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787 mal angesehen
01.11.2017, 23.44 Uhr

Immer dieser Stress...!!!

Seit mittlerweile Monaten dreht sich jagdlich bei mir fast alles um die Sauen. Den Maisschlag hatten sie schon Anfang August für sich entdeckt. Meine zwei Wochen Norwegen verliefen innerlich recht unruhig, obwohl ich meine Mitjäger auf diesen Schlag eingeschworen hatte. Nach meiner Rückkehr vermeldeten sie jedoch Null Erfolg. Und nachdem ich da schon einige deutliche Schäden in dem Schlag fand, blieb ich nun am Mais am Ball. Einige Wochen hatte auch ich keine Chance, obwohl die Sauen immer zu hörten waren. Auf der Bildfläche aber erschienen sie nicht, wechselten immer in tiefster Dunkelheit aus dem Schlag heraus und auch wieder hinein.
Erst Mitte September wandelte sich das Bild und ich konnte schließlich bis zum Häckseln noch 4 Sauen strecken.

Aber auch nach dem Häckseln wurde es nicht ruhiger. Die maximal vier Rotten, die den Schlag vor dem Häckseln heimsuchten, tauchten auch sofort nach dem Häckseln wieder auf. Nur lag da keine Maisstoppel mehr sondern schon der eingedrillte Weizen...

Ich hatte also allen Grund, mich bei jeder Gelegenheit hier anzusetzen - das Fährtenbild war erschreckend! Gut war und ist, dass die Maisstoppel nicht umgepflügt wurde und der Weizen auf der gestriegelten Stoppel gedrillt wurde.

Heute hatte ich bei mein er Kontrollrunde im Revier zum ersten Mal seit Monaten wieder Rotwild gefährtet. Ein Tier und ein Kalb waren aus dem Wald in den gut stehenden Raps gezogen. Das Wetter war gut und ich beschloss, vor meinem Sauenansitz noch eine Weile auf einer Kanzel zwischen Wald und Raps zu sitzen. Vielleicht kam das Rotwild ja recht früh, wie es das in anderen Jahren auch oft tat. Allerdings war das Rotwild in früheren Jahren nicht ständig durch jugendliche Motorradfahrer aus dem Dorf genervt worden, die ihre Freuden lange Zeit bis in den späten Abend genossen. Erst nach einem ruhigen Gespräch mit den Jungs wurde es erträglicher. Aber dennoch glaubte ich nicht, dass das Rotwild besonders früh auf der Bühne erscheinen würde...

So bereitete ich mich auf den heutigen Abend in Ruhe vor, wie ich es so liebe. Diese genüssliche Vorbereitung hat schon fast therapeutische Wirkung bei mir. In aller Ruhe wird das ganze Gerödel gepackt und im Auto verstaut - für meinen zotteligen Klettenfänger ist das chon immer eine wahre Quälerei!

Die Uhr zeigte 17:00 Uhr, als ich schließlich langsam durch die Wiese pirsche. Naja, von Pirschen kann da gar nicht so recht die Rede sein! Das Wetter der letzten Tage hat das Grünland in eine Seenlandschaft verwandelt! Daher habe ich Kiro im Auto gelassen! Der hätte an der Kanzel gar keinen trockenen Platz gefunden! Ich werde irrgendwie sehr unruhig. Beängstigend dämmerig ist es bereits geworden! Für meine Rotwildambitionen eigentlich schon zu spät! Aber schneller geht es nun nicht mehr vorwärts - es würde unerträglich verräterisch laut platschen, wenn ich hasten würde. Also zwinge ich mich zu Ruhe, bin irgendwann endlich an der Kanzel und baume auf. Von hier haabe ich einen sehr schönen Rundumblick bis in das nachbarliche Revier hinein. Mit dem Fernglas leuchte ich zunächst meinen Revierteil ab - ohne Ergebnis. Im Nachb arrrevier stolpere ich mit meinem Blick unverhofft über Wildkörper im Grünland, die sich schnell als zwei Hirsche, ein Tier und ein Kalb entpuppen...

Scheibenkleister! zieht das Rotwwild heute wieder in´s Nachbarrevier...! So ein Mist! Bedvor ich mich auf meiner Kanzel so richtig einrichte, werfe ich noch einmal einen Blick auf meinen Revierteil... Das gibt es doch nicht! Auf etwa 120 Meter treten gerade zwei rottiere mit ihren Kälbern aus dem Waldd und ziehen schnurstracks auf´s Feld! Wenn sie so weitermachen, sind sie in ein nicht mal einer Minute in meinem Wind! Also nicht lange fackel! Waffe hoch und ein Kalb in´s Visier genommen ...! Doch der kleine Verband macht es mir schwer. Obwohl nicht mal mehr 100 Meter entfernt, bieten sie mir keine Chance, weil sie beinahe spitz auf mich zuziehen...

Kurz bevor sie tatsächlich in meinen Wind geraten, ändert ein Kalb endlich ein wenig die Richtung und zeigt mir das linke Blatt! Raus ist der Schuss! Ersst jetzt sehe ich, dass außer den vier Stücken noch weiteres Rotwild auf den Schlag gezogen war! Zunächst trabt das Rudel auf den Schlag hinaaus, gerät tatsächlich in meinen Wind und geht schließlich hochflüchtig ab!

Das beschossene Kalb schert jedoch bald aus, dreht ab und kommt auf mich zu, wird langsamer und beginnt zu straucheln. Etwa 10 Meter von meiner Kanzel entfernt bricht es schließlich zusammen....

Hmmmmhhhh....

Eigentlich ist diese Art des Jagderfolgs gar nicht so mein Ding. Viel lieber fiebere ich einem möglichen Jagderfolg noch eine Weile auf dem Hochsitz oder der Kanzel entgegen. Heute aber hatte ich gar keine rechte Zeit, meinen Adrenalinspielgel hochzufahren! Ich hatte keine 10 Minuten gesessen... Das kam erst jetzt, als ich darüber nachzudenken begann, wie ich das Kalb hier wegbekommen sollte. In der schwimmenden Wiese mit dem Auto... - Ich war mir nicht sicher, dass das was wird. Denn schon beim Ziehen des Stückes vom Acker bis zur Kanzel reichten meine Stiefelschafte kaum mehr aus...

Aber, Amarok schafft es halt! Und so habe ich eine Stunde später das Hirschkalb im Kofferraum und bin auf dem Weg zur Kühlzelle. Der Rest ist schnell erledigt und ich sitze 40 Minuten später wieder auf der Kanzel. Die folgenden 5 Stunden Sauenansitz bringen mir lediglich den Anblick eines intensiv nach Bachen suchenden Keilers - den ich pardoniere.... Klar, ich hätte gern ein Stück Schwarzwild erbeutet, schon wegen der Wildschadensdiskussion. Aber als ich schließlich nach Hause fahre, stellt sich doch die typische Freude über eine nicht alltägliche Beute ein - und die Vorfreude auf die nun anstehenden kulinarischen Freuden....

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Rapsjaeger

Rapsjaeger

Alter: 52 Jahre,
aus Rapsfeld

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Kommentare

02.11.2017 05:47 WildeBiene
Waidmannsheil
02.11.2017 05:49 kong
Ein kräftiges WMH und danke, dass Du uns nach langer Durststrecke mal wieder mit einem Blog erfreut hast.

Gruß auf die Insel und bis hoffentlich bald mal wieder.
02.11.2017 11:47 Oecher
Sehr schön,
du mit den Sauen klappt es dann bestimmt auch noch!
Dran bleiben!

Gruß

Oecher
02.11.2017 17:27 Gento
Waidmannsheil !
02.11.2017 18:15 R93Hunter
Hast du mal versucht den milchreifen Mais bzw. kurz vorher zu verstänkern?

Klappt bei mir ganz gut.

Ich nehme verschiedene Sorten aufdringliches Parfüm.

Allerdings solltest du deine Frau vorher informieren, sonst gibt es Minimum fragende Blicke oder Maximum die Forderung nach einer schriftlichen Begründung ...
03.11.2017 20:35 Rapsjaeger
kong schrieb:
Ein kräftiges WMH und danke, dass Du uns nach langer Durststrecke mal wieder mit einem Blog erfreut hast.

Gruß auf die Insel und bis hoffentlich bald mal wieder.


Weidmanns Dank! - Wenn du Lustr hast, komm hoch. Du bist bei mir immere gern gesehen - das weißt du hoffentlich!
03.11.2017 20:39 Rapsjaeger
Oecher schrieb:
Sehr schön,
du mit den Sauen klappt es dann bestimmt auch noch!
Dran bleiben!

Gruß

Oecher


Ja, gestern hatte ich wieder Pech. Eigentlich zu dritt am Schlag verabredet, saß ich schließlich allein auf der DFläche. Die Sauen tanzten im 300-Meter-Abstand um mich herum! Bei dem grellen Mondlicht hätte ich aber keine Chance gehabt, ranzukommen - keine Deckung, die man hätte nutzen können... Heute muss ich mal pausieren, nur eine Stunde Schlaf ist für einen alten Mann schon mal Stress, wenn der ständig zwischen zwei Arbeitstage fällt...
Morgen gehts aber weiter...
03.11.2017 20:39 Rapsjaeger
Weidmanns Dank!
03.11.2017 20:42 Rapsjaeger
R93Hunter schrieb:
Hast du mal versucht den milchreifen Mais bzw. kurz vorher zu verstänkern?

Klappt bei mir ganz gut.

Ich nehme verschiedene Sorten aufdringliches Parfüm.

Allerdings solltest du deine Frau vorher informieren, sonst gibt es Minimum fragende Blicke oder Maximum die Forderung nach einer schriftlichen Begründung ...



Ja, ich kenne diese Mittel. Aber eigentlich reduziere ich lieber als dass ich vergräme... Aber manchmal geht es wohl nicht anders. Meinen Landwirt habe ich aber davon überzeugt, dass Vergrämen das Problem nur verlagert, nicht löst. Und so darf ich drauf verzichten - wenn am Ende die Strecke stimmt...

Und die stimmt nach seinem Empfinden!
03.11.2017 21:12 esau
Weidmannsheil zur "Stresswiedergutmachung".
Lass dich nicht kirremachen.
Ich bin heilfroh ,dass mich diese Sorgen in letzter Zeit weniger Plagen.
Im Wald sowieso nicht,und im Felde hatten wir null Schaden,trotz Mais.
Ich wünsch dir ,etwas mehr Zeit für die Freuden der Jagd und etwas weniger Sorgen.
Ich kenne die selbst sehr gut.
03.11.2017 21:18 Oecher
Rapsjaeger schrieb:
Ja, gestern hatte ich wieder Pech. Eigentlich zu dritt am Schlag verabredet, saß ich schließlich allein auf der DFläche. Die Sauen tanzten im 300-Meter-Abstand um mich herum! Bei dem grellen Mondlicht hätte ich aber keine Chance gehabt, ranzukommen - keine Deckung, die man hätte nutzen können... Heute muss ich mal pausieren, nur eine Stunde Schlaf ist für einen alten Mann schon mal Stress, wenn der ständig zwischen zwei Arbeitstage fällt...
Morgen gehts aber weiter...



Hab auch noch mal am Mittwoch "Kontakt" gehabt, aber auch so auf etwa 400 m! Bei dem Mondlicht konnte man ja meilenweit schauen. Angehen ging wegen Grenze und Wind nicht und heute und morgen bin ich bei Freunden auf der Drückjagd; da kann ich schlecht bis 02:00 h im Feld herumhocken oder herumschleichen! Sonntag nach dem Famileinprogramm greife ich noch mal an!

Gruß aus Mittelhessen

Oecher
04.11.2017 10:39 kong
Rapsjaeger schrieb:
Weidmanns Dank! - Wenn du Lustr hast, komm hoch. Du bist bei mir immere gern gesehen - das weißt du hoffentlich!


Danke Dir, daß weiß ich wohl

Lust ist nicht der limitierende Faktor...ich stecke zur Zeit voll in der DJ-Saison
04.11.2017 17:26 Rapsjaeger
kong schrieb:
Danke Dir, daß weiß ich wohl

Lust ist nicht der limitierende Faktor...ich stecke zur Zeit voll in der DJ-Saison



Weiß ich doch - ist ja klar...
04.11.2017 17:27 Rapsjaeger
Oecher schrieb:
Hab auch noch mal am Mittwoch "Kontakt" gehabt, aber auch so auf etwa 400 m! Bei dem Mondlicht konnte man ja meilenweit schauen. Angehen ging wegen Grenze und Wind nicht und heute und morgen bin ich bei Freunden auf der Drückjagd; da kann ich schlecht bis 02:00 h im Feld herumhocken oder herumschleichen! Sonntag nach dem Famileinprogramm greife ich noch mal an!

Gruß aus Mittelhessen

Oecher



Na dann Weidmanns Heil! Ich greife heute Abend und Nacht wieder an! Irgendwas muss doch noch zu machen sein...
04.11.2017 17:29 Rapsjaeger
esau schrieb:
Weidmannsheil zur "Stresswiedergutmachung".
Lass dich nicht kirremachen.
Ich bin heilfroh ,dass mich diese Sorgen in letzter Zeit weniger Plagen.
Im Wald sowieso nicht,und im Felde hatten wir null Schaden,trotz Mais.
Ich wünsch dir ,etwas mehr Zeit für die Freuden der Jagd und etwas weniger Sorgen.
Ich kenne die selbst sehr gut.



Weidmanns Dank! Ja, manchmal ist es schon hart. Aber wenn der gleiche Landwirt, dem auch mein Maisschlag gehört an anderer Stelle und bei anderen Jägern 10 Wildschäden anzeigt, bei mir aber nicht (obwohl ich durchaus damit gerechnet habe), habe ich vielleicht doch nicht alles verkehrt gemacht...
04.11.2017 17:41 esau
Rapsjaeger schrieb:
Weidmanns Dank! Ja, manchmal ist es schon hart. Aber wenn der gleiche Landwirt, dem auch mein Maisschlag gehört an anderer Stelle und bei anderen Jägern 10 Wildschäden anzeigt, bei mir aber nicht (obwohl ich durchaus damit gerechnet habe), habe ich vielleicht doch nicht alles verkehrt gemacht...

Das ist wohl so, nimmt einem aber die Sorge ,dass sich das auch ändern kann, leider nicht ab.
Da Du ihn aber kennst,kannst Du das vielleicht ganz gut einschätzen.
Ein landw. Unternehmen in unsererer Expacht war ähnlich drauf.
Der andere Bauer aber leider nicht.
Der spekulierte auf "Gentlemenagreement" an der WSAK vorbei.
So lässt sich Gejammer gut versilbern ,ohne dass der Fiskus Wind bekommt.
Da er das von uns nicht bekam (Wozu zahle ich in die Kasse ein?),war er entspechend zu uns (vor allem hinternrum).
05.11.2017 12:04 swinging_elvis
Waidmannsheil! Ja! Die schmecken... gerne zartrose vom Grill... El
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