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Probleme bei der Einarbeitung/ Naturfährten

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Probleme bei der Einarbeitung/ Naturfährten
Hallo zusammen,

da die letzten Nachsuchen mit meiner Bracke für meine Vorstellung relativ unzufrieden ausfielen, würde ich mir hier gerne ein paar Ideen und Vorschläge einholen.

Vorab ein paar Fakten:
Brackerich -nennen wir ihn einfach Geilo- mittlerweile zwei Jahre alt, ist mein ständiger Jagdbegleiter und konnte so bereits relativ viel Erfahrung sammeln. So durfte er letzte Drückjagdsaison ausgiebig alleine und mit mir jagen, ausserdem dürften sich mittlerweile ca. 20 Nachsuchen angesammelt haben. Da ich der Meinung war, ihn dahin zu bekommen, ihn nach dem stöbern direkt für Nachsuchen einsetzen zu können, haben wir dies Anfangs mit Erfolg auch praktiziert. Allerdings merkte ich, dass die Konzentration schlechter wurde.

Seit Ende der Drückjagdsaison konnten wir die Kunstfährten bis auf 1,5km und 30 Std. ausbauen, mit in der Regel zufriedenstellenden Ergebnissen. Zufriedenstellend für mich bedeutet, dass wir zwar nicht immer finden- zumindest nicht ohne mein Zutun- er aber Freude an der Kunstfährte hat und einfach "will".

Hier kommen wir aber zum Problem: bei den letzen (einfachen) Nachsuchen gab er sich kaum die Mühe, diese ernsthaft zu arbeiten, sondern folgte im Eilgang einfach den Fährten der Rotte, bis er (duch Zufall?) Wind vom erlegten Stück bekam und mich einfach mit hoher Nase zum Stück führte. Die Fährten waren von der Stehzeit sehr kurz; wenn allerdings klar ersichtlich ist, dass das Stück mit Lungen- oder Leberschuss in nahem Umkreis liegt, kann und will ich eine Nachsuche bei diesem Wetter nicht herauszögern.

Da ich mein Glück aber nicht weiter strapazieren möchte, will ich seinen Rüssel und Hirn wieder auf den Boden bringen, um auch schwerere Nachsuchen meistern zu können.

Deshalb die Frage- wie schaffe ich es, dass er sich auch bei kürzeren Stehzeiten konzentriert und nicht wie ein Idiot losrennt? Bei Kunstfährten klappt das halbwegs, aber sobald er weiß, dass es ernst wird läuft er mit ner Latte durch den Wald...

Für Tips wäre ich dankbar.

Waidmannsheil

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Du musst dich entscheiden Nachsuche oder Stöbern. Vermutlich ist es aber schon zu spät. Der Hund hat gelernt zu jagen und damit zu Erfolg zu kommen. Das befriedigt ihn viel mehr als die Nachsuche. Auf Deutsch womöglich ist er für die Nachsuche schon versaut. Ein Nachsuchenhund ist ein Spezialist kein Allrounder. Wenn ein Stück klar Lungenschuss hat dann ist das eine Totsuche und dafür genügt ein ganz normaler Jagdhund. Mit dem Schweisshund wartet man min. 3 h so die Regel damit die Nase unten bleibt.
Also ich würde dir empfehlen deinen Hund zum stöbern einzusetzen wo er ja auch Spaß dran hat und einfache Nachsuchen ( Totsuchen )zu machen aber ihn jetzt auf echte Nachsuchen zu trimmen würd ich bleiben lassen. Da tust du dir und deinem Hund keinen Gefallen.
Man muß die Schweissarbeit wirklich von allen anderen jagdlichen Aufgaben trennen wenn man da echten Erfolg haben will. Es gibt natürlich immer Ausnahmen aber die sind generell nicht die Regel.
Aber mit dem Stöbern bringst du ihn ja immer auf die frische Fährte und der folgt er statt die alte Schweissfährte zu arbeiten.
Der Wechsel einer groben Sau, die Logik einer schönen Frau,
der Inhalt einer guten Worscht, die bleiben gänzlich unerforscht.
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Ist denn Deine Fragestellung ernst gemeint?

Du glaubst doch wohl nicht an die Universalbegabung bei Jagdhunden!

Alles aus meiner sehr beschränkten Erfahrungen von rund 180 erfolgreichen Nachsuchen (NS) mit 3 Dackeln.
Kein Hund der beim Stöbern usw. bei DJ Top Leistungen bringt, bringt diese auch bei NS!

Zu verlockend sind frische Fährten - Verleitungen, bei NS werden diese sehr gerne gearbeitet und wenn dann das Verweisen von Schweiß oder Pirschzeichen nicht sicher eingearbeitet ist, latscht der Führer hinter seinem Hund auf irgeneiner Fährte hinterher, nur nicht auf der Wundfährte!

Um es kurz zu sagen, Du wirst niemals gute Leistungen auf frischen oder länger stehenden Wundfährten erreichen, wenn Dein Hund die Freiheit beim Stöbern und eigenständigen Jagen erlebt hat, der ist für alles zu gebrauchen aber nicht für anspruchsvolle NS beim Schalenwild, wünsche trotzdem Suchenheil!
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@ Sucher #
Sucher schrieb:

Du musst dich entscheiden Nachsuche oder Stöbern. Vermutlich ist es aber schon zu spät. Der Hund hat gelernt zu jagen und damit zu Erfolg zu kommen. Das befriedigt ihn viel mehr als die Nachsuche. Auf Deutsch womöglich ist er für die Nachsuche schon versaut. Ein Nachsuchenhund ist ein Spezialist kein Allrounder. Wenn ein Stück klar Lungenschuss hat dann ist das eine Totsuche und dafür genügt ein ganz normaler Jagdhund. Mit dem Schweisshund wartet man min. 3 h so die Regel damit die Nase unten bleibt.
Also ich würde dir empfehlen deinen Hund zum stöbern einzusetzen wo er ja auch Spaß dran hat und einfache Nachsuchen ( Totsuchen )zu machen aber ihn jetzt auf echte Nachsuchen zu trimmen würd ich bleiben lassen. Da tust du dir und deinem Hund keinen Gefallen.
Man muß die Schweissarbeit wirklich von allen anderen jagdlichen Aufgaben trennen wenn man da echten Erfolg haben will. Es gibt natürlich immer Ausnahmen aber die sind generell nicht die Regel.
Aber mit dem Stöbern bringst du ihn ja immer auf die frische Fährte und der folgt er statt die alte Schweissfährte zu arbeiten.


Deine und meine Stellungsnahme decken sich in vielerlei Hinsicht. dürften wir wohl fast zeitgleich getippt haben, also kein Abschreiben von Dir, wir sind auf einer Linie!
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Hallo zusammen und danke für die Antworten.

Ehrlich gesagt habe ich auch die Sorge, dass ich ihn für echte Nachsuchen versaut habe. Wobei ich immer noch die Hoffnung hab, dass sich das bis in den Herbst wieder halbwegs verbessert hat. Aber man wird sehen.

Da ich seine Stärke aber eher im Nachsuchenwesen sehe, werde ich weiterhin versuchen, ihn in diese Richtung zu trimmen und zu stärken.
Ausserdem werden sicher 95% aller Führer ihre Hunde nicht ausschließlich auf Nachsuchen führen können, da die Hunde sonst nicht annähernd ausgelastet sind. Somit wird diese Kompromissbereitschaft vermutlich bereits auch andere Hundeführer zum Verhängnis geworden sein.
Nur wie bekommt man den Bogen?
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@ Schweinchen83 #
Schweinchen83 schrieb:

Hallo zusammen und danke für die Antworten.

Ehrlich gesagt habe ich auch die Sorge, dass ich ihn für echte Nachsuchen versaut habe. Wobei ich immer noch die Hoffnung hab, dass sich das bis in den Herbst wieder halbwegs verbessert hat. Aber man wird sehen.

Da ich seine Stärke aber eher im Nachsuchenwesen sehe, werde ich weiterhin versuchen, ihn in diese Richtung zu trimmen und zu stärken.
Ausserdem werden sicher 95% aller Führer ihre Hunde nicht ausschließlich auf Nachsuchen führen können, da die Hunde sonst nicht annähernd ausgelastet sind. Somit wird diese Kompromissbereitschaft vermutlich bereits auch andere Hundeführer zum Verhängnis geworden sein.
Nur wie bekommt man den Bogen?


Den Bogen gibt es nicht. Entweder oder. Das heißt in der freien Zeit wird der Hund mit Kunstfährten oder kalten Naturfährten bespaßt. Hinzu kommt Fitness u.s.w. aber auf gar keinen Fall freies Jagen. Schweissarbeit ist Zeitarbeit das ist nun mal so. Das sind Spezialisten die sollen nur das eine machen und sonst nix.
Früh wird ne Schwarte ans Auto gebunden und durchs Feld oder Wald gezogen über Kilometer und Nachmittags wird die Schleppe gearbeitet. Da ist der Hund zu frieden. Oder man latscht mit dem Fährtenschuh oder man findet eine Naturfährte da muß man sich was einfallen lassen aber freies jagen geht gar nicht.
Man merkt das schon wenn der Hund 2-3 mal hintereinander in einer Hetze war da liegt er viel aggressiver im Riemen.
Du musst das unterscheiden zwischen erschwerten Nachsuchen, Nachsuchen und Totsuchen. Für Nachsuchen und Totsuchen ist der normale Jagdgebrauchshund durchaus in der Lage. Bei erschwerten Nachsuchen sprich Lauf, Gebrech- Schüssen , Krellschüssen u.s.w. brauchts den Spezialisten. Deshalb ist auch jeder SWHF froh wenn er diese Aufgaben bekommt und da keiner rumpfuscht und sagt ist eh nicht zu bekommen abgehakt.
Aber so ein Spezialist wird dein Hund wohl nicht mehr werden , deshalb nutz ihn als Stöber und Gebrauchshund und wenns ernst wird ruf den Spezialisten für die eine Aufgabe. Ein guter Stöberhund ist doch auch ne tolle Sache.
Der Wechsel einer groben Sau, die Logik einer schönen Frau,
der Inhalt einer guten Worscht, die bleiben gänzlich unerforscht.
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@ Schweinchen83 #
Sucher hat schöne und zutreffende Statements abgegeben.
Mich wundert eigentlich, dass Deine Bracke bei Kunstfährten nicht aussteigt, wenn die soviel Spaß am freien Jagen hat ...

Ich glaube ebenfalls, dass eine hauptsächlich frei jagende Bracke kein Spezialist für Nachsuche werden kann. Allerdings gibt es viele Bracken, die es in beiden Bereichen zu sehr guten Leistungen bringen.

Ich würde mich mit weniger zufrieden geben. D.h.: Nachsuche nach Stöbereinsatz wirklich nur im allergrößten Notfall, wenn wirklich überhaupt kein anderer Hund greifbar ist (was selten der Fall sein sollte) und die Aufgabe lösbar erscheint. Ansonsten halt zumindest in den Fällen, wo der Hund die Krankfährte aus einem Wust von Gesundfährten heraustüfteln muss: länger warten. Dass der mit zwei Jahren noch sehr junge Hund sonst nicht kapiert, dass es einmal um die gesunden, ein anderes Mal aber um das kranke/tote Stück geht, ist irgendwie klar. Wenn der Hund erfahrener und älter ist, geht das wieder. Die Bracke eines Bekannten (und seine ältere Bracke davor), die kann das. Also "Bergehilfe" nach Schuss auf Rotte, kurz danach. Die haben beide einfach irgendwann kapiert, Schweißriemen bedeutet: das gesunde Wild interessiert jetzt nicht. Den beiden wäre nicht eingefallen, das Falsche zu verfolgen, die sind beide zielstrebig zum toten Stück und fertig.
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@ Schweinchen83 #
Schweinchen83 schrieb:

Hier kommen wir aber zum Problem: bei den letzen (einfachen) Nachsuchen gab er sich kaum die Mühe, diese ernsthaft zu arbeiten, sondern folgte im Eilgang einfach den Fährten der Rotte, bis er (duch Zufall?) Wind vom erlegten Stück bekam und mich einfach mit hoher Nase zum Stück führte. Die Fährten waren von der Stehzeit sehr kurz; wenn allerdings klar ersichtlich ist, dass das Stück mit Lungen- oder Leberschuss in nahem Umkreis liegt, kann und will ich eine Nachsuche bei diesem Wetter nicht herauszögern.

Im Prinzip seh ich es wie die Vorschreiber. Nur zu der Sache mit den frischen Nachsuchen wollt ich was ergänzen: Ich denke nicht, daß Dein Hund "einfach mit hoher Nase" der Rotte gefolgt ist.

Die Sache ist die, daß zu einem frühen Zeitpunkt ein Großteil der von der Rotte und dem angeschossenen Stück hinterlassenen Duftpartikel noch gut verteilt in der Luft hängt; wesentlich mehr, als er am Boden finden kann. Die Fährte ist de facto schwieriger als nach etwa 2 Stunden, wenn ein Großteil der Partikel bereits konzentriert am Boden versammelt ist. Vom Stöbern weiß er, wie er mit so einer Fährte am besten umgeht, und überträgt das auf die Nachsuche. Daher denke ich auch nicht, daß er das verwundete Stück per Zufall gefunden hat. Den Unterschied zwischen der Verfolgung eines gesunden und eines kranken Stücks kennt er nach dem ersten Mal. Man sollte die Hunde dahingehend nicht unterschätzen. Grade, wenn er schon etliche Nachsuchen gemacht hat. Daß er Kunstfährten gern und mit tiefer Nase arbeitet, spricht auch dafür.

Sehr schwierige und womöglich frische Sachen wie nach ner DJ würd ich den Spezialisten überlassen, alles andere kannst denk ich guten Gewissens mit Deinem Hund arbeiten.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 20.05.17 um 17:28 Uhr.
@ Sucher #
Sucher schrieb:

Du musst dich entscheiden Nachsuche oder Stöbern. Vermutlich ist es aber schon zu spät. Der Hund hat gelernt zu jagen und damit zu Erfolg zu kommen. Das befriedigt ihn viel mehr als die Nachsuche. Auf Deutsch womöglich ist er für die Nachsuche schon versaut. Ein Nachsuchenhund ist ein Spezialist kein Allrounder. Wenn ein Stück klar Lungenschuss hat dann ist das eine Totsuche und dafür genügt ein ganz normaler Jagdhund. Mit dem Schweisshund wartet man min. 3 h so die Regel damit die Nase unten bleibt.
Also ich würde dir empfehlen deinen Hund zum stöbern einzusetzen wo er ja auch Spaß dran hat und einfache Nachsuchen ( Totsuchen )zu machen aber ihn jetzt auf echte Nachsuchen zu trimmen würd ich bleiben lassen. Da tust du dir und deinem Hund keinen Gefallen.
Man muß die Schweissarbeit wirklich von allen anderen jagdlichen Aufgaben trennen wenn man da echten Erfolg haben will. Es gibt natürlich immer Ausnahmen aber die sind generell nicht die Regel.
Aber mit dem Stöbern bringst du ihn ja immer auf die frische Fährte und der folgt er statt die alte Schweissfährte zu arbeiten.

Ja, es gibt(vermutlich sehr wenige) Ausnahmen.
Die erste DW-Hündin meines Vaters erledigte einen Großteil aller hiesigen Nachsuchen der damaligen Jagdgesellschaft und wurde dennoch vollwertig als Stöberhund eingesetzt.
Beide Aufgaben wurden mit der gleichen Passion erledigt.
Mir ist das mit meinen Hunden aber nie gelungen.
Dascha(russ.europ.Laika)Suchte ausgezeichnet nach und arbeitete unter der Flinte sehr gut.
Püppinator entwickelte sich ,nachdem ich von der Baujagd abstand nahm(sie neigte zu sehr zum Vollkontakt),zum passionierten und dabei dennoch sehr besonnenen/geschickten "Sauenbeisser" mit relativ wenig Gedult zum sorgfältigen Nachsuchen.
Dennoch suchte sie die meisten meiner Stücke erfolgreich nach.
Ein Fach leidet meistens zugunsten eines Anderen.
" Ich fürchte , die Menschheit gehört ausgestorben . Doch ich hoffe immernoch, dass ich mich irre!"
"Wir sind Teil der Nahrungskette ...
wir fressen und werden letzendlich gefressen!"
"Der Mensch hat den Verstand bekommen. Nur scheint er mit der Benutzung desselben komplett überfordert zu sein!"
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@ Schweinchen83 #
Schweinchen83 schrieb:
Ausserdem werden sicher 95% aller Führer ihre Hunde nicht ausschließlich auf Nachsuchen führen können, da die Hunde sonst nicht annähernd ausgelastet sind.


Doch...die die Nachsuchen auf hohem Niveau machen tun dies.....

Eiinen Hund lastet man nicht mit 15 Drückjagden und 10 Nachsuchen aus.


Nur wie bekommt man den Bogen?


Garnicht....
genausowenig wie man mit nem Rennrad Mountainbikerennen fährt bzw wie mit eienm Mountainbike Straßenrennen...


Mein Tip für Dich....
lass deinen Hund jagen...und mach die einfacheren Suchen. Was darüber hinausgeht kannste ja den NSF vor Ort verständigen.
Grüße vom Menthos
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...Scheiße muß gut schmecken...Milliarden Fliegen können sich nicht täuschen!
...wo Wissen aufhört....fängt Glauben an!
...warum ich Tiere esse? Weil mir die Veganer zu mager sind!
-!- μολὼν λαβέ -!-
Ha'DIbaH DaSop 'e' DaHechbe'chugh yIHoHQo'.
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