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Chilli
396 mal angesehen
09.12.2017, 10.14 Uhr

Chilli und sein (unser) zweites Treiben

Zweites Treiben
Das erste Treiben war relativ einfach, der Wald nicht ganz so dicht und man schaffte so in einer Stunde, wenn man die Wechsel nutze ca. 3 Kilometer. Ich hatte bereits ca. 6 Kilometer, das Hundl 14 Kilometer auf dem Tacho. Aber noch nicht allzu sehr durchgeschwitzt in der der dicken Sauenschutzhose und obenherum Funktionsunterwaesche, ein Flanelhemd und ein feste orange Jacke

Nach einer kurzen Stärkung meinerseits, die Zeit nutzte ich um etwas abzutrocknen, ging es zum naechsten Treiben. Alle wurde wieder in die Fahrzeuge verladen und die Schützen dann auf die Stände verteilt.
Wir umschlugen den Wald und dann wusste ich, dass das zweite Treiben wird hart werden. Der Wald ist kaum zum Passieren, überall umgestürzte abgestorbenen Bäume, t.w. unter dem Schnee versteckt, die freien Flächen mit einer Art Schilf bewachsen, welches unter der Last des Schnee gebeugt es liebt des Treibers Füße zu fesseln.
Also alle Knöpfe und Lüftungsschlitze aufgemacht, in die offenen Jacke fuhr schneidend der Wind, aber ich wusste im Wald wird er nicht wehen und mir wird schön warm werden.
Die Waffe unterladen auf den Rücken, ich würde beide Hände brauchen und den Hund schon abgeleint aber mit einem рядом bei Fuß gehalten, wie gut das wir das oft geübt haben. Mit einem рядом назад ging es los, d.h. ich voran und der Hund sollte mir folgen. Vor Anspannung zitternd und leise fiepend folgte er mir, wie gern wäre er bereits losgestürmt. Langsam arbeitete ich mich durch den dichten Wald, es gab kaum ein Durchkommen, immer wieder blieb ich oder die Waffe hängen. Da, eine frische Fährte, schnell den Hund nach vorn geholt und auf die Fährte verwiesen, er bewindete sie ganz aufgeregt, wartet auf das erlösende Kommando „Перёд” und er stürmte los. Ach wie ihn beneidete, die kleinste Lücke nutzend, jagte er los und verschwand in einem Bruchteil der Sekunde im dichten Holz. Nun war jeder auf sich gestellt, in einer Gefahrensituation konnte keiner schnell helfen. Sichtkontakt war schon lange nicht mehr, nur sehr gedämpft vernahm man die Rufe der anderen Treiber.
Auf einmal der Spurlaut von Chilli, am Garmin konnte ich sehen, wie er direkt in Richtung der Schützen lief. Aber auch das Geläut verklang bald und ich war allein mit mir. Langsam, sehr langsam, ging es vorwärts, der Atem dampfte in der kalten Luft, der Herz schlug einem bis zum Hals. Da in der Ferne die ersten Schüsse, ein Blick aufs Garmin, der Hund kreiselte, keine Ahnung was los ist, weitergehen, weitergehen.
Dann kommt der Moment, wo scheinbar nichts mehr geht, der Wald scheint undurchdringlich, der Körper dampft bereits, einen Moment ausruhen, zur Luft kommen, die eigene Spur kontrollieren. Wie oft bin ich in der Vergangenheit im Kreis gelaufen auch mit Kompass, jetzt mit dem Garmin wird es leichter. Der Hund ist weit entfernt, immer wieder Kontaktabbruch.
Gut das ich in der letzten Zeit viel gelaufen bin, das kommt mir jetzt zu Gute.
Langsam beruhigt sich der Atem, Zeit weiterzugehen….
Nach einer gefühlten Ewigkeit komme ich an einen trockengefallenen Weiher, der Frost hat ihn passierbar gemacht, ich sehen frische Aufbrüche vom SW und auch frische Fährten. Der Weiher ist umgeben von Schilf und auch Weidenverjüngungen, da geh ich ohne die Foxeline nicht rein. An so einen Weiher wollte mich mal ne angeflickte Sau von hinten annehmen, die Kleine hat es verhindert. Aber durch das Schilf muss ich, es steht teilweise zwei Meter hoch. Die Waffen runter und durchgeladen, der Maggigeruch hängt noch in der Luft, sichern, lauschen… raschelt es nicht da? Nichts oder doch? Das Rascheln kommt näher, Mist, ich stehe jetzt genau im Schilf auf einen Sauenwechsel, die Waffe in Voranschlag, aber die Kimme ist umgeklappt, das neue Leuchtkorn schon zerschlagen, macht nichts Kimme hoch und der Kornrest ist gut sichtbar. Es rauscht auf mich zu, aber im Schilf ist nicht zu sehen, der Puls rast, da es schwenkt auf einmal nach rechts ab und letzten Moment sehend taucht der massige Körper aus den Schilf auf und verschwindet im dichten Unterholz.
Puh, das Brechen und Knacken kann ich noch eine ganze Weile hören.
Da kommt über Funk Hahn in Ruh, wo ist der Hund? Über Funk nachgefragt, die Beste aller gibt Entwarnung, der Hund ist bei den Schützen, alles gut.
Jetzt wird es einfacher, der Weiher wird gerne von Elchen im Sommer angenommen, die bis zum Bauch im Wasser stehen und dort äsen, ich muss nur noch die Wechsel finden und kann denen dann leichter folgen.
Etwas beschwingt geht es nun durch den lichteren Wald, immer den Wechseln folgend. Puls und Atmung haben sich etwas beruhigt, die Sachen sind klitschnass, die Waffe wieder unterladen und auf den Rücken. In der Ferne sieht man schon die orangenen Westen der Schützen. Langsam komme ich näher, auf einmal ein Geräusch von hinten, sich schnell nähernd, herumdrehen, Waffe vom Rücken runter, durchladen, Anschlag, ein brauner Schatten fliegt auf mich zu, kommt näher, ahh die andere DD Hündin, die Signalhalsung ist von vorn kaum zu sehen….
Waffe sichern, Hund heranpfeifen, kleines Leckerli und wir sind beste Freunde, gemeinsam geht es nun zu den Ständen. Über Funk geben ich dem anderen HF Bescheid, dass sein Hund bei mir ist, auch bei ihm ist ein merkliches Aufatmen ist zu spüren.
Zwei Treiber sind schon da, habe elegant die Wege genommen, die anderen zwei fehlen noch.
Raus aus den nassen Klamotten, einen kleinen Striptease hingelegt, aber alles ist besser als sich zu erkälten. Nachdem ich wieder in warmen trockenen Sachen bin, die Schutzhosen wurde umgedreht und dampft vor sich hin, aber erst einmal nach dem Hund geschaut, die Signalweste hat ein paar Löcher mehr, ein kleiner Schmiss unter dem Auge- nichts schlimmes, die Pfoten kontrolliert, alles gut.
Zeit nach der Strecke zu fragen, es lag noch eine Bache, die Schützen sind schon auf, um sie zu bergen.
Während ich bereits einen heißen Tee schlürfe, kommen die andere Treiber mehr stolpernd als gehend aus dem Wald, hochrot im Gesicht und offensichtlich auch am Rande der Erschöpfung.
Warum tut man sich das an, einfach weil es aufregend ist.
Am Stand zu stehen und zu warten ob was kommt ist eher nur sehr kurz aufregend, aber im Treiben auf sich allein gestellt, das ist interessant.
Während die Sau aufgebrochen wird, ein kleines Schläfchen im Niva, die Hunde ruhen auch hinten im Kofferraum, ab und an ein Gejiffe, offensichtlich jagen sie im Traum weiter.

Das dritte Treiben war dann eher unspektakulär , der Hund kreiselt um mich herum, entfernte sich immer mal wieder einen halben Kilometer, prüfte einige Fährten, fand aber offensichtlich nicht interessantes und kehrte regelmäßig zum mir zurück, braver Hund.
Es dunkelte bereits als wir zum Camp zurückkehrten, die Hunde wurden noch einmal genau inspiziert, kleine Verletzungen behandelt und mit einem kräftigen Mahlzeit gestärkt.
Raus aus den nassen Klamotten, diese zum Trocknen aufgehängt

In der Zwischenzeit haben sich anderen Freunde schon in der Küche versammelt, bereiten gemeinsam das Abendbrot vor, es gibt Reh Hawai. Die ersten Bierflaschen werden geleert, man dankt uns Treibern und auch für die Hunde., ein toller Tag.
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frankietester

frankietester

Alter: 53 Jahre,
aus Kamyshin

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Kommentare

11.12.2017 12:43 Schuelerlotse
Reh Hawai .. das Rezept musst Du mal schicken. Bitte
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