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17.02.2019, 01.50 Uhr

Nicht geschossen ist auch gejagt!

Endlich Samstag, nach einer stressigen Wo he auf Nachtschicht geht es heute wieder ins Revier!
Kurz nach sechs parke ich mein Auto auf dem Seitenstreifen der abgelegenen Landstraße, nach dem aussteigen genieße ich einige Augenblicke die Stille und die Flucht aus dem Alltagstrott.
Ich packe mir meinen Rucksack mit der Thermoskanne, Gehörschutz und der warmen Faserpelzjacke, hänge mein Glas um und entnehme die Waffe dem Futteral und lade sie Teil.
Nach der kurzen Pirsch durch den Wald erreiche ich die Waldkante, und damit die fahrbare Kanzel auf der ich es Heute auf Reineke versuche will, vielleicht kommt ja noch ein Stück Schwarzwild.
Bevor ich den Wald verlasse ein Blick nach links in Richtung Luder-platz, dann gerade aus in Richtung der Sandkuhle, kein Wild in Anblick.
Leise steige ich die Leiter hoch und öffne die Türe. Jetzt erstmal den Rucksack runter, Jacke an und einrichten.
Das Brett als Auflage nach links, den Rucksack außer Reichweite der Füße bringen, die Kanne mit Tee wird in die Ecke gestellt wo ich sie noch erreichen kann, sie jedoch nicht stört.
Jetzt öffne ich das Fenster zum Luderplatz und rechts von mir, das Sandsäckchen als Auflage kommt auf die Fensterbank, ich mache einen Probeanschlag und lade die Waffe fertig.
Jetzt erstmal eine Zigarette um den Wind zu prüfen, verdammt, es bläst von halbrechts hinten!
Na gut, der Rauch zieht in Richtung Landstraße, wenn Wild abwechseln sollte vermutlich aus der anderen Richtung, wollen wir das beste hoffen.
Nun beginnt das Warten, gelegentlich passiert ein Auto die Landstraße, und die Enten auf dem Weiher zu meiner linken erzählen sich was sie den Tag über erlebt haben.
Mittlerweile ist das Tageslicht weitestgehend verschwunden, was ist das?! Lautes Gänsegeschnatter, in der Richtung ist doch kein Gewässer, aber...! Ich nehme den Gehörschutz ab und meine Vermutung bestägit sich, der Lärm kommt von der nahe gelegenen Geflügelfarm. Gefüttert wird dort früher, ob der Fuchs das schwindende Licht genutzt hat um sich einen Sonntagsbraten zu holen??!
Die Zeit vergeht, wie genieße ich doch diese stillen Stunden im Wald oder in der Flur!
Mittlerweile ist es kurz nach elf, der Inhalt der Thermoskanne schwindet, bis Sonntag bleibst du noch denke ich mir.
Gerade als ich mir nachschenke rascheln es links von mir unmittelbar vor der Kanzel!
Jetzt bloß keine unnötige Bewegung, und erst recht kein Geräusch!
Da, rechts von mir wechselt etwas aus dem Gras auf die Fahrspur der Sandgrube, langsam gleitet das Glas an die Augen und erfasst den vermeintlichen Wildkörper, "nur" eine Katze.
Mein Schrecklaut lässt sie die Flucht ergreifen.
Wieder kehrt Stille ein, nur das gelegentliche Rufen eines Kauzes zeigt mir das die Batterien des Gehörschutzes noch nicht leer sind.
Seltsam denke ich mir, heutzutage finden wir seine Ruf erholsam, ihn und andere Nachtgreifvögel finden wir faszinierend.
Früher glaubte man sein Ruf würde Unheil bringen, jemand müsste sterben oder wäre bereits Tod. Wie sich die Zeiten ändern.
Ich blicke auf die Uhr, schon halb zwölf, auf einmal vernehmen ich Schritte auf dem Sand, ein Blick nach rechts bringt Klarheit.
Eine Ricke mit zwei Kitzen kommt in Dreiecksformation von hinten näher. Das hintere, der Ricke näher stehende Kitz wirkt trotz des Abstandes zum anderen größer und auch stärker im Wildbret.
Das vordere lässt sich als Rickenkitz ansprechen, bei dem hinteren bin ich mir nicht ganz sicher, ist dort etwas zwischen den Lauscher?!
Ausgerechnet jetzt knarrt der ausgemusterte Bürostuhl unter mir mir und die Ricke wird mißtrauisch, gerne hätte ich die drei weiter beobachtet.
Auch wenn das Rehwild jetzt Schonzeit hat kann man Erkenntnisse für die Zukunft sammeln, hat die Ricke dort ihren Einstand, bleibt ihr Nachwuchs in der Nähe nachdem sie ihn vor dem Setzen abgeschlagen hat?! Es sind ja nur noch zweieinhalb Monate bis zum Aufgang der Bockjagd, und Schmalspießer und - rehe haben dann ja auch Jagdzeit, im Sommer folgt die Blattzeit, ob die Ricke einen festen Verehrer hat der ihr hierhin folgt?!
Die drei ziehen ihres Weges, und das stärkere Kitz bleibt immer nahe der Ricke, während das schwächere in aller Ruhe mit größerem Abstand folgt. Muttersöhnchen denke ich mir, bald kommt die Zeit da du nicht mehr an Muttis Rockzipfel hängst.
Ein Feuerwerk kündigt den Sonntag an, und der Liter Tee zeigt auch langsam seine Wirkung.
Schade denke ich mir, jetzt hast du bei Vollmond eine Woche Spätschicht, naja, vielleicht machst du Freitag früher Feierabend und gehst trotz abnehmenden Mondes auf den Ansitz, oder quälst dich Samstag und Sonntag in aller Frühe aus dem Bett um noch einen Fuchs am morgen zu erwischen.
Lange ist es nicht mehr bis zur Schonzeit, und das Niederwild wird es dir danken!
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Stephan83

Stephan83

Alter: 35 Jahre,
aus Wegberg

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