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landlive.de

Forum: Schalenwild

Sind die Hirsche noch voll in der Brunft?
Schwabe5127.09.10 #
Hallo,

ich habe letzte Woche Urlaub gemacht im Tannheimer Tal, in Grän, direkt unterhalb des Lumberger Grates, ein tolles Rotwildgebiet. Normalerweise röhren dort um diese Zeit die Hirsche so intensiv, dass sie im ganzen Tal zu hören sind, Tag und Nacht. Weniger jagdinteressierte Mitmenschen sind dort von dem "Lärm" genervt. Dieses Jahr habe ich nicht einmal gehört, dass einer gemeldet hätte. Es sei noch zu warm, sagen die Einheimischen.

Viele Grüße und viel Waidmannsheil
Schwabe 51
SteffiLR27.09.10 @ Schwabe51 #
Schwabe51 schrieb:

Hallo,

ich habe letzte Woche Urlaub gemacht im Tannheimer Tal, in Grän, direkt unterhalb des Lumberger Grates, ein tolles Rotwildgebiet. Normalerweise röhren dort um diese Zeit die Hirsche so intensiv, dass sie im ganzen Tal zu hören sind, Tag und Nacht. Weniger jagdinteressierte Mitmenschen sind dort von dem "Lärm" genervt. Dieses Jahr habe ich nicht einmal gehört, dass einer gemeldet hätte. Es sei noch zu warm, sagen die Einheimischen.

Viele Grüße und viel Waidmannsheil
Schwabe 51



hi schwabe 51,

hab da mal ganz in der nähe gewohnt und wir sind letztes jahr des öftern abends da raus gefahren, kann i nur empfehlen, das muss man mal gehört haben.

gruß
Hesse27.09.10 @ Gangloff #
Gangloff schrieb:
Schwierig wird es, wenn so ein richtig reifer Hirsch heimlich mit einem Tier, so abseits vom Brunftgeschehen steht. Peter Hesse hatte sich im vergangenen Jahr an so einem Hirsch festgebissen.
Er meldete verhalten und ließ sich von mir absolut nicht reizen.
Weidmannsheil
Gangloff

Ja Rüdiger, so war es. Aber vielleicht lag es ja auch daran, dass der Hirsch trotz deiner großen Kunst noch nicht so richtig Feuer gefangen hatte. 2 Tage später schrie er selbst bis zum Sonnenaufgang allle 2-3 Minuten und so konnten wir ihn ständig gut lokalisieren. Ich vermute daher, dass er dann auch den "Rivalen Gangloff" weit ernster genommen hätte und dir entgegen gezogen wäre. Aber das war ja dann nicht mehr nötig...
Viele Grüße
Peter
Gamsjager28.09.10 @ Gangloff #
Gangloff schrieb:
Hallo Michel,
den mittelalten suchenden Hirsch, sollte man beherrschen, den Brunfthirsch, welcher Kahlwild bei sich hat auch. Schwierig wird es, wenn so ein richtig reifer Hirsch heimlich mit einem Tier, so abseits vom Brunftgeschehen steht. Peter Hesse hatte sich im vergangenen Jahr an so einem Hirsch festgebissen.
Er meldete verhalten und ließ sich von mir absolut nicht reizen.
So zwei oder drei heftige Rufe, welche die Stimmbänder zum kratzen bringen, sollte man aber drauf haben, um einen vorbei ziehenden älteren Hirsch zum Stoppen und Heranziehen zu bringen.
Auch beim Hirschrufen gilt: Weniger ist meist mehr und sinnvoll.
Reizvoll ist das Angehen eines rufenden Hirsches, wenn man es kann und der Bestand es zuläßt.
Dann muß man kräftig mit dem Stock in die Büsche schlagen und den erregten Nebenbuhler immitieren.
Ach ja .....
Weidmannsheil
Gangloff


Morgen Rüdiger,

ich weiß, dass Du bei der Rufjagd ein Künstler bist. Ich bins leider nicht, obwohl ich mich nach kräften anstrenge. Ich habe immer Angst, dass ich mehr kaputt als gut mache. Deshalb bleibt der Locker meistens im Rucksack. Ich nehme ihn nur raus um den Hirschen zum Verhoffen zu bringen, oder wenn ich weiß, dass in der näheren Umgebung nichts steht. Dann versuche ich mich schon mal mit einem Hirschen auf der anderen Talseite zu duellieren. Hatte lange Zeit nur ein abgesägtes Plastikrohr, und habe mir erst auf der letzten Jagdmesse in München den Weißenkirchen Hirschlocker gekauft.

Ich glaube, Du solltest mal ein Lockjagdseminar veranstalten. Ich und viele andere hättens bitter nötig.

Waidmannsheil allen Hirschjagern
Michl, bei dem im Revier gestern tote Hose war

Gangloff28.09.10 @ Gamsjager #
Gamsjager schrieb:

Morgen Rüdiger,

ich weiß, dass Du bei der Rufjagd ein Künstler bist. Ich bins leider nicht, obwohl ich mich nach kräften anstrenge. Ich habe immer Angst, dass ich mehr kaputt als gut mache. Deshalb bleibt der Locker meistens im Rucksack. Ich nehme ihn nur raus um den Hirschen zum Verhoffen zu bringen, oder wenn ich weiß, dass in der näheren Umgebung nichts steht. Dann versuche ich mich schon mal mit einem Hirschen auf der anderen Talseite zu duellieren. Hatte lange Zeit nur ein abgesägtes Plastikrohr, und habe mir erst auf der letzten Jagdmesse in München den Weißenkirchen Hirschlocker gekauft.

Ich glaube, Du solltest mal ein Lockjagdseminar veranstalten. Ich und viele andere hättens bitter nötig.

Waidmannsheil allen Hirschjagern
Michl, bei dem im Revier gestern tote Hose war



Hallo Michl und Peter,
das ist wohl zu viel der Ehre. Ich rufe schon einige Jahrzehnte und mir gelingt nicht alles. Ich habe noch eine etwa 100-jährige Tritonmuschel, auf der mein Großvater ein Meister war. Seit einigen Jahren habe ich ein Horn von einer Kuh, welches ich noch kräftig abgeschabt habe und somit mehr Räsonanz erziele.
Natürlich kann man so einfach drauf los rufen und manchmal antwortet ein suchender Hirsch.
Wichtig erscheint mir die Kenntnis vom Hirsch überhaupt. Steht ein Hirsch beim Rudel und schreit seinen Frust in den Morgen, weil ihn die Beihirsche bedrängen, dann hört man die kurzen Sprengrufe. Er wird seinen Harem nicht verlassen, wenn man ihn anruft. Aber man kann ihn reizen bis zum geht nicht mehr und ihn versuchen anzugehen. Leider stören dabei die umkreisenden Schneider und auch das wachsame Kahlwild. Das Mahnen des Alttieres kann auch den Hirsch stoppen oder heranziehen.
An der Stimme des Hirsches sollte man in etwa auch das Alter erkennen. Weil, es bringt nichts einen jungen Hirsch den Kampfsruf eines starken Recken entgegen zu schmettern. Er wird verschweigen und sich drücken. Hirscherufen ist in gewisser Hinsicht wie ein Abgleichen der Kräfte,des Alters und der Situation.
Ich hatte in Ungarn einen Hirsch mit Kahlwild in den Goldruten. Der Hirsch trieb ein Schmaltier, welches den Wedel wagerecht trug, also brunftig war. Zwei Tiere mit Kälbern standen abseits. Drei mittelalte Hirsche umkreisten den Brunftplatz. Der Platzhirsch rief in Abständen immer dreimal. Wenn die Hirsche zu nahe kamen, fegte er sie vom Platz und brachte zweimal den Sprengruf.
Ein Anpirschen erschien mir bei den Reviergegebenheiten und den Tieren unmöglich.
Wie sollte ich den Hirsch zum Verlassen des Goldruten/Weidendickicht bewegen? Einfach drauflos rufen
und noch einen Nebenbuhler immitieren, von denen er schon genügend abzukämpfen hatte, erschien mir sinnlos. Also setzte ich den bösartigsten und langen Ruf in den Morgenhimmel, den meine Lungen hervorbrachten. Schlagartig war Ruhe auf dem Brunftplatz. Das Wild verhofft in so einem Fall und sichert in die Richtung aus der sich der neue Rivale nähern muß. In guter Deckung bearbeite ich ein Weidengestrüpp
mit meinem Stock. Der Platzhirsch rief darauf hin wieder dreimal. Tiefer und heftiger rief ich jetzt viermal.
Das veranlaßte den Platzhirsch, sein Schmaltier vor sich hertreibend, aus den Goldruten auszuwecheln. Dabei zog er die ganze Corona hinter sich her. Er hatte wohl erkannt, dass möglicherweise ein Stärkerer
im Anzug war. Als das Schmaltier einen Graben überfiel, setzte ich noch einen heftigen Ruf in den Himmel, der den folgenden Brunfthirsch sofort stoppte. Mein Schuß hallte genau in seinen Antwortruf und die Kugel warf ihn auf den Grabenrand.
Es war eine überaus spannende Jagd. Erst als ich das Geweih des Hirsches umarmte, überfiel mich das Hirschfieber und schüttelte mich durch und durch.
Aber so muß es sein.

Euch Weidmannsheil

Gangloff
platzi28.09.10 @ Malepartus #
Malepartus schrieb:

Der Höhepunkt ist der 1. Oktober
(bei uns in Osthessen)


Ahaaaaa!!!!!!
Des passt jo!

Morgn gehts los!

Servus

Diether
Alpiae28.09.10 @ platzi #
platzi schrieb:

Ahaaaaa!!!!!!
Des passt jo!

Morgn gehts los!

Servus

Diether

Ich wünsch dir von Herzen Waidmannsheil!!!!!!
platzi28.09.10 @ Gangloff #
Gangloff schrieb:

Hallo Michl und Peter,
das ist wohl zu viel der Ehre. Ich rufe schon einige Jahrzehnte und mir gelingt nicht alles. Ich habe noch eine etwa 100-jährige Tritonmuschel, auf der mein Großvater ein Meister war. Seit einigen Jahren habe ich ein Horn von einer Kuh, welches ich noch kräftig abgeschabt habe und somit mehr Räsonanz erziele.
Natürlich kann man so einfach drauf los rufen und manchmal antwortet ein suchender Hirsch.
Wichtig erscheint mir die Kenntnis vom Hirsch überhaupt. Steht ein Hirsch beim Rudel und schreit seinen Frust in den Morgen, weil ihn die Beihirsche bedrängen, dann hört man die kurzen Sprengrufe. Er wird seinen Harem nicht verlassen, wenn man ihn anruft. Aber man kann ihn reizen bis zum geht nicht mehr und ihn versuchen anzugehen. Leider stören dabei die umkreisenden Schneider und auch das wachsame Kahlwild. Das Mahnen des Alttieres kann auch den Hirsch stoppen oder heranziehen.
An der Stimme des Hirsches sollte man in etwa auch das Alter erkennen. Weil, es bringt nichts einen jungen Hirsch den Kampfsruf eines starken Recken entgegen zu schmettern. Er wird verschweigen und sich drücken. Hirscherufen ist in gewisser Hinsicht wie ein Abgleichen der Kräfte,des Alters und der Situation.
Ich hatte in Ungarn einen Hirsch mit Kahlwild in den Goldruten. Der Hirsch trieb ein Schmaltier, welches den Wedel wagerecht trug, also brunftig war. Zwei Tiere mit Kälbern standen abseits. Drei mittelalte Hirsche umkreisten den Brunftplatz. Der Platzhirsch rief in Abständen immer dreimal. Wenn die Hirsche zu nahe kamen, fegte er sie vom Platz und brachte zweimal den Sprengruf.
Ein Anpirschen erschien mir bei den Reviergegebenheiten und den Tieren unmöglich.
Wie sollte ich den Hirsch zum Verlassen des Goldruten/Weidendickicht bewegen? Einfach drauflos rufen
und noch einen Nebenbuhler immitieren, von denen er schon genügend abzukämpfen hatte, erschien mir sinnlos. Also setzte ich den bösartigsten und langen Ruf in den Morgenhimmel, den meine Lungen hervorbrachten. Schlagartig war Ruhe auf dem Brunftplatz. Das Wild verhofft in so einem Fall und sichert in die Richtung aus der sich der neue Rivale nähern muß. In guter Deckung bearbeite ich ein Weidengestrüpp
mit meinem Stock. Der Platzhirsch rief darauf hin wieder dreimal. Tiefer und heftiger rief ich jetzt viermal.
Das veranlaßte den Platzhirsch, sein Schmaltier vor sich hertreibend, aus den Goldruten auszuwecheln. Dabei zog er die ganze Corona hinter sich her. Er hatte wohl erkannt, dass möglicherweise ein Stärkerer
im Anzug war. Als das Schmaltier einen Graben überfiel, setzte ich noch einen heftigen Ruf in den Himmel, der den folgenden Brunfthirsch sofort stoppte. Mein Schuß hallte genau in seinen Antwortruf und die Kugel warf ihn auf den Grabenrand.
Es war eine überaus spannende Jagd. Erst als ich das Geweih des Hirsches umarmte, überfiel mich das Hirschfieber und schüttelte mich durch und durch.
Aber so muß es sein.

Euch Weidmannsheil

Gangloff


Da läufts mir auch kalt über den Rücken!

Schöne Erzählung - sowas wär doch was für einen Blog?

Weidmannsheil

Diether
platzi28.09.10 @ Alpiae #
Ueberlaeuferkeiler schrieb:

Ich wünsch dir von Herzen Waidmannsheil!!!!!!


Das ist nett. Weidmannsheil kann man immer genbrauchen!

Grüße

Diether
Gangloff28.09.10 @ platzi #
platzi schrieb:

Da läufts mir auch kalt über den Rücken!

Schöne Erzählung - sowas wär doch was für einen Blog?

Weidmannsheil

Diether


Hallo Diether,
wem interessiert hier schon die Rotwildjagd? da bist Du schon eine Ausnahme.
Danke.

Gangloff