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754 mal angesehen
01.04.2019, 19.47 Uhr

Ein frühes Jagdabenteuer des jungen esau

DDR-Zeit.
Vom Jagdleiter eingeteilt musste der Mais der LPG an der Autobahn bewacht werden.
Die Autobahn wurde damals maximal von einem Auto aller paar Stunden befahren.
Die Nacht wurde in drei Schichten unterteilt
Zweite Nachtschicht übernahm mein Vater(damals selbst noch Jungjäger) mit mir im Schlepptau.
Mit dem Trabbi angekommen und mit der 16-er Merkel Df + Zielsechs und meinen Treiberstock bewaffnet tapperten wir los, und gaben das vereinbarte Taschenlampensignal.
(An sowas wie Handy glaubten wir damals nicht im Traum, da schon ein eigenes Telefon wirklicher Luxus war)
Wir lösten die Frau des damaligen ABV ab.
Im Schlagschatten der Bäume an der Preussengrenze arbeiteten wir uns ganz langsam vorwärts.
Der Aprilmond wurde durch schnellziehende kleine Wolken in sehr regelmässigem zeitlichen Abstand "an- und ausgeschalten."
Einge Zeit später:
Da, ein paar Überläufer zeicheten sich frei auf der Ackerfläche ab.
Ich blieb im Schlagschatten und beobachtete das Ganze mit meinem Zeiss Jena 8x30(Das Ding benutze ich heute noch im PB und als Tagesglas auf Reisen).
Vater sprang die Sauen an. "Sprang" deswegen, weil er immer bei Mond aus vorwärts ging, um bei Mond an, wieder wie versteinert zu verharren.
Als er nach einer gefühlten Ewigkeit schoß, war er wohl noch etwas weit weg, oder die FLG machten ihrem Namen ("Treffer") mal wieder keine Ehre, weil die Guten in den Westen verkauft waren.
Er erwischte die Sau an der Wirbelsäule und sie klagte jämmerlich.
Die restliche Rotte lief mich fast um, was ich mit einem kurzen Pfiff verhinderte.
So drehten sie ab und schlugen sich prasselnd hinter mir in die Büsche.
Vater sprang nun dichter an die Sau , die sich wild umherschlagend gebärdete und schoss ein weiteres mal.
Dabei verpasste er ihr, wie sich später herausstellte, nur eine Zahnlücke.
Nun war auch ich heran, und hielt der bedauernswerten Sau den Stock hin, worauf sie zuschnappte und prompt der erlösende Fangschuss saß.
Phuuuhh!
Danach banden wir die Wutz an meinen Stock, und transportierten sie einen guten Kilometer über den weichen Saatacker, wie die alten Bärenjäger auf irgendwelchen Karrikaturen.
Dabei stubste mir die "Steckdose" immer in die Rippen, was einen schweissigen Fleck hinterlies.
Am Ackerrand angekommen, trafen wir auf die Ablösung.
Ein Polizist/Sohn eines Schlachters.
Dieser half Vater beim Versorgen der Sau.
Auf dem sandigen Acker fürchteten wir, sie zu sehr zu verschmutzen.
Die Sau musste nun noch auf dem Forsthof in der Kühlzelle abgeliefert werden.
Die Jagd hat mich nicht mehr losgelassen.
Aber ich sollte mich trotz andauernder intensiver Beschwörungen meines Vaters noch sehr lange dagegen sträuben, selbst schießender Jäger zu werden.
offline

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esau

esau

Alter: 51 Jahre,
aus Mecklenburg von da wo der Wolf wohnt

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Kommentare

01.04.2019 20:02 R93Hunter
Ich brauche Nachhilfe. Was ist ABV?
01.04.2019 20:05 esau
R93Hunter schrieb:
Ich brauche Nachhilfe. Was ist ABV?

Abschnittsbevollmächtigter= DDR-Sprech für Dorfsherriff.
01.04.2019 22:44 holzbockjager
so lernt man Jagd und Passion kommt dann auch !
mfg
Michael
02.04.2019 18:52 esau
holzbockjager schrieb:
so lernt man Jagd und Passion kommt dann auch !
mfg
Michael


Zumindest lernt man sie so einwenig kennen.
Und man weiß später vielleicht eher, was man will, wenn am sich dann für die Jagd entscheidet.
03.04.2019 10:46 KeilerHeinrich
Unsere alten Zielfernrohre auf den Doppelflinten wiesen eine Unzahl von " geheimen Kratzern" auf.
Die dadurch entstandenen Fehlschüsse nervten meinen jagdlichen Ziehvater und Revierförster dermaßen, das er bei allen Flinten bei der jährlichen Überprüfung die Absehen Verstellkappen/Rädchen austauschen ließ. Von da an galt die Ansage:" Wenn ich eine Flinte zurücknehme und da ist auch nur ein winziger Kratzer irgendwo auf dem ZF, dann ist für den Abgeber ein Jahr Sperre fällig". Das half plötzlich
04.04.2019 19:14 esau
KeilerHeinrich schrieb:
Unsere alten Zielfernrohre auf den Doppelflinten wiesen eine Unzahl von " geheimen Kratzern" auf.
Die dadurch entstandenen Fehlschüsse nervten meinen jagdlichen Ziehvater und Revierförster dermaßen, das er bei allen Flinten bei der jährlichen Überprüfung die Absehen Verstellkappen/Rädchen austauschen ließ. Von da an galt die Ansage:" Wenn ich eine Flinte zurücknehme und da ist auch nur ein winziger Kratzer irgendwo auf dem ZF, dann ist für den Abgeber ein Jahr Sperre fällig". Das half plötzlich

Hier waren die Kappen der Türme einfach mit Rollenpflaster oder Gewebe-Isolierband (das gute alte schwarze) bewickelt.
05.04.2019 21:23 ZH-7x57
Ja so sammelt man Erfahrung und Wissen . Die Ausbildung der angehenden Jungjäger war schon top . Kleidung bei Jagd mit Krawatte , aufbrechen mit langen Ärmel, die Versorgung von Wild , da war alles bestens . War damals Anfang 1980- 1990 einige male in CSSR ,und Ungarn jagen . Leider waren immer sogenannte Oberjäger mit, ..... alle aber sehr schweigsam . Ich erinnere mich gerne an diese Jäger waren freundlich und höflich . 1986 war ich in Polen lernt da eine Abordnung von einen Hunde Zuchtverein kennen ich glaub das war ein Dakelklub .
06.04.2019 13:56 Pillepalle
R93Hunter schrieb:
Ich brauche Nachhilfe. Was ist ABV?

Und bevor du nochmal fragst.......Treffer war der DDR Brenneke!
06.04.2019 19:06 esau
ZH-7x57 schrieb:
Ja so sammelt man Erfahrung und Wissen . Die Ausbildung der angehenden Jungjäger war schon top . Kleidung bei Jagd mit Krawatte , aufbrechen mit langen Ärmel, die Versorgung von Wild , da war alles bestens . War damals Anfang 1980- 1990 einige male in CSSR ,und Ungarn jagen . Leider waren immer sogenannte Oberjäger mit, ..... alle aber sehr schweigsam . Ich erinnere mich gerne an diese Jäger waren freundlich und höflich . 1986 war ich in Polen lernt da eine Abordnung von einen Hunde Zuchtverein kennen ich glaub das war ein Dakelklub .


Für mich war es als Bengel vor allem Abenteuer.
Die steifen Manieren gab es hier weniger.
Hier war die Jagd etwas "proletarischer".
Was ich aber heute sehr an dieser Zeit schätze, ist der Umstand, dass man als vierzehnjähriger Treiber auf Bewegungsjagden sein durfte,
dass ich als solcher Anerkennung als fleissiger und gewandter Hochsitzbauer (auch von den "alten Knochen") bekam,
dass solche Dinge über die Jagdgesellschaft organisiert gemeinsam erledigt wurden (...auch wenn die Beteiligung je nach Typ und Charakter natürlich unterschiedlich ausfiel).
06.04.2019 21:55 WiednerDerSteirer
<<und <<inzwischen hat sich im Lande wohl auch die Situation Grundlegend geendet! damit verbindet dieses Jagderlebnis wohl auch Geschichte,die hoffentlich, sich zum Wohle aller verändert hat !
21.04.2019 11:41 esau
WiednerDerSteirer schrieb:
<<und <<inzwischen hat sich im Lande wohl auch die Situation Grundlegend geendet! damit verbindet dieses Jagderlebnis wohl auch Geschichte,die hoffentlich, sich zum Wohle aller verändert hat !


Zum Wohle Aller ? ... ganz sicher nicht!
Damals spielte dein Einkommen als Bedingung für die Jagd keine Rolle.
Du durftest natürlich kein Staatsfeind sein (genau wie heute) und hattest sicher auch mal Probleme mit "Gleicheren", die Beziehungen hatten (genau wie heute).
Aber prinzipiell war jagdliche Leistung zur Erfüllung des Anschussplanes wichtiger.
Für erledigte Abschüsse bekamst Du sogar ein Abschussentgelt.
Bezahlen musstest du die verbrauchte Munition und deine persönliche Ausrüstung mit deiner Beobachtungsoptik.
Waffe/Zfr. Jagdgelegenheit war kostenlos.
Man jagte in grossen organisierten Gruppen zusammen und feierte auch so.
Natürlich war, die Zahl der Jagdgelegenheiten auch damals begrenzt.
Natürlich gab es auch damals die gleichen Zwischenmenschichen Probleme , wie heute.
Ob es damals oder heute pauschal besser war, kann wohl Niemand ernsthaft beantworten.
Zu Jeder Zeit gab und gibt es Vor- und Nachteile und die zeitgemässen Ungerechtigkeiten.
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