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Experten geben Auskunft
12 Themen, Moderator: Sunyi, Susanne1, Redaktion_landlive, Moderator
Forum: Experten geben Auskunft
Hier bieten wir mehrmals im Jahr unseren Mitgliedern die Möglichkeit, bei Fachleuten nachzufragen.

Schußverletzungen - Gefahren, Vermeidung und: was tun, wenn's passiert?

@ SirHenry #
Hallo SirHenry,

SirHenry schrieb:

Sehr geehrter Professor,
meine Fragen beziehen sich auf die Schussverletzungen durch Vollmantelgeschosse.
Entstehen Hämatome beim Einschuss in Abhängigkeit von der Schussentfernung, also in Abhängigkeit von der Auftreffgeschwindigkeit, in unterschiedlicher Ausprägung?

Ja.
Haben Hämatome eine Bedeutung hinsichtlich der Wundversorgung?

Sie haben eine große Bedeutung.
Wie hoch ist in etwa der Anteil von Steckschüssen im Vergleich zu Durchschüssen?

Bei jagdlicher Munition und Langwaffen gibt es sehr selten Steckschüsse.
Müssen Steckschüsse anders behandlelt werden als Durchschüsse.

Prinzipiell brauchen beide eine Operation.
Welche Kaliber herrschen bei den Verletzungen vor?

Kann man so nicht pauschalieren, ganz grob gilt: Je größer das Kaliber, umso größer der Schaden
Welche Körperteile werden besonders häufig verletzt?

Extremitäten (beim Laden oder Entladen, etc.).
Werden gelegentlich Geschossfragmente im Körper belassen, weil deren Entfernung zu riskant ist?

Sehr häufig sogar, z.B. Schrotkugeln
Zerlegen sich gelegentlich Vollmantelgeschosse so, dass sich im Körper der Bleikern vom Mantel löst?

Habe ich noch nicht erlebt.
Kommt es vor, dass Geschosse nur gering in Muskelpartien eindringen und daher leicht zu entfernen sind?

Bei Schrot, ja.
Lässt sich sagen, dass Körpertreffer mit VM-Geschossen verglichen mit Jagdgeschossen ein geringeres Verletzungs- und Tötungspotential aufweisen.

Da VM-Geschosse einen eher glatten Durchschuss induzieren, ist die Chance auf Verletzung lebenswichtiger Organe geringer als bei TM-Geschossen, daher haben sie auch ein geringeres Tötungspotential.
Wie oft kommt es trotz ballistischer Schutzwesten vor, dass es zum Durchschlag und zu Verletzungen des Trägers kommt?

Keine Ahnung, das ist nicht mein Spezialgebiet.

Gruß
P. Biberthaler
0
 
@ Lasko2010 #
Hallo Porschespezialist,

Porschespezialist schrieb:

Moin

genau da möchte ich auch mal anknüpfen,

Undzwar wollte ich wissen wofür die Haltbarkeit einer solchen Weste steht oder wird das nur aus Garantie gründen angegeben?

Da kann ich Ihnen leider keine Auskunft geben – bitte bei einem Hersteller nachfragen.
Dann noch eine frage zum Durchschlag ,dämpft eine solche Weste (die beschossen wurde, angenommen bis 9mm Durchschlags sicher, aber ein höheres Kaliber schlägt ein) den Auprall stark ab bzw. verhindert sie sogar den Durchschuss?

Dazu können Ihnen eventuell Polizeikräfte Auskunft geben.

Gruß
P. Biberthaler
0
 
@ Knallfroesch #
Hallo Knallfroesch,
Knallfroesch schrieb:
Gibt es eine zugängliche Statistik, welche die Schussverletzungen in verschiedene Kategorien einteilt:
1. Grund der Entstehung: z.b. Mord - Selbstmord - Jagdunfälle - Schiesssportunfälle - Amoklauf ... etc...

Am häufigsten ist Selbstmord, die anderen Ursachen sind in Deutschland eher selten.
2. Überlebensrate mit Bezug auf die Lokalisation der Schussverletzung

Lebenswichtige Organe = schlechte Überlebensrate.
3. Einteilung zu Punkt 1 und 2 unter dem Aspekt der Geschosse (z.B. Kugel - Schrot - Flintenlauf - Diabolos ... ) zu einem definierten Zeitraum

TM-Kugelgeschoß: Größter Schaden
Schrot: eher geringer (stark abhängig von Abstand und Treffersitz, siehe FLG)
Flintenlaufgeschoß: Stark abhängig von Abstand und Aufprallort, von Soforttod bis Fleischwunde ist alles möglich.

Gruß
P. Biberthaler
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@ BassusBavarii #
Hallo BassusBavarii,
BassusBavarii schrieb:

Hallo Herr Prof. Biberthaler,

1) viele ältere Waidgenossen und -ninnen nehmen Blutverdünner wie ASS, Clopitogrel, oder Kombi-Präparate, manche auch Antikoagulantien wie Marcumar oder Heparin, letzteres z.B. bei einem Langstreckenflug zur Thromboseprophylaxe (Langstreckenanreise zur Jagd).

a) Sollten solcherlei medikamentierte Jägers-Mannen/-Frauen antagonsitisch wirkende(s) Medikament(e) als Notfallprophylaxe mitführen (und einem Jagdkammeraden und/oder Jagdleiter seines Vertrauens von der Sachlage und Verfahrensweisen in Kenntnis setzen)?

Die Wirkung dieser Substanzen lässt sich im schnellen nur durch hoch potente Medikamente stoppen, deren Anwendung von Ungeübten sehr gefährlich ist. Daher empfiehlt es sich am ehesten, einen Pass mit sich herum zu tragen und für einen raschen Transport in eine Klinik zu sorgen, die solche Substanzen vorhalten. Vitamin K als Antagonist für Marcumar beispielsweise dauert viel zu lange bis es seine Wirkung entfalten kann. Das dauert Tage.
b) Wenn ja, welche(s) Medikament(e), um bei inneren oder äußeren Blutungsverdachts-Verletzungen - einerlei welchen Ursprungs die beim Jagen zugestoßene Verletzung letztlich entstammt (kan ja auch stumpfes Trauma z.B. durch Wildattacke sein) - das spezifische "Gegenmittel" möglichst rasch & praktikabel einnehmen / applizieren zu können?
Es ist ja davon auszugehen, dass der Verunfallte womöglich nix mehr sagen kann und der Notfall-Arzt vor Ort oder im KH sonst ja keine Ahnung von der Sachlage hat und es bei den Antagonisten doch einiges an Spezifischem gibt. (bei i.v. wird's für Nichtmediziner/Sanitäter natürlich schwierig.)

Medikamentenpass bei den Personalien aufbewahren. Der Notarzt wird immer dort suchen und dann den Pass sehen.
c) Wann könnte die Gabe von Nitro-Spray/-Tabletten einen positiven Effekt bei einem gemäß Buchstabe b) Verletzten haben, oder wirkt das nach Ihrer Einschätzung eher Schock-verstärkend, da eine RR-Senkung damit einher geht?

Genau, das wird nicht empfohlen.
(Denkbar wäre interner Volumengewinn durch Gefäßerweiterung und damit geminderter Blutverlust an der Wunde, und/oder eine verbesserte cardiovasculäre Versorgung? Hätte ja einen Effekt ähnlich wie Attropin)

Das führt zum „Versacken“ des Volumens, welches dann dem Kreislauf nicht mehr zur Verfügung steht. Deshalb ist davon dringend abzuraten!
2) Unter welchen Umständen neigt eine Arterie (z.B. bei einer abgerissenen Extremität) dazu, sich selbst verschließen zu können und welche Auslöser bewirkt/en diese Reaktion?

Beispielsweise bei traumatischer Amputation und niedrigem Blutdruck
3) Was halten Sie von den unter [www.survivalforum.ch] veröffentlichten Vorgehensweisen? Oder würden sie hier und da eine andere Vorgehensweise empfehlen und wenn, welche?

Ich würde, wie bereits in einer anderen Antwort beschrieben, versuchen, die Blutungen mittels Druckverbände zu verbinden und dann entsprechend der in der Vorbemerkung genannten Überlegungen versuchen, einen möglichst effektiven Transport zu organisieren
4) Es ist ja schon mehrfach die Frage hier gestellt worden, was "richtig(er)" ist, den Verletzten einzusacken und so schnell als möglich ins KH zu bringen oder auf die Sani's zu warten.

Diese Frage hängt, wie in der Vorbemerkung ausführlich dargestellt, von verschiedenen Faktoren ab.
Oder ist Heli das Optimum i.V.m. einem Randevous beim (vereinbarten) Landeplatz, zu dem man den Verletzten mit dem schnellst verfügbaren Vehikel bringt?

Das kann eine sehr gute Idee sein, wenn der Heli fliegen und landen kann….

Gruß
P. Biberthaler
0
 
@ 358Win #
Hallo 358Win,
358Win schrieb:

Sehr geehrter Professor,

ich habe eigentlich nur zwei gennerelle Fragen:

1. Wie verhalte ich mich bei Schussverletzungen
a: Bei Treffern in Arme und Beine?

Blutung stoppen, Transport in eine Klinik organisieren.
b: Unterer Bauchraum?

Schnellstmöglicher Transport in eine Klinik.
c: Brustraum?

Schnellstmöglicher Transport in eine Klinik.
d: Hals und Schädel?

Luftweg (Atemwege) sichern, schnellstmöglicher Transport in eine Klinik

2. Bei Schussverletzungen durch Schrote
a: Der getroffene ist nach dem Schuss noch bei bewusstsein und ansprechbar?

Schnellstmöglicher Transport in eine Klinik
b: Der getroffene ist nach dem Schuss noch bei bewusstsein und nicht ansprechbar?

Schnellstmöglicher Transport in eine Klinik
c: Der getroffene ist nach dem Schuss nicht bei bewusstsein?

Luftweg sichern, schnellstmöglicher Transport in eine Klinik

Gruß
P. Biberthaler
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@ jungjaeger2009 #
Hallo jungjaeger2009,
jungjaeger2009 schrieb:

Sehr geehrter Herr Professor,

Was kann eig. passieren, wenn man mit einem Schrotbecher beschossen wird. ( Schrotpatrone aufgeschnitten, Kugeln entnommen). Könnte so ein Treffer aus näherer Distanz sogar tödlich sein?

Besten Dank und Waidmannsheil

Kommt darauf an, wo die Druckwelle auftrifft. Wenn man sich das genau ans Auge hält, kann es vielleicht schon tödlich sein…aber wer macht so etwas???

Gruß
P. Biberthaler
0
 
@ ERRNST #
Hallo Errnst,
ERRNST schrieb:

Was konnen die Helfer tun, um einem Sterbenden Trost zu spenden?

Fragen, ob es irgendetwas gibt, das derjenige vor seinem Ableben noch irgendjemandem sagen will.
Fragen, ob die Angehörigen gut versorgt sind.
Nach der Religion, dem Glauben fragen, damit derjenige, falls gläubig, daraus Kraft schöpfen kann (evtl. durch den Gedanken an ein Weiterleben nach dem Tod).
Wichtig: Selbst ruhig bleiben und Haltung bewahren.
Gibt es eine Priester Notrufnummer?

Das ist lokal sehr unterschiedlich. Es gibt eine Notruf-Seelsorge-Nummer, die muss man in den lokalen Zeitungen nachsehen unter der Rubrik: Notfallnummern. In der Rubrik stehen auch die Notfallnummern der Ärzte und Apotheker usw.

Gruß
P. Biberthaler
1
 
@ hagelschroter #
Hallo hagelschroter,
hagelschroter schrieb:

Hallo Herr Prof. Biberthaler,
- Notruf ist abgesetzt, welche speziellen Infos benötigt der alarmierte Rettungsdienst darüberhinaus
oder unbedingt zusätzlich?

- Anzahl der Verletzten,
- Ort,
- Verletzungsart,
- ist der Verletzte ansprechbar.

Ich nehme an dass normale Sanis von solchen Verletzungen überfordert sind.

Nein, wenn die da sind, können die das.

Kann jedes Krankenhaus mit solchen evtl. schwersten Verletzungen umgehen oder muss da sofort
eine Spezialklinik informiert und mit Heli angeflogen werden?

Da Zeit der absolut kritische Faktor ist und das Aufsetzten einer chirurgischen Klemme auf eine Blutung in der chirurgischen Facharztausbildung vorkommt, kann das eigentlich jeder Facharzt, auch in einem kleineren Haus, vornehmen. Wenn die Blutung steht, dann ist der Transport in eine Spezialklinik gut, da die Ausversorgung (die endgültige definitive operative Versorgung) oft komplikationsreich und komplex ist.

- Mit welchen Reaktionen muss sofort im Umfeld von solchen Ereignissen gerechnet werden?
(Schocks, Panik der anderen, Rache, Wutausbrüche, Flucht, Presse, Fotojäger etc.)

Sie können mit allem rechnen, was Sie aufgezählt haben

- wie oder wann sollten Angehörige am besten informiert oder dazugeholt werden?

Zu allererst den Patient retten. Wenn er die Klinik sicher erreicht hat, dann die Angehörigen informieren.

- Da es bei uns seltenst vorkommt, sind Hausärzte für solche Verletzungsfälle ausreichend geschult?

Unfallchirurgen sind dafür gut geschult.

Gruß
P. Biberthaler

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@ pudlich29 #
Hallo pudlich29,
pudlich29 schrieb:
...
der frage nach einem entsprechenden verbandspäckchen schliesse ich mich an. ich habe nur ein kleines für motorradfahrer im rucksack. reicht das aus?

Ist nicht schlecht.

natürlich sollte man ab und an schon mal schauen ob das noch aktuell bzw. vollständig ist. im auto wird es aller zwei jahre vom tüv überprüft und hier... ?

Selbst überprüfen.

klemme, tupfer, tacker, chemische pülverchen - wir sind keine ärzte und keine chirurgen und auch nicht im qualifizierten umgang damit ausgebildet. also sollten wir uns auf das notwendigste beschränken - es heißt schließlich erste (!!!) hilfe. und keiner wird zur jagdausübung ein halbes feldlazarett mitschleppen.

Richtig.

demzufolge meine bitte:
1. was ist zu tun um einem verletzten erste hilfe zu leisten (unter der besonderheit einer schußverletzung)

Druckverband.

2. was brauche ich dazu an material (verbandspäckchen - kann man auch selbst zusammenstellen, sollte aber ein minimum darstellen!!!)

Z.B. den Inhalt eines Bundeswehr-Verbandpäckchens.

und wenn denne zum schluß jeder sich selbst noch mal ins gebet nimmt und sich die zehn goldenen gebote beim umgang mit schußwaffen verinnerlicht - dann sollten wir noch viele jahre unser schönes hobby ausüben können.

Sehr richtig.

Gruß
P. Biberthaler
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@ Rehwildler77 #
Hallo Rehwildler77,
Rehwildler77 schrieb:

Hallo,
was sollte ich zuerst tun, wenn (m)ein Hund bei einer Niederwildjagd z.B. dicht an einem Hasen dran ist und ein unvorsichtiger/ idio*ischer Waidmann auf den Hasen schießt und der Hund z.B. an den Hinterläufen etwas Schrot abbekommt?
Gruß René

Blutung stoppen, Verband aufbringen, Arzt aufsuchen.

Gruß
P. Biberthaler
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