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Stöbermeute - Was muss man wissen ?

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Stöbermeute - Was muss man wissen ?
Ich weiß, Saison ist gerade vorbei, aber nach der Jagd ist vor der Jagd,

Also :
Was muss ich bedenken, wenn ich zu meiner Drückjagd eine Meute bestelle ?

Welche Kosten :
- Kostenpauschale gesamt - oder pro Hund und Treiber ?
- Anfahrt extra ?
- muss ich die Hunde versichern ? Wenn ja wie ? Oder reicht meine Jagdhaftpflicht ?
- Was ist bei Tierarztkosten bzw. Hundeverlust ?
- Essen Getränke usw. sicher frei ?
- was gibt es für Varianten ? (habe jetzt eine Meute erlebt, die wollten keine Kohle, nur 2 Überläufer und 1 Reh von der Strecke)

Planung :
- muss der Meuteführer vor der Jagd das Revier besichtigen ? Im Winter nur oder geht auch Sommer noch ?
- ab wann muss man fest reservieren / buchen ?
- mit heißer oder kalter Waffe durchs Treiben ?
- muss/sollte man selbst mit durchgehen ?
- welche Rassen bevorzugt für kleine Reviere ?

Strategie :
- ganzes Revier treiben lassen oder nur Dickungen, die dafür wiederholt durchtreiben ?
- Meute aufteilen lassen in kleine "Trupps" für mehrere Revierteile gleichzeitig?

Danke schon einmal für Hinweise, Antworten und Tipps !

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@ Muffel007 #
Ich fang mal an, kenn mich ja ein klein wenig aus, rein oberflächlich.

Kosten: Das besprichst du am besten mit dem jeweiligen Hundeführer, da gibts natürlich unterschiede, der eine oder andere ist froh wenn er überhaupt mal eingeladen wird und nimmt deshalb garnichts, stellt sich aber immer die Frage warum? Die meisten die ich kenne nehmen Betrag x pro Hund, bei weiter Anfahrt noch was pro km.
Auch die Übernahme von Tierartzkosten oder Verlusten musst du mit dem Hundeführer absprechen.
Bei Abschluss einer Versicherung musst du bedenken das diese meist beschränkt sind z.B. auf 1500€ Tierarztkosten pro Hund und 750€ bei Verlust, das reicht möglicherweise nicht in jedem Fall.
Bei freundlichen Pächter ist Essen und Getränke fürgewöhnlich frei.
Ich hab noch nie ein Revier vorher Besichtigt, solange jemand der Ortskundig ist mit durchgeht sollte das kein Problem sein.
Fest Buchen solltest du so früh wie möglich, vor allem wenns ein Samstag sein soll.
Einem Hundeführer vorzuschreiben das er ohne Schusswaffe loslaufen soll wird in den meisten Fällen schiefgehen, weil der dann sein Geraffel wieder einpackt und nachhause fährt, oder garnicht erst kommt. Allerdings kann man verlangen das von der Schusswaffe nur im Rahmen der UVV gebrauch gemacht wird, für mich selbstverständlich, für manche aber leider nicht.
Rassediskussion ist wenig zielführend, die Hunde sollten halt für ihren Einsatzzweck auch geeignet sein.

Die Frage zur richtigen Strategie ist ohne Ortskenntniss nicht zu beantworten.



Muffel007 schrieb:

Ich weiß, Saison ist gerade vorbei, aber nach der Jagd ist vor der Jagd,

Also :
Was muss ich bedenken, wenn ich zu meiner Drückjagd eine Meute bestelle ?

Welche Kosten :
- Kostenpauschale gesamt - oder pro Hund und Treiber ?
- Anfahrt extra ?
- muss ich die Hunde versichern ? Wenn ja wie ? Oder reicht meine Jagdhaftpflicht ?
- Was ist bei Tierarztkosten bzw. Hundeverlust ?
- Essen Getränke usw. sicher frei ?
- was gibt es für Varianten ? (habe jetzt eine Meute erlebt, die wollten keine Kohle, nur 2 Überläufer und 1 Reh von der Strecke)

Planung :
- muss der Meuteführer vor der Jagd das Revier besichtigen ? Im Winter nur oder geht auch Sommer noch ?
- ab wann muss man fest reservieren / buchen ?
- mit heißer oder kalter Waffe durchs Treiben ?
- muss/sollte man selbst mit durchgehen ?
- welche Rassen bevorzugt für kleine Reviere ?

Strategie :
- ganzes Revier treiben lassen oder nur Dickungen, die dafür wiederholt durchtreiben ?
- Meute aufteilen lassen in kleine "Trupps" für mehrere Revierteile gleichzeitig?

Danke schon einmal für Hinweise, Antworten und Tipps !

Nirgends wird soviel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd!
Otto v. Bismark
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Heutzutage wird leider oft eine reine Ansammlung von Hundeartigen Lebewesen als "Meute" bezeichnet. Es bilden sich "Stöberhundgruppen" wie Pickel bei einem 15-jährigen: Zahlreich, aber dafür reichlich nutzlos.
Eine Meute ist ein Gesamtkunstwerk, das mehr oder weniger wie ein Superorganismus funktioniert. Es gibt die Finder, die Fernaufklärer, die Feuerwehr und die Springer. Gute Meuten haben auch noch die Leibwache für den Meuteführer (Insidergag: denen es manchmal auch zum geschlossenen Fang reinregnet ).
Eine Meute macht nur Sinn, wenn es um sehr große Dickungskomplexe mit reichlich Schwarzwild geht. Da die Meute als Gesamtorganismus funktioniert, stellt sich die Frage nach der "Aufteilung der Meute auf verschiedene Einsatzkomplexe" gar nicht.
Häufig (fälschlicherweise) als "Meute" bezeichnet werden die Hunde von Stöberhundgruppen.
Hier kommen die Hunde verschiedener Besitzer gemeinsam zur Jagd und jagen mehr oder weniger konzipiert nach eigener Lust und Laune. Es gibt tolle Stöberhundgruppen und Totalausfälle. Ein prima Negativbeispiel sieht man im youtube-Kanal "DER WALDLÄUFER".
Diese Stöberhundgruppen kann man (sofern man eine geeignete gefunden hat) durchaus auf der Fläche verteilen. Man darf sich aber nicht der Illusion hingeben, damit eine Meute gebucht zu haben, die allerdings meist auch gar nicht benötigt wird.
Die beste mir bekannte Meute ist die von Stefan Fick aus Miltenberg, die schlechtesten erkennt man i.d.R. daran, daß sie morgens die notdürftig getackerten Hunde mit einem dicken Lederhandschuh aus dem Transportanhänger zieht. Dilettanten der Branche zeichnen sich außerdem fast immer durch mehr oder weniger fantasievolle eutrophierende Behängung mit allen möglichen Pieksern ab.
Eine gute Meute erkannt man daran, daß sie schon jetzt viele Termine für den Winter 17/18 reserviert hat, über gesunde, wenig geschlagene Hunde verfügt und einen allgemein zweifelsfreien Ruf geniesst. Auch der Umgang mit den Hunden spricht Bände. Auch hier ist Stefan Fick in meinen Augen das Mass aller Dinge.
Zur Vergütung:
Eine Meute macht ganzjährig extrem viel Arbeit und Kosten. Das schlägt sich in den Einsatzkosten nieder. Für "50 € bar und ein Vesper" bekommt man keine Meute.
Gute Hundeführer gehen in der Regel nicht auf Jagden, bei denen die Hunde nicht versichert sind. Der Grund hierfür ist weniger der Geiz der Hundeführer, die ihre Hunde nicht selber versichern wollen sondern die Wertschätzung des Jagdausrichters, die sich durch die Versicherung (in welcher Form auch immer) dokumentiert.

Für den Großteil der Reviere empfiehlt sich eine echte Meute nicht. Besser sind i.d.R. gut verteilte Solojäger.
Bei der eigenen Jagd selber durchzugehen, ist für mich eine Selbstverständlichkeit, aber wohl Geschmackssache. Durchgehende Hundeführer, die ihren Namen verdienen, brauchen keinen Führer, da reicht eine Revierkarte (mit Beständen, also die beim Revierleiter erhältliche Forstbetriebskarte) und das Garmin mit einer guten Kartengrundlage.
Pflichten des Jagdausrichters gegenüber dem Hundeführer:
- Tierarzt einladen
- Bei der Vergatterung eindringlich auf sorgfältigstes Ansprechen hinweisen (und auch erwähnen, daß Hunde die Signalkleidung im Trieb verlieren können). Ansagen wie "Die Hunde tragen alle Signalhalsungen" hört man leider oft. Das ist schon fast versuchter Mord!!
- Dafür sorgen, daß alle Hundeführer ihre eigenen Autos mitziehen können und daß di e Fahrwege nicht zugeparkt werden.
- Festlegen, daß nur, ausschließlich, einzig und alleine die Hundeführer Standlaut angehen dürfen und klären. Gleichzeitig muß den Hundeführern (sofern sie einen Stand beziehen) erlaubt sein, diesen im Notfall zu verlassen, nachdem Sicherheit hergestellt ist.
- Aushändigung einer Revierkarte mit Umgebung, bei der Tierärzte (deren Dienstbereitschaft muß vorher durch den Jagdveranstalter geklärt sein) ersichtlich sind.
- Freigabe allen Wildes, das die Hunde gefährdet für die Hundeführer. auch ein 2-jähriger Keiler oder eine Bache muß am Bail für den Hundeführer erlegt werden dürfen (wobei Einschränkungen bei der SW-Freigabe sowieso aufgrund der aktuellen Situation Wahnsinn sind.)

Pflichten des Hundeführers gegenüber dem Jagdausrichter:
- Er stellt brauchbare Hunde zur Verfügung. Standkläffer oder extreme Fernaufklärer gehören nicht dazu, ebenso wenig läufige Hündinnen oder Experten, die den Jagdtag gewohnheitsmäßig nur dazu nutzen, möglichst viele andere Hunde zu verprügeln.
17
 
Beitrag vom Autor bearbeitet am 13.01.17 um 10:40 Uhr.
@ Biberist #
Biberist schrieb:

Ein prima Negativbeispiel sieht man im youtube-Kanal "DER WALDLÄUFER".


Hab gerade das Video "Drückjagd 2016 Hund wird geschlagen".
STRANGE !
"Die Mädels haben sich über einen schönen Keiler hergemacht"
Könnte der Sohn vom Glööckler sein.

[www.youtube.com]
4
 
@ Brunnenfelde #
Brunnenfelde schrieb:

[www.youtube.com]


Was manche so ins Netz stellen ?
"Heiterrier, Wachtel und Jagdterrier sind sogenannte Rottensprenger, die die Angriffe auf Sauen starten"
Sehr geil.
Und über 200 Likes, sagt viel über den Zustand der Jägerschaft 2017.

"Drückjagd 2016" und die Hälfte des Videos sitzt einer aufm Sofa ?
Nüchtern betrachtet war es besoffen besser !

Jagdblog : [www.jagdrechtsblog.com]



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Wo viel Licht ist, ist auch Schatten...
Es gibt gute Meuten und schlechte....
Generell würde ich sagen das eine gute Meute der selben Zahl an Einzelhunden Überlegen ist.
Bei uns ist ca. 90% der “Kunden“ Stamkunden.
Selbst Strecke machen lehne ich ab, und hab auch die letzten 3 Jahre keinen einzigen Schuss gebraucht.

Grüße Alex
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@ Traditionsjaeger #
Morgen

Der Typ geistert schon seit Jahren auf YouTube rum, und bereichert die Welt mit seinen Ergüssen.
Die Videos haben allerdinds bei uns für so einige Lacher gesorgt, mann muss das Ganze nur mit einer großen Portion Humor sehen wenn es einem am Anfang auch schwer fällt. Wenns allerdings so weiter geht kann es gut sein das ich meine "Dingsdaterrier" hergeb 😭

Mfg Becks
0
 
@ Muffel007 #
Wie groß ist denn dein Revier? Sprich auch mit den angrenzenden Revieren. Wie reagieren die Nachbarn wenn die Meute oder Einzelhunde die Grenze überjagen?
Achte darauf, dass der Meuteführer selbst wirklich einen Jagdschein hat. Das ist nicht in jedem Fall gegeben.
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@ Biberist #


Zu 90% sehr gut erklärt,
ich bin selber in einer Stöberhunde Gruppe und möchte hinzufügen das ein Vorteil der Stöbergruppe ist das sich die Hunde gut kennen und die Hundeführer sich meist "blind" verstehen und wissen worum es geht.
Vielfach aufgefallen ist das ein Treiben mit fast ausschließlich Hundeführern einer Gruppe deutlich disziplinierter und effektiver laufen als zusammengewürfelte Treiber.
Außerdem kann in der Gruppe jeder Hundeführer jedem Hund beistehen und Standlaut angehen.
Zumindest in unserer Gruppe bilden die Hundeführer eine Meute
Merke: Im Wald da bist du nie alleine wenn du das falsche tust, nur wenn du in Not bist.
Wer auf einen Tiger jagt muß auch damit rechnen auf einen Tiger zu treffen

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Beitrag vom Autor bearbeitet am 25.01.17 um 19:36 Uhr.
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Es wurde schon Wichtiges geschrieben.

Unsere Gruppe (besteht im Kern seit 1995) wird je nach Bedarf mit mehr oder weniger Hunden oft namentlich angefordert, zu 90% sind es jährlich die gleichen Veranstalter / Reviere. Termine sind meist im Frühjahr schon fest.

Oft geht ein Revierkundiger mit ins Treiben, wir sind i.d.R. mit kalten Waffen und ein Kollege mit Schusswaffe für Fangschüsse ausgestattet, zu 90% kommen jedoch Saufeder oder Saufänger zum Einsatz wegen der Hunde - Sicherheit.

Bei den Hunden werden Weit- und Kurzjager kombiniert, eine gewisse "Schärfe" haben alle, ebenso wie FCI Papiere und Prüfungen. Die Hunde sind mit Sendern ausgestattet.

KOSTEN: Führer 25 € / pro Hund 20 € / gefahrene km je 0,30 € / meistens sind Essen und Getränke frei ist jedoch nicht Bedingung, die erzielte Strecke spielt dabei keine Rolle!

Unsere Hunde sind in Bayern über die Kreisgruppen versichert, für die Selbstbeteiligung haben wir eine Solidarkasse in die jeder Hundeführer pro Jagd und Hund 5 € einbringt, daraus werden auch Härtefälle bedient.




„ Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst du, oh Mensch, sei Sünde, mein Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.“

Franz von Assisi
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