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Experten geben Auskunft
12 Themen, Moderator: Sunyi, Susanne1, Redaktion_landlive, Moderator
Forum: Experten geben Auskunft
Hier bieten wir mehrmals im Jahr unseren Mitgliedern die Möglichkeit, bei Fachleuten nachzufragen.

Schußverletzungen - Gefahren, Vermeidung und: was tun, wenn's passiert?

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Frage an Prof. Dr. Biberthaler:

Meiner Einschätzung nach haben viele Jäger im Fall der Fälle kein Verbandzeug am Mann. Vielleicht auch deshalb, weil oft das KFZ-Verbandpäckchen als ausreichend angesehen wird. Nur bleibt dieses ja dann auch im KFZ. Viele haben auch irgendwie nie Platz für 1.Hilfe-Utensilien, weil alle Taschen mit Jagdkrimskram voll sind...

Meine Frage:
Welche Ausstattung für 1.Hilfe-Zwecke empfehlen Sie für jede Jagdtasche?
Wie sinnvoll sind in diesem Zusammenhang das kl. und gr. Verpandpäckchen der BW.

Vielen Dank.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 30.01.12 um 15:04 Uhr.
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Meine Frage an Prof. Dr. Biberthaler:

1. Mich interessiert ebenfalls was Sie als Erste-Hilfe Ausrüstung für den Jäger empfehlen.

2. In den neueren Erste-Hilfe Ausbildungen wird verständlicherweise vom Abbinden abgeraten, allerdings verursachen Schusswunden mit Jagdmunition sicherlich größere Schäden, also binde ich ab ?
Wie und womit am besten ?
Lohnt sich für den Jäger die Anschaffung eines (militärischen) Tourniquet ?

3. Gibt es für den Laien eine Behandlungsmöglichkeit bei Treffern in den Torso?

4. Haben Sie Ratschläge für einen effizienten Abtransport des Verletzten aus dem Wald ?

5. Gibt es Fallstatistiken oder Behandlungberichte über die Verletzung mit Jagdmunition ?

6. Sind blutstillende Pulver oder Kompressen à la QuikClot brauchbar ?

Herzlichen Dank.
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In wie weit stimmt die These des "paarigen Schockes" hervorgerufen durch Hochgeschwindgkeitsgeschosse und welche Möglichkeiten hat man, mit einfacher Ausrüstung effizent dabei erste Hilfe zu leisten?
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 30.01.12 um 18:43 Uhr.
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vor etwa 2 Jahren habe ich auf dem schießstand ein knalltrauma bekommen.....innerhalb kürzester Zeit wurden 2 schuß großkalibermunition verschossen quasi beim betreten des standes und ich hatte den Hörschutz noch nicht auf.....

nach einer halben stunde konnte ich nix mehr hören....garnichts



vor kurzem kam noch ein Hörsturz dazu......


kann mann etwas machen gegen das piepen und vor allem gegen das schlechte HÖREN?


nu bin ich aber gespannt

is ja auch ne Art Schußverletzung
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Sehr geehrter Herr Professor, vielen Dank für Ihre Mühe. Zwei Fragen interessieren mich:
1. Welche "Rucksack-Grundausstattung" ist aus Ihrer Sicht empfehlenswert, um im Falle des Falles mit geeigneten Hilfsmitteln gerüstet zu sein?
2. Welche besonderen Empfehlungen geben Sie, abweichend von "normalen" Verletzungen, was möglichst zu tun bzw. was zum anderen zu unterlassen ist?

Vielen Dank!
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Das nenne ich einen Informativen Treat! Vielen Dank an Sunyi & dem werten Hr. Prof.

Als erstes vielleicht ein paar Grundsatzfragen:

Heute werden Millionen an €uros für die Forschung neuer Munition ausgegeben. Das (auch von uns Jägern) favorisiertes Ziel besteht in einem schnellen und leidensfreien Tod des Zieles.
Damit verkürzen wir die Leidenszeit des Wildes auf das möglich geringste.
Das die anatomischen Rahmenbedingungen beim Wild und beim Menschen annähernd gleich sind, stellt sich mir die Frage warum wir es besser verkraften könnten, eine nahezu perfekte Kugel zu Überleben.

D.h. das wir in diesem Thema nur um Treffer in den äusseren Extremitäten (Beine/Arme, bzw. Hände/Füße) uns Unterhalten können. Da diese aber in nächster Nähe (Eigenverschulden) abgegeben werden (max. Entfernung 80 cm von Laufmündung zu Körperteil) stellt sich für mich die Wundversorgung eher im Bereich Brandverletzung und Verunreinigung durch Schmauch dar.

Bei Schüssen aus weiterer Entfernung ist meist ein Helfer (ausser in der Absicht einer Körperverletzung) da der den RTW/NAW rufen kann.

Also würde ich um die Antwort bitten wie eine mit Pulverschmauch verunreinigte Wunde mit evl. Einschuss an den äusseren Extremitäten (Fuß/Unterschenkel/Hand) verfahren wird.

Vielen Dank!

Anmerkung von mir: Meine Frage in Buchstaben abzutippen ist schon schwer

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Hätte auch gleich noch 3 Fragen:
1. Es wird hier zwar oft von Ausrüstung geredet, die man dabei haben sollte, aber seien wir mal ehrlich, 99% der Jäger habense eben nicht dabei, erst Recht nicht wennmerse braucht. Was kann ich mit ganz normalen Utensilien, wie z.B. Kleidungsstücken verrichten, um überhaupt was vorteilhaftes zu leisten?
2. Wenn die Schußverletzung nach eigenem Einschätzen extrem ist, es wirklich auf jede Minute ankommt, man mitten im Wald ist, wo man einen Sankafahrer sehr schlecht einweisen kann, wäre es dann nicht sinnvoller den Verletzten selbst ins nächste Krankenhaus zu fahren, oder mit dem Notarzt einen Ort festzulegen, wo man sich dann trifft (mit dem Verletzten im Auto)?
3. Abpraller durch Schrot stell ich mir vom Gefahrenpotenzial leichtsinniger vor wie bei Kugel, da die Schützen meist in sehr engem Abstand beinander stehen (z.B. Entenjagd gegenüber, Hasenjagd usw.), der Fokus vll. zu arg auf dem Wild liegt, usw...: Was ist generell zu beachten (im Gegensatz zum Kugelschuß), wenn man Schrot abbekommen hat und er in den Körper eingetreten ist? (ich kenne 2 Fälle, wo der Schrot einmal an einer Lederhose abgeprallt ist, und einen anderen, da ist er in den Knien / Kniescheibe eingedrungen)
[www.jagdstreckenkalender.de]
... Demoversion auf der Homepage...
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 30.01.12 um 21:15 Uhr.
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Reicht eine Kleinverbandstasche ( die ich immer am Mann habe ) wie sie für Motorradfahrer USW. angeboten wird zur Erstversorgung von Schussverletzungen?
Im Auto habe ich dann immer noch mindestens 2 aktuelle Autoverbandskästen, Stétoskop, Klammergerät, Kochsalzlösung, Wundschnellverband, , diverse Tapes usw.. Sind eigendlich für den Hund gedacht aber ich würd auch bei Personenschäden helfen.
Wichtig währe noch zu wissen wir man dem Schock vorbeugen kann wenn man selber so eine Verletzung erleidet.
Merke: Im Wald da bist du nie alleine wenn du das falsche tust, nur wenn du in Not bist.
Wer auf einen Tiger jagt muß auch damit rechnen auf einen Tiger zu treffen

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Beitrag vom Autor bearbeitet am 31.01.12 um 00:15 Uhr.
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Nach Ihrem Vortrag neulich in M hatte ich im Anschluß an einer DJ eine angeregte Diskussion mit einem anderen Schützen (Mitarbeiter einer Rettungsleitstelle), der angesichts meines Ansinnens, einen Schußverletzten ins Auto zu packen und selbst ins nächste Krankenhaus zu fahren im Geiste die Hände über dem Kopf zusammenschlug.

Bei dem in Deutschland installierten dichten Rettungsnetz und dem genauso dichten Straßenverkehr sei das einzig Wahre die Notrufnummer zu wählen (neuerdings wird ja die 112 propagiert, ich hab in derartigen Fällen bisher immer die 110 genommen), und den Rest nach der Erstversorgung den Profis zu überlassen. Hubschrauber und Co würden das machen.

Das wichtigste ist ja, wenn ich das recht verstanden habe, den Blutverlust möchlichst schnell zu ersetzen. Das geht sicher schneller, wenn der Notarzt zum Verletzten kommt als umgekehrt (Stichwort Blaulicht und/oder Hubschrauber). Insofern muß ich dem Rettungsdienstler recht geben. Vorausgesetzt, der Notarzt findet zum Verletzten.

Auf dem Standprotokoll ebendieser DJ war auch auf der Rückseite eine Karte mit dem nächsten Rettungspunkt vorbildlich vorhanden (sic!).

Evtl. sind Sie ja die falsche Adresse für diese Frage, aber es wäre doch gut zu wissen, wie man sich einen sochen Rettungseinsatz vorstellen muß.

- 112 tatsächlich das schnellste?

- Kommt da tatsächlich immer der Hubschrauber (Wind, Nebel, Dunkelheit???)

- Wenn ja, wo landet der in der Regel: am Rettungspunkt (Verletztentransport dorthin nötig) oder auch näher, wie werden Standorte weitergegeben?

- wie ist das in anderen Gegenden, die DJ war im Großraum M, also wohl eher gut versorgt, im hinteren Bayerwald sieht das vllt auch anders aus?

- Wäre es dann sinnvoll, Rettungspunkte prinzipiell bei DJ bekanntzugeben (ich kenn die eigentlich nur aus der Forstarbeit, falls ein Waldarbeiter sich verletzt)? Derartiges über den Jagdleiter laufen zu lassen kostet ja nur unnötig Zeit?
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Die Frage nach dem besten Vorgehen bei lebensbedrohlichen Schußverletzungen wurde hier im Forum bereits intensiv diskutiert, im Prinzip ohne Ergebnis. Daher meine Frage hier an Sie:

Ist es bei erkennbar lebensbedrohlichen Treffern anzuraten, den Verletzten zu stabilisieren & auf Notversorgung zu warten, oder kann es besser sein, das Opfer sofort zum Auto zu bringen & schnellstmöglich in Richtung eines Krankenhauses zu fahren. Es wird ja auch immer mal in abgelegenen Gegenden gejagt, mein Vertrauen in die zeitnahe Rettungskette ist nicht besonders ausgeprägt. Also: Scoop and Run oder Play and Stay??? Womit ist dem Opfer besser geholfen, was ist Ihre Meinung?

Und noch eine Frage:

Es scheint ja so zu sein, daß Personen, die nur von einzelnen Schrotkörnern getroffen werden, bereits einen Schock erleiden können. Wie ist die Schockwirkung von Kugeltreffern auch an peripheren Gliedmaßen einzuschätzen? Kann allein der Schock lebensbedrohlich sein? Wie ist das einzuordnen?

Vielen Dank für Ihre Mühe und für die Einbringung von echtem Sachverstand hier ins Forum!
Hier lag Argos der Hund, von Ungeziefer zerfressen.
Dieser, da er nun endlich den nahen Odysseus erkannte,
Wedelte zwar mit dem Schwanz, und senkte die Ohren herunter;
Aber er war zu schwach, sich seinem Herren zu nähern.
Und Odysseus sah es, und trocknete heimlich die Träne (...)
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Thema wurde von Sunyi geschlossen: kein Diskussionsthread - Diskussionen bitte hier: http://jagderleben.landlive.de/boards/thread/39329/page/1/
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