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ÖJV, Wolf, Muffel, Naturschutz oder Prozessschutz, Ökologie oder BWL ?

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ÖJV, Wolf, Muffel, Naturschutz oder Prozessschutz, Ökologie oder BWL ?
Aus einer Antwort in einem anderen Faden, würde ich gern eine neue Diskussion aufmachen.
Bin gespannt, es sind bekanntlich einige ökologische "Experten" hier an Board.


gipflzipfla schrieb:

Artenschutz Wolf = Artenschutz einer Art auf Kosten einer anderen Art



Auf Kosten einer Art ist falsch, auf Kosten hunderter Arten sagen Artenschützer.

Nur 1 Beispiel : ALLE Arten, die an durch kleine Paarhufer freigehaltene Offenlandflächen gebunden sind, werden dort verschwinden, sobald die Halter dieser Sukzessionsstadiumerhalter die Segel streichen.

Was im Hintergrund läuft ist ein "Krieg" innerhalb das Naturschutzes. Der klassische Naturschutz möchte zum Beispiel die Heide mit seiner einzigartigen Fauna und Flora schützen und der Nachwelt erhalten.

Die modernen Prozessschützer im Naturschutz sagen dagegen, dass das Quatsch ist. Natürlich sei nur die Sukzession, d.h. der natürliche Wandel, die biologische bedingte Veränderung der Landschaft und seiner Biotopbewohner.
D.h. sie wollen, dass Heide zu Wald wird und Moore und Seen dort verlanden weil das der natürliche Prozess wäre wenn Heidschnucken nicht dauernd den Wald zurückfressen würden. Der Prozessschützer will also in der Heide keine Heide, kein Tourismus, keine Jagd sondern nur noch rein natürliche Abläufe ohne menschliche Einflüsse. Letztendlich nur Wald in allerletzter Konsquenz, auch wenn es einen dunklen Wald mit geschlossener Kronendecke, wenig Licht am Boden und wenig Artenvielfalt bedeutet. Was unter diesen schlechten Bedingungen dort nicht gedeiht, soll aussterben, das sei Natur, Evolution und der Lauf der Dinge.

Und für den Prozessschutz ist der Muffelwidder genauso ein menschlicher Einfluss wie die böse Heidschnucke. In deren Augen gehören sie urpsrünglich und natürlicherweise nicht dorthin.
Der klassiche Gegenspieler für den menschlichen Einflussfaktor kleine Paarhufer/ Haustiere, Heidschnucken und Muffelwild ist der Wolf - keine Frage.
Offensichtlich hat sich also der ÖJV nun plötzlich zum Prozessschützer erklärt. Vom natur- und eigentum schützenden Jäger zum radikalen Prozessschützer. Ob das alle Mitglieder dort auch so sehen und mitgehen ?

Ist man dann auch ehrlich und sagt den Schäfern, dass es für sie in Deutschland keine Zukunft gibt ? In den Augen des ÖJV sind Schaafe Haustiere, die bei natürlicher Entwickling, wie Verbuschung etc. nur stören, genau wie Muffelwild. Zäune wird es auch keine geben dürfen bei natürlichen Prozessen - wir kennen das vom Rehwild, der ÖJV ist gegen jegliche Pfanzung, Verjüngung hinter dem Zaun. Vorher wird der Rehwild Bestand soweit abgesenkt, dass es keine Zäune braucht. So wird es auch bei den Schaafen kommen, die Schäfer wissen nur noch nicht mit wem sie es aktuell zu tun haben.


Übrigens ist genau hier der größte Widerspruch beim Standpunkt des ÖJV :


Auf der einen Seite Prozessschutz, Verjüngung ohne Zaun, Waldentwicklung ohne Rehwild, Bestandsregulierung hauptsächlich über Großpradatoren usw...
Aber dass das verbeißende und schälende Schalenwild einer der größten Prozesschützer ist, wird ausgeblendet.
So wie Waldbrände, Stürme und Käferkalamitäten den Wald extrem verändern können, so kann auch das Rehwild das Waldökosystem verändern, durch "natürliche Durchforstung" durch Einfluss auf Baumartenzusammensetzung, durch Einfluss auf Wuchsleistung, letztendlich ist es ebenso Lebensraumgestalter wie ein Waldbrand, wenn wauch weniger gravierend. "Zu hohe" Bestände gibt es im Prozessschutz nicht, nur biologische Standortfaktoren.

Es ist wirklich spannend, auf der einen Seite versucht der ÖJV sich als Interessenvertreter der Waldbesitzer zu etablieren, gleichzeitig wird er aber beim Thema Wolf, Muffel und Co. als Prozessschützer entlarvt.
Unter den Waldbesitzern dürften aber recht wenige Prozessschützer sein

Oder gehts dem ÖJV weder um den Waldbesitzer, noch um Ökologie / Naturschutz und man versucht seit jeher an einer Legitimation für ein verborgenes Motiv zu basteln ?
Weder pure Rationalität noch Emotionalität retten die Jagd, sondern nur radikale Ehrlichkeit !

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22
 
@ JagdDozent2015 #
servus

JagdDozent2015 schrieb:

Aus einer Antwort in einem anderen Faden, würde ich gern eine neue Diskussion aufmachen.
Bin gespannt, es sind bekanntlich einige ökologische "Experten" hier an Board.


Auf Kosten einer Art ist falsch, auf Kosten hunderter Arten sagen Artenschützer.

Nur 1 Beispiel : ALLE Arten, die an durch kleine Paarhufer freigehaltene Offenlandflächen gebunden sind, werden dort verschwinden, sobald die Halter dieser Sukzessionsstadiumerhalter die Segel streichen.

.....


ich könnte Dir jetzt an Hand eines einzigen Beispieles, zugegebenermaßen Kleinflächenbeispieles, sofort Applaus zollen.

Nur komme ich momentan nicht dort hin, um heutige Ist-Zustandfotos dieser Fläche zu machen.
Eventuell hole ich das jetzt demnächst aber einmal nach...

Du gehst sehr tief ins Eingemachte... ich muss da eigentlich nur zustimmen.
Wenn bei uns das Schwenden der Almflächen beendet wird, wächst der Wald. So sicher, wie das Amen in der Kirche.
Das will natürlich niemand..... aber das Erhalten will auch niemand so recht bezahlen.

Im Grunde genommen verhält es sich mit der Artenvielfalt auf solch künstlich freigehaltenen Flächen wie bei der Frage nach der Henne oder dem Ei.

Eine einzig sinnvolle Frage stellt sich nach dem Wert dieser künstich erhaltenen Arten aber dennoch.. will man sie behalten, oder will man sie vernichten ?

Ich hätte sie gerne erhalten erhalten

Ob der Wolf einerseits ungeahnte Probleme schaffen oder andrerseits Probleme lösen wird?
Wir werden sehen.

(wobei wirklich ungeahnt sind durch den Wolf bereits verursachte Probleme niemals gewesen... sie wurden zuvor nur weggestreichelt)






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@ gipflzipfla #
gipflzipfla schrieb:

servus

ich könnte Dir jetzt an Hand eines einzigen Beispieles, zugegebenermaßen Kleinflächenbeispieles, sofort Applaus zollen.

Nur komme ich momentan nicht dort hin, um heutige Ist-Zustandfotos dieser Fläche zu machen.
Eventuell hole ich das jetzt demnächst aber einmal nach...

Du gehst sehr tief ins Eingemachte... ich muss da eigentlich nur zustimmen.
Wenn bei uns das Schwenden der Almflächen beendet wird, wächst der Wald. So sicher, wie das Amen in der Kirche.
Das will natürlich niemand..... aber das Erhalten will auch niemand so recht bezahlen.

Im Grunde genommen verhält es sich mit der Artenvielfalt auf solch künstlich freigehaltenen Flächen wie bei der Frage nach der Henne oder dem Ei.

Eine einzig sinnvolle Frage stellt sich nach dem Wert dieser künstich erhaltenen Arten aber dennoch.. will man sie behalten, oder will man sie vernichten ?

Ich hätte sie gerne erhalten erhalten

Ob der Wolf einerseits ungeahnte Probleme schaffen oder andrerseits Probleme lösen wird?
Wir werden sehen.

(wobei wirklich ungeahnt sind durch den Wolf bereits verursachte Probleme niemals gewesen... sie wurden zuvor nur weggestreichelt)


Welche "Probleme" hatte wir denn, die der Wolf jetzt lösen soll ?

0
 
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........für den Wolf in Deutschland gilt aktuell immer noch:

"Gebiete die er besiedelt stehen ihm zu"

damit ist Vieles gesagt und auch was auf uns zukommt ist klar...........
„ Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst du, oh Mensch, sei Sünde, mein Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.“

Franz von Assisi
1
 
Beitrag vom Autor bearbeitet am 12.11.18 um 14:52 Uhr.
@ Ebersdoerfer #
servus

Ebersdoerfer schrieb:

Welche "Probleme" hatte wir denn, die der Wolf jetzt lösen soll ?

meine diesbezügliche Aussage habe ich bewusst als Frage eingestellt... und auch "dass wir ja sehen werden"..

Es muss ja für die Wolfsbefürworter eine Begründung für die Befürwortung geben.
Ich meine, die bisherigen Probleme mit bzw. vom Wolf vervorgerufen, muss man ja irgendwie mit irgendtewas abwägen ?

Artenschutz des Wolfes alleine, in Deutschland... einer seit Menschengedenken geschaffenen Kulturlandschaft ??
Man hat dem Wolf ja seinerzeit nicht sinnlos den Weg zur Türe gezeigt...

Natürlich kann man seitens der Forstwirtschaft die derzeit immer noch recht hohen Schalenwildbestände als Problem sehen, wenn man Wert darauf legt.

edit Rschrbg.


0
 
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Hallo zusammen,
das muss man mal komplett zu Ende denken, Kulturlandschaft ade, nur noch Wald in Deutschland?
Was machen wir dann mit den Nutztieren? Keine Weiden mehr mit Rindern!

Wo bleiben dann der Mensch oder schafft er sich gleich selber ab?
Der ach so hochgehaltene Artenschutz ist bei dieser Denkweise Geschichte!

Das Vernünftigste wäre doch, das die Leute mit solchen Gedankengängen hausieren gehen, mal bei bei sich selber anfangen. Bleibt in eurer Hütte und rührt euch nicht mehr! Wozu gehen die dann noch auf Jagd? Ihr nehmt den Wölfen nur das Futter weg!

Oder geht es nur darum auf eine neue Art anderen Knüppel zwischen die Beine zu werfen?

weihei
Der Ohmeyer,
der es mal wieder nicht lassen konnte.
1
 
Beitrag vom Autor bearbeitet am 13.11.18 um 20:51 Uhr.
@ sau_hund #
sau_hund schrieb:

........für den Wolf in Deutschland gilt aktuell immer noch:

"Gebiete die er besiedelt stehen ihm zu"

damit ist Vieles gesagt und auch was auf uns zukommt ist klar...........


Und warum soll Gleiches nicht für den ebenfalls streng geschützten Wisent gelten???
Ist doch ein natürlicher Prozess wenn der den Wald frisst und Lichtungen schafft?
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Du weißt aber schon, WER gegen den Wisent klagt und ihn weg haben will?
Der Justitiar des LJV NRW.
"Was man in Foren liest, stammt leider zu oft von Leuten, die besser Fragen stellen sollten, als Antworten zu geben" (Stoeberjaeger)
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 14.11.18 um 00:30 Uhr.
@ Carcano #
ja leider, wobei der Wisent in unserer heutigen Kulturlandschaft nicht unproblematisch ist, wie eben der Wolf auch. Ich sehe nur keinerlei Grund beide Spezies so unterschiedlich zu behandeln, beide sind streng geschützt und beide verursachen massive Schäden ...
3
 
@ JagdDozent2015 #
Schade, du bringst zwar gute Argumente zum Thema Wolf. Aber leider ziehst du das ganze auf eine ideologische Ebene und begibst dich damit auf das selbe Niveau wie der von dir viel geschmähte ÖJV. Wobei der es immer noch besser versteht seine Argumente sachlich zu vermitteln. Es gibt viele sehr gute Argumente gegen den Wolf, diese für das Bashing einer unbedeutenden Randgruppe zu verschwenden ist eine Schande.
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