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Optimierte Jagd auf Schwarzwild

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@ SitaPhiman #
[quote]SitaPhiman schrieb:

Wozu sollte das gut sein, die effektivste Jagdmethode zur Reduktion von Sauen mit unsinnigem Jagddruck zu torpedieren?

Steile These;
Rhetorik vom feinsten (unbestreitbaren Beleg raushauen)!
Ich hoffe du kannst das mit nachvollziehbaren Zahlen untermauern, ansonsten hake ich das als heiße Luft ab!
Die einzigen realen Nachweise einer effektiven Jagdmethode und damit einer Reduktion auf einer definierten Fläche hat meines Wissens Dr. Hinrich Zoller in Rostock geliefert; oder kannst du da vielleicht bitte mein Wissen erweitern?

Auch wenn es viel Wild gibt, kann man ein einzelnes Tier nur einmal totschießen. Je nach Wildart klappt das besser bei der Einzel- oder Bewegungsjagd. Bei Sauen ist ohne Zweifel die Bewegungsjagd der Schlüssel zum Erfolg und das klappt erfahrungsgemäß um so besser, je standorttreuer die Rotten in ihren bekannten Dickungen sind.

Siehe oben!!
Das Argument der Standorttreue der Rotten und dem Binden der Rotte an ihre Einstände kenne ich bereits von einem Berufskollegen von dir, dem Mann mit dem Futtereimer aus dem Kottenforst!

Irgendwie sicherlich eine für dich nicht so positive Assoziation meinerseits auf deine Aussagen und Strategien!
Ansonsten empfehle ich dir doch durchaus noch mal die Veröffentlichungen von Dr. Keuling zur Raum- und Habitatnutzung des Schwarzwildes, kennst du ja sicherlich auch alle.



Rehwild ist dagegen die "Parade-Wildart" für Intervalljagd, weil man in den beiden Top-Monaten Mai und September sehr erfolgreich Rehe erlegen kann. Bei Rotwild ist das schon schwieriger, weil sie nach wenigen Jagdtagen im August sehr schnell "unsichtbar" werden (Zoo ähnliche Verhältnisse mal ausgenommen).


Das Totschlagargument Rotwild versus Nachtjagd kann ich bald nicht mehr hören;
auf welcher prozentualen jagdlichen Fläche unserer Republik haben wir denn ein "legitimes" Rotwildvorkommen, meines Wissens nach 23% der Fläche!
(http://rothirsch.org/wp-content/uploads/2014/03/AFZ2010_05_Rotwildverbreitung.pdf?
Baden Würtemberg geht da doch mit dem hervorragendem Beispiel von 4% der Landesfläche voran:
(http://www.wildwege.de/download/rwtafel3.pdf)
Man sieht, dein Argument der Konfliktes von Rotwild und Nachtjagd, den ich nicht bestreite, ist doch eher als marginal zu bezeichnen!
Also greift deine Argumentation in den allermeisten Regionen unserer Republik null komma null!
Und bitte jetzt nicht mit den bösen Rehlein kommen; wenn, dann hätte ich gerne belastbare Daten von dir zur erhöhten Verbiss von Rehlein aufgrund einer (sinnvoll) durchgeführten Nachtjagd an ausgewählten Flächen im Wald!
Hinzu kommt, das spätestens wenn die Jagd aufgrund von seuchenhygienischen Vorgaben per Zwangsmaßnahmen durchgeführt werden muss, mit dem Sonderstatus der Heilgen Kuh des deutschen Waidwerks, dem Rotwild, schnell vorbei sein wird!
Einen Tod müssen wir nun mal sterben; du, ich, die Sauen und das häufig missbrauchte Rotwild:
Dann doch bitte den mit den geringsten "Kollateralschäden".
Gerne stelle ich hier für dich nochmal Modellberechnungen des potentiellen finanziellen Schadens (=Kollateralschäden)eines ASP-Ausbruchs für die die Veredelungswirtschaft in Deutschland ein, habe ich aber hier auch bereits in Diskussionen mit dir verlinkt!



Einzeljagd auf Sauen im Wald ist wenig sinnvoll und eher unbedeutender Beifang während der Jagd auf Wiederkäuer. Gezielte Bejagung der Sauen würde jagdliche Aktivitäten im Wald in die sensible Nachtzeit verlagern und mit seinem gewöhnlich schlechten Verhältnis von Ansitzen pro erlegtem Stück hohen Jagddruck erzeugen, der alles Wild heimlich und die Jagd noch weniger effektiv macht. Verbiss- und Schälschäden treibt das zudem in die Höhe.


Siehe oben; belastbare Zahlen bitte!
wie du bereits oben erwähntest " kann man ein einzelnes Tier nur einmal totschießen",
bleibt noch zu ergänzen: je früher man die überhöhten Sauenbestände verringert, umso besser!
Kennst du doch vom Rehwild auch nicht anders; was im September erlegt wird, kann im folgendem Herbst und Winter auch nichts mehr verbeißen.
Die toten Sauen bleiben dann natürlich nicht mehr bis zum November "standorttreu" im Revier und auch nicht in deiner "bekannten Dickung"; Vollschonung z. B. deinerseits bis zur zur angeblich so erfolgreichen und "gut organisierten Bewegungsjagd" "mit top Stöberhunden und noch besseren Schützen in möglichst hoher Anzahl" hin oder her bringt nur ein geschöntes Ergebnis!
Reduktion muss man wollen, wie gesagt mit allen Mitteln im gesetzlichem Rahmen!
Merkst du was?
Bewegungsjagden (mein Lieblingsbegriff für diese auch von mir geliebte Jagdart ist ADHS-Jagd ) sind nur ein Instrument unter vielen und keinesfalls der Königsweg, deine Schwarz-Weiß Malerei greift argumentativ für mich absolut nicht.

Gruß

Oecher






Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.

Alexander Freiherr von Humboldt

(1769 - 1859), deutscher Naturforscher, Begründer der physischen Geographie
4
 
@ SitaPhiman #
SitaPhiman schrieb:

Seit es Computer gibt, lassen sich Datenmengen und Auswertungen prima sammeln. Deshalb verfügen Landesforstbetriebe mittlerweile über sehr interessante Ergebnisse, in welchen Monaten bei welcher Wildart am effektivsten Strecke gemacht wird. Da ragen bei Rehwild die Erlegungs-Säulen im Mai und September einsam in die Höhe. Blattzeit bringt dagegen sehr wenig, ist eher zum Spaß, wer es mag.


Das liegt aber auch daran, dass das Verständnis der Jagd beim Forst einerseits ein Anderes ist und andererseits zwar jeder Förster Jagdscheininhaber aber nicht unbedingt passionierter Jäger ist. Wenn also Intervalle anders angesetzt werden, mag das stimmen, weil dann natürlich das Jagdintervall in einem Forstbetrieb nicht mit der Blattzeit zusammenfällt, sondern eben auf den September.

Der "blattende" Förster wird wohl eher die Ausnahme sein. Nach der Blattzeit verschwinden die Böcke von der Bühne erstmal eine Zeit lang, d. h. was im Mai an Böcken nicht entnommen werden konnte, bietet sich in der Brunft an. Beim Forst aber Wurscht, weil - sofern eine oder zwei DJ´en jährlich fester Bestandteil des Wildtiermanagments sind - der Rest drückjagdtechnisch erledigt wird.


Oktober bis Mitte November ist eine schlechte (Einzel-)Jagdzeit auf Rehe, weil das Laub fällt, das Wetter oft schlecht ist, die Tageslänge abnimmt und erste Baum-Mast in den Einständen verfügbar ist. Dazu zieht das Wild kaum, um im Haarwechsel Energiereserven für den Winter aufzubauen. Ab Mitte November wird es langsam besser ....


Zur wildbiologischen Aussage stimme ich Dir natürlich grundsätzlich zu, wenngleich das aber nicht besagt, dass sich das Wild nicht mehr bewegt.

Das Wetter mag beim Förster eine Rolle spielen, soweit ihm die jagdliche Leidenschaft fehlt. Da ist es dann hinter dem Ofen natürlich angenehmer, anstatt in der Freizeit immer nur "im Gelände herum zu hocken", wie das so eine schlimme Försterliesl hier mal beschrieb. Ansonsten muss man sehr stark differenzieren. Wenn´s kälter ist, nur leicht regnet, ist´s dem Rehwild Wurscht. Gibt´s ständig Nebel oder schifft es dauernd in Strömen, kannst natürlich auch die Jagd vergessen. Kann aber auch infolge der klimatischen Veränderungen in jeder anderen Jahreszeit passieren, dass man jagdlich die A-Karte zieht.

Nimmt die Tageslänge ab, geht man früher raus und kommt früher wieder nach Hause, um dann weiter zu arbeiten. Alles eine Frage der Einstellung. Jagdlich aber kein Hinderungsgrund. Und wenn die Kirrungen erst mal angenommen sind, kann es im Oktober / November teilweise auch doppelt oder sogar dreifach krachen, sodass bis Mitte Dezember der Abschußplan erfüllt sein kann (Ausnahmen bestätigen natürlich immer die Regel!).


...und im Januar wäre die Einzeljagd wieder ausgesprochen erfolgreich, wenn nicht wildbiologische Gründe dagegen stehen würden, hier ALLEM Wild Ruhe in der Phase seiner Stoffwechselabsenkung zu gönnen.




Es hat sich bei der Einzeljagd auf Rehwild bewährt, nach einem Jagdintervall im September eineinhalb bis zwei Monate Jagdruhe zu lassen, was auch der Optimierung anschließender Bewegungsjagden dient.


Hier widerspreche ich im Grundsatz wieder kräftig, weil das Forst- oder Ökoideologie ist. Zunächst einmal muss ich die Frage stellen, ob es die DJ auf Rehwild überhaupt braucht, bzw. warum diese notwendig geworden ist. Da gibt es sicher handfeste Gründe, die mit den Revierverhältnissen zusammen hängen können, aber häufig liegts auch an den Förstern und Försterlieseln sowie an der Pirschbezirklerei. Aber das sollten wir nicht diskutieren, sonst geht der Faden über 150 Seiten.

Ein halbes Kilogramm Gewichtszunahme der Kitze von September bis Weihnachten sollte wohl kein entscheidendes Kriterium gegen Jagd im September sein.


Das steht vielleicht in irgendweilchen Büchern (theoretische Gewichtszunahme) oder das hast Du aus irgendeiner forstbetrieblichen Statisitk abgeleitet, aber durchschnittlich nur 500 g Gewichtszunahme in fast vier Monaten würde Dir bei uns niemand bestätigen. In meinen wilden Zeiten hab ich auch schon im September Kitzdoubletten geschossen, weil einfach zu erlegen. Die hatten aufgebrochen so ca. 8-9 kg. Im November / Dezember nix unter 10 kg, sogar bis 12 kg aufgebrochen in der Decke wiegen die bei uns vereinzelt zu dieser Zeit schon.

Zuguterletzt bin ich aber auch noch aus einem ganz pragmatischen Grund gegen die Jagd im September.
Da ist überall Maisernte. Unruhe und Aufregung beim Wild. Ständig irgendwo Lärm beim Ansitz. Das war früher auch anders, als die Forstpartie mit ihren Computern die Statistiken begonnen hat. Nie gab es so viel Mais, wie heute.

Wenn der ganze Krach vorbei und vieleicht noch ein bisserl was draußen liegen geblieben ist, dann wird´s gut. Wild wechselt immer über die Felder. Der Hauptabschuß ist erledigt. Bei dem ein oder anderen Revier schlägt das Fallwild auch noch auf die Liste. Ich wüsste daher nicht, weshalb man im Okt./Nov./ Dez. net ganz gschmeidig seinen Plan auffüllen könnt, wenn das Jagdjahr halbwegs normal gelaufen ist. Wenn nicht, kann man noch drücken, mit eingeschränkter Freigabe, kürzerläufig und lautjagend...

Ergänzen möcht ich noch, dass meine Meinung nur für´s Rehwild gilt. Da wir kein Rotwild haben, kenn ich mich damit nicht aus. Meine Interessen gelten dem Rehwild und - soweit möglich - dem Schwarzwild.
Ich kann, weil ich WILL was ich muss.
(Immanuel Kant)

... oder auch:
[www.youtube.com]
1
 
@ Oecher #
Zwei Fragen:

1. Was verstehst Du unter einer sinnvoll durchgeführten Nachtjagd an ausgewählten Plätzen im Wald?
2. Zur Verdelungswirtschaft: Wenn das Angebot knapper wird, steigen die Preise und dann gäbe es ja auch noch die Möglichkeit des Importes von überall her. Die Logistikkosten je 100 g veredelten Wildbretes dürften da wohl marginaler Natur sein. Insofern Schaden sicher, aber eher überschaubar oder?

Ich kann, weil ich WILL was ich muss.
(Immanuel Kant)

... oder auch:
[www.youtube.com]
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@ Oecher #
Oecher schrieb:
.....Vollschonung z. B. deinerseits bis zur zur angeblich so erfolgreichen und "gut organisierten Bewegungsjagd" "mit top Stöberhunden und noch besseren Schützen in möglichst hoher Anzahl" hin oder her bringt nur ein geschöntes Ergebnis!.....[/b]


Von Vollschonung habe ich nichts geschrieben, nur von Verzicht auf Nachtjagd im Wald. In den Wiederkäuer-Intervallen mag man Sauen auch schießen, aber eben nicht gezielt zur Nachtzeit den Wald verstänkern, um Sauen auch dort noch schlau und vorsichtig zu machen und dabei unsinnigen zusätzlichen Jagddruck aufzubauen, der dann auch die Jagd auf Wiederkäuer noch erschwert. Zudem klappt Bejagung der Sauen im Wald kaum ohne Kirrungen und das ist zusätzliches Futter im Wald, was grundsätzlich kontraproduktiv für das Bemühen um angepasste Wildbestände ist. Darin unterscheide ich mich wesentlich von dem zitierten Forstmann im Kottenforst oder anderen Kirrungsbeschickern, die mit dem Futtereimer im Wald unterwegs sind.

Oecher schrieb:
......Reduktion muss man wollen, ......
Merkst du was?....
[/b]


Das schreibe ich seit Jahren und brauch Deinen Hinweis nicht, um "was zu merken".

Deshalb halte ich auch alle Parolen und Aufrufe zu mehr "Bemühungen" um Schwarzwildreduktion für sinnlos, so lange gar kein verbreitetes Interesse an massiv ausgedünnten SW-Beständen vorhanden ist. Ein gefordertes Jagdkonzept, das von den Revierinhabern zu großen Teilen nicht angenommen und nicht gelebt wird, ist sinnlos.

Schwarzwild ist ganz offensichtlich das Lieblingswild europäischer Jäger. Schau mal, was die Polen, Tschechen, Kroaten, Franzosen, Spanier und insbesondere die Ungarn für Aufwand treiben, um mehr Sauen für Jagdreisende anzubieten! Schau Dir mal Jagdgelegenheits-Gesuche in Jagdzeitschriften oder Online-Portalen an, welche Wildart dort mit Abstand am meisten nachgefragt wird.

Oder schau aktuell nach Südschweden oder England, wo die Jäger gerade Sauenbestände in ehemals freien Gebieten aufbauen, weil es "leider" nicht gelungen ist, "entlaufene" Gatter-Schweine zu erlegen!

Nein, die Misere in den paar Wutzen erkennen zu wollen, die durch Nachtjagdverzicht im Wald weniger erlegt werden, ist albern. Wer z. B. auf 1000 ha Wald mit viel Jagddruck 15 Sauen des Nachts an Kirrungen erlegen könnte und dann nur 8 Schweinchen auf einer desorganisierten Bewegungsjagd beisteuert, hat im Ergebnis weniger geleistet, als vergleichsweise 3 Zufalls-Erlegungen von Sauen bei der Einzeljagd im Wiederkäuer-Intervall und 30-40 bei einer gut organisierten Bewegungsjagd! Merkst Du was?

Hier sehe ich den Haupt-Zuwachs für zukünftig bessere SW-Bestandsregulierung darin, mehr Wald-Reviere zu einem professionelleren Standard bei der Organisation von Bewegungsjagden zu schulen, um diese 30-40 erlegten Sauen bei einer Drückjagd je 1000 ha Wald zum typischen Ergebnis zu machen, nicht zum seltenen Highlight! Dazu gehört natürlich auch eine verbreitete Akzeptanz der Revierinhaber, sich an übergreifenden Bewegungsjagden zu beteiligen, um den Rotten weniger Ausweichmöglichkeiten offen zu lassen.
1
 
@ Woidbudda #
Woidbudda schrieb:
.... Die hatten aufgebrochen so ca. 8-9 kg. Im November / Dezember nix unter 10 kg, sogar bis 12 kg aufgebrochen in der Decke....


Ein Teil Deiner festgestellten Gewichtszunahme steckt leider auch in der schwereren Winterdecke.

Wenn das primäre Ziel der Jagd eine Bestandsregulierung unter besten wildbiologischen Gesichtspunkten ist, spielt auch durchschnittlich gut ein Kilogramm mehr Wildpret pro Kitz bis Dezember nicht so die dominierende Rolle.

Woidbudda schrieb:
Zuguterletzt bin ich aber auch noch aus einem ganz pragmatischen Grund gegen die Jagd im September.
Da ist überall Maisernte. Unruhe und Aufregung beim Wild.....


Kein Problem im Wald, eher im Gegenteil.
Die Erzeugung von Jagddruck auf Flächen, die sensibel für Wildschäden sind, ist ein wichtiges Charakteristikum für Wildtiermanagement, während Jagdruhe eher dort sinnvoll ist, wo Wild sich weitgehend ohne Gefahr von Wildschäden aufhalten darf und sollte. Deshalb macht im Feld durchaus hoher Jagddruck auf Schwarzwild Sinn, während Rehe dort weitgehend unproblematisch sind und besser z. B. im Wald auf Kulturflächen oder Verjüngungsbständen geschossen werden.

Woidbudda schrieb:
...Und wenn die Kirrungen erst mal angenommen sind, kann es im Oktober / November teilweise auch doppelt oder sogar dreifach krachen....


Kirrungen auf Wiederkäuer sind aus gutem Grund nicht in allen Bundesländern erlaubt.

Woidbudda schrieb:
....Das Wetter mag beim Förster eine Rolle spielen, soweit ihm die jagdliche Leidenschaft fehlt. Da ist es dann hinter dem Ofen natürlich angenehmer, anstatt in der Freizeit immer nur "im Gelände herum zu hocken"....


Es geht nicht um Bequemlichkeit, sondern um Sichtbarkeit des Wilds, die in bekannten Jahreszeiten einfach deutlich schlechter ist und man dann die Jagd besser ruhen lässt, statt unsinnigen Jagddruck mit wenig Beute zu verbreiten.
Zum Thema Fleiß bei der Jagd: im Mai-Intervall jage ich bis auf wenige Tage mit anderen Verpflichtungen JEDEN Morgen und Abend. Das bedeutet einen Monat mit durchschnittlich 4 Stunden Schlaf/Tag durchzustehen.

Woidbudda schrieb:
....Zunächst einmal muss ich die Frage stellen, ob es die DJ auf Rehwild überhaupt braucht, bzw. warum diese notwendig geworden ist....


Eine Bewegungsjagd dient der Abschusserfüllung, sonst ist sie schwer zu begründen. Wenn man die gewaltigen Anforderungen einer guten Organisation stemmt, sollte am Jagdtag auch ALLES Schalenwild bei guter Schusschance erlegt werden. Die Bewegungsjagd dient also nicht allein der "nötigen" Abschusserfüllung des Rehwilds. Sie ist im Rotwildrevier eher auf Schwarz- und Rotwild ausgerichtet und nimmt gern auch alles sauber erlegte Rehwild mit.

Woidbudda schrieb:
....Ergänzen möcht ich noch, dass meine Meinung nur für´s Rehwild gilt. Da wir kein Rotwild haben, kenn ich mich damit nicht aus...


Jagdkonzepte sollten nicht nur eine Wildart im Fokus haben, weil sich Jagd immer auf der Fläche abspielt und während ihrer Ausübung Auswirkungen auf alle Lebewesen dieser Fläche hat. Deshalb macht es Sinn, im Rotwildgebiet auch Rotwild zur LEITWILDART zu erklären, weil Rotwild schlau und sensibel ist und mit Abstand das höchste Wildschadens-Potential hat!
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 13.08.17 um 09:30 Uhr.
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@sitaphiman schreibt (u.a.):
Von Vollschonung habe ich nichts geschrieben, nur von Verzicht auf Nachtjagd im Wald.
Von Verzicht auf die Nachtjagd zu reden, ohne auch nur den geringsten Anhalt dafür zu haben, wie hoch der Anteil an der Gesamtstrecke ist, kann kaum als zielführend gesehen werden

In den Wiederkäuer-Intervallen mag man Sauen auch schießen, aber eben nicht gezielt zur Nachtzeit den Wald verstänkern,
Unsere Wälder sind alle "verstänkert" und werden es durch alle möglichen "Nanus" zu jeder Tages- und Nachtzeit, Jahreszeit und Wetterlagen.
Es ist sicher davon auszugehen, dass ein Jäger stundenlang an einem Wechsel, Kirrung oder Suhle hockt, weniger Unruhe erzeugt, als ein Nanu, der allein, in der Gruppe oder mit Hund 100ha durchmacht.

Die Erzeugung von Jagddruck auf Flächen, die sensibel für Wildschäden sind, ist ein wichtiges Charakteristikum für Wildtiermanagement, während Jagdruhe eher dort sinnvoll ist, wo Wild sich weitgehend ohne Gefahr von Wildschäden aufhalten darf und sollte. Deshalb macht im Feld durchaus hoher Jagddruck auf Schwarzwild Sinn,
Sauen sind nun mal Tiere, die dorthin laufen, wo es was zu fressen gibt. Dass SW trotz des Jagddrucks im Feld erlegt werden kann, liegt darin, dass es zu der "Schadenszeit" dort was zu fressen gibt. Warum sollten sie daher im Wald sein? Würde sie der Jagddruck beeinträchtigen, würden sie ja in den Wald ausweichen, was sie erst machen, wenn es draußen nix mehr gibt. Klar, dass dann DJ im Wald was bringen.

Um Sauen auch dort noch schlau und vorsichtig zu machen und dabei unsinnigen zusätzlichen Jagddruck aufzubauen, der dann auch die Jagd auf Wiederkäuer noch erschwert.
Wer weiß denn überhaupt wie eine Sau tickt? Wenn man hier liest, wie im Mondlicht in Raps, Weizen, Wiesen und sonst wo von firmen professionellen Jäger Sauen erlegt werden, dann entsteht auch Jagddruck auf die "Überlebenden" des SW wie auch auf alle anderen Wildarten, die (wir wissen) nicht bejagt werden. Ohne "Jagddruck" wird nix erlegt und schlaue Reden helfen nicht weiter.
In den Gegenden wo auch Rotwild nachts bejagt werden kann, wird doch beschossen was kommt, vor allem in den Randgebieten.
Der größte Witz ist der, in den Rehjagd-Intervallen Sauen zu bejagen, als wenn Rehe nicht notieren würden, wenn es knallt. Wo stehen denn die Rehe, wenn die Flur leer ist? Nicht auf dem Hauptmarkt in Gütersloh, sondern im Wald.


Zudem klappt Bejagung der Sauen im Wald kaum ohne Kirrungen und das ist zusätzliches Futter im Wald, was grundsätzlich kontraproduktiv für das Bemühen um angepasste Wildbestände ist.
Welche Wilddichte ist denn bei SW "angepasst"? oder wird eine andere Wildart gemeint?
Im Wald lässt sich Rehwild noch immer am besten tagsüber bejagen, wobei Salz und Kirrungen im Spätherbst und Winter eine bewährte Jagdart ist. Aber hat der Werktätige oder Selbstständige das Geld zu machen, das er für die Jagd ausgibt.


Darin unterscheide ich mich wesentlich von dem zitierten Forstmann im Kottenforst oder anderen Kirrungsbeschickern, die mit dem Futtereimer im Wald unterwegs sind.
Es mag sein, dass du diesen "Kottenförster" kennst und dich von ihm unterscheidest, aber ich kenne keinen Förster der mit dem Futtereimer unterwegs ist.

Wer als Außenstehender von der Waldjagd auf Rehwild spricht, hat keine Ahnung davon. Die Wälder werden immer schwieriger zu bejagen, ob auf der Einzel-, wie auch auf der DJ. Auf Sauen ist es nicht viel anders.
Wie hoch der Anteil der auf DJ erlegtem SW an der Gesamtstrecke ist, ist allenfalls im Staats oder Landesforst üblich. Genauso wäre es bei der Einzeljagd hinsichtlich Tag- und Nachtjagd. Wer die Möglichkeiten "überliest, dass in der Schweiz über 30% der Strecke mit "Aufhellung" zustande kam, kann das ja als "FakeNews" abtun.
Wenn das über Jahre geht, kann das nur daran liegen, dass deren SW unsensibler ist als unseres


Man darf davon ausgehen, dass selbst bestens organisierte DJ nicht unbedingt die Garantie für hohe SW-Strecken sind. Es ist ungleich schwieriger im Verhau des Waldes eine flüchtige Sau zu erlegen, als wenn diese bei der Erntejagd über freies Feld läuft.
Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem
Neid zerfrisst die Seele wie Rost das Eisen.
Mit durchreißen des Abzugs wird die Kugel nicht schneller
Jede Schussweite beginnt an der Laufmündung.
Forumsformel Nr.1: 1 Bild = 1000 Worte
4
 
@ SitaPhiman #
Sorry, aber da muss ich jetzt mal wieder grinsen!
Wieder nur deine üblichen Standardantworten; kenne ich jetzt schon fast so gut , das ich sie fast bis auf wenige Beischmückungen voraussagen könnte!
Und genau deswegen habe dich auch höflichst um Zahlen gebeten und nicht um Ablenkungs-und Ausweichmanöver!
Es sind leider wie so oft bei konkreten Nachfragen viele Antworten offen stehen gelassen; eigentlich alle!
Muss ich die Fragen hier noch einmal expressiv verbis stellen oder wie erhalte ich die höflich geforderten Antworten,(spich Zahlen zur Untermauerung deiner "steilen Thesen"), von dir?
Und nun die für uns beide ja anscheinend obligatorische Frage:
Merkst du was?

Wie gesagt, kommt da noch etwas konkretes?
Ansonsten hake ich deinen Beitrag wie bereits angedeutet als heiße Luft ab!

p.s. :
die Kottenforstkollegen- Assoziation hatte ich natürlich auch schon vorher und natürlich (ich kenne dich doch mittlerweile virtuell schon fast so gut wie meine Ehefrau )auch ohne den berühmten Futtereimer;
deine Reaktion hatte ich mir im Geiste bereits selbst vorher exakt so ausgemalt.

Gruß

Oecher

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.

Alexander Freiherr von Humboldt

(1769 - 1859), deutscher Naturforscher, Begründer der physischen Geographie
3
 
@ SitaPhiman #
[quote]SitaPhiman schrieb:
...

Nein, die Misere in den paar Wutzen erkennen zu wollen, die durch Nachtjagdverzicht im Wald weniger erlegt werden, ist albern. Wer z. B. auf 1000 ha Wald mit viel Jagddruck 15 Sauen des Nachts an Kirrungen erlegen könnte und dann nur 8 Schweinchen auf einer desorganisierten Bewegungsjagd beisteuert, hat im Ergebnis weniger geleistet, als vergleichsweise 3 Zufalls-Erlegungen von Sauen bei der Einzeljagd im Wiederkäuer-Intervall und 30-40 bei einer gut organisierten Bewegungsjagd! Merkst Du was?

....

Nur kurz, Frühstück ruft!
Deine wiedermal eindimensionale Zahlenkombinationen rechen ich mal realistischer im Sinne von Wildbiologie neu durch:
15 Sauen mit Nachtjagd erlegt, ob nun an künstlichen Kirrungen oder an natürlichen( sprich fruktifizierende Eichen- (v.A. Roteichen) und Buchenalthölzer, die vergisst unser Förster ja aus taktischen Gründen immer gerne)
Ein Großteil dieser Strecke wird wohl im Winter(nach den DJ-en) und im zeitigen Frühjahr erlegt werden, da zu diesen Zeitpunkt die Sauen diese Fraßmöglichkeiten am häufigsten wahrnehmen. Kirren im Wald im vorangeschrittenem Frühjahr und Sommer hat nun mal recht wenig Aussicht auf Erfolg:
Gehen wir nun mal aus von sagen wir mal 66% der Erlegung im Winter und zeitigem Früjahr; das wären bei deiner Zahlenspielerei exakt 10 Stück Schwarzwild.
Unter normalen Umständen geht die moderne Wildbiologie von Zuwachsraten von mind. 250% des Bestandes aus.
Das bedeutet, die 10 erlegten Tiere würden im folgendem Herbst zum Zeitpunkt deiner perfekt organisierten Profi-Dj (natürlich bei idealem Wetter) auf 25 Tiere angewachsen sein; die müsstest du dann alle zusätzlich erlegen.
10 Sauen erlegt plus 25 verhindert macht wildbiologisch betrachtet exakt 35 Stück; die Strecke die du dann hoffentlcih mit den perfekten Bewegungsjagden auch regelmäßig wie oben angekündigt erlegst.
Man sieht wo deine Rechnung dann wirklich eine Milchmädchen ist!

Gruß, Kaffee ruft

Oecher
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.

Alexander Freiherr von Humboldt

(1769 - 1859), deutscher Naturforscher, Begründer der physischen Geographie
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Das geht aber davon aus, dass die 10 erlegten Stücke alle weiblich und "reif" sind.
Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem
Neid zerfrisst die Seele wie Rost das Eisen.
Mit durchreißen des Abzugs wird die Kugel nicht schneller
Jede Schussweite beginnt an der Laufmündung.
Forumsformel Nr.1: 1 Bild = 1000 Worte
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@ SirHenry #
SirHenry schrieb:

Das geht aber davon aus, dass die 10 erlegten Stücke alle weiblich und "reif" sind.

Das ginge ,wenn dabei im Winter gezielt Bachen im Visier wären.
Am besten dann ,wenn das übrige Schalenwild bereits erlegt ist.
" Ich fürchte , die Menschheit gehört ausgestorben . Doch ich hoffe immernoch, dass ich mich irre!"
"Wir sind Teil der Nahrungskette ...
wir fressen und werden letzendlich gefressen!"
"Der Mensch hat den Verstand bekommen. Nur scheint er mit der Benutzung desselben komplett überfordert zu sein!"
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