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Erschreckende Zahlen vom DJV! Stirbt das Rebhuhn aus?

Beitrag vom Autor bearbeitet am 02.01.19 um 19:10 Uhr.
@ perdixfreund #
perdixfreund schrieb:

Wildäcker, Blühflächen und Brachen für Rebhühner sollten weit draußen im offenen Feld liegen.


Wenn möglich, dann sollten sie einen Abstand von mindestens 200 Metern zu Bäumen, Waldrändern und hohen Hecken aufweisen.

Sonst hätten Greifvögel optimale Ansitze zum Anjagen der Rebhühner.

Nach Untersuchungen des game and wildlife trust in England an besenderten Rebhühnern werden sogar ausgewachsene Rebhühner von Sperbern geschlagen - Besonders zur Frühjahrszeit, wenn sich die Ketten auflösen und die Rebhuhnpaare Brutplätze an Randstrukturen suchen -

Danke ....mein Reden zu den "wir pflanzen so viele Hecken/Gehölze und deswegen sind so gut für die Rebhüner"-Vertretern.
Ich füge hinzu :Die Flächen sollten wegen ihrer Lage nicht als Gassi-und Freizeitflächen eignen.
Doch das ist manchmal schwierig bis unmöglich.
" Ich fürchte , die Menschheit gehört ausgestorben . Doch ich hoffe immernoch, dass ich mich irre!"
"Wir sind Teil der Nahrungskette ...
wir fressen und werden letzendlich gefressen!"
"Der Mensch hat den Verstand bekommen. Nur scheint er mit der Benutzung desselben komplett überfordert zu sein!"
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 06.01.19 um 21:52 Uhr.
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Gräserblattwespenlarve Binsenschmuckzikade Große Graszirpe
Auf den Graswegen, Grasstreifen, auf mehrjährigen Brachen und spät gemähten Heuwiesen entwickeln sich neben den Wegameisenarten weitere wichtige Nahrungsinsekten für Rebhuhnküken ( nach dem game and wildlife conservation trust aus England ) .

Bild 1:
Gräserblattwespenlarven
Im Juni findet man die Larven.
Die Larven sind weichhäutig. Sie ernähren sich von Gräsern.
Gräserblattwespenlarven findet man auch auf anderen Grasflächen und auf ungespritzten Getreidefeldern .

Bild 2
Binsenschmuckzikade

Bild 3
Große Graszirpe

Beide Zikadenarten sind aus der Familie der Zwergzikaden. Sie kommen in entsprechenden Lebensräumen häufig vor. Die Zikaden saugen Pflanzensaft an verschiedenen Pflanzen , auch an Gräsern.
Die Eier überwintern an Pflanzenblättern und die Jungen schlüpfen im Frühjahr. Die Zikaden erscheinen von Mai / Juni bis in den Herbst.
( englisch : leafhoppers)

Weg- und Feldsäume sollten erhalten bleiben. Spät gemähte Heuwiesen sind auch vorteilhaft. Pflanzenstängel mit den Eiern dran müssen über den Winter bis ins Frühjahr stehen bleiben . Daher sollten Wegsäume jährlich nur teilweise ab Ende August gemäht werden, sofern man die Stellen unbedingt mähen muss. Zudem sollte schonend mit Balkenmähern gemäht werden. Mulchen zerhaut diese Insekten
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Feldsaum Graswanze 1 Graswanze 2
Bild 1 Feldsaum

Bild 2-3 Graswanzen

Der Feldsaum besteht schon mehrere Jahre. Er wird nicht gemäht.

Innerhalb kurzer Zeit hatte ich im Sommer 2018 aus dem Streifen einige Graswanzen in die Schüssel gesammelt.
Sie saßen an den Ähren von Grashorsten.
Im Frühsommer erscheinen vermehrt Graswanzen. Sie saugen den Saft auf Gräsern.
(Englisch : grass bugs )

Die Wanzen legen im Frühling Eier an Gräser , die Larven entwickeln sich über den Sommer hinweg und die erwachsenen Tiere überwintern in Bodenstreu und in Grashorsten.
Feldsäume , Graswege und Brachen sollten ungemäht bleiben, oder zumindest nur teilweise schonend mit dem Balkenmäher ab Ende August gemäht werden. Mulchen würde auch diese Insekten zerhauen.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 07.01.19 um 09:38 Uhr.
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gemeiner Grashüpfer Wolfsspinne
Auch diverse Heuschreckenarten können sich auf Graswegen , Grasstreifen , spät gemähten Heuwiesen und auf mehrjährigen Brachen in Ruhe entwickeln.

Auf Bild 1 sieht man einen gemeinen Grashüpfer.
Die Heuschrecken schlüpfen im Frühjahr. Sie entwickeln sich über den Sommer hinweg, um dann im Spätsommer oder Frühherbst ihre Eier in den Erdboden zu legen. Die Eier überwintern im Boden.
Die Heuschrecken fressen Gräser.
Der ungestörte Boden auf den Wegsäumen, Grasstreifen , mehrjährigen Brachen und Heuwiesen ist wichtig . Auf den Äckern wird jährlich der Boden bearbeitet und chemisch behandelt, was die Eier im Boden zerstört.
Auch hier sollten Wegsäume erst ab Ende August und nur teilweise schonend mit dem Balkenmäher gemäht werden. Mulchen würde die Heuschrecken zerschreddern, Bodenbearbeitug die Eigelege zerstören.

Bild 2 :
Bodenspinne ( Wolfsspinne)

Auf Graswegen, mehrjährigen Brachen , spät gemähten Heuwiesen und Grasstreifen können sich nicht zuletzt auch viele Bodenspinnen ungestört entwickeln. Sie brauchen über den Winter ungestörte Pflanzenhorste und ungestörten Boden zum Überwintern.

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Beitrag vom Autor bearbeitet am 11.01.19 um 14:23 Uhr.
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Ochsenauge1 Ochsenauge2 Kleines_Wiesenvögelchen
Ich stelle mal noch ein paar Nahrungsinsekten für Rebhühner und andere Feldvögel vor.

Auf spät gemähten Heuwiesen , breiteren Grasstreifen und Graswegen können auch etliche Schmetterlingsarten gedeihen.
Die Raupen einiger Arten ernähren sich ausschließlich von Gräsern.
Auf den Bildern sieht man einige häufige Arten , deren Raupen Gras fressen. Die Raupen dieser Grasfresser sind in der Regel grün.

Bild 1 und 2:

kleines und großes Ochsenauge

Bild 3 Kleines Wiesenvögelchen





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brauner Waldvogel Schachbrettfalter
Bild 1: brauner Waldvogel (kommt trotz des Namens auch an Heckensäumen und auf entsprechenden Grasflächen im Offenland vor)

Bild 2: Schachbrettfalter ( Er ist Schmetterling des Jahres 2019 , und leider auch im Rückgang begriffen)
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 12.01.19 um 12:18 Uhr.
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Raupe 1 Raupe2
Bild 1 und 2 : grüne Raupen solcher Schmetterlingsarten. Die genauen Arten auf den Bildern sind nicht bestimmt.

Die meisten dieser Schmetterlingsarten überwintern als Puppe in der oberen Bodenschicht oder an Pflanzenstängeln.

Daher sollten Graswege und Grasstreifen, wenn überhaupt , jährlich nur teilweise gemäht werden. Damit auch Pflanzenstängel über den Winter stehen bleiben.

Mulchen zerschreddert die Schmetterlinge, und zerhaut die Raupen wie auch die Puppen. Wird mit dem Balkenmäher gemäht, können die Raupen abfallen und noch abwandern.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 11.01.19 um 14:42 Uhr.
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Gemeiner_Weichkäfer Roter Weichkäfer Weichkäferlarve
Ebenfalls Kükennahrung sind Weichkäfer.

Die erwachsenen Käfer leben hauptsächlich räuberisch von anderen Kleintieren und auch von toten Insekten.

Die Larven leben räuberisch auf dem Erdboden und in der oberen Bodenschicht. Die Larven sind durchaus auch im Winter aktiv.

Auf spät gemähten Heuwiesen, mehrjährigen Brachen, Grasstreifen und Graswegen können sie gedeihen, weil dort der Boden nicht bearbeitet wird.

Mulchen zerhaut diese Insekten !

Daher Säume und Graswege schonend mit dem Balkenmäher mähen.

Bild 1: Gemeiner Weichkäfer

Bild 2 : Roter Weichkäfer

Bild 3: Weichkäferlarve
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 11.01.19 um 15:03 Uhr.
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Hainschwebfliege Eiablage Eier
Zuletzt stelle ich noch die Hainschwebfliege vor.
Sie überwintert tatsächlich in Südeuropa. Im Frühling kommen die Schwebfliegen eingeflogen. Die erwachsenen Tiere brauchen Blühpflanzen. Diese finden sie auf ungespritzen Blühflächen und Wildäckern. Blüten finden sie aber auch auf spät gemähten Heuwiesen und auf mageren Feldrändern .
Die Schwebfliegen legen ihre Eier in die Nähe von Blattlauskolonien. Die Larven leben räuberisch von Blattläusen.
Die Fliegen produzieren mehrere Generationen im Jahr.

Spritzmittel gegen Blattläuse schaden. Blattläuse sind wichtige Nahrungsinsekten für eine Vielzahl von räuberischen Insekten des Offenlandes. Blattläuse sind quasi das Plankton in der Nahrungskette.

Schwebfliegenlarven können sich überall dort im Offenland entwickeln , wo Blattläuse vorkommen und diese nicht Insektiziden gespritzt werden.


Der französische Rebhuhnheger in dem weiter oben verlinkten Video versucht beispielsweise bei nur mäßigem Blattlausbefall auf seinen Feldkulturen in einem Abstand von 6 Metern zum Feldrand überhaupt keine Insektizide einzusetzen. Von den Grasstreifen und Randstrukturen aus können räuberische Insekten eindringen , um die Blattläuse zu vertilgen.

Bild 1: Hainschwebfliege

Bild 2: Eiablage an Blattlauskolonie

Bild 3 : Eier der Hainschwebfliege an Blattlauskolonie

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Beitrag vom Autor bearbeitet am 11.01.19 um 15:19 Uhr.
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Larve 1 Larve 2 Puppe
Bild 1: Schwebflliegenlarve an grünen Blattläusen

Bild 2 : Schwebfliegenlarven an schwarzen Blattläusen


Bild 3 : Puppe der Hainschwebfliege
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