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Alex

Am langen Riemen (2 Einträge)

556 mal angesehen
23.10.2017, 23.26 Uhr

Der Depp ist immer der am hinteren Ende des Riemens ...

Meine Stöberbracke (hah, ein Widerspruch in sich!), also mein hauptberuflich laut jagender Hund hatte heute Jagdpause, wegen Straßennähe. Es war eine ungemütliche Jagd, nasskalt, windig. Ich hatte zwar Anblick, erlegte aber nichts. Meine Hoffnung war eine passende Nachsuchenaufgabe für mich und meinen Hund.

In meiner Gruppe war denn auch tatsächlich eine einzelne Sau beschossen worden, die nicht lag. Somit ließ ich den Ansteller mit dem Revierleiter telefonieren, ob es in Ordnung sei, wenn ich mal nachsehe. Ja, okay, mach mal.

Ich blödes Schaf. Der Schütze hatte die hangaufwärts trollende Sau beschossen, daraufhin sei sie "rolliert" (tatsächlich ist sie wohl rückwärts ein Stück den Hang heruntergepurzelt), gleich wieder aufgestanden und weiter hangaufwärts geflüchtet. Nachschuss traf vermutlich nicht.

Allein diese Schilderung hätte eigentlich genügen sollen, für mich, dass ich diese Nachsuche einem Spezialisten überlasse. Hörte sich irgendwie nicht nach "einfach" an, oder danach, dass die ein paar hundert Meter weiter liegen würde. Aber Frauchen war natürlich mal wieder so heiß auf eine Nachsuche, da nimmt man doch das naheliegende, auch wenn's gar nicht naheliegend ist

Der Bereich des Anschusses war relativ genau bekannt. Ich schaute zunächst ohne Hund und fand: nichts. Dann Vorsuche am kurzen Riemen, da fand ich einen dünnen Ast mit ein wenig Schweiß daran, das war's aber auch. Ich ließ meinem Hund mehr Riemen, der ging gemächlich im Kreis, ging ein wenig in die Richtung, aus der die Sau gekommen war. Ich zwang mich zur Ruhe, und bald korrigierte er sich selbst und zog in die angesagte Fluchtrichtung. Er arbeitete mit der ihm gegebenen Ruhe zielstrebig vor sich hin. Weitere Pirschzeichen: Fehlanzeige. Nach etwa 350 Metern, da machte er so eine seltsame Schleife, und ich brach ab. Das hat mit dem Hund keinen Nährwert, dachte ich mir, hier muss ein Spezialist ran. Offensichtlich ist die Sau nicht so ohne weiteres zu finden.

Ich begleitete einen bestätigten Schweißhundführer, der mit seinem jungen BGS suchte. Ein weiterer Begleiter führte seine Tirolerin nach. Ich wollte bei der Arbeit dabei sein, zum einen konnte ich ihn einweisen (den Schützen hatten wir entlassen), außerdem wollte ich wissen, was mein Hund da veranstaltet hatte.

Kurz und gut: Auf den ersten 350 Metern lief der BGS exakt genau so wie mein Hund Das Schleifchen von meinem machte der BGS aber nicht mit. Trotzdem kam dieser ziemlich genau im gleichen Bereich ebenfalls in Schwierigkeiten und musste ziemlich tüfteln. Der Schweißhundführer fand noch genau einmal Schweiß, drei winzige Tröpfchen auf einem Buchenblatt. Der BGS steckte (genau wie mein Hund) alle naselang (wie passend) den Rüssel tief ins Herbstlaub, aber wir konnten da nie was erkennen.

Mit wirklich sehr viel Ausdauer arbeiteten Hund und Führer, aber irgendwann mussten wir abbrechen. Ohne an die Sau zu kommen Als uns der Weg wieder ganz nahe an den Anschuss brachte, blieben der Begleiter und ich dort. Wir dachten, der NSF würde es nun auch drangeben. Tat er aber nicht. Er kam noch an eine Sau, aber das kann ebenso gut eine gesunde gewesen sein. Jedenfalls setzte die alle vier Läufe auf, und wir vermuteten vage einen Laufschuss. Wie dem auch sei, weder diese noch die gesuchte Sau kam zur Strecke, trotz aller Bemühungen.

Ich könnte mir mal wieder in den Hintern beißen, dass ich diese Arbeit nicht gelassen habe. Einzig positiv für mich ist, dass ich offenbar intuitiv an genau der "richtigen" Stelle abgebrochen habe und ihn nicht von der gerechten Fährte abgezogen habe. Na ja, und natürlich, dass er offenbar voll drauf war

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Nachsuchenkoordinator mich schon am Streckenplatz vermisst hatte. Das telefonisch eingeholte Okay für meinen Einsatz war bei ihm nicht angekommen ... Er hätte eine schöne passende Arbeit für uns gehabt.

Hätte, hätte, Fahrradkette!

Nachtrag: meine Suche bis zum Abbrechen waren 650 m; die begleitete Suche waren 2,5 km, wobei der NSF noch ein Weilchen allein weitergemacht hat. Außer den zwei genannten wurden keinerlei weitere Bestätigungen gefunden.
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Heide_Unterfranken

Heide_Unterfranken

Alter: 47 Jahre,
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Kommentare

24.10.2017 22:36 ZH-7x57
Ist halt auch etwas Ehrgeiz und Passion dabei , und eine Bestätigung der Hund war auf der richtigen Fährte. Euch beiden noch viele erfolgreiche Nachsuchen .
25.10.2017 18:19 R93Hunter
Wenn du und dein Hund nun an Erfahrungen reicher seid, kann von "Depp" keine Rede sein.
25.10.2017 18:51 Heide_Unterfranken
R93Hunter schrieb:
Wenn du und dein Hund nun an Erfahrungen reicher seid, kann von "Depp" keine Rede sein.

Prinzipiell hast Du recht. Mein Hund muss auch lernen, dass ich unsicher werde, zum Beispiel. Oder dass nicht jede Suche erfolgreich sein kann. Bei seinem Erfahrungsstand wäre es aber noch wichtig, ihm ein paar Erfolge zu verschaffen. Und das war hier eben absehbar nicht möglich. Nichtsdestotrotz bin ich mit seiner Arbeit(sweise) super zufrieden, erst recht, wenn ich bedenke, dass er's eben nur im Nebenberuf macht.
27.10.2017 16:09 Kija
Heide_Unterfranken schrieb:
Prinzipiell hast Du recht. Mein Hund muss auch lernen, dass ich unsicher werde, zum Beispiel. Oder dass nicht jede Suche erfolgreich sein kann. Bei seinem Erfahrungsstand wäre es aber noch wichtig, ihm ein paar Erfolge zu verschaffen. Und das war hier eben absehbar nicht möglich. Nichtsdestotrotz bin ich mit seiner Arbeit(sweise) super zufrieden, erst recht, wenn ich bedenke, dass er's eben nur im Nebenberuf macht.


Ob das nicht bekommene Stück ein Erfolg für den Hund war, entscheidest nur du allein. Breche auch mal eine Kunstfährte zwischendurch ab, wenn er richtig ist und mache eine solche Bambule mit ihm, die ihm gefällt.
Denk immer dran: er kann nichts dafür, wenn die Suche auf eine Sau mit nicht tödlichem Schuss z.B. in das 100 ha große Moor geht....
Gruß Kija
27.10.2017 18:49 Heide_Unterfranken
Kija schrieb:
Denk immer dran: er kann nichts dafür, wenn die Suche auf eine Sau mit nicht tödlichem Schuss z.B. in das 100 ha große Moor geht....
Gruß Kija


Er kann meistens nichts dafür ...

Gestern bei einer großen DJ sind zig Nachsuchen an mir vorübergegangen, alle aussortiert, um den Hund nicht zu überfordern. Sehr spät bekam ich einen vielversprechenden Frili zugeteilt. Es war aber gestern abend zu spät, habe nicht mehr angefangen, sondern heute gegen 08:30 Uhr. Sau kam krank am Stand an, vor Hunden. Deswegen wohl auch nicht erneut beschossen. Zwei Stellen, wo gestern deutlichst Pirschzeichen zu sehen waren (heute nach Regen nicht mehr), waren markiert, von einem Durchgehschützen während der Jagd (sein Hund war auch dran, aber nur kurz, deswegen fand er das).
Mein Hund tat sich tierisch schwer, ich habe nach 50 mins abgebrochen. Danach Spezialisten begleitet, BGS mit 800 Suchen. Der kam zwar aus dem Fichtenverjüngungskegel wohl korrekt raus, in dem die zweite Markierung war, aber drangekommen sind wir nicht

Es ist wahnsinnig schwer, die "richtigen" Sachen für den Hund rauszusuchen und nicht alle naselang einen Misserfolg einzulegen.

Kunstfährten machen wir übrigens keine (mehr). Er hatte in der Ausbildung zuletzt alle von mir getretenen Fährten konsequent verweigert. Der checkt das (das tun alle Hunde), aber er hat auf "so tun als ob" keine Lust.
28.10.2017 13:16 Kija
Heide_Unterfranken schrieb:
Er kann meistens nichts dafür ...

Gestern bei einer großen DJ sind zig Nachsuchen an mir vorübergegangen, alle aussortiert, um den Hund nicht zu überfordern. Sehr spät bekam ich einen vielversprechenden Frili zugeteilt. Es war aber gestern abend zu spät, habe nicht mehr angefangen, sondern heute gegen 08:30 Uhr. Sau kam krank am Stand an, vor Hunden. Deswegen wohl auch nicht erneut beschossen. Zwei Stellen, wo gestern deutlichst Pirschzeichen zu sehen waren (heute nach Regen nicht mehr), waren markiert, von einem Durchgehschützen während der Jagd (sein Hund war auch dran, aber nur kurz, deswegen fand er das).
Mein Hund tat sich tierisch schwer, ich habe nach 50 mins abgebrochen. Danach Spezialisten begleitet, BGS mit 800 Suchen. Der kam zwar aus dem Fichtenverjüngungskegel wohl korrekt raus, in dem die zweite Markierung war, aber drangekommen sind wir nicht

Es ist wahnsinnig schwer, die "richtigen" Sachen für den Hund rauszusuchen und nicht alle naselang einen Misserfolg einzulegen.

Kunstfährten machen wir übrigens keine (mehr). Er hatte in der Ausbildung zuletzt alle von mir getretenen Fährten konsequent verweigert. Der checkt das (das tun alle Hunde), aber er hat auf "so tun als ob" keine Lust.


Drückjagdnachsuchen sind aus meiner Sicht meist ungeeignet, den jungen Hund einzuarbeiten. Erfolgsversprechend sind dann allerdings meist die, bei denen man nichts gefunden hatte und wo vor Allem keine Hunde hinterher waren, Fehleinschätzungen einbegriffen.
Nimm deine 50 m Suchen nach dem Ansitz nicht mit deinem Hund in Angriff, sondern biete sie ihm am nächsten/übernächsten Tag an. Das hilft ihm mehr als 150 m in der Drückjagddunstglocke.

Ach ja, probiere es mal mit einem anderen Fährtenleger... kann helfen.
Gruß Kija
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