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Nur eine Kontrollsuche ..........

Drückjagd in der Oberförsterei Chorin (1 Eintrag)

Nur eine Kontrollsuche
1056 mal angesehen
14.02.2008, 20.34 Uhr

Nur eine Kontrollsuche .....

Es war im November vergangenen Jahres auf einer Drückjagd in der Uckermark.
Freigegeben waren neben Dam Schwarz und Rehwild auch Rotwildkälber.
Beim Vormittagstreiben in einem anderen Revier hatte ich schon Waidmannsheil auf zwei Frischlinge gehabt.
Das Treiben am Nachmittag wurde gegen 14:00 Uhr angeblasen. Mein Stand war in einem lichten Kiefernaltholz mit teilweise Buchenverjüngung.
Lange Zeit tat sich nichts. Vom Wetter her war es ein diesiger Tag mit leichtem Nieselregen.
Nach ca. 1 Stunde sah ich in Entfernung einen Fuchs durchs Gehölz huschen, er war aber für einen Schuss zu schnell und auch zu weit entfernt.
Nach einer weiteren Stunde hörte ich Hundegeläut aus der Ferne und hatte kurz darauf ein Stück Rotkahlwild flüchtig auf ca. 100 Gänge. Ob Alttier oder Schmaltier konnte ich nicht ansprechen - egal - auf jeden Fall war es kein Kalb.

Kurz darauf erschien ein Kahlwildrudel mit 7 Stücken Rotwild auf der Bildfläche. Es hatte den Anschein, als ob die älteren Stücke beide Kälber in ihre Mitte genommen hatten um sie zu schützen.
Auf ca. 80 Gänge verhoffte das Rudel ganz kurz, das Leittier ging vor und sicherte. Es gab dabei das Blatt des folgenden Kalbes frei. Durch diese Unachtsamkeit des Alttieres konnte ich einen Schuss auf das freistehende Kalb anbringen. Ohne zu Zeichnen ging es mit den restlichen Rudelmitgliedern hochflüchtig ab. Die Bühne war leer und ich stand da wie ein begossener Pudel. Ich war mir sicher gut abgekommen zu sein. Immer wieder stellte ich mir die Frage, ob es wirklich sein konnte, daß ein Rotkalb das Geschoss einer 30.06 (10g RWS Bionic Black bleifrei) mitnehmen kann, ohne zu zeichnen. Hatte ich vieleicht doch vorbei geschossen?

Wenn ja - was war der Grund?

Nach Ende des Treibens habe ich mir den Anschuss genau angesehen. Bisher hatte ich immer Schwierigkeiten diesen zu finden. Ich war jedoch nach dem Schuss so auf diese Stelle fixiert gewesen, daß es diesmal kein grosses Problem war.
Was ich fand war lediglich ein kleines Büschel Schnitthaar (siehe Bild). Mit einem Papiertaschentuch tupfte ich die Stelle rund um das Schnitthaar ab,um so auf dem nassen Blattwerk vieleicht doch noch den ein oder anderen Schweisstropfen zu finden - jedoch ohne Erfolg. Ca. 2 m vor dem Anschuss fiel mir dann ein abgeschossener Ast, so dick wie ein Mittelfinger auf. Naja, dachte ich bei mir, vieleicht ein Indiz für ein abgelenktes Geschoss, wohin auch immer.
Der Anschuss wurde dem Ansteller angezeigt und mit einem Papiertaschentuch verbrochen. Was hätte man in der Situation mehr machen können?
Der Ansteller meinte nur lapidar dass man am darauf folgenden Tag eine Kontrollsuche machen würde. Es sähe aber nicht so aus, dass diese von Erfolg gekrönt werden würde. So kam es dann auch. Am gleichen Tag wurden nur Nachsuchen abgearbeitet bei denen es sich eindeutig um Totsuchen handelte. Beim Schüsseltreiben stellte sich bei mir ein mulmiges Gefühl ein. Es wollte eigentlich gar keine richtige Stimmung aufkommen.

Auch am Tage danach, wir waren übrigens wieder auf einer Drückjagd in der gleichen Oberförsterei eingeladen, musste ich immer wieder an das von mir beschossene Rotkalb denken. Nach Ende des Treibens fand man sich wieder auf dem Wirtschaftshof der Oberförsterei zum Streckelegen ein. Da ich einer der ersten am Streckenplatz war, wunderte ich mich, dass schon ein aufgebrochenes Rotkalb dort lag.
War es vielleicht mein Kalb vom Vortag? Bei näherer Betrachtung konnte man einen Waidwundschuss feststellen jedoch keinen Ausschuss.
Als der Schweisshundführer zum Schüsseltreiben erschien, wurde es Gewissheit. Es war tatsächlich mein Kalb. Die Nachsuche bzw. Kontrollsuche war also vom Erfolg gekrönt. Zielstrebig und ohne unterwegs auch nur einen Tropfen Schweiss gefunden zu haben, hatte der HS nach 1,5 km zum verendeten Stück gefunden, so der Hundeführer.
Erleichterung und Freude machte sich breit. Dem Führer und natürlich seinem Hund sei Dank für diese tolle Arbeit. Beim anschliessenden Schüsseltreiben wurde alles nachgeholt was am Tage zuvor gefehlt hatte. In mein Schussbuch konnte das zweite Stück Rotwild eingetragen werden - für mich als Niederwildjäger ein besonderer Tag bzw. die Krönung eines tollen Wochenendes in der Uckermark am Rande der Schorfheide.
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Isegrim

Isegrim

Alter: 53 Jahre,
aus LOWER SAXONY
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Kommentare

15.02.2008 19:09 Ruedemann
Weidmannsheil, gut und anschaulich erzählt!
16.02.2008 19:17 Jagdperle
Hallo ,
wünsche noch ein Waidmannsheil.
Die Nacht hast Du bestimmt nicht gerade gut geschlafen.
Gut das d,das kalb dann doch gefunden wurde.
Sehr gut erzählt
Gruß Jagdperle
24.02.2008 10:40 Treiber
Waidmannsheil, kann Ruedemann nur zustimmen gut erzählt.

Gruß Rouven
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