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Alex

zweiter Geburtstag (1 Eintrag)

782 mal angesehen
01.08.2018, 11.19 Uhr

Schutzengel

Wie schon öfter berichtet führe ich meinen Hund i.d.R. ohne Halsband und Leine. Außer direkt an vielbefahrenen Straßen oder in der Fußgängerzone. Vom Wild bekomme ich ihn abgerufen, allerdings nicht unbedingt auf den ersten 100 Metern ... Kontaktaufnahmen zu anderen Hunden (auch läufige Hündinnen) finden nur statt, wenn ich das will.

Im Normalfall.

Nun ist aber ein Hund ein Hund und kein Automat. Und der Teufel ist ein Eichhörnchen.

Am Montagabend überquerte ich am Ende unserer Hausrunde eine Fußgängerbrücke über die Saale. Mein Hund frei bei Fuß. Vom höchsten Punkt der Brücke aus sind es bis zur im 90°-Winkel kreuzenden Straße (Tempo 50) vielleicht 60-70 m. Von dort aus sah ich einen kleinen Hund führerlos herumwuseln. Mein Hund sah den auch.

Was auch immer ihn geritten hat: Er startete durch. Seine Absichten waren freundlich, er wollte der Fußhupe nichts, außer Hallo sagen. Die war längst umgedreht und hatte die Straße noch sicher überquert. Ich hörte ein Auto kommen. Ich brüllte. Und brüllte. Ich rannte.

Ich kann das Geräusch nicht beschreiben, was ich dann hörte. Mein Hund war mit einem Pkw kollidiert, so viel war sicher. Ich dachte nur: das war's. Das hat dein Hund nicht überlebt ...

Außer Atem kam ich am Straßenrand an, mein Hund stand ein paar Meter weiter rechts am Bankett und jaulte fürchterlich. Als ich ihn anlangen wollte, schnappte er nach mir. Vor Schmerzen natürlich. Aber nachdem der erste Schock (bei mir jedenfalls) mal verdaut war, durfte ich feststellen: keine nennenswert blutenden Wunden, vor allem kein Blut aus Fang oder Nase. Er humpelte und war berührungsempfindlich, aber er stand, war wach.

Ich entschied mich, ihn in meine favorisierte Klinik zu fahren, 50 Auto-mins entfernt.

Er hatte ein unheimliches Glück. Nichts gebrochen, keine inneren Verletzungen. Er hat wohl ziemlich viele Prellungen abbekommen, ein sehr schmerzhaftes Hämatom an der Blase, eine kleine Hornhautverletzung und ein paar oberflächliche Wunden an beiden Hinterläufen. Genäht werden musste nichts, zwei chirurgische Klammern haben gelangt. Es musste auch nichts verbunden werden.

Ich habe die Kollision nicht gesehen, nehme aber an, dass er mit Karacho in die Seite des fahrenden Autos gelaufen und von da aus sozusagen zurückgeprallt ist. Keine Ahnung. Er war ja im Vollspeed-Modus, das könnte bewirkt haben, dass er nicht unters Auto geraten ist. Und zum Glück ist er wohl auch nicht davor gelandet.

Er hat jedenfalls deutlich mehr Glück als Verstand gehabt. Außer einer ordentlichen Tierarztrechnung (die ihm egal sein kann) wird nichts zurückbleiben

Bin mal gespannt, ob das Wort "Nein!" für ihn künftig an Bedeutung gewonnen haben wird.

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Heide_Unterfranken

Heide_Unterfranken

Alter: 47 Jahre,
aus Gemünden a.M.

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Kommentare

01.08.2018 14:28 WildeBiene
Puh, das ist ja erstmal ein Schock...einer Gasigeherin hier im Ort ist Ähnliches passiert, da landete der Junghund aber unter der Straßenbahn... mein Mann hat ihn von dort unverletzt geborgen, nachdem die Bahn zum Stehen gekommen war...
ich wünsche euch gute Besserung, dem Hund wegen der Verletzung und dir dass du den Schock schnell überwindest... und dass es ihm eine Lehre ist
01.08.2018 14:51 kong
Gut das nichts passiert ist...aber bei allem Verständnis, ich hoffe, dass es in erster Linie Dir eine gewaltige Lehre war.....
01.08.2018 14:59 Heide_Unterfranken
kong schrieb:
Gut das nichts passiert ist...aber bei allem Verständnis, ich hoffe, dass es in erster Linie Dir eine gewaltige Lehre war.....

Du meinst, ich soll ihn nur noch angeleint führen? Weil ihm theoretisch von jetzt auf gleich einfallen könnte, eine Bahnlinie zu queren oder sonstwas Unvorhersehbares zu machen?

Das werde ich nicht. Mir war aber klar, dass irgendwer so argumentieren würde.

Ich halte es wie bei der Jagd auch. Ich minimiere das Risiko so gut es geht. Vollkommen ausschalten kann ich das Risiko nur, wenn ich den Hund zuhause lasse.

Die Lebensqualität, die er hat, weil er viel frei jagen darf in der Saison und weil er viel freien Auslauf genießen darf in der übrigen Zeit, werde ich wegen dieses saublöden Unfalls nicht mindern.

Ich kenne keine Bracke, die so gut horcht wie meine. Nur 100% sind eben schlicht nicht erreichbar.
01.08.2018 15:23 sau_hund
kong schrieb:
Gut das nichts passiert ist...aber bei allem Verständnis, ich hoffe, dass es in erster Linie Dir eine gewaltige Lehre war.....

........dem schließe ich mich kommentarlos an
01.08.2018 16:00 Gento
Gute Besserung für deinen Besten. Oh Mann, und meistens passiert sowas in Momenten, in denen man selbst sich seiner Sache absolut sicher ist ... Es sind und bleiben eben Hunde --- wir denken, das wir unseren Kumpel in und auswendig kennen, leider kennt nur ER uns in und auswendig. Zum Glück ist alles noch recht glimpflich abgelaufen. Ich habe Horsti nie gehauen -- nur einmal habe ich ihm den Arsch versohlt. (das tut mir heute noch leid ) Da hat er eine ähnliche Aktion gebracht, ich hörte es in Gedanken schon scheppern. Ihm war damals nichts passiert, aber der Schreck saß bei mir tief, habe das bis heute nicht vergessen und bin da sehr vorsichtig geworden. Letztendlich hat ja nicht der Hund Schuld...
02.08.2018 08:36 MlK
... gut daß dem Hund nix nennenswertes passiert ist.

Zu der Arroganz bzw. der Selbstüberschätzung der Hundeführerin sag ich jetzt mal lieber nix.

Wenn der Hund nicht sicher abrufbar ist und immer und überall, egal bei welcher Situation, unter Signalkontrolle steht (egal ob Bracke oder nicht), so gehört der Hund angeleint, zumindestens dort, wo eben mit Fahrzeugverkehr, wie eben im geschilderten Fall, zu rechnen ist.

Ansonsten ist die Argumentation der Hundehalterin sehr dünn - der Leidtragende einer solchen Dünnheit ist dann eben der Hund.

Die Tatsache, dass wir mit unseren Hunden jagen und sie dann vielen Widrigkeiten und Gefahren ausgesetzt sind, ist kein Freifahrtschein für unverantwortliches Verhalten des Hundehalters.

... oder anders herum, da die Hundehalterin ja sehr beratungsresistent ist: der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht;)
02.08.2018 11:43 Pumuckl0815
Hallo,

mir würde nie in den Sinn kommen mit einem nicht angeleinten Jagdhund im urbanen Raum herumzulaufen. Meinem Hund zuliebe nicht und anderen Menschen und Tieren und Sachen zuliebe auch nicht.

Mit freundlichen Grüßen
02.08.2018 18:13 KeilerHeinrich
Deinem Hund die besten Wünsche zur Genesung.
Brackenheil!!

Ich kenne wirklich einige hervorragende Brackenleute, wirkliche Urgesteine.

Leider würden die ohne Ausnahme sagen:
Hopfen und Malz verloren, beratungsresistent.
Jedem seine Ansicht zur Sache, ich bin der selben Meinung wie Kong.
02.08.2018 19:30 Meffi
Hi,

ich hab beim Lesen Gänsehaut bekommen und war froh vom glimpflichen Ausgang zu lesen ... und bin dann voll bei @kong ... und das ist lediglich eine sachliche Meinung und keine persönliche Kritik und da er hier im Forum auch als besonnener und sachlich argumentierender teilnehmer bekannt ist, geh ich davon aus, dass er´s ebenso verstanden wissen will ... Hut ab vor Deiner ausführlichen, genauen und ehrlichen Schilderung, aber eben darum kann man sich ja auch gut ein eigenes Bild machen ... und da wäre mein Hund definitiv an der Leine gewesen.

Dem Hund weiter gute Besserung, Dir einen herzlichen Gruß und wmh!
07.08.2018 10:56 kong
Heide_Unterfranken schrieb:
Du meinst, ich soll ihn nur noch angeleint führen? Weil ihm theoretisch von jetzt auf gleich einfallen könnte, eine Bahnlinie zu queren oder sonstwas Unvorhersehbares zu machen?

Das werde ich nicht. Mir war aber klar, dass irgendwer so argumentieren würde.

Ich halte es wie bei der Jagd auch. Ich minimiere das Risiko so gut es geht. Vollkommen ausschalten kann ich das Risiko nur, wenn ich den Hund zuhause lasse.

Die Lebensqualität, die er hat, weil er viel frei jagen darf in der Saison und weil er viel freien Auslauf genießen darf in der übrigen Zeit, werde ich wegen dieses saublöden Unfalls nicht mindern.

Ich kenne keine Bracke, die so gut horcht wie meine. Nur 100% sind eben schlicht nicht erreichbar.


Ich weiß nicht, wie viele Bracken Du kennst...aber ich hoffe, dass Dein Hochmut weder Dir noch Deinem Hund irgendwann "das Genick bricht"...
16.08.2018 11:54 Wachtelhund
Heide_Unterfranken schrieb:
Du meinst, ich soll ihn nur noch angeleint führen? Weil ihm theoretisch von jetzt auf gleich einfallen könnte, eine Bahnlinie zu queren oder sonstwas Unvorhersehbares zu machen?

Das werde ich nicht. Mir war aber klar, dass irgendwer so argumentieren würde.

Ich halte es wie bei der Jagd auch. Ich minimiere das Risiko so gut es geht. Vollkommen ausschalten kann ich das Risiko nur, wenn ich den Hund zuhause lasse.

Die Lebensqualität, die er hat, weil er viel frei jagen darf in der Saison und weil er viel freien Auslauf genießen darf in der übrigen Zeit, werde ich wegen dieses saublöden Unfalls nicht mindern.

Ich kenne keine Bracke, die so gut horcht wie meine. Nur 100% sind eben schlicht nicht erreichbar.


Zuerst, gut, dass Deinem Hund nichts Schlimmeres passiert ist.
Ich bin da allerdings dennoch bei @Kong.
Du sollst den Hund ja nicht immer an die leine nehmen, sondern schlicht mehr darauf achten, wo Du ihn von selbiger lässt. In Straßennähe, egal ob Geschwindigkeitsbegrenzung oder nicht, hast Du immer das Risiko, dass der Hund überfahren wird, da geht nicht viel zu minimieren, außer mit der Leine. Wie du schon sagst, ein Hund ist keine Maschine, man steckt nunmal nicht drin. Mein jüngerer Wachtel steht auch sehr gut im gehorsam, und läuft sehr oft " offline", aber an Straßen kommt er an den Strick.
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