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Experten geben Auskunft
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Forum: Experten geben Auskunft
Hier bieten wir mehrmals im Jahr unseren Mitgliedern die Möglichkeit, bei Fachleuten nachzufragen.

Expertenaktion: Frühjahrssauen - Startschuss

Beitrag bearbeitet von Corvus am 18.02.09 um 08:37 Uhr.
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Expertenaktion: Frühjahrssauen - Startschuss
Es ist soweit, der Startschuss für unser neues Expertenaktionsthema "Frühjahrssauen" ist gefallen!

In diesem Thread könnt ihr eure Fragen an Herrn Duderstaedt posten.

Für diejenigen, die noch nicht mit dem Ablauf der Expertenrunde vertraut sind gibt es HIER nochmals die genauen Info´s.

Auf einen interessanten, regen und vor allem lehrreichen Verlauf!

Schlagwörter dieses Themas: duderstaedt, expertenrunde, frühjahr, sauen, schwarzwild, hinzufügen »

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@ Corvus #
Corvus schrieb:

Es ist soweit, der Startschuss für unser neues Expertenaktionsthema "Frühjahrssauen" ist gefallen!

In diesem Thread könnt ihr eure Fragen an Herrn Duderstaedt posten.


Nachdem dies ja ein Fragen- und kein Diskussionsforum sein soll:
a) welchen Einfluß hat die Uhrzeit, zu der die Kirrungen beschickt werden (also täglich zur gleichen Zeit oder wechselnde Uhrzeiten)?
b) welche Lockmittel (Buck-Expert usw) sind erfolgversprechend?
c) welches Kirrmaterial (außer Mais) ist erfolgversprechend?
d) ist eine Kirrung auf dem Feld zu riskant?
Wer einen Rechtschreibfehler findet darf ihn behalten!
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@ pudlich #
pudlich schrieb:
Wenn wir, mit welchen Mitteln auch immer, den Bestand gnadenlos zusammengeschossen haben, dann und nur dann können wir wieder über Sozialstrukturen nachdenken. Dann können wir aus dem verbliebenen kleinen Rest wieder einen gesunden Bestand herausformen.
So furchtbar das ist, in "Reduktionsgebieten" wird es anders nicht gehen.

Servus

So wird es stellenweise bei uns in manchen Gemeinden schon betrieben.

Geschossen wird die Leitbache, wenn möglich und vorhanden wird noch die eine oder andere Beibache mitgenommen.

Ob diese Methode tatsächlich erfolgsversprechend ist kann man sicher erst nach einer gewissen Zeit durch stetige Beobachtung und in Form einer Studie in Erfahrung bringen.

Eine offene und berichtigte Frage wäre wie sich beim Entfernen der Leit-, aber auch zugleich ein paar Beibachen, dann das mögliche Rauschchaos entwickelt und einstellt. Im schlimmsten Fall entsteht eine Situation, die an Goethes Zauberlehrling erinnert.


Gruß Krachlatte
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Beitrag bearbeitet von pudlich am 18.02.09 um 13:46 Uhr.
@ Krachlatte #
Krachlatte schrieb:

Servus

So wird es stellenweise bei uns in manchen Gemeinden schon betrieben.

Geschossen wird die Leitbache, wenn möglich und vorhanden wird noch die eine oder andere Beibache mitgenommen.

Ob diese Methode tatsächlich erfolgsversprechend ist kann man sicher erst nach einer gewissen Zeit durch stetige Beobachtung und in Form einer Studie in Erfahrung bringen.

Eine offene und berichtigte Frage wäre wie sich beim Entfernen der Leit-, aber auch zugleich ein paar Beibachen, dann das mögliche Rauschchaos entwickelt und einstellt. Im schlimmsten Fall entsteht eine Situation, die an Goethes Zauberlehrling erinnert.


Gruß Krachlatte


Da kann ich dich beruhigen, da passiert nicht mehr als sonst auch. Das Rauschchaos haben wir schon längst. Und das hört erst auf, wenn das Märchen von der synchronisierten Rausche aus dem letzten Kopf verschwunden ist.

Wenn die Leitbache rauscht, werden durch Pheromone auch die nachrangigen Bachen nach und nach zur Rausche angeregt, WENN SIE DAZU PHYSIOLOGISCH IM STANDE SIND.
Das bedeutet aber ja nicht, daß die Bachen, die zu diesem Zeitpunkt nicht rauschig werden können, deswegen bis zur nächsten Rausche der Leitbache warten.
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Frage:
Gibt es Erfahrungswerte, wie lange eine erfahrene Bache ihre Frischlinge im Kessel allein läßt und wie weit sie sich räumlich von diesem entfernt?
Mit Weidmannsheil
Ruedemann
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Beitrag bearbeitet von Krachlatte am 18.02.09 um 13:39 Uhr.
@ pudlich #
pudlich schrieb:
Da kann ich dich beruhigen, da passiert nicht mehr als sonst auch. Das Rauschchaos haben wir schon längst. Und das hört erst auf, wenn das Märchen von der synchronisierten Rausche aus dem letzten Kopf verschwunden ist.

Pudlich,

ich bin sicher nicht beunruhigt, auch wenn ich mir bewusst bin, dass wir das Rauschchaos schon längst haben.

So wie es z.Zt. strecken- und stellenweise mit zunehmenden Schwarzwildpopulationen aussieht muss man handeln. Wenn das hieße primär die Leitbachen zu schießen und auch die Beibachen auszudünnen, wäre es sicher einen Versuch wert.

Ich frage mich aber, ob das tatsächlich nur an den klimatischen Veränderungen, einhergehend mit steigender Mast der Baumfrüchte, den vermehrten Angebot von Feldfrüchten und übertriebener Kirrungen liegt.
Ich bin bei weitem noch nicht so lange wie du jagdlich dabei, daher kann ich nicht aus jahrelangen Beobachtungen Erkenntnisse ziehen. Aber auffällig ist doch, das sehr viele "führungslose" Rotten im Frischlings- und Überläuferformat unterwegs sind.

Tatsache ist dann aber auch, dass sich jagdgesetzlich das eine oder andere ändern müsste, wenn wir von keiner synchronen Rauschzeit mehr ausgehen können.


Gruß Krachlatte
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Beitrag bearbeitet von Corvus am 18.02.09 um 14:18 Uhr.
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Gerade wollte ich etwas zum Thema "Fragen stellen in der Expertenrunde" posten, aber obi kam mir zuvor.

Bitte nutzt diesen Thread nicht nur, um über die Sauenbejagung im Frühjahr zu diskutieren
Hierfür gibt es unser Schwarzwild-Forum.

In dieser Expertenrunde sollen in erster Linie Fragen an Herrn Duderstaedt gestellt werden.

Aus Gründen der Archivierung wäre eine reine Diskussion auch insofern ungünstig, da dieser Thread ja nach Beendigung der Expertenaktion zur genauen Auswertung in unsere interne Mod-Gruppe verschoben wird.
Das bedeutet, dass mit dem Verschieben auch eure Diskussionsthreads mit verschwinden.

Ich habe euch hierzu aber ein eigenes Thema im Schwarzwild-Forum erstellt und habe den bisherigen Diskussionsverlauf dort hin verschoben.

Gruß

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@ Krachlatte #
Krachlatte schrieb:

Ich frage mich aber, ob das tatsächlich nur an den klimatischen Veränderungen, einhergehend mit steigender Mast der Baumfrüchte, den vermehrten Angebot von Feldfrüchten und übertriebener Kirrungen liegt.


Also Frage an den Experten: was ist / war der größte Treiber für die Zunahme an SW?

Und was kann man in kombinierten Wald-/Feldrevieren tun, um im Sommer die Sauen vom Mais fern zu halten und bejagen zu können?


Aber auffällig ist doch, das sehr viele "führungslose" Rotten im Frischlings- und Überläuferformat unterwegs sind.

Gruß Krachlatte


Wir hatten bei uns im Revier in 2008 zwei Frischlingsrotten (sowie eine laufkrank geschossene führende Bache mit 4 Frilis) gesichtet.

Frage: wer verursacht mehr Schaden? Eine "intakte" Rotte mit erfahrener Leitbache oder eine (gleichgroße) führungslose Frischlings-/Überläuferrotte?
Wer einen Rechtschreibfehler findet darf ihn behalten!
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Beitrag bearbeitet von pudlich am 18.02.09 um 14:15 Uhr.
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Sehr geehrter Herr Duderstädt,
ich bitte um Stellungnahme zu nachstehenden Punkten:


1. Neben mir liegt der "Rheinisch-Westfälische Jäger" 2/2009.

Im Artikel "Gemeinsam handeln" werden wieder einmal die bekannten Abschußrichtlinien veröffentlicht, als da wären:
75 % Frischlinge
15 % Überläufer
5 % mehrjährige Bachen
5 % Keiler 5 Jahre.

DAS hatten wir schon. Diese Vorgaben sind sicherlich richtig, wenn die Population in Bezug auf Alter und Zahl stimmt. In Zeiten massiver Reduktion ist sie m.E. falsch.

Es kann doch nicht zielführend sein, aus einer kopfstarken Rotte, die sich aus Leitbache, Beibachen, Überläufern und Frischlingen zusammensetzt, an der Kirrung einen Frischling heraus zu schießen. Damit ist über kurz oder lang doch nur gewährleistet, daß die Leitbache mit zunehmender Erfahrung Kirrungen meidet oder nur dann aufsucht, wenn sie nicht besetzt sind.
Nach meinen Erfahrungen ist es wesentlich besser, durch Abschuß der Leitbache, wenn sie entweder nicht führt oder die Frischlinge alt genug sind, die Rotte zu teilen, um so mehrere Rotten entstehen zu lassen, die bejagt werden können. Nach dem Motto: Die Schlauen zuerst, ist so eine deutliche Erhöhung der Abschußzahl möglich.
Dies natürlich nur dann, wenn unter den Mitjägern soviel Engagment besteht, daß tatsächlich auch bejagt wird.

Sehen die Experten das genau so?

2. Zur Reduktion des Schwarzwildes werden zunehmend revierübergreifende Drückjagden veranstaltet. Diese Drückjagden sind vorbereitungsintensiv, teuer und bergen ein nicht unbeträchtliches Risiko.
Leider überwiegen auf den dabei erzielten Strecken häufig die "Beifänge", also Rehwild, Damwild, Rotwild, während die SW - Strecke bescheiden bleibt. Sie sind also häufig nicht zielführend.
Hier sind m.E. besonders die Forstverwaltungen im Fokus.
Ich konnte mehrfach beobachten, daß sich die eingesetzten Hunde lieber mit anderem Wild als mit Sauen auseinandersetzen und die Rotten daher teilweise unbelästigt bleiben. Zu allem Überfluß lernen die Stöberhunde dabei sehr schnell, daß es leichtere Beute als Sauen gibt und verlagern deshalb ihr "Beuteschema". Bewerte ich das über?
Ist es nicht deutlich zielführender, revierübergreifende DJ ohne zahlende und somit Ansprüche auf Strecke habende Gäste durchzuführen und sich dabei in der Freigabe nur auf Schwarzwild zu beschränken?

Sehen die Experten das genau so?

3. Noch immer geistert durch viele Köpfe das Märchen von der synchronisierten Rausche, als würden Leitbachen die Rauschen der Beibachen aktiv unterdrücken. Dabei wäre es richtiger, von initiierter Rausche zu sprechen, da die Beibachen durch den Geruch der Leitbache zur Rausche angeregt werden.
Nach welchen Kriterien richtet sich der Zeitabstand zwischen zwei Rauschen der Leitbachen, wie hoch ist er und wie hat er sich in den letzten Jahren verändert?



4. Die Tierärztliche Hochschule Hannover beobachtet seit Jahren die Rauschzeiten und hat herausgefunden, daß die Hauptrauschzeit nicht mehr wie bisher angenommen im Dezember/Januar stattfindet, sondern im September/Oktober. Dies bedeutet, daß genau dann, wenn die Drückjagden stattfinden, nämlich im Dezember/Januar, Bachen mit soeben geborenen/sehr jungen Frischlingen vorkommen. Ist hier nicht ein Umdenken unsererseits erforderlich hinsichtlich der Bejagungszeitpunkte?

Was sagen die Experten?
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Eine Frage und eine Feststellung zugleich:

Ist das Jahr nicht viel zu kurz, um sich bei ausufernden Sauenbeständen darüber Gedanken zu machen, ob Bejagung im Frühjahr ja oder nein? Schließlich gibt es auch noch andere Wildarten, denen wir unsere Zeit widmen müßen.
Es ist natürlich gar nicht gut, wenn das ganze Jahr über im Revier Jagddruck herrscht. Das macht die Jagd im Herbst/Winter nicht leichter, insbesondere da doch der Schwerpunkt der Abschüsse bei der Einzeljagd getätigt wird. Aber ich bin der Meinung, man muß jede Gelegenheit nutzen, egal welche Jahreszeit, sonst werden wir mit wachsenden Populationen nicht fertig.
Gilt eigentlich nicht nur für Sauen .....
Gruß
foerster
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