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gehört zum Blog: "der Hund hat immer recht....."
665 mal angesehen
21.11.2018, 12.47 Uhr

Der Hund hat immer recht……

ist eine alte Weisheit die noch heute gilt, jedoch manchmal auch von sogenannten „alten Hasen“ missachtet wird.

Eine ungewöhnlich lange Durststrecke liegt schon hinter mir was den Erfolg auf Schwarzwild anbelangt, mindestens 12 bis 15 Stücke hinter dem Vorjahr bei gleichem Aufwand. Nicht das die Schwarzkittel abwesend wären, nein nur unberechenbarer als sonst sind sie heuer, überall und nirgends, Kirrungen kaum angenommen, doch immer irgendwo und irgendwie zu spüren.
Die starke Eichenmast spielt wohl die ausschlaggebende Rolle.

Vor ein paar Tagen nun der erste Erfolg seit 5 Wochen, ein strammer Überläuferkeiler (72 kg) wurde meine Beute als er bereits um 20 Uhr im Raps stand.

Ein Senfacker umgeben von drei Seiten Wald ist mittlerweile fast komplett von den Sauen umgebrochen, zum Glück ist es nur eine Zwischenfrucht………
Der Ansitzwagen hat dort schon seit drei Wochen seinen Platz, doch bisher außer mehrfach Anblick nichts, es will einfach nicht klappen.

Erneut galt die mobile Kanzel als Ansitzplatz, schon um 19 Uhr saß ich an dem Streifen zwischen Senf und Laubwald. Meine Frau hatte mich, wie so oft, gefahren damit auch ja kein Fremdkörper (Auto) das Misstrauen der Schwarzen weckt.
Der eisige Ostwind blies unentwegt in die Kiste, so konnte bei -3° von wohliger Wärme im Ansitzoverall keine Rede sein.
Irgendwie war Alles rundum erstarrt, außer ein paar Rehen die kurz auf dem Wintergetreide erschienen wollte sich kein Wild sehen lassen.

Es war schon nach 23 Uhr, der Wind hatte es tatsächlich durch die Kleidung geschafft und langsam wurde es deshalb ungemütlich. Mit dem Wärmebildgerät konnte ich im Wald immer wieder helle Flecken in Bewegung ausmachen, wahrscheinlich Rehwild so meine Vermutung, um Klarheit zu bekommen harrte ich aus.
Eine halbe Stunde später, mir war richtig kalt, bewegten sich die Flecken endlich in Richtung Waldrand und damit in meinen Sichtbereich.
Tatsächlich erschienen vier Stück Rehwild und wechselten in den Senf, zwischen den Bäumen waren jedoch immer noch hell abgebildete Wildkörper zu sehen, wahrscheinlich weiteres Rehwild dachte ich noch………

Sekunden später war klar: es sind Sauen die recht flott hinter den Rehen Richtung Senf ziehen

siehe Video [jagderleben.landlive.de]

Jetzt war Eile geboten, schnell das Wärmebildgerät mit der Waffe getauscht, keinen Augenblick zu früh denn schon erschien der erste Frischling und strebte Richtung Senfacker um dort in der „grünen Hölle“ zu verschwinden, der nächste Frischling folgte ihm dicht auf den Schalen.

Der Schuss aus der Blaser BBF hallte durch die kalte Nacht, die Rotte brach laut krachend nach hinten weg, nur die beiden Frischlinge mussten im Bewuchs des Ackers sein. Sekunden später kam ein einzelner Frischling hochflüchtig aus dem Senf und verschwand im Wald.
Das passt! so meine Überlegung: zwei Stücke rein, ein Stück raus, - also liegt meine Beute wohl nicht weit entfernt im Feld, war ich doch sicher dass die Kugel an der richtigen Stelle sitzt.

Mit dem Wärmebildgerät den Randbereich absuchen müsste wohl reichen dachte ich, irgendwo wird es schon hell herausleuchten. Doch es leuchtete nichts…………

Meine Frau angerufen wegen Abholung und gleich gebeten das sie mit entsprechender Kleidung kommt um das wohl ein paar Meter im Senf liegende Schweinchen im Randbereich innen zu suchen, mit meinen dicken Klamotten war das schwierig.
Den Hund brauchen wir nicht sagte ich noch, der ist den ganzen Tag mit mir bei einer Drückjagd durchgegangen und komplett platt.
Die Kirchenuhr schlug halb 2 als endlich das Auto nebst Gemahlin auftauchte, eine kurze Einweisung und schon war sie mit Lampe und Wärmebildgerät im Einsatz, ich lief bewaffnet am Rand auf gleicher Höhe mit. Außer das ich erbärmlich fror kam langsam Frust und Ungeduld auf: das Stück muss man doch sehen, es sind so viele umgebrochene Stellen……..usw.

Tatsache war: nichts zu finden!

Wir fuhren zum Haus, nach einer kurzen Aufwärmphase rein in die Nachsuchenklamotten, der Hund konnte es schon nicht mehr erwarten bis auch er entsprechend ausgestattet war und los ging`s. Er war jetzt nach 3 Uhr in gut vier Stunden musste ich mich mit Hund erneut zu einer Bewegungsjagd auf den Weg machen.

Vor Ort mit dem Hund gleich am Senfrand entlang gesucht doch keinerlei Reaktion, im Gegenteil er windet immer wieder Richtung Wald, wahrscheinlich ist dort noch Rehwild……..
Zweimal am Ackerrand entlang runter und zweimal wieder zurück, NICHTS! Doch wieder und wieder geht die Hundenase hoch zum Waldrand.
Letzter Versuch: am Waldrand entlang, bereits nach 20 Metern zieht der Brackerich im rechten Winkel ins Holz, gibt sogar Laut als ich nicht gleich nachgebe………

10 Meter weiter liegt der längst verendete Frischling mit sauberem Blattschuss, der klassische Fall, kann mir nicht passieren dachte ich…………
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sau_hund

sau_hund

Alter: 63 Jahre,
aus BAYERN

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Kommentare

21.11.2018 16:02 WildeBiene
Waidmannsheil
Man lernt nie aus
21.11.2018 19:54 Gento
Waidmannsheil !
22.11.2018 00:45 sau_hund
Waidmannsdank!
22.11.2018 07:34 Treiberluemmel
Waidmanns Heil.
Und respekt an Deine Frau, dass Sie des Nachts solche Aktionen mitmacht.
Meine würde im Bett liegen bleiben...aber dafür sind dann Jagdfreunde zur Stelle wenn es sein muss.
23.11.2018 19:44 swinging_elvis
Waidmannsheil! So ähnlich auch schon erlebt. Sau vor dem Weizen beschossen und sicher, sie muss darin liegen... Pustekuchen. Der Wachtel hat es gerichtet! Sau war zurück in den Wald und nach ca 50m verendet... Gruß, El
03.12.2018 08:41 Kija
..mittlerweile erscheint mir dieser Grundsatz zu einfach, denn so einfach ist das Leben nicht. Allerdings lasse ich ihn laufen, er soll mir beweisen können, dass er Recht hat. Ich nehme mir dann mindestens einen Kilometer Zeit, meine Meinung zu korrigieren.
04.12.2018 20:36 Rebhenne2
Ja, ja. Auch immer wieder erlebt. Der Hund will auf der Verleitfährte den geflüchteten gesunden Stücken nach. Ich weiß doch, das Stück ist in die Richtung abgegangen. Pfeiffendeckel. Der Hund hat immer Recht!
Waidmannsheil und kompliment an die Gattin. Ein Service. Meine Frau würde mir was erzählen!
04.12.2018 23:32 sau_hund
Rebhenne2 schrieb:
Ja, ja. Auch immer wieder erlebt. Der Hund will auf der Verleitfährte den geflüchteten gesunden Stücken nach. Ich weiß doch, das Stück ist in die Richtung abgegangen. Pfeiffendeckel. Der Hund hat immer Recht!
Waidmannsheil und kompliment an die Gattin. Ein Service. Meine Frau würde mir was erzählen!

Waidmannsdank, ja da bin ich schon froh um meine bessere Hälfte
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