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Verbiß-Schäden im Wald

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Wildschaden Fichten
Verbiß-Schäden im Wald
Servus zusammen,

bis jetzt bin ich seit über 10 Jahren noch nicht mit Verbissschäden im Wald konfrontiert worden. Jetzt hat so ein lieber Waldbauer einen Verbissschaden gemeldet.

Er hat seine Fichtenpflanzen, welche vor ca. 3 Jahren gesetzt wurden, all Wildschadens Verbiss auf der Gemeinde angemeldet.

Die verbissenen Pflanzen hat er schön angespritzt mit Farbe das man sie schon von weiten erkennt. Es ist eine Fläche von ca. 500m² wo hier von ca. 400 Pflanzen, 30 angespritzt sind. Fegeschäden sind auch dabei.

Es sind von ihm keine Schutzmaßnahmen, wie Einzäunung, Einzelschutz, etc. getroffen worden. Die Fichtenpflanzen wachsen ohne Schutz im Wald.

Aber er hat auch natürlichen Buchenverbiss angemeldet, die hat er nicht angspritzt, weil es das wohl eher Pauschal sieht.

Meine Frage/n an die Jagd- und Forstwirtschaftsgemeinde hier im Forum

1. Bundesjagdgesetz §32, Abs. 2. - Wildschaden
Dort steht unter anderem, "wenn die Herstellung von üblichen Schutzvorrichtungen unterblieben ist" muss kein Wildschaden beglichen werden. Wer hat hier schon Erfahrungen gemacht? Zieht das Argument? Oder beruft sich das nur auf die Pflanzen die wo vorher im diesem Absatz 2 des BJG §32 stehen?

WER KANN MIR HIER FACHLICHE ANWALTLICH RICHTIG AUSKUNFT GEBEN?

2. Schadensermittlung
Gibt es irgendwo Tabellen wo man erkennt was für Kosten für den Schaden daraus entstehen?

3. Leittrieb Verbiss und Seitentrieb Verbiss
Die Pflanzen wo markiert wurden, hatten zum 90% einen Seitentrieb Verbiss, zählt dieser überhaupt? Oder ist nur der Leittrieb Verbiss Schadensersatzpflichtig?

4. Schadens Beispiel Bilder
Gibt es im Internet eine passende Literatur, oder Buch zu kaufen, wo man nicht nur zwei drei Fotos Bissspuren von Hase, Reh, Rötelmaus sieht?

5. Waldbauer spät Abends im Wald
Wenn der liebe Waldbauer auch noch im Sommer gegen 18:00 - 20:00 Uhr in seinem Waldgrundstück rumgeistert, wäre das ein Grund ihm die Schadensersatzpflicht nicht zu zahlen?

6. alte Zäune
Kann ich dem Waldbauern an der Karren fahren, da er dort auch noch Grundstücke hat, welche mal eingezäunt waren. Aber aktuell der Zaune eher am Boden liegt und eher als lose Zaunansammlung zu sehen ist? Die Pflanzen dort sind keine Pflänzchen mehr, sondern schon Bäume.

Ich freue mich auf die Rückmeldungen und die mir Pulver zum Schießen geben

Waidmanns Heil


Schlagwörter dieses Themas: fegen, forst, kulturen, verbiss, verbiß, wildschaden, hinzufügen »

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Moin, wäre es Sonntagabend und nicht Sonntagmorgen, dann würde ich jetzt nach Bier und Chips rufen ...

1. Wer wildschadenschadensersatzpflichtig ist regelt Dein Pachtvertrag, den würde ich mal genau lesen ...

2. Zur Schadenshöhe wirst Du um einen Experten nicht herum kommen, die findet man in dem Fall meist in Person eines Forstbeamten

3. Als Grundeigentümer kannst Du ihm das Nachschauen auf seinem Grund und Boden am Abend (was ist bei 18 - 20 Uhr eigentlich mit spät gemeint???) nicht verwehren ... wenn er vllt vorher anderen Arbeiten nachgegangen ist schafft er es nicht eher ... und nebenbei haben wir in der BRD das freie Betretungsrecht des Waldes, da musst Du immer mit anderen Menschen im Wald rechnen ...

4. Wenn Du Dich nicht gütlich einigen willst kannst Du ihn gerne mit den alten Zäunen konfrontieren, nur zu ....!

5. Für fachlich anwaltlich "richtige" Auskunft wendet man sich an einen Anwalt, nicht an ein Internetforum ...
"Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten."
"Ich bremse nicht für Wölfe!"
"Patronen müssen teuer sein - Zur Erinnerung daran, dass das Leben ein Reichtum ist, den man nicht allzu leichtfertig verschwenden sollte."
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Wildschadenersatzpflichtig sind i.d.R. die sog. Hauptbaumarten. (ausser im Pachtvertrag steht was anderes). Von einer Hauptbaumart geht man aus, wenn diese im Altbestand des Waldgebietes mit mindestens 5% vertreten ist.

Wenn also bei dir aussenrum überall Fichte steht, dann kannst du da rechtlich nicht aus und musst zahlen, wenn er drauf besteht. Was da an Kosten auf dich zukommt, weiss ich nicht, da wir "Verwaltungsförster" nicht schätzen dürfen (wir sollen den Freiberuflern die Arbeit nicht wegnehmen), hab mich damit daher noch nicht genau befasst.

Seitentriebverbiss fördert ja nicht grad die Vitalität der Pflanzen. Sie werden schon beeinträchtigt, allerdings wachsen sie am Terminaltrieb ungehindert weiter. Terminaltriebverbiss hält die Fichte einmalig auch recht gut aus und reagiert schon im ersten Jahr mit nem Ersatztrieb. Kann höchstens ein Zwieselschnitt notwendig werden, wenn sich zwei Spitzen bilden.

Wenn die angesprochenen Buchen dort Hauptbaumarten sind, dann wirst du auch da Schaden zahlen müssen.

Thema Zaun: Ein Kulturzaun ist in Bayern nach BayNatschG genehmigungsfrei, wenn er eine Forstkultur schützen muss. Fällt der Schutzzweck weg, weil die Kultur rausgewachsen ist, muss der Zaun weg. Erfüllt der Zaun seinen Zweck nicht mehr, weil er verfallen ist, muss er auch weg oder repariert werden. Andernfalls ist er Abfall nach Abfallrecht. In beiden Fällen ist erst mal das Landratsamt Ansprechpartner (UNB).

Meine Meinung: Der Mann hat Arbeit und Geld in die Pflanzung investiert und ärgert sich nun logischerweise über den Zustand seiner Fichten. Ich würde versuchen, Konsens zu finden ohne dass die Gemeinde nun nen Schätzer holen muss. Bring ihm nen Rehschlegel vorbei, sag dass das Reh dort geschossen ist und dass du dich bemühst, dir aber leider von 15.1. bis Mai die Hände gebunden sind. Wenn du dem jetzt wegen dem Zaun an den Karren fährst, kommt er jedes Jahr zweimal mit Wildschadenersatzforderung.
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@ WildSchreck #
Neben dem was @hulzfux geschrieben hat.
Im Zweifelsfall einen Gutachter holen.
Neben dem aktuellen Schaden geht es ja auch um Prävention.
Da kann man sicher gemeinsam etwas erarbeiten.

Ich habe da gute Erfahrungen gemacht.
Wenn durch menschliches Verschulden ein Geschöpf geriet in Not. Ein qualvoll Leiden einem wunden Wilde droht! Wenn des Geistes hohe Stufe und des Menschen Kunst nicht reicht, folgte der Hund dem bangen Rufe, seine Nase schaffte es leicht.

Wo ein Jäger lebt, können zehn Hirten leben, hundert Ackerbauern und tausend Gärtner.
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@ Hulzfux #
Hulzfux schrieb:

Wildschadenersatzpflichtig sind i.d.R. die sog. Hauptbaumarten. (ausser im Pachtvertrag steht was anderes). Von einer Hauptbaumart geht man aus, wenn diese im Altbestand des Waldgebietes mit mindestens 5% vertreten ist.

Wenn also bei dir aussenrum überall Fichte steht, dann kannst du da rechtlich nicht aus und musst zahlen, wenn er drauf besteht. Was da an Kosten auf dich zukommt, weiss ich nicht, da wir "Verwaltungsförster" nicht schätzen dürfen (wir sollen den Freiberuflern die Arbeit nicht wegnehmen), hab mich damit daher noch nicht genau befasst.

Seitentriebverbiss fördert ja nicht grad die Vitalität der Pflanzen. Sie werden schon beeinträchtigt, allerdings wachsen sie am Terminaltrieb ungehindert weiter. Terminaltriebverbiss hält die Fichte einmalig auch recht gut aus und reagiert schon im ersten Jahr mit nem Ersatztrieb. Kann höchstens ein Zwieselschnitt notwendig werden, wenn sich zwei Spitzen bilden.

Wenn die angesprochenen Buchen dort Hauptbaumarten sind, dann wirst du auch da Schaden zahlen müssen.

Thema Zaun: Ein Kulturzaun ist in Bayern nach BayNatschG genehmigungsfrei, wenn er eine Forstkultur schützen muss. Fällt der Schutzzweck weg, weil die Kultur rausgewachsen ist, muss der Zaun weg. Erfüllt der Zaun seinen Zweck nicht mehr, weil er verfallen ist, muss er auch weg oder repariert werden. Andernfalls ist er Abfall nach Abfallrecht. In beiden Fällen ist erst mal das Landratsamt Ansprechpartner (UNB).

Meine Meinung: Der Mann hat Arbeit und Geld in die Pflanzung investiert und ärgert sich nun logischerweise über den Zustand seiner Fichten. Ich würde versuchen, Konsens zu finden ohne dass die Gemeinde nun nen Schätzer holen muss. Bring ihm nen Rehschlegel vorbei, sag dass das Reh dort geschossen ist und dass du dich bemühst, dir aber leider von 15.1. bis Mai die Hände gebunden sind. Wenn du dem jetzt wegen dem Zaun an den Karren fährst, kommt er jedes Jahr zweimal mit Wildschadenersatzforderung.


Sehr Sachlich >>> wie es sein sollte !!!

Sämtliche Fotos sind Urheberrechtlich geschützt , gegen missbräuchliche Verwendung wird Rechtlich vorgegangen
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@ WildSchreck #
Servus,
ich kann Dir nur raten wende dich an Ramona Pohl vom BJV in Feldkirchen; sie ist dort zuständig für Waldbau und kommt nach Terminvereinbarung auch raus in's Revier !
Ich hab bei Ihr vor Jahren den Lehrgang "Wildschadensberater Forst" besucht - die Frau hat's drauf !!!


Gruß
Dohle



Vom Gamsbock die Krucken, vom Hirsch das Geweih.
Vom Spielhahn die Hackl, vom Diandl die Treu !
.
.
Bischt a Tiroler, bischt a Mensch;
bischt koan Tiroler, bischt am Arsch !
(frei nach Andreas Hofer)
.
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Dem von Hulzfux und Meffi geschriebenen hab ich nicht viel hinzuzufügen, nur soviel: das ist ein schönes Beispiel dafür, wie Kommunikation nicht laufen sollte ...

Der Waldbesitzer hätte vielleicht auf den Jäger mal zugehen können, statt gleich zur Gemeinde zu rennen.
Der Jäger könnte mal drei Sekunden darüber nachdenken, ob die Ansprüche des Waldbesitzers vielleicht berechtigt sind, statt das mit allen Mitteln zu verneinen und seinerseits die Konfrontation am liebsten noch zu verstärken.

Vielleicht trefft Ihr Euch mal auf ein Bier oder 'nen Kaffee. Wenn Du auf ihn ganz normal zugehst, wird der einem vernünftigen Gespräch vielleicht zugänglich sein. Dann redet ihr mal gepflegt über Eure jeweils berechtigten Interessen und wie man da zu einem vernünftigen Ausgleich kommt. Nur mal so als Anregung.
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also wenn du mir als landwirt mit so einen zeugs daherkommst, wie alte zäune bzw nachts spät im wald rumeiern, dann hättest nicht nur bei mir verschissen, sondern in der ganzen genossenschaft
und ne fichte sollte heutzutage ohne zaun wachsen können......


Mit dummen Menschen zu streiten ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen: Egal wie gut Du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen.
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eine meiner ersten Aktionen im neuen Revier im April war: ca. 5000 Douglasien gegen Verbiß/Fegen zu streichen.
War ein Scheiß-Geschäft, weil auf unzählige Kleinst-Standorte verteilt, teilweise auch schon von Brombeeren verwachsen.
Das Mittel war nicht optimal, ließ sich nicht sprühen und mußte mit der Doppelbürste aufgetragen werden.

Obwohl wir als Neu-Pächter gar nichts für den Zustand der Bäumchen konnten, der Waldbesitzer hat das Mittel gestellt, wir haben es ausgebracht, der Förster hats kontrolliert und für gut befunden.
So einfach kann die Welt sein...

Natürlich wird auch kräftig Rehwild reduziert werden im Wald.
* wer anderen eine Grube gräbt ist selber schuld
* Kaiser Barbarossa sagte vor kurzem: Die meisten Zitate im Internet sind frei erfunden
* Hinterher ist man gar nicht immer klüger - manchmal ist man hinterher einfach nur ärmer oder überfressen oder betrunken oder schwanger...
*Coruptissimae republicae, plurimae leges.
*G.B.Shaw: Die Realität ist eine Illusion, die durch den Mangel an Alkohol entsteht
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@ Biobauer #
Biobauer schrieb:

also wenn du mir als landwirt mit so einen zeugs daherkommst, wie alte zäune bzw nachts spät im wald rumeiern, dann hättest nicht nur bei mir verschissen, sondern in der ganzen genossenschaft
und ne fichte sollte heutzutage ohne zaun wachsen können......


So hätte man es auch formulieren können.
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