Zur mobilen Version wechseln »
Jagd-VideosCommunityMediadatenNewsletterFormulare & Vordruckejagderlebenlandlive.deANVISIERTPRAXISSERVICEMARKTJAGD-WETTERAPPSPirschunsere JagdNiedersächsischer JägerDer Jagdgebrauchshund
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

Jagdoptik

Die Jagdoptik gliedert sich in zwei Haup (2 Einträge)

sp4 sp7
821 mal angesehen
04.10.2018, 09.40 Uhr

Erfolgssprossen

Erfolgs-Sprossen
Die UVV gibt Richtlinien für die Herstellung, Aufstellung und Unterhaltung von Leitern für jagdliche Einrichtungen. Dabei wird nicht unterschieden, ob die Leiter eine, zehn oder dreißig Sprossen aufweist. Lediglich dass aufgenagelte Sprossen nur an einer geneigt stehenden Leiter zulässig sind. Dabei wird eine Neigung von 65-75° angegeben. Anmerkung: Bei flacherer Neigung wird ein Handlauf in entsprechendem Abstand zu den Holmen dringend empfohlen. Neben der Sicherheit kommt es im jagdlichen Betrieb auf die lange Haltbarkeit, einfache Beschaffung und Verarbeitung an. Je bruch- und splitterfester das Material ist, umso weniger sensibel sind Sprossen in der Befestigung. Glattfaseriges Fichtenholz neigt an den Enden extrem zum spalten. Profile aus Eisen oder Alu dagegen gar nicht, wenn man diese beiden Extreme nennen will.

Naturnah bauen
Für die Leiterholme sollten geschälte Fichten- oder Lärchenstämme verwendet werden, was auch für die Sprossen gilt. Die Auflageflächen sind abzuplatten (was sich bei Schnittholz erübrigt) um sich auf den Holmen unter Belastung nicht zu verdrehen.
Die Nagelung der Sprossen ist noch immer gängige Praxis. Jeder Hochsitz-Statiker hat seine eigene Methode, falls er nicht die Empfehlungen der UVV aufgreift. Fest steht, dass viel nicht viel hilft, denn mit jedem Nagel wird auch die Faserstruktur angegriffen. Umso mehr, wenn von der Nagelstelle nach außen zu wenig „Fleisch“ steht. Wenn es sich ergibt, sollten die besonders zähen Astquirle nach außen überstehen, was bei Schnittholz allerdings nicht machbar ist.

(2) Aufgenagelte Sprossen sind nur an geneigt stehenden Leitern zulässig.
Sie sind mit den Leiterholmen fest zu verbinden und auf diesen nach unten hin abzustützen

Das würde bedeuten, dass senkrechte Leitern zulässig wären, wenn die Sprossen verschraubt sind. Senkrechte Leitern sollten nicht zu lang sein. Beim Besteigen von offenen Drückjagd-Böcken bis 2m Fußbodenhöhe lassen sich die Holme noch als Haltegriffe nutzen. Zu empfehlen ist zudem, die Ausrüstung vor dem Besteigen auf dem Podest abzulegen. Die Waffe lässt sich dafür auch meist irgendwie sicher aufhängen.

Bauweise
Bewährt hat sich beim Verfasser folgende Variante sowohl bei Schnitt- als auch bei Rundholz:
1. Auslegen der Holme auf die gewünschte Breite. Bei 50 cm reichen 2, darüber sollten es 3 sein.
2. mittiges Vorbohren der abgelängten Sprossen auf den Holmabstand, wobei der Bohrer 0,5mm kleiner sein kann als der Nagel, der bei 12 cm Länge ca. 4mm stark ist.
3. Clou des Ganzen ist die Verwendung von Beilagscheiben in der Abmessung 15x2mm. Durch diese massive Scheibe wird der Andruck der Sprosse auf den Holm enorm verstärkt, ohne dass der bündig eingeschlagene konische Nagelkopf die Sprosse spaltet. Ein „windiges Blechle“ reicht als „Druckplatte“ allerdings nicht aus.

Bei „Solo-Nagelung“ erfolgt die Befestigung der rund- oder halbrunden Sprosse an deren stärksten Stelle. Wird mit 2 dünneren Nägeln je Seite genagelt, gehen diese am schwächeren Querschnitt durch das Holz. Kantholzsprossen sind ja gleich stark, aber ein Überstand von 5cm ist dennoch ratsam. Bei Metallsprossen entfällt dieser Hinweis.

Die UVV verlangt eine entlastende Abstützung der Sprosse bei Holzbauweise, wobei es nur auf den Effekt und nicht auf die Art an sich ankommt. Das früher praktizierte Einkerben der Holme schwächt diese, ist unpraktisch in der Herstellung und anfällig gegen anfaulen. Zwischenstücke erfordern zusätzliches Holz und Nägel und erhöhen das Gewicht der Leiter, ohne sie zu verstärken.

Daher 4.: Ein knapp unter der Sprosse ein- und umgeschlagener 120er Nagel reicht dafür völlig aus. Krampen oder „Abstandhalter“ erübrigen sich vor allem bei Rundholmen, weil die Auflagefläche der Sprosse ohnehin sehr klein ist.

Werden Metallsprossen auf die Holme genagelt, sind Beilagscheiben unnötig. Die Befestigungs-löcher können dicht an den Enden sitzen. Auf Abstützungen kann nur bei durchgehender Verschraubung verzichtet werden. Leitern, bei den Metallsprossen auf hölzernen Holmen befestigt sind, sind „leiser“ als komplett metallene Leitern.

Mit der Akku-Bohrmaschine lassen sich die Sprossen, bei durchgehender Verschraubung auch die Holme, präzise vorbohren. Bei mit Muttern verschraubten Sprossen empfehlen sich Maschinenschrauben eher als Schlossschrauben, deren Köpfe sich im Holz leicht überdrehen.
Bei Akkugeräten liegt die Verwendung von Spax-Schrauben nahe, wobei von solchen für den Innenausbau dringend abzuraten ist. Für den Außenbereich gibt es spezielle (aber auch teurere) Ausführungen, die Baumärkte nicht immer auf Lager haben.

Verschraubungen haben den Vorteil des Nachziehens bei geschrumpftem Holz, bzw. beim Auswechseln von Sprossen. Durchgehende Maschinenschrauben können nicht überdreht werden, was bei Schlossschrauben möglich ist. Schlüsselschrauben sind nicht zu empfehlen, weil sie durch „rohe Kraft“ im Holz überdreht werden können. Es ist der Nachteil jeder Verschraubung mit „freiem Kopf“, dass sie sich von Dritten einfach lösen lassen, was bei Nagelung nicht so leicht geht. Andererseits lässt ein vorbohren auch die Verwendung sehr harten Holzes zu.

Eine gehobelte Deckleiste über die Nagelung oder Verschraubung kann als Regenschutz und als Handlauf dienen, denn die Sprossen sind in aller Regel dreckig. Schnitt-, Kerb- und Auflageflächen mit Holzimprägnierung zu behandeln kann nicht schaden. Roh belassenes gesundes Holz kann aber 10 Jahre und länger halten. Deckende Anstriche sind an Holzleitern nicht zulässig, weil sie Schäden nicht erkennen lassen. Jagdpraktisch eignen sich Imprägnierlasuren dafür besser.

Gegen abrutschen mit nassen Schuhen empfehlen sich nicht voll eingeschlagene Krampen, an denen man sich auch die Hände nicht verletzen kann. Bei Schnee hilft ein Handbesen gegen kalte und nasse Hände oder Handschuhe. Wer Leitern trocken haben und Hochsitze vor Unbefugten sichern will, kann das mittels einer abklapp- und abschließbaren Abdeckung einfach und wirkungsvoll erreichen.

Die UVV 4.4 weist in §7 Hochsitze auf verschiedene andere Punkte hin. So wird in VSG 2.1 in §8 ein „sicheres Ein- und Aussteigen“ gefordert. Bei vielen Hochsitzen und Kanzeln ist das jedoch nicht der Fall und Abstürze „passieren“, wenn sich der Jäger oben beim Betreten oder Verlassen der Leiter nicht festhalten kann. Wenn nicht wenigstens ein Holm dafür mindestens einen Meter übersteht, sind entsprechende Haltegriffe vor allem an geschlossenen Kanzeln anzubringen.
In VSG 2.3 wird bei Leitern und Tritte neben der Zulässigkeit „behelfsmäßiger“ Verlängerung von Leitern auf weitere Punkte verwiesen. Wenn Leitern als Stützelemente verwendet werden, so ist deren Abrutschen durch geeignete Befestigung im Boden oder mittels Verbindungen zu der Kanzel zu sichern.
In §3 steht explizit in der Durchführungsanweisung zu Absatz 2: „. . . darf die Festigkeit der Holme nicht beeinträchtigt werden.“ Umso mehr verwundert es, dass die Einkerbung immer noch angewendet wird und Hersteller von Jagdeinrichtungen sogar damit werben.

Andere Bilder unter Reviereinrichtung im gleichen Titel

Für Außenverwendung zugelassene Schrauben mit T-Antrieb lassen sich gut (stromlos, leise und fest) mit der Brustleier eindrehen
offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

SirHenry

SirHenry

Alter: 81 Jahre,
aus Fürth

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

04.10.2018 10:06 KeilerHeinrich
Warte mal ab, sicher werden sich gleich wieder bestimmte Personen zu Wort melden.
04.10.2018 10:18 SirHenry
Wenn die bessere Vorschläge auf Lager haben, warum nicht.
04.10.2018 10:43 Harras (gesperrt)
05.10.2018 08:08 SirHenry
Harras schrieb:
[gesperrt]

Hat schon irgendein Hersteller nachgebaut, was du so in die Landschaft stellst???
05.10.2018 17:08 HH318
ich bevorzuge die Variante mit den eingekerbten Holmen (natürlich korrekt ausgeführt).

Dann nageln oder Tellerschrauben einsetzen, die im Grunde nur das Verrutschen verhindern, die Auflagefläche ist ja der Kerb.
05.10.2018 17:36 SirHenry
HH318 schrieb:
ich bevorzuge die Variante mit den eingekerbten Holmen (natürlich korrekt ausgeführt).

Dann nageln oder Tellerschrauben einsetzen, die im Grunde nur das Verrutschen verhindern, die Auflagefläche ist ja der Kerb.

Zumindest ist es UVV-konform
08.10.2018 09:33 Menthos
Hallo Heinrich,
vieles was Du ansgesprochen hast setzen wir seit Jahren so oder ähnlich um. Man liest in Deinen Tips sehr viel praktische Erfahrung heraus!
Ich persönlich biege mir aus 180er Nägeln die Vario -Sprossensicherung (Grube) selber.
[aufgespuert.jagderleben.de]

Der Vorteil ist die Luft die hinter den Holmen entsteht, Wasser kann durchlaufen es entstehen keine feuchten Nester. Man kann runde sowohl auch eckige Sprossen befestigen.

So montierte Leitern hab ich seit 12 Jahren mit Erfolg im Einsatz.
08.10.2018 13:32 Menthos
Harras schrieb:
[gesperrt]



Nur bösartiges Geschwätze! Hast sonst nix auf dem Kasten?
08.10.2018 18:22 SirHenry
Menthos schrieb:
Hallo Heinrich,
vieles was Du ansgesprochen hast setzen wir seit Jahren so oder ähnlich um. Man liest in Deinen Tips sehr viel praktische Erfahrung heraus!
Ich persönlich biege mir aus 180er Nägeln die Vario -Sprossensicherung (Grube) selber.
[aufgespuert.jagderleben.de]

Der Vorteil ist die Luft die hinter den Holmen entsteht, Wasser kann durchlaufen es entstehen keine feuchten Nester. Man kann runde sowohl auch eckige Sprossen befestigen.

So montierte Leitern hab ich seit 12 Jahren mit Erfolg im Einsatz.

Theoretisch sollte das hinhauen, aber die 4mm eines 120er-Nagels reißen es auch nicht raus.
Nach entsprechendem Test wieder aufgegeben.
Liegen die Sprossen flach auf, werden Nester für Staunässe überschätzt.
Bei 3 (von 4) Kanzeln habe ich klappbare Leiterabdeckungen, weil die Leitern nie abtrocknen. Kein Theater wegen Nässe, Eis oder Schnee. Vielleicht mache ich mal einen Dredd draus.
08.10.2018 20:46 Harras
Menthos schrieb:
Nur bösartiges Geschwätze! Hast sonst nix auf dem Kasten?

Nein nur tatsächlich in der Lage die UVV zu lesen und zu verstehen da scheint es ja schon zu hängen
08.10.2018 23:44 SirHenry
Menthos schrieb:
Nur bösartiges Geschwätze! Hast sonst nix auf dem Kasten?

Ob der Westerwälder vor 15 Jahren schon lesen konnte? Immerhin hat er 33 Jahre jagdliche Erfahrung, was man nicht übersehen darf.
12.10.2018 18:39 vonfleming
Leitern gibts bei mir grundsätzlich aus Robinie. Versteht sich von selbst,daß die aus frischem Holz gefertigt werden. Zwischen den Holmen werden Vierkanthölzer aufgenagelt.Das Ganze kommt dann auf Gehwegplatten. Dort können noch meine Enkel unbeschadet hoch,falls irgendwo welche rumschwirren sollten.
12.10.2018 19:17 SirHenry
vonfleming schrieb:
Leitern gibts bei mir grundsätzlich aus Robinie. Versteht sich von selbst,daß die aus frischem Holz gefertigt werden. Zwischen den Holmen werden Vierkanthölzer aufgenagelt.Das Ganze kommt dann auf Gehwegplatten. Dort können noch meine Enkel unbeschadet hoch,falls irgendwo welche rumschwirren sollten.

Nix dagegen einzuwenden. Sind Schnitt- oder Rundholz unter Dach, müssen es nicht unbedingt Robinien sein. Viel Spaß mit Enkeln und Urenkeln.
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Zum Seitenanfang