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14.11.2017, 22.43 Uhr

Die eheähnliche Gemeinschaft

Die eheähnliche Gemeinschaft
beschreibt normalerweise das Zusammenleben von zwei Menschen unterschiedlichen oder heutzutage auch gleichen Geschlechtes, - soweit so gut.

Doch ist nicht auch die Gemeinschaft zwischen Mensch und Hund im Idealfall vergleichbar? Besonders wenn man die meiste Zeit des Tages zusammen verbringt sowie unzählige gemeinsame mehr oder weniger aufregende Erlebnisse teilt.

Meine Frau behauptet zumindest eifersuchtslos das mein Brackerich und ich wie ein altes Ehepaar sind, wenn ich darüber nachdenke ist es wohl tatsächlich so…….

Während meine bessere Hälfte im Büro ihr Dasein fristet gestalten der Brackerich und ich unseren Tagesablauf meistens nach dem gleichen Muster: er ruht bis ich mit Frühstück, Zeitung lesen und ein wenig Bürotätigkeit fertig bin, jedoch immer in Alarmbereitschaft sollte der Griff zum Autoschlüssel oder gar zur Leine gehen. Alles was nicht in dieses Schema passt wird misstrauisch beobachtet und mit drei Sätzen zur Türe quittiert.
So um 11 Uhr geht es dann ins Revier, der Rüde kennt genau die Stellen an denen er mit darf und die bei denen er im Auto bleiben muss, entsprechend bleibt er in der Box liegen oder steht erwartungsvoll am Türchen.

Jetzt in der Drückjagd - Hochsaison bedeutet für ihn wenn der Alte früher aufsteht als sonst: EINSATZ! Wird normalerweise mein Erscheinen meistens auf dem Rücken liegend mit 2 – 3 Rutenausschlägen quittiert, ist dann schon Alarmstimmung bis er mit Schutzweste im Auto liegt d.h. für ihn: ICH DARF MIT, und er darf immer mit weil wir gemeinsam durch die Büsche brechen, nichts und niemand würde mich auf einen Stand bringen. Einmal, als ich kurz nach einer Bandscheiben – OP frisch aus dem Wundbett kam blieb mir nur eine Teilnahme vom Stand aus, der Brackerich verschwand für 10 Minuten, kam danach zurück und stand erwartungsvoll und schwanzwedelnd vor dem Drückjagdbock auf dem der Alte ausharrte. Dann lief das volle Programm ab: kratzen am Stand, hochspringen, Laut geben usw., jedenfalls war die Drückjagd für mich gelaufen.

Wenn am Beginn einer DJ alle Gespanne bereit sind und nur noch auf das Startsignal warten angesagt ist, sitzt er ohne Leine neben mir angespannt wie eine Feder und wartet mit gerunzelter Stirn auf mein „los geht´s“ während viele Hunde in freudiger Erwartung Laut geben und in die Leine springen.

Er jagt fast immer in meiner Nähe d.h. so 500 Meter, wenn er Schweine findet werden sie hochgemacht und ein Stück verfolgt, dann kehrt er zurück in meine Nähe. Merkt mein Brackerich jedoch das es sich um ein verletztes Stück handelt (und er merkt es immer) gibt es kein zurück.

Am letzten Wochenende bei einer großräumigen Jagd auf Sauen war wieder so ein Fall: die Nase des Rüden ging plötzlich auf den Boden und in flottem Tempo verschwand er über einen Hügelkamm. Mein Kollege der das Geschehen beobachtete meinte: „das wird wieder eine größere Sache“, er kennt den Hund aus früheren Geschehnissen……..

Nun galt meine Aufmerksamkeit dem Tracker – Hundeortungssystem: schnell stieg die Entfernung auf über 2000 Meter an, die Anzahl der Belllaute war gleichbleibend. Doch dann plötzlich ein Anstieg der Belllaute und gleichbleibende Entfernung, - der Rüde hatte das Stück gestellt. Beim Tracker – System besteht die Möglichkeit den Hund bzw. das Senderhalsband anzurufen und so die Umgebungsgeräusche abzuhören und genau das tat ich nun. Wie vermutet war Standlaut und auch bekannte Geräusche einer gestellten Sau zu hören.

Mittlerweile war die Jagd ohnehin vorbei, der ortskundige Revierführer hatte anhand der topografischen Karte des Tracker bestätigt das sich der Bail noch in seiner Zuständigkeit befindet, und so ging es mit ihm und drei meiner Kollegen per Auto in die Nähe des Geschehens.

Schon beim Aussteigen hörten wir den tiefen Laut meines Brackerichs in höchstens 50 Meter Entfernung in einem Fichtenanflug. Die überschaubare Fläche konnte schnell umstellt werden und nun war es meine Aufgabe die Nahaufklärung zu übernehmen.

Der Rüde bemerkte schnell meine Nähe und bedrängte nun die Sau (in für mich noch unbekannter Größe) noch mehr und als das Stück mich bemerkte brach es aus. Sekunden später fiel „draußen“ der Schuss und die Lautäußerungen des Rüden ließen mich wissen das es geschafft war.

50 Minuten hatte der Hund die Sau gebunden, es war ein junger Keiler ca. 70 kg, die Kugel hatte das unterste Gelenk eines Vorderlaufes zerstört.

Nun galt es schnell Personen die voreilig die gestreckte Sau begutachten wollen vor dem schwarzen Teufel der SEINE Beute gnadenlos verteidigt zu warnen. Selbst von mir lässt er sich nur murrend anleinen wenn andere (in seinen Augen) Konkurrenten in der Nähe sind.

Ich kenn halt seine Gewohnheiten und er meine, eben wie ein altes Ehepaar………..
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sau_hund

sau_hund

Alter: 63 Jahre,
aus BAYERN

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Kommentare

15.11.2017 08:12 Gento
Ja, man kennt sich. Und manches mal hat der Vierläufer eine größere Narrenfreiheit als der Partner. Horsti trägt zZ im Haus einen großen Plastikkragen, damit er nicht heimlich an seiner Narbe leckt. Mit diesem gigantischen Kragen kuschelt er sich selbstverständilich zu mir aufs Sofa. Liegt sonst beim Fernsehgucken sein Fang auf meiner Brust, so habe ich jetzt den Plastikkragen vorm Gesicht liegen. Wenn mein Mann sowas machen würde, würd ich ihn aber jagen ...
20.11.2017 16:38 Menthos
..so ists..und sollte es immer sein! WMH und immer freudiges Geläut!
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