Zur mobilen Version wechseln »
Jagd-VideosCommunityMediadatenNewsletterFormulare & Vordruckejagderlebenlandlive.deANVISIERTPRAXISSERVICEMARKTJAGD-WETTERAPPSPirschunsere JagdNiedersächsischer JägerDer Jagdgebrauchshund
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche
zurück zu Jagd »

Gruppe Club der Jagdromantiker

Besitzer: Lakai
offene Gruppe, 384 Mitglieder

UploadForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitglieder
Club der Jagdromantiker
53 Themen, Moderator: Moderator
Forum: Club der Jagdromantiker

September

Beitrag vom Autor bearbeitet am 09.06.15 um 18:44 Uhr.
#
September


„Siggi guckt wieder so. Es ist soweit“.
Dinah blickte zu Siggi herüber.
„Ich fürchte, Mechthild Du hast recht“ murmelte Dinah und kaute weiter.
„ Siggi guckt wieder so“, rief Mechthild in Richtung Charlotte.
Charlotte schluckte etwas herunter und sagte „ Typisch Mann.“
Mehr sagte sie nicht.
Charlotte liebte es die Dinge auf den Punkt zu bringen.“

Was tut der Mann da?“ quäkte Charlottes Sprössling.
„Er sieht der Sonne beim Untergehen zu“, antwortete seine Mutter.
„Warum tut der Mann das?“
„ Weil Männer manchmal etwas lyrisch sind.“
„Was ist lyrisch?“
„Das ist wenn Männer die Augen verdrehen und es nicht tun , weil sie sich den Magen verdorben haben.
Erstaunt blickte Mechthild Charlotte an.
Es fiel ihr schwer, das Maul zu halten.
Aber unter den Frauen herrschte Einigkeit, daß jede für ihre Kindererziehung selbst verantwortlich war.

Siggi bekam von den Gewispere in seinem Rücken nichts mit.
Den mächtigen Kopf hoch erhoben stand er am Rande des Stoppelfeldes, blickte auf die Spitzen des Waldes, wo der rotgoldene Sonnenball von den Kiefernspitzen gekitzelt wurde.
Siggi wurde warm ums Herz.
„ Das Licht, dieses Licht.
Es ist das Licht des Septembers.
Was will dir dieses Licht sagen?“
Siggi konzentrierte sich auf seine Lendenregion.
„Es will dir sagen, daß die Zeit gekommen ist.
Wieder einmal.“

Siggi drehte sich um.
„Na, Ringo, du halbe Portion, übst du heimlich den Königsmord?“
Ringo zeigte sein Ohrfeigengesicht.
„Ich? Wie kommst du darauf?
Ich doch nicht.
Charly vielleicht.
Ja, Charly bestimmt.“
Siggi schüttelte betrübt den Kopf.
„Pfui Ringo.
Mehr Schiß als Vaterlandsliebe, aber einen Kollegen reinreißen.“
„Ist doch wahr“, muffelte Ringo und scharrte am Boden herum, „immer Zweiter sein ist auf die Dauer ungeheuer demotivierend.“
„Du wirst es erwarten können“, sagte Siggi väterlich.
Ringo schwieg.
Aber Siggi las die Antwort in seinen Augen.
Und die Antwort lautete: „ Nein, Siggi, ich kann nicht warten.
Ich werde die erste Gelegenheit benutzen um dich ans Messer zu liefern.“

„Mami, was erzählen sich die Männer da vorne?“ rief Charlottes munterer Sprößling.
„Das geht Dich nichts an.
Das ist ein Gespräch unter Männern.“
„Mami wo kommt der fremde Onkel her?
Ich habe den vorher noch nie gesehen.“
„Der fremde Onkel lebt gerne allein.
Er sucht nur einmal im Jahr die Gesellschaft.“
„Warum tut er das, Mami?“
Da konnte Mechthild nicht länger das Maul halten.
„Weil er ein elender Rammler ist“, rief sie.
Siggi drehte sich um.
Mechthild wurden unter seinen Blicken die Knie weich.
„ Entschuldige, Siggi“, keuchte sie.
„Es ist mir so rausgerutscht“.
„Ich habs wohl vernommen“, sagte Siggi gekränkt.
Ich werde mich zu gegebener Zeit daran zu erinnern wissen.“
„Aber Siggi“, säuselte Mechthild.
„Für dich Siegfried, liebe Mechthild!
Du kannst dir dieses Jahr deinen Nachwuchs schnitzen.
Ich stehe nicht zur Verfügung!“

Stolz, selbstbewußt, ganz in sich selbst ruhend ließ Siggi den Blick über alle Anwesenden schweifen.

In diesem Moment versank der Sonnenball hinter dem Wald.

„Avanti popolo“, sagte Siggi.
Augenblicklich traten alle Hirsche aus der Deckung des Waldes und begannen
auf dem Feld zu äsen

Schlagwörter dieses Themas: hinzufügen »

2
 
Werde Mitglied der Gruppe Club der Jagdromantiker, um an dieser Diskussion teilzunehmen!
Zum Seitenanfang