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Gruppe Club der Jagdromantiker

Besitzer: Lakai
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Club der Jagdromantiker
53 Themen, Moderator: Moderator
Forum: Club der Jagdromantiker

Gedichte als Gegengewichte....

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#
...Das Schicksal kann den Körper prügeln,
kann mit Kandare, Sporen, Bügeln
den Fuß, die Hand, die Stimme zügeln. -
Der Geist steigt auf mit freien Flügeln
und lacht ins Tal von Wolkenhügeln..

Erich Mühsam
Immer wieder.......
2
 
#
Abschied von Cita...
Abschied....

Mitten im Herbst gibt es bei uns Tage,
an denen es plötzlich dunkel ist.
Die Krähen im Baum schlagen schärfere Töne an.
Die Wipfel der Bäume ragen deutlicher als sonst.
Sie wissen etwas. Sie haben es immer gewußt.
Wir auch, doch wollen wir nichts davon wissen.
Auf dem Heimweg bist du oft am Bug gestanden,
an solchen Abenden, hast den Gerüchen nachgespürt,
die übers Wasser kamen, mit ruhig gesammelten Blick,
den Abend entziffert, die schwache Rauchfahne
eines Hauses, den Pfannkuchen, der irgendwo
drei Kilometer weiter briet, einen Dachs bemerkt,
der ich weiß nicht wo in der Dämmerung stand
und etwas witterte, ganz wie du. Unsere Liebe
war nicht nur ein Kompromiß: wir lebten zusammen
in unseren gemeinsamen Welten, die mit unseren Buchstaben,
einem lebenslänglichen Text,
und der mit deinen Gerüchen. Wir hätten viel
für deine Kenntnisse gegeben, für dein Vermögen,
ein Gefühl wie Eifer, Haß oder Liebe wie eine Welle
über den ganzen Körper hinlaufen zu lassen
von der Nase bis zum Schwanz, für deine Unfähigkeit,
dich damit abzufinden, daß der Mond eine Tatsache ist.
Bei Vollmond hast du dich lauthals darüber beklagt.
Als Gnostiker warst du uns überlegen, und somit
hast du dauernd im Paradies gelebt. Auch pflegtest du
alles mögliche aufzuschnappen im Sprung und es dann
hinunterzuschlucken. Abstoßend fanden manche das.
Uns gefiel es. Warum haben wir es dir darin
nie gleichtun können? Und dann die Türen!
Waren sie zu, so legtest du dich hin und schliefst ein;
irgend jemand würde sie sicherlich öffnen,
früher oder später. Du hattest recht. Wir hatten unrecht.
Heute, da diese lange, stumme Freundschaft vorbei ist
für immer, frage ich mich, ob auch wir am Ende
etwas konnten, was dir imponiert hat. Wir meinen nicht
deinen festen Glauben, daß wir es waren, die die Gewitter
hervorriefen. Das war ein Wahn. Wir denken eher,
unser sicheres Gefühl dafür, daß der Ball vorhanden war,
auch wenn er sich hinter dem Sofa versteckt hielt,
hat dir eine Ahnung verschafft von unserer Welt.
Fast alles in unserer Welt hält sich versteckt
hinter etwas anderem. Wir nannten dich “Cita”.
Du hast uns wohl für lautere “Hunde” gehalten,
oder für etwas anderes, etwas manchmal Unbekanntes,
das einfach ist, was es ist, und existiert
auf seine Weise und damit basta: den Pfiff
durchs nächtliche Revier, dem zu folgen
man sich angewöhnt hat ohne so recht zu wissen,
was das ist, dem man folgt. Und wir
wußten ebenso von dir und davon, was du warst.
Von diesem objektiveren Standpunkt aus
waren wir zwei Organismen, zwei jener Orte,
an denen das Universum sich in sich selber
verknotet, verwickelt, geliebte, kurzlebige, komplexe Strukturen
die sich immer weiter verheddern müssen,
um zu überleben, bis das Ganze versagt............

In Anlehnung an ein Gedicht von Lars Gustafson

Astrid
Immer wieder.......
2
 
Beitrag vom Autor bearbeitet am 01.12.17 um 19:02 Uhr.
@ astrid #
b1
Wie immer ohne Anlehnung was Selbstgestricktes:

Vorwort zu Band 13 meiner Jagderinnerungen

Die 13 wird zu oft gemieden,
dabei sind Zahlen sehr verschieden.
Gerade erst das Dutzend voll
fragt sich, was jetzt folgen soll.

So ist das auch mit dem Archiv
und hoffentlich lieg ich nicht schief,
Band 13 auch noch voll zu kleben
mit Bildern aus dem Jägerleben.

Ob leere Seiten übrig bleiben,
weil ohne Jagd die Zeit vertreiben
oder ich im Schoß der Erde
zu Staub und Asche wieder werde,
ist das der Lauf der Lebenszeit.
Von Dauer ist nur die Ewigkeit.
Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem
Neid zerfrisst die Seele wie Rost das Eisen.
Mit durchreißen des Abzugs wird die Kugel nicht schneller
Jede Schussweite beginnt an der Laufmündung.
Forumsformel Nr.1: 1 Bild = 1000 Worte
3S=schnell-sicher-sauber.
A³ die Formel für den präzisen Büchsenschuss: Auflage-Anschlag-Abziehen.

4
 
#
Weihnachtliches Selbstgeschenk

Zu Weihnachten sich selbst beschenken
ließe sich durchaus bedenken.
So dachte einer sprachgestört,
als er spontan davon gehört.

In Nürnberg kennen ihn die Männer
den Liebestempel für die Kenner.
Die Reeperbahn kommt da nicht mit
„Hinter der Mauer“ ist der Hit.

Der Mann steht vor dem Freudenhaus
und schaut nach zarten Häuten aus.
Schon hat im Blick ihn eine Dame
Eva-Chantal ihr schöner Name.

Unentschlossen wie er ist,
entsinnt er eine feine List
Doch stotternd ist sein Redefluss
den Sonderwunsch er stottern muss.

Die Dame die kennt jeden Trick
für liebestolles Männerglück.
Die Lage ist schon sehr verzwackt
was sie an ihrer Ehre packt.

Beachtlich ist ihr Repertoir
Dem Manne wird es sonderbar.
Bei Straps, Parfüm und rotem Licht.
Doch er beharrt, sie macht das nicht

Trotz aufwendiger Verführung
kommt es nicht zu der Berührung.
Sie ist am Ende ihrer Kunst
als zart er stottert: „u-umma sunst“

© Sir Henry 2017
Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem
Neid zerfrisst die Seele wie Rost das Eisen.
Mit durchreißen des Abzugs wird die Kugel nicht schneller
Jede Schussweite beginnt an der Laufmündung.
Forumsformel Nr.1: 1 Bild = 1000 Worte
3S=schnell-sicher-sauber.
A³ die Formel für den präzisen Büchsenschuss: Auflage-Anschlag-Abziehen.

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Spuren im Schnee

Es ist eine klare Nacht, vom Mond erhellt.
Weiße Flächen umgeben mich.
Ein eiskalter Wind streift mein Gesicht.
Bei jedem meiner Schritte höre ich,
wie es unter meinen Schuhen knarrt.
Und ich schaue hinunter und sehe meine Spuren im Schnee.

Ich drehe mich um.
Jede meiner Bewegungen ist zu erkennen.
Jeder Schritt, den ich tat, dokumentiert.
Und ich denke an mein Leben.
Erinnerungen an meine Vergangenheit.
Wie die Spuren in diesem Schnee.

Ich sehe die Ereignisse,
die mich zutiefst berührten.
All meine Probleme, all die Schwierigkeiten die ich hatte.
Und die, die ich noch besitze.
Ich drehe mich wieder nach vorn.
Sehe den Schnee, in dem ich noch Spuren hinterlassen werde.

Doch wohin wird mich mein Weg noch führen?
Ich suche mit meinen Blicken nach Zielen.
Ein schneebedeckter Baum. Ein zugefrorener See.
Und ich schaue hinauf zum Himmel.
Ich drehe mich im Kreis und sehe so viele Sterne.
Und wieder fällt mein Blick auf meine Spuren im Schnee.

Wenn ich an meine Probleme denke,
erscheinen sie stets unbezwingbar groß.
Doch wenn ich nun von irgendeinem Planeten herabsehen könnte,
wären sie wohl nur verschwindend klein.
Als wenn man aus großer Entfernung zurückblickt, …
auf seine Spuren im Schnee.

Und so denke ich an meinen nächsten Schritt.
Vorwärts.
Auch ohne ein großes Ziel kommt man gut voran.
Nur einfach Schritt um Schritt.
Und zum ersten Mal in dieser Nacht,
fällt mir die Schönheit dieser Winterlandschaft auf.

Und ich freue mich auf den nächsten Morgen.

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