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Experten geben Auskunft
12 Themen, Moderator: Sunyi, Susanne1, Redaktion_landlive, Moderator
Forum: Experten geben Auskunft
Hier bieten wir mehrmals im Jahr unseren Mitgliedern die Möglichkeit, bei Fachleuten nachzufragen.

Experten-Aktion zum Thema "Ausbildung von Jagdhunden zur Schweißarbeit und Nachsuche"

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@ 2309udo #
2309udo schrieb:



Ich war vor 4 Wochen bei einer Vorführung des THWs. Natürlich weil ich die Arbeit der Hunde sehen wollte. Es werden ja immer mehr Stimmen laut auch Jagdhunde für diese Arbeiten einzusetzten.
Da war ein Mann der führte 2 Bloodhounds (hoffe richtig geschrieben), so was hab ich noch nicht erlebt.
Er sagte zu meiner Freundin sie solle irgendwo hingehen, nicht unter einen Kilometer. Sie ging dann Richtung Stadtmitte, ca. 1 km, nur auf gepflasterten und geteerten Wegen. Dann noch ca. 500 m über
Kopfsteinpflaster welche durch die Fußgängerzone führt und ging in ein Cafe. Das ganze Samstag Vormitag!
Nach ca. 45 Min. sagte der Typ nun wollen wir die Dame mal suchen. Er schnappte sich die junge Hündin,
2-jährig und maschierte los. Wir zu fünft hinterher. Lange Rede....... nach ca. 50 Min. stand der Hund Schwanzwedelnd vorm Cafe. Unglaublich. Am Rückweg habe ich ein wenig mit ihm geplaudert, unter anderem über die jagdliche Tauglichkeit der Hunde. Sein Kommentar: Er wüsste keinen einzigen Hund dieser Rasse, der auch nur eine Maus stellen würde. Schweißarbeit mit Sicherheit, aber hetzten und das Wild binden auf keinen Fall.
Wie CC schrieb, hat sich der Hund nur an den abgefallenen Hautschuppen orientiert.
WMH Udo


Allein noch fehlt mir der Glaube. Bei der letzten Vorführung die ich mitgemacht habe, war die Leistung miserabel um es gelinde auszudrücken.
Ich habe mich schon mit jemand verabredet, der es mir besser zeigen will. Wir werden ja sehen.

Ich glaube das alles!!!!!!

Ich weis aber, wie schwierig es ist sauber und sicher auf einer gespritzten oder getupften Fährte zu arbeiten, weil ich das selber ständig mache und auch andere helfe oder zusehe.

Die Aussagen hier vermitteln ein Bild, dass mit meiner Realität nicht übereinstimmt.

Leider ist die Überprüfbarkeit schwierig. Ich kenne einen der große Hunde ausbildet und sagt Schweis ist kinderleicht, ob Übernacht oder nach drei Stunden, nur wenn wir beide eine legen, der Führer keine Ahnung hat und wir einmal im Kreis gehen, muss er fünfmal dem Gespann wieder helfen.

Ich habe keinen Unterschied feststellen können zwischen Fährtenschuh ohne Schweiss und eine getupfte oder gespritze Fährte mit wenig Rinderblut.
0
 
@ ssquat #
ssquat schrieb:

Das waren klasse Antworten zum Thema Schweißarbeit. ABSOLUT TOP - und teilweise endlich auch mal aus dem geplaudert, was andere das Nähkästchen nennen und unter Verschluss halten.

Mit Abstand das Beste, was ich seit längerem zu diesem Thema gelesen habe. Vielen Dank an Klaus Richter. Vielleicht sehen wir ihn ja gelegentlich mal zum gleichen Thema wieder?






Schließe ich mich an, uneingeschränkt !

Danke an Klaus Richter.
An ihren Taten werdet ihr sie erkennen.
0
 
@ cavecanem #
cavecanem schrieb:

Schließe ich mich an, uneingeschränkt !

Danke an Klaus Richter.


Auch ich möchte mit anschließen!

Jede Frage der Foris und deren Beantwortungen durch Herrn Klaus Richter, war ein Genuss zu lesen!
Bravo!

Gruß astrid
Immer wieder.......
0
 
@ Klaus_Richter #
Klaus_Richter schrieb:

Rehwild hat ein sicheres Territorialverhalten und verlässt selbst bei einer Hetze selten sein Territorium – darum sind die Nachsuchen selten länger als 500 m.
Die durchschnittliche Fluchtentfernung bei Nachsuchen liegt beim Schwarzwild bei 735 m, beim Rotwild bei 560 m und beim Rehwild bei 248 m.
Bei den Hetzen ist es ähnlich. Beim Schwarzwild fallen 41 % Hetzen bei Nachsuchen an, beim Rotwild 32 % und beim Rehwild 20 %.
Schon aus diesen Zahlen wird sichtbar, dass Rehwildnachsuchen einfach sein können. Dazu kommt, dass das Rehwild ins Beuteschema des Wolfes passt. Das ist der stammesgeschicht-liche Hintergrund, warum Rehwild durch die Hunde gern gearbeitet wird. Rehwild kann von den meisten Jagdhunderassen gegriffen und niedergezogen werden. Das verschafft dem Hund die Erfahrung des Erfolges bei der Arbeit auf Rehwild.
Klaus Richter


Hallo Herr Richter, und vielen Dank für Ihre anschaulichen Darstellungen.
zu dem Rehwildteil, habe ich noch eine Frage, da es mir unlogisch erscheint.
Sie sagten sinngemäß, das der Hund in erster Linie die Bodenverwundung arbeite.
vergleiche ich aber ein Stück Rehwild (ca. 25- kg) mit Schwarz - oder sogar Rotwild,
so stelle ich mir doch eine deutlich stärkere Bodenverwundung des Hochwildes vor.
Außerdem werden die Rehwildnachsuchen doch vermutlich verstärkt im Sommer ( heiße trockene Witterung)
und beim Hochwild eher im Herbst und Winter stattfinden ?
Ist die Länge einer Schweißfährte den entscheidender für den Erfolg als ihre Intensität ?
über eine Antwort würde ich mich sehr freuen,
HoRüdho lh
Werde älter als ne Kuh,
aber lerne immer noch dazu.

Sei ein Experte wie du willst,
es gibt Einen der dir hilft.
0
 
@ lauscherhoch #
lauscherhoch schrieb:

Hallo Herr Richter, und vielen Dank für Ihre anschaulichen Darstellungen.
zu dem Rehwildteil, habe ich noch eine Frage, da es mir unlogisch erscheint.
Sie sagten sinngemäß, das der Hund in erster Linie die Bodenverwundung arbeite.
vergleiche ich aber ein Stück Rehwild (ca. 25- kg) mit Schwarz - oder sogar Rotwild,
so stelle ich mir doch eine deutlich stärkere Bodenverwundung des Hochwildes vor.
Außerdem werden die Rehwildnachsuchen doch vermutlich verstärkt im Sommer ( heiße trockene Witterung)
und beim Hochwild eher im Herbst und Winter stattfinden ?
Ist die Länge einer Schweißfährte den entscheidender für den Erfolg als ihre Intensität ?
über eine Antwort würde ich mich sehr freuen,
HoRüdho lh


Hallo lauscherhoch,
die Experten-Aktion ist leider schon beendet. Deshalb können hier in diesem Thread keine weiteren Fragen mehr gestellt werden. Trotzdem werde ich Deine Frage weiterleiten und bei Herrn Richter nachfragen, ob er sie noch beantworten möchte.

Viele Grüße

Sunyi
(Admin)
0
 
@ lauscherhoch #
lauscherhoch schrieb:

Hallo Herr Richter, und vielen Dank für Ihre anschaulichen Darstellungen.
zu dem Rehwildteil, habe ich noch eine Frage, da es mir unlogisch erscheint.
Sie sagten sinngemäß, das der Hund in erster Linie die Bodenverwundung arbeite.
vergleiche ich aber ein Stück Rehwild (ca. 25- kg) mit Schwarz - oder sogar Rotwild,
so stelle ich mir doch eine deutlich stärkere Bodenverwundung des Hochwildes vor.
Außerdem werden die Rehwildnachsuchen doch vermutlich verstärkt im Sommer ( heiße trockene Witterung)
und beim Hochwild eher im Herbst und Winter stattfinden ?
Ist die Länge einer Schweißfährte den entscheidender für den Erfolg als ihre Intensität ?
über eine Antwort würde ich mich sehr freuen,
HoRüdho lh


Hallo Lauscherhoch,
ich gebe Dir die Antwort von Herrn Richter weiter: - Grüße! Sunyi


Meine Antwort für lh:

Rein physikalisch kann ich Ihnen nur recht geben, aber es kommen noch
zwei Faktoren dazu:

1. Das Rehwild passt viel besser ins Beuteschema des Wolfes als ein um ein
vielfach wehrhafteres Wild wie das Rotwild oder auch die Sauen.
2. Zur Bodenverwundung kommt die "Angstwitterung" des beschossenen Wildes
dazu und die des Rehwildes ist für Ihren Hund interessanter, da es für
ihn leichter ist, ein Stück Rehwild als eine wehrhafte Sau zu greifen.

Die Jagzeit für das weibliche Rehwild liegt wie bei den meisten Schalenwildaren im Herbst und Winter, demzufolge fallen die Nachsuchen ebenfalls da an.
Im Sommer können Nachsuchen von Rehböcken, aber ebenso von Sauen anfallen.
Dabei ist es nicht immer heiß und trocken und im Sommer ist bedeutend mehr Bodenbewuchs vorhanden als im Spätherbst und Winter, der die Wund- fährte besser stehen lässt.

Zur Frage, ob die Länge einer Schweißfährte denn entscheidend für den Erfolg als ihre Intensität ist:

Zur Intensität:
Der Hund kann an der Intensität wahrnehmen, wie krank ein Stück ist und er wird einer Fährte freudiger nachhängen, die ihm Erfolg (Beute) ver-
spricht. Erfahrene Hunde teilen das gelegentlich auch ihrem Führer mit -
indem sie nicht arbeiten.

Die Länge ist genauso entscheidend: Fährtenarbeit ist für den Hund höchste Konzentration - je länger, je schwerer ist die Fährte voranzu-
bringen. Dazu kommen im Verlauf "Verleitungen" aller Art. Darum spielt neben der Nase und dem Fährtenwille die Kondition von Hund und Führer eine große Rolle. Es geht also bei langen Fährten nicht nur um die Konzentration, sondern auch um die Kondition.

Weidmannsheil!

K. Richter


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@ Sunyi #
Sunyi schrieb:

Hallo Lauscherhoch,
ich gebe Dir die Antwort von Herrn Richter weiter: - Grüße! Sunyi


Meine Antwort für lh:

Rein physikalisch kann ich Ihnen nur recht geben, aber es kommen noch
zwei Faktoren dazu:

1. Das Rehwild passt viel besser ins Beuteschema des Wolfes als ein um ein
vielfach wehrhafteres Wild wie das Rotwild oder auch die Sauen.
2. Zur Bodenverwundung kommt die "Angstwitterung" des beschossenen Wildes
dazu und die des Rehwildes ist für Ihren Hund interessanter, da es für
ihn leichter ist, ein Stück Rehwild als eine wehrhafte Sau zu greifen.

Die Jagzeit für das weibliche Rehwild liegt wie bei den meisten Schalenwildaren im Herbst und Winter, demzufolge fallen die Nachsuchen ebenfalls da an.
Im Sommer können Nachsuchen von Rehböcken, aber ebenso von Sauen anfallen.
Dabei ist es nicht immer heiß und trocken und im Sommer ist bedeutend mehr Bodenbewuchs vorhanden als im Spätherbst und Winter, der die Wund- fährte besser stehen lässt.

Zur Frage, ob die Länge einer Schweißfährte denn entscheidend für den Erfolg als ihre Intensität ist:

Zur Intensität:
Der Hund kann an der Intensität wahrnehmen, wie krank ein Stück ist und er wird einer Fährte freudiger nachhängen, die ihm Erfolg (Beute) ver-
spricht. Erfahrene Hunde teilen das gelegentlich auch ihrem Führer mit -
indem sie nicht arbeiten.

Die Länge ist genauso entscheidend: Fährtenarbeit ist für den Hund höchste Konzentration - je länger, je schwerer ist die Fährte voranzu-
bringen. Dazu kommen im Verlauf "Verleitungen" aller Art. Darum spielt neben der Nase und dem Fährtenwille die Kondition von Hund und Führer eine große Rolle. Es geht also bei langen Fährten nicht nur um die Konzentration, sondern auch um die Kondition.

Weidmannsheil!

K. Richter




Vielen Dank, das Sie sich die Mühe gemacht haben .
Waidmannsheil lh
Werde älter als ne Kuh,
aber lerne immer noch dazu.

Sei ein Experte wie du willst,
es gibt Einen der dir hilft.
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