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Fangschutz-Tierschutz

KW-Einsatz (18 Einträge)

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272 mal angesehen
22.10.2017, 11.53 Uhr

Glasklar in der Kanzel

Glasklar
Ein wesentlicher Bestandteil geschlossener Ansitzeinrichtungen, ob Kanzel oder Hütte, ist die Verglasung der Schießluken. Grundsätzlich stehen dabei zwei Materialien zur Wahl, nämlich Flachglas und Plexiglas.

Größere Überlegungen
hinsichtlich der Befestigung braucht man sich bei Plexiglas (PG) nicht zu machen, denn dieses Material lässt sich nach Bedarf sägen und bohren. Hat man sich nach bereits gegebenen Maßen zu richten, kann man vorhandenes PG mit feinen Sägen zuschneiden oder bei Neukauf gleich passend beschaffen.
Die Befestigung auf Holz mittels Schrauben ist nach dem Bohren weniger Löcher recht einfach und wegen der relativen Unempfindlichkeit gegen Schlag können sogar Nägel verwendet werden.
Leider ist PG etwas kratzempfindlich und sollte nur mit viel Wasser gereinigt werden. Werden Läden nach außen geöffnet, ist die Reinigung der Außenseite erst nach Ausbau der Scheibe möglich, wenn diese angenagelt oder verschraubt war.
Völlig unempfindlich gegen Bruch ist PG allerdings auch nicht und neigt zum Springen oder reißen, wenn ungeeignetes Werkzeug oder zu viel Druck auf die Bohr- oder Schnittstelle ausgeübt wird. Die Bruchsicherheit zeigt sich mehr bei starken Temperaturschwankungen, Spannungen in der Befestigung oder stumpfen Stößen, gegen die Glas weit sensibler reagiert.

Glasscheiben in Kanzelfenstern
erfordern planerischen Weitblick und genaue Verarbeitung, denn bei Flachglas (FG) ist die Nacharbeit bei unpassender Scheibengröße nicht so leicht möglich wie bei PG. Liegen die Maße für den Einbau fest, schneidet der Glaser die Scheiben auf den Millimeter und winkelgenau zu. Stellt es sich heraus, dass man sich beim Einbaumaß vermessen hatte, ist der Rahmen zu ändern, denn sehr schmale Streifen kann der Laie kaum von Flachglas wegnehmen. Wird „auf Holz“ verglast, können dagegen die Leisten der Scheibengröße angepasst werden.

Schieben oder herausnehmen
ist die übliche Bewegungsform von ungerahmten FG- und PG-Scheiben. Werden die Scheiben in Falzleisten geschoben, ist die völlige Öffnung auf Wandbreite nicht möglich. Um dies zu erreichen bleibt nur das Herausnehmen der Scheiben aus der Führung, aber dann stehen sie zwangsläufig im Inneren der Kanzel. Die Möglichkeit daran zu stoßen oder sogar umzuwerfen ist ziemlich groß und um Falle von „echtem“ Glas auch die Gefahr des Bruches.
Alternativ kommt daher nur das Öffnen der Fenster nach außen komplett mit Rahmen und Scheibe infrage, wobei das Fenster meist nach oben oder unten geklappt wird. Ist die Glasscheibe nicht umlaufend von Holz gefasst, besteht die Gefahr, dass sie aus dem Rahmen rutscht, denn selten ist der Falz der Glasstärke angepasst. Sehr glatte Metallfassungen oder auch zu breite Falze in Holzleisten bedürfen daher einer Sicherung gegen Herausfallen der Scheibe. Erstere neigen zum Klappern.,
Bewährt haben sich Teppichabschlussleisten aus Kunststoff, die einen etwa 5 mm breiten und 6 mm tiefen Falz aufweisen und an der Befestigungsseite angeschraubt oder genagelt werden können, ohne vorbohren zu müssen. Im Gegensatz zu Metallschienen wird die Scheibe völlig geräuschlos gehalten. Kleine leichte Glas- oder PG-Scheiben sitzen so ohne weitere Sicherung fest in der Plastikschiene und können zur Reinigung oder zum Ersatz leicht ausgewechselt werden. Für schwere oder große Scheiben wird dagegen eine Sicherung empfohlen.
Für den Kanzelbau ist stärkeres Glas wegen der höheren Bruchsicherheit jedem Fall besser geeignet. Für sehr aufwendige Bauten ist auch an die Verwendung von Autoglas zu denken, das sich allerdings nicht mehr im Heimwerkerverfahren maßlich ändern lässt. Normales Flachglas steht oft im Haushalt als überflüssig gewordenes Bilderglas praktisch zur kostenlos Verfügung, ist aber bei geringer Stärke weniger geeignet.
Das Zuschneiden von Flachglas ist auch für den Laien keine Zauberei, wenn er einige Dinge beachtet.
Glasschneider sind in jedem Baumarkt für wenige Euros erhältlich.

1. Die Scheibe auf eine ebene Fläche legen auf der eine Decke liegt.
2. Das Maß mit einem Fettstift anzeichnen und die Scheibe umdrehen, um nicht im Strich zu schneiden.
3. Ein Lineal oder Winkel soweit vom Strich abrücken, wie die Stellung des Schneidrädchens im Glasschneider zum Gehäuse ist.
4. Am Beginn des Schnittes nach außen über den Rand hinaus fahren und dann mit gleichmäßigem aber nicht zu starken Druck am Lineal entlang und wieder über den Rand hinaus fahren.
5. Die Scheibe mit dem Schnitt bis über die Unterlage hinausziehen, den Überstand mit einer Hand halten und von unten mit dem Glasschneider leicht den Schnitt entlang klopfen, bis die Scheibe (hoffentlich) genau am Schnitt abbricht.

Flachglas hat trotz der größeren Bruchempfindlichkeit den Vorteil, nicht so leicht zu verkratzen wie PG, ist aber an den Kanten schärfer. Freiliegende Kanten sollten zum Schutz gegen Verletzungen etwa beim Reinigen mit Isolierband o.ä. geschützt werden. Zum leichten Herausziehen aus Führungen empfehlen sich darin kleine Öffnungen oder Lücken um eine passgenaue Scheibe so weit heraus zuschieben und diese greifen zu können. Dieser Hinweis gilt auch für das PG.
Für Seitenfenster im Sitzbereich genügt ein Durchblick von 15x20 cm, für die Frontscheibe etwa 15 x 30 cm. Das reicht für eine Orientierung des Umfeldes aus, um bei Bedarf das Fenster ganz zu öffnen. Dass dies völlig geräuschlos zu geschehen hat versteht sich dabei. Entsprechende Hinweise wurden schon an anderer Stelle gegeben. Kleine verglaste Fensteröffnungen reizen weniger als Zielscheiben zu dienen, während große „Schaufenster“ zwar bessere Übersicht verschaffen, aber selbst in großer Höhe leicht zu treffen und zu zerschlagen sind.

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SirHenry

SirHenry

Alter: 81 Jahre,
aus Fürth

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Kommentare

23.10.2017 22:14 dikay1
ich habe mich bei meinem kanzelbau für pg entschieden,das im inneren nach oben geschoben wird.wegen des geringeren gewichtes und Austauschbarkeit und kosten.
23.10.2017 23:23 SirHenry
immer guten Durchblick wünscht S.H.
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