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Ein ganz normales Heiderevier....

Geschichten und Erlebnisse (21 Einträge)

Köhlerhütte als Marderunterschlupf Gesprungen, beschossen und von den Hunden schnell abgetan.... Mit stolzgeschwellter Brust....
1164 mal angesehen
17.02.2008, 20.23 Uhr

Winterlicher Reviergang

"Kommst Du mit? Die Hunde müssen raus!" Während mich das Wetter nicht mehr drinnen hielt, hockte Anni, meine pubertierende Tochter, mal wieder in ihrem Zimmer. Diesmal jedoch zögerte sie nicht lange, sie wollte mit. "Wir machen doch nur einen Spaziergqang, oder?" Das kannte ich schon: Selbst bei einem banalen Spaziergang wollte die Kleidungsfrage wohlüberlegt sein. "Nein, wir machen einen Reviergang und ich nehme die Flinte mit!" Damit waren die Weichen auf grün gestellt und ruckzuck stand sie - von Kopf bis Fuß grün gewandet -bereit.

Draußen herrschte echtes Kaiserwetter:
Strahlend blauer Himmel, aber die Temperaturen waren eisig. Und der Wind ging durch und durch. Wenn wir dies' Jahr schon auf Schnee verzichten mußten, so war es dennoch ein grandioser Wintertag. Heute wollt' ich in einem Revierteil nach dem Rechten sehen, in dem ich lange nicht gewesen bin.

Obschon meine beiden Foxl morgens schon einen Gang gemacht hatten, waren sie voller Elan, zumal der "Alte" die Flinte mitführte. Eifrig kontrollierten Sie jede Hecke, jeden Stauchhaufen am Weg und markierten allerlei Witterung. Der gelegentliche Blick in die Ferne mahnte mich zur Vorsicht. Jetzt am Ende der Stöbersaison, reichte eine Bewegung am Horizont aus, sie durchgehen zu lassen. Dabei unterschieden sie erfahrungsgemäß nicht mal zwischen flüchtigem Rehwild oder einem Motorrad auf der Straße unterschieden. Bewegung verhieß Beute... Na ja, die nächsten Monate hatte ich ja zunächst mal Zeit, in Sachen Erziehung wieder "Grund" reinzubringen. Sicherheitshalber bat ich meine Tochter zunächst die Hündin anzuleinen, die durch ihren jugendlichen Überschwang derzeit besonders schwer zu "bremsen" ist.

Der Rüde hatte schon bemerkt, wohin uns unser Weg führen würde: An der gemütlichen Köhlerhütte, inmitten der Feldmark, hatte wir schon so manches Weißkehlchen aus dem Feuerholz gesprengt.

Während wir noch am Tor zur Köhlerhütte hantierten, eilte er schon voraus und verschwand im Feuerholzschuppen. Gleich würde sich zeigen, ob ein Marder zuhause wäre. Doch leider erwies Atze sich nur sehr interessiert, ohne mit giftigem Laut zu verkünden, dass der Kaffeebraune steckt. Anni schnallte die Hündin dazu und die beiden Gescheckten suchten systematisch die Verschläge und Holzhaufen ab. Ja, Witterung schien hier jede Menge zu stehen, doch Weißkehlchen war offenbar ausgeflogen.

Frustriert erweiterten die Hunde ihre Kreise. Dort hinten lagerten noch Eisenbahnschwellen, gegenüber boten Unterstände für Maschinen jede Menge Versteckgelegenheiten. Sie eilten hin und her, doch nirgends wurden die quirrligen Terrier fündig. Während meine Tochter die Suche der Hunde verfolgte, gewahrte ich am Himmel eine Krähe, die mit gemächtlichem Schwingenschlag direkt auf uns zuhielt. Während der erste Schuß noch hinterher ging, ließ der zweite Schuß sie verendet zu Boden stürzen.

Schüsse - das war was für die Hunde. Gleich zweimal hatte es geknallt... Irgendwo sollte wohl Beute liegen... Mit begeisterten Luftsprüngen suchten sie die Umgebung ab. Die junge Hündin voller Bewegungsdrang, aber wenig systematisch. Der alte Rüde langsamer, aber dabei routiniert und planmäßig. Folgerichtig war er es, der als erster die schwarzschillernde Silhouette gewahrte. Nur mit einem energischen Ordnungsruf konnte ich verhindern, dass er die verhasste Krähe erst einmal ordentlich durchkaute. Eifersüchtig von der Hündin eskortiert, trug er mir die Gelegenheitsbeute zu. Na, wenn schon kein Marder, dass eben eine Krähe. Davon hatten wir hier eh' zuviele rumfliegen.

Wir machten uns auf den Heimweg. Am Tor angekommen stellte ich jedoch fest, dass nur die Hündin uns gefolgt war. Der Rüde hatte den Marder offenbar noch nicht abgeschrieben. Na gut, warten wir hier, er wird schon kommen. Nachdem ich - das Wetter lud einfach dazu ein - einige Fotos von meiner Tochter mit Hund gemacht hatte, ließ sich mein Atz' noch immer nicht sehen.

Gerade knobelten wir, wer von uns zurückgehen und ihn holen sollte, da erklang sein giftiger Laut, auf den wir zuvor so sehnlichst gewartet hatten.

Er hatte den Marder gefunden!!

Wir eilten zurück, doch der Laut kam nicht - wie erwartet - aus dem Feuerholzschuppen, sondern von der Köhlerhütte. Wo sollte denn da ein Marder stecken? Am Eingang kratzte er ärgerlich an der Bretterverkleidung. Sollte der Marder etwa in der Verschalung sitzen. Atze war jedenfalls überzeugt - immer giftiger gebährdete er sich. Während ich erkennen mußte, dasss Weißkehlchen sehr wohl durch die ein oder andere Ritze passen konnte, fing er wütend an, das Fundament freizulegen. Wie sollten wir den Marder denn da rausbekommen?

Zunächst galt es die Ressourcen sinnvoll einzuteilen. Zunächst mußte meine Tochter mit der Hündin mal den Rückwechsel decken. So sollte er wenigstens nicht unbemerkt entkommen können und ich hatte bei Bedarf freies Schußfeld. Atze tobte vor Zorn. Er wußte genau wo der Bursche saß, aber er kam nicht ran...

Zwar war mir das "Auspochen" oder "Austrommeln" theoretisch geläufig, doch bislang war der Marder immer anderweitig gesprungen. Hier jedoch ging es nicht anders. Mit einem Schaufelstiel pochte ich systematisch nacheinander die Bohlen der Innenverkleidung ab, während sich Atze draußen immer rasender gebärdete.

"Da läuft er !!!! " Annis Schrei ließ mich nach draußen sprinten. "Papa, er kommt zurück !!!" Tatsächlich, er raste wieder auf mich zu. Längst hatte ich die Flinte in der Hand. Erst wollte er erneut in die Köhlerhütte, entschied sich dann jedoch, seine Flucht Richtung Eisenbahnschwellen fortsetzen zu wollen. Bevor er jedoch in großen Sprüngen hinter einem riesigen Findling verschwand, faßten ihn meine Schrote. Noch während er sich überschlug, war Atze heran. Bevor er aber richtig zufassen konnte, hatte der verendende Marder ihn noch in die Nase gepackt. So konnte er ihn kaum abschütteln.

"Anni, mach Aisha los!" Kaum ausgesprochen, kam diese auch schon herangesaust, packte zu und in Sekunden war der Jungmarder vollends verendet. Passioniert beutelten die beiden Terrier den kleinen Räuber. Besonders stolz aber war Anni, dass sie durch ihre schnelle Reaktion zum heutigen Jagderfolg beigetragen hatte.

Ein einstündiger Spaziergang und eine Strecke mit Marder und Krähe - das konnte sich sehen lassen...


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Ruedemann

Ruedemann

Alter: 56 Jahre,
aus Nordheide
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Kommentare

17.02.2008 21:11 Lakai
Super erzählt, 5 Punkte!
17.02.2008 21:50 Schnepfenbart
Toll erzählt.
Waidmanns heil auch von mir.
Gruß aus Luxemburg
Paul
18.02.2008 09:16 platzi
Ein schöner Tag - und unterhaltsam erzählt.
Schön, dass DIch Deine Tochter dabei begleitet. Ist doch doppelt so schön....

Weidmannsheil

Diether
18.02.2008 09:58 Ruedemann
Ich danke Euch!

Nachdem ich meinen Sohn zunächst an die Angelei "verloren" habe (hofentlich nur leihweise), kann ich bei der Jagd und bei den Hunden auf meine Tochter bauen. Klar, das macht den Vater stolz...

Euch allen ein herzliches Weidmannsheil!
18.02.2008 13:24 Meffi
Feine "kleine" Jagd.

Gruß und wmh, Meffi!
18.02.2008 15:14 Robert
super Erzählung.

Danke

Robert
18.02.2008 18:03 zickigeRicke
Waidmannsheil zum Jagderfolg und Gratulation zur spannend geschriebenen Geschichte.
Herzliche Grüße
zR
18.02.2008 21:09 Ruedemann
Robert schrieb:

super Erzählung.

Danke

Robert


Freut mich - gerne wieder! Weidmannsheil!
18.02.2008 21:11 Ruedemann
zickigeRicke schrieb:

Waidmannsheil zum Jagderfolg und Gratulation zur spannend geschriebenen Geschichte.
Herzliche Grüße
zR


Zumindest zeigt es sich, dass die Jagdzeit eben am 31.01. noch nicht vorbei sein muss! Ein paar Tage bleiben und noch....

Liebe Grüße und Weidmannsheil
Ruedemann
18.02.2008 21:34 pasianus
Super erzählt
für meinen Sohn druck ich den Beitrag von dir immer aus, er ist lesefaul aber diesen Eintrag liest der sofort.
Solltest ein Buch schreiben!

Weidmannsheil und Gruß
Pasianus
19.02.2008 12:14 Ruedemann
pasianus schrieb:

Super erzählt
für meinen Sohn druck ich den Beitrag von dir immer aus, er ist lesefaul aber diesen Eintrag liest der sofort.
Solltest ein Buch schreiben!

Weidmannsheil und Gruß
Pasianus


Danke, ich denke darüber nach...!
Wmh und einen lieben Gruß an Deinen Sohn! Auf die ein oder andere Geschichte kann er sich noch freuen!

Ruedemann
21.02.2008 18:46 jaeger1954
Super erzählt, Gratulation
laß ich meine beiden Kinder auch lesen!
Vielleicht hilft`s

herzliches Waimannsheil
jaeger53
21.02.2008 18:48 Ruedemann
jaeger53 schrieb: Super erzählt, Gratulation
laß ich meine beiden Kinder auch lesen! Vielleicht hilft`s
herzliches Waimannsheil ! jaeger53


Ja, dass wünsche ich Dir auch! Wmh R.


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