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landlive.de

Forum: Schweißhunde

Hannoverscher SH nur auf Rotwildfährte??
Austriangun27.02.17 #
Immer wieder höre und lese ich, dass der HS bei Nachsuchen nur auf der Rotwildfährte eingesetzt werden soll...Ich bin kein Hundeführer und mir erschließt sich der Sinn daraus nicht ganz.

Wird er durch andere Wundfährten "verdorben"....???

Was ist der Hintergrund?
Gento27.02.17 @ Austriangun #
Mir wurde in der Hundegruppe gesagt, das Rehschweiss wohl sehr "lieblich" riecht, und Hunde, die oft Rehwild nachsuchen, nur noch ungern andere Schweissfährten arbeiten. Deshalb war es auch ein no go, den Hund vor der Prüfung mit diesem Schweiss einzuarbeiten. Da wurde uns dringend, egal welcher Hund geführt wurde, von abgeraten.
Harras27.02.17 #
Also soweit ich weiß hat der VH letztes Jahr 1400 Rehe gesucht und es wird mit dem HS auch viel Schwarzwild gesucht so wie alles andere Schalenwild auch. Richtig ist wohl das die SHF mit jungen noch wenig erfahrenen Hunden nur ungern Rehwild Nachsuchen und dann an einen Kollegen mit erfahreneremHund verweisen.

Ich hab aber noch nie erlebt das ein SHF vom VH oder KBGS eine Suche verweigert hätte weil es kein Hochwild zu suchen gab. Geholfen haben die SHF immer
Pumuckl081527.02.17 @ Austriangun #
Austriangun schrieb:

Immer wieder höre und lese ich, dass der HS bei Nachsuchen nur auf der Rotwildfährte eingesetzt werden soll...Ich bin kein Hundeführer und mir erschließt sich der Sinn daraus nicht ganz.

Wird er durch andere Wundfährten "verdorben"....???

Was ist der Hintergrund?


Hallo,

man hört so allerhand, aber mal ehrlich, ich habe das so noch nie gehört oder gelesen. Selbst die Einarbeitung nach der Jägerhofmethode wird auch mit Schwarzwild, Damwild oder Muffelwild durchgeführt. Es geht dabei um das Arbeiten der beobachteten Gesundfährte dieser Wildarten. In früheren Zeiten wurde mit dem Leithund durch Ausarbeiten der Gesundfährte der Rothirsch bestätigt, dass sog. Lancieren. Ich selbst habe meine Hunde bis zur bestandenen Prüfung nie die natürliche Wundfährte arbeiten lassen, es geht auch anders, ist aber mit dem Risiko verbunden, dass der Hund die Kunstfährten oder Gesundfährten nicht mehr arbeitet.
Das Wesen der Nachsuche ist es nun mal krankes Wild, also Rotwild, Damwild, Rehwild, Schwarzwild u.a., weidgerecht zur Strecke zu bringen. Den Hauptanteil nimmt dabei das Schwarzwild ein, in Rehwildgebieten auch das Rehwild. Die Praxis spricht hier eine deutlich andere Sprache. Es wäre ja eine Katastrophe wenn die Hirschmänner nur Rotwild suchen würden.

Mit freundlichen Grüßen
Sucher27.02.17 #
Den jungen unerfahrenen Hund sollte man nicht auf Rehwild suchen lassen. 1. sind Rehwildnachsuchen sehr schwer, da die Bodenverwundung sehr gering ist und 2. stellt sich Rehwild kaum. Der Hund zur Hetze geschnallt muß das Rehwild packen ,niederziehen und halten oder abtun. Lernt das der junge Hund kann es vorkommen, daß er es auch bei anderem Schalenwild versucht, was fatal enden kann. Also lieber einen erfahrenen Hund einsetzen. Ansonsten wird eigentlich alles gesucht. Bei uns hauptsächlich Schwarzwild und Rehwild.
Ich versuche möglichst mit dem Hund am Riemen nahe ans Rehwild zu kommen. Rehwild duckt sich gerne lange. Wenn man den Hund und die Umgebung gut beobachtet kann man auch mit dem Hund am Riemen zu Schuss kommen. Das hat mit meiner BGSH Hündin super funktioniert da sie ganz ruhig im Riemen hing.
Kija27.02.17 @ Austriangun #
Austriangun schrieb:

Immer wieder höre und lese ich, dass der HS bei Nachsuchen nur auf der Rotwildfährte eingesetzt werden soll...Ich bin kein Hundeführer und mir erschließt sich der Sinn daraus nicht ganz.

Wird er durch andere Wundfährten "verdorben"....???

Was ist der Hintergrund?


Meinst du wirklich nur "Rotwild"?
ZH-7x5727.02.17 #
Ich habe unseren BGS Rüden auf anraten vom Österr.Schweisshundeverein nur auf getretener Rowildfährte eingearbeitet. Vor der Hauptprüfung nicht Rehwild nachsuchen .Wurde genau so wie Sucher geschrieben erklärt. Hat der Hund schon etwas Erfahrung kann alles nachgesucht werden. Wichtig ist jedoch immer wieder getretene Rotwildfährten zu arbeiten .Die mir bekannten Bereichshundführer machen das auch so.











Hasan29.05.17 #
Nur Rotwild ist Quatsch. Mit dem unerfahrenen Hund nicht auf Rehwild schon eher. Dabei halte ich persönlich die "Süße-Fährte-Theorie" für Blödsinn, aber das ist nur meine persönliche Meinung. Gründe? Sprechen wir von Nachsuchen und nicht von kurzen Totsuchen kann man sehr oft davon ausgehen, dass es bei Rehwild zu Hetzen kommt. In aller Regel sollte ein Schweißhund bei solchen Hetzen auch zum Erfolg kommen. Hetze ist selbstbelohnend. Ergolgreiche Hetzen sind ungemein pägende Erlebnisse für den Hund. Unerfahrene Hunde verknüpfen dann allzu gern: "Rehwild fetzt!". Und da Rehwild praktisch überall vorkommt, ist die Wahrscheinlichkeit bei einem Hund mit dieser Verknüpfung höher, sich von der Wundfährte eines Stückes Hochwild verleiten zu lassen. Daher auch (rasseunabhängig) die Sache mit "Kein Rehwild vor der Prüfung!". Hinzu kommt, dass entgegen der landläufigen Meinung Rehwildnachsuchen durchaus anspruchsvoll sind. Rehwild verursacht wenig Bodenverwundung und baut durch sein arteigenes Terrotorialverhalten zumeist Unmengen an Widergängen und Kreisen ein. Das macht es jedem Hund schwer ( auch unabhängig von der Rasse). Böse Zungen behaupten gelegentlich, dass die "ach so edlen" Schweißhundeführer mit dem Vermeiden von Rehwildnachsuchen ein Scheitern auf der vermeintlich einfachen Fährte vermeiden wollen. Ich kann dies so nicht bestätigen. Jedoch sollte man als Schütze vorher genannte Gründe zu Absage durch einen Führer eines noch unerfahrenen Hundes bitte akzeptieren, schließlich wollen wir auf einen sicheren Spezialisten vertrauen können, wenn wir ihn denn mal brauchen. Leider mangelt es dabei so manchem Führer an Geduld. Oft mit vorgenannten, ebenfalls oft schwer wieder zu korrigierenden Folgen für den Hund.
jhoerig30.05.17 #
schön geschrieben
jhoerig30.05.17 @ Hasan #
..................Du bist aber kein HS-Führer