebliche Zweifel die ich bis heute nicht ausräumen kann.

Für mich eine sehr unbefriedigende Angelegenheit!
Deswegen meine Schlußaussage zur Schilderung von Tannschütz. Meine Oma hat mir als Kind immer gesagt: Wer einmal lügt dem glaubt man nicht und wenn er gleich die Wahrheit spricht!
Harro9922.04.18 #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 22.04.18 um 18:47 Uhr.)

Mal angenommen, der Hund gerät zufällig mitten auf eine Krankfährte, und muss sich
zwischen zwei Richtungen entscheiden, so wird er immer die Richtige, also die
Fluchtrichtung annehmen.
Also ja, der Hund weiß ganz genau, in welche Richtung er suchen muss. Und das ist
i.d.R. ja die Fluchtrichtung.
Von der Nasenleistung her könnte jeder Hund die Fährte auch rückwärts arbeiten.
Aber das bringt aus der Sicht des Hundes ja nichts...
Kurzum, manche Hunde -wie in dem beschriebenen Fall- machen es, andere wiederum
verweigern es vehement. Da hilft dann auch kein energisches anrüden wie weiter oben
beschrieben.

Wmh Harro

edit meint noch:

Immer wieder dasselbe mit irgendwelchen Waidlöchern...
Einen abgegebenen Schuss -selbst auf Nachfrage- nicht zuzugeben ist
ja wohl das allerletzte. Bei uns würde so jemand nie mehr zur Jagd kommen.