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ÖJV, Wolf, Muffel, Naturschutz oder Prozessschutz, Ökologie oder BWL ?

@ Volker13 #
servus

Volker13 schrieb:

ja leider, wobei der Wisent in unserer heutigen Kulturlandschaft nicht unproblematisch ist, wie eben der Wolf auch. Ich sehe nur keinerlei Grund beide Spezies so unterschiedlich zu behandeln, beide sind streng geschützt und beide verursachen massive Schäden ...


...so eine Herde Wisente frisst übers Jahr betrachtet was weiss ich wie viele Tonnen Gras in sich hinein, welches irgendeinem Bauern als Futter für sein Vieh fehlen wird.
Ich befürchte, m a s s i g freilebende Wisente in Deutschland wird sich mit Weideflächen spießen.

Der Wolf holt sich hingegen bislang noch überwiegend Herrenloses.... und man könnte ihn dahingehend konditionieren, dass das so bliebe.
Beim tumben 1200Kilo Grasmäher wäre schon der Versuch sinnlos. Wisente hätten im Nationakpark ihren Platz. Aber auch dort nur auf staatichen Weideflächen.

Wölfe bereiten als keinerlei Probleme ! (haut mich jetzt halt nicht gleich.... für meinen zarten Wachrüttler! Ich versetze mich nur in die mögliche Denkweise der Wolfsbefürworter. Wobei die das mit dem Konditionieren noch nicht geschnallt haben dürften)

Ein Teufelskreis ......
1
 
@ JagdDozent2015 #
Das radikale am Prozessschutz ist am Ende des Tages, dass er sich gegen jeglichen menschlichen Einfluss und Unterstützung durch den Menschen richtet. Und damit gegen den Besitzenden von Naturflächen.
Dann ist es egal ob dem Bauer sein Land gehört oder der Wanderer am Endenicht mehr durch Schutzgebiete laufen darf. Keiner darf laut Prozessschutz in der Natur rumwurschteln. Kein Muffel im Wald, keine Gams unter der Baumgrenze, keine Haustiere auf den Weiden und kein Fischbesatz in den Gewässern.
Wenn die Äsche zu doof ist dem Komoran zu entkommen, soll sie eben austerben. Alles verändert sich.
Fuchsbejagung zum Schutz der Bodenbrüter ist alter, verbrämter Naturschutz. Bejagung ist Einflussnahme auf natürliche Prozesse pfui.
Dabei ist bis auf das Watt garnichts natürlich in Deutschland, alles von Menschenhand geschaffen, jedes Fleckchen Land.
Und der beste Beweis dass der Prozessschutz mit der Annahme daneben liegt, dass der Mensch so schlimm für Fauna und Flora ist und die Evolution nur verzögert ist das Beispiel Artenvielfalt in den Städten !
In manchen Städten hast Du direkt neben der höchsten Menschendichte pro ha Fläche mehr Tier und Pflanzenarten als in einem dunklen Buchenhallenwald ! Das geht von der Wanze über den Turmfalken über seltene Entenarten bis hin zu großen Wildsäugetieren !




3
 
@ JagdDozent2015 #
JagdDozent2015 schrieb:

Aus einer Antwort in einem anderen Faden, würde ich gern eine neue Diskussion aufmachen.
Bin gespannt, es sind bekanntlich einige ökologische "Experten" hier an Board.


Auf Kosten einer Art ist falsch, auf Kosten hunderter Arten sagen Artenschützer.

Nur 1 Beispiel : ALLE Arten, die an durch kleine Paarhufer freigehaltene Offenlandflächen gebunden sind, werden dort verschwinden, sobald die Halter dieser Sukzessionsstadiumerhalter die Segel streichen.

Was im Hintergrund läuft ist ein "Krieg" innerhalb das Naturschutzes. Der klassische Naturschutz möchte zum Beispiel die Heide mit seiner einzigartigen Fauna und Flora schützen und der Nachwelt erhalten.

Die modernen Prozessschützer im Naturschutz sagen dagegen, dass das Quatsch ist. Natürlich sei nur die Sukzession, d.h. der natürliche Wandel, die biologische bedingte Veränderung der Landschaft und seiner Biotopbewohner.
D.h. sie wollen, dass Heide zu Wald wird und Moore und Seen dort verlanden weil das der natürliche Prozess wäre wenn Heidschnucken nicht dauernd den Wald zurückfressen würden. Der Prozessschützer will also in der Heide keine Heide, kein Tourismus, keine Jagd sondern nur noch rein natürliche Abläufe ohne menschliche Einflüsse. Letztendlich nur Wald in allerletzter Konsquenz, auch wenn es einen dunklen Wald mit geschlossener Kronendecke, wenig Licht am Boden und wenig Artenvielfalt bedeutet. Was unter diesen schlechten Bedingungen dort nicht gedeiht, soll aussterben, das sei Natur, Evolution und der Lauf der Dinge.

Und für den Prozessschutz ist der Muffelwidder genauso ein menschlicher Einfluss wie die böse Heidschnucke. In deren Augen gehören sie urpsrünglich und natürlicherweise nicht dorthin.
Der klassiche Gegenspieler für den menschlichen Einflussfaktor kleine Paarhufer/ Haustiere, Heidschnucken und Muffelwild ist der Wolf - keine Frage.
Offensichtlich hat sich also der ÖJV nun plötzlich zum Prozessschützer erklärt. Vom natur- und eigentum schützenden Jäger zum radikalen Prozessschützer. Ob das alle Mitglieder dort auch so sehen und mitgehen ?

Ist man dann auch ehrlich und sagt den Schäfern, dass es für sie in Deutschland keine Zukunft gibt ? In den Augen des ÖJV sind Schaafe Haustiere, die bei natürlicher Entwickling, wie Verbuschung etc. nur stören, genau wie Muffelwild. Zäune wird es auch keine geben dürfen bei natürlichen Prozessen - wir kennen das vom Rehwild, der ÖJV ist gegen jegliche Pfanzung, Verjüngung hinter dem Zaun. Vorher wird der Rehwild Bestand soweit abgesenkt, dass es keine Zäune braucht. So wird es auch bei den Schaafen kommen, die Schäfer wissen nur noch nicht mit wem sie es aktuell zu tun haben.


Übrigens ist genau hier der größte Widerspruch beim Standpunkt des ÖJV :


Auf der einen Seite Prozessschutz, Verjüngung ohne Zaun, Waldentwicklung ohne Rehwild, Bestandsregulierung hauptsächlich über Großpradatoren usw...
Aber dass das verbeißende und schälende Schalenwild einer der größten Prozesschützer ist, wird ausgeblendet.
So wie Waldbrände, Stürme und Käferkalamitäten den Wald extrem verändern können, so kann auch das Rehwild das Waldökosystem verändern, durch "natürliche Durchforstung" durch Einfluss auf Baumartenzusammensetzung, durch Einfluss auf Wuchsleistung, letztendlich ist es ebenso Lebensraumgestalter wie ein Waldbrand, wenn wauch weniger gravierend. "Zu hohe" Bestände gibt es im Prozessschutz nicht, nur biologische Standortfaktoren.

Es ist wirklich spannend, auf der einen Seite versucht der ÖJV sich als Interessenvertreter der Waldbesitzer zu etablieren, gleichzeitig wird er aber beim Thema Wolf, Muffel und Co. als Prozessschützer entlarvt.
Unter den Waldbesitzern dürften aber recht wenige Prozessschützer sein

Oder gehts dem ÖJV weder um den Waldbesitzer, noch um Ökologie / Naturschutz und man versucht seit jeher an einer Legitimation für ein verborgenes Motiv zu basteln ?

und warum hast du jetzt einen neuen Faden aufgemacht? Muss man nicht verstehen
„ Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst du, oh Mensch, sei Sünde, mein Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.“

Franz von Assisi
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@ bowhunter_unchained #
servus

bowhunter_unchained schrieb:

Das radikale am Prozessschutz ist am Ende des Tages, dass er sich gegen jeglichen menschlichen Einfluss und Unterstützung durch den Menschen richtet. ......


Wenn die Äsche zu doof ist dem Komoran zu entkommen, soll sie eben austerben. Alles verändert sich.
Fuchsbejagung zum Schutz der Bodenbrüter ist alter, verbrämter Naturschutz. Bejagung ist Einflussnahme auf natürliche Prozesse pfui.

............
......




Wenn der Fuchs zu blöde ist, der Tollwut auszuweichen, dann soll er eben daran krepieren.

In diesen Prozessschutz hat man massivst eingegriffen und damit erst eine Basis für anderes Ungemach geschaffen....

Prozessschutz wäre es demnach auch, den eingewanderten Wolf seinem natürlichen Feund zu überlassen.
Aber auch da wird massiv eingegriffen....

Ein Teufelskreis.....
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 14.11.18 um 09:32 Uhr.
@ gipflzipfla #
gipflzipfla schrieb:


Prozessschutz wäre es demnach auch, den eingewanderten Wolf seinem natürlichen Feund zu überlassen.
Aber auch da wird massiv eingegriffen....



Wer ist denn der natürliche Feind des Wolfes ?
Meinst Du Tollwut, Räude ?
Das Auto ist ja nicht "natürlich"







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#
Der Mensch und sein Tun sind Teil des Prozesses. Mehr gibbet dazu nicht zu sagen. Das Nicht-zuende-denken ist leider eine sehr weit verbreitete Untugend.
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@ gipflzipfla #
gipflzipfla schrieb:
...so eine Herde Wisente frisst übers Jahr betrachtet was weiss ich wie viele Tonnen Gras in sich hinein, welches irgendeinem Bauern als Futter für sein Vieh fehlen wird.

Nö.
Es geht um Schälschäden.
"Was man in Foren liest, stammt leider zu oft von Leuten, die besser Fragen stellen sollten, als Antworten zu geben" (Stoeberjaeger)
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@ WastelDW #
servus

WastelDW schrieb:

Wer ist denn der natürliche Feind des Wolfes ?
Meinst Du Tollwut, Räude ?
Das Auto ist ja nicht "natürlich"


...der Mensch als solches, wenn Du das besser verstehst. Ja, ich weiss.. das war mal wieder nicht so offensichtlich aus meinem Posting lesbar.

So ein bisschen Sarkasmus, Ironie oder Zynismus schwingt bei mir immer mit..... (bist ja lange gnug hier und könntest es also schon gekannt haben )
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@ Carcano #
Carcano schrieb:

Nö.
Es geht um Schälschäden.


vielleicht in Deiner begrenzten Sichtweise!

Ich nahm da eher auf bundesweite Verbreitung Bezug und nicht auf irgendeine Kleinpopulation im Wittgenstein´schen.

Der Wisent lebt ja bekanntermaßen, im angestammten wie geeigneten Lebensraum, nicht von Baumrinde.......

(und wenn Du wissen willst, welche Massen an Nutztierfutter ein Rudel Rotwild vertilgt, befrage einen betroffenen Bergbauern. Nur als Parallelbeispiel)


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#
Kein Ahnung vom Tier, von den Problemen oder von dem laufenden Prozess (jetzt am Freitag vor dem BGH), aber breitspurig daherschwätzen.
Typisch Gipflzipfla.
"Was man in Foren liest, stammt leider zu oft von Leuten, die besser Fragen stellen sollten, als Antworten zu geben" (Stoeberjaeger)
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