Zur mobilen Version wechseln »
Jagd-VideosCommunityMediadatenNewsletterFormulare & Vordruckejagderlebenlandlive.deANVISIERTPRAXISSERVICEMARKTJAGD-WETTERAPPSPirschunsere JagdNiedersächsischer JägerDer Jagdgebrauchshund
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche
BEISPIELFOTO!
907 mal angesehen
07.07.2017, 11.35 Uhr

VERDORBENE FREUDE: liegt da wirklich die führende Geiß statt dem Bock?

Eigentlich sollte es so wie jeden Tag seit die Sauen im Winterweizen sind dem Borstenvieh gelten, doch kein Erfolg bisher. Zwar kamen die Schweine oft in Anblick, teilweise bei Tageslicht, doch sie zogen unerreichbar von den Dickungen direkt in die großen Weizenschläge.

Die instabilen Wetterlagen sorgten für Wind aus unterschiedlichen Richtungen, in unserer Hügellandschaft ohnehin schon ein Problem. Langsam fiel mir auch das lange Sitzen immer schwerer und so sollte heute ein Tag Pause sein und die Jagd den Böcken gelten.

Schon frühzeitig am Abend saß ich an einer großen Wiese die an drei Seiten vom Wald umgeben ist, zwei Seiten davon Dickungen in denen sich auch die Schweine gerne aufhalten. Diese Wiese wird vom Biobauer bewirtschaftet wie sehr viele Flächen in meinem Revier, eine echte Bereicherung, so auch hier. Die Pflanzenvielfalt erinnert an die gute alte Zeit und wird vom Wild wie auch von Insekten gerne angenommen.

Schon bald erschien eine Geiß mit einem starken Kitz, doch sie waren unruhig und verschwanden nach ein paar Minuten wieder. Bald danach kam eine offensichtlich nicht führende Geiß, jedenfalls konnte ich kein Gesäuge erkennen. Schon zogen von der linken Seite zwei führende Geißen jedoch ohne Nachwuchs und ein Schmalreh in Anblick. Fünf Hasen trieben ebenfalls ihre Späßchen auf der Fläche. An der offenen Seite konnte ich auf größere Entfernung weitere vier Stück Rehwild erkennen, jedoch aufgrund der Entfernung und der langsam einsetzenden Dämmerung nicht mehr ansprechen.

Die immer näher kommenden Geräusche hinter mir ließen auf die Anwesenheit eines Bockes schließen und tatsächlich urplötzlich schoss der Vermutete wie eine Rakete unter meinem Sitz durch auf die Wiese und gesellte sich gleich zu einer Geiß.

Er war wohl ein alter Kämpfer, im Fernglas konnte ich einige Narben am Haupt erkennen, starker Träger, Dachrosen darauf ein schwach verecktes über lauscherhohes Sechsergehörn und die Decke noch nicht komplett verfärbt.
So einen wünscht man sich, trotzdem habe ich überlegt ihn laufen zu lassen. Nach vier Jahrzehnten intensiver Jagd stumpft man halt auch ab was die Trophäen betrifft und so kam es zu der Überlegung wem man damit eine Freude machen könnte. Meine Helfer hatten den bisherigen Bockabschuss quasi alleine erledigt und dabei auch brave, sogar abnorme Stücke erlegt. Mein Interesse galt schon immer mehr dem Schwarzwild, deshalb reizte mich dieser Bock eher wenig.

Bock und Geiß ästen hektisch nebeneinander immer in Bewegung doch der Trend ging Richtung Einstand. Nun entschloss ich mich doch zum Schuss schon um den Kommentaren meiner Mitjäger zu entgehen wenn ich das Erlebte erzähle.

Mit dem Zielfernrohr begleitete ich das Stück bis es breit stand, ein kurzes Anschrecken lies es verhoffen, schon brach der Schuss und das Stück lag am Anschuss. Das begleitende Reh flüchtete im großen Bogen ca. 50 Meter rechts von mir in die Dickung. Das restliche Rehwild warf kurz auf und äste dann weiter.

Ein wenig wollte ich noch verweilen und den Abend genießen. Nach einigen Minuten kam von links aus dem Bestand ein starkes Kitz und zog unsicher in Richtung des erlegten Stückes. Nach kurzer Zeit entdeckte das Kitz wohl die weiter draußen stehenden Artgenossen und strebte fiepend in deren Richtung. Dort bekam es gleich eine entsprechende Abfuhr d.h. es wurde vertrieben. Nun fing es auf der Fläche an zu äsen jedoch immer wieder suchend umherblickend.

Erste Zweifel überkamen mich: „es wird doch nicht etwa die Geiß dort liegen?“ NEIN das kann nicht sein, da bin ich sicher!

Mittlerweile war zwar fortgeschrittene Dämmerung doch der Mond spendete schon ausreichend Licht um Wild zu beobachten.
Jetzt erschien rechts von mir, genau dort wo die Geiß nach dem Schuss eingewechselt war, ein Reh. Das wird die Geiß sein dachte ich und sich jetzt endlich um das Kitz kümmern.
Doch ein Blick durch das Glas lies mich erstarren, - es war ein starker Bock. Genau ansprechen war nicht mehr möglich, doch die Proportionen und die Gehörnhöhe passten auf den Beschossenen……….

Mein Gott was habe ich da getan? Der ganze Frust brach über mich herein, endlich aufhören mit der Jagerei ist eh immer mehr Ärger und jetzt passieren MIR solche Sachen, nein das hat keine Zukunft………..
Noch einmal lies ich vor dem geistigen Auge den Abschuss Revue passieren doch es half nichts, nur nachsehen bringt Klarheit.

Mit einem Klos im Hals ging es also Richtung meiner Schandtat, der Schein der Taschenlampe sollte endgültige Klarheit bringen, er tat es auch: vor mir lag der Bock!
offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

sau_hund

sau_hund

Alter: 62 Jahre,
aus BAYERN
Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

07.07.2017 13:22 schaaal
alter Verwalter... wer kennt sie nicht, die kurze Unsicherheit...

schön geschrieben...

da werden die knie wohl etwas gezittert haben...


dafür schmeckt dann das erlegerbier bzw was auch immer noch besser!

weidmannsheil zum bock!
07.07.2017 16:32 sau_hund
schaaal schrieb:
alter Verwalter... wer kennt sie nicht, die kurze Unsicherheit...

schön geschrieben...

da werden die knie wohl etwas gezittert haben...


dafür schmeckt dann das erlegerbier bzw was auch immer noch besser!

weidmannsheil zum bock!

Waidmannsdank, normal bringt mich jagdlich nichts so leicht aus der Ruhe, auch wegen meiner Nachsuchentätigkeit. Doch in diesem Fall......
07.07.2017 18:29 Gento
Waidmannsheil !
07.07.2017 19:31 utha
ganz dickes WMH
08.07.2017 10:11 sau_hund
WMD!
09.07.2017 12:31 Gesch
Waidmannsheil !!

...kenne ich nur zu gut - ich hab seit dem 1.Juni vierzehn Jungdachse aus den Elterntieren "rausselektiert", da ist auch jedesmal der Schritt zum Stück mit Unsicherheit verbunden, obs denn wirklich der richtige Abschuß war...

Bisher war das Glück hold, bzw. die Zeit vor dem Schuß gut genutzt.
09.07.2017 13:12 Rapsjaeger
Weidmanns Heil! Wer kennt solche Situationen nicht? Drei Mal geschaut und dann nach dem Schuss doch unsicher...
09.07.2017 21:42 esau
Rapsjaeger schrieb:
Weidmanns Heil! Wer kennt solche Situationen nicht? Drei Mal geschaut und dann nach dem Schuss doch unsicher...

Ja .
09.07.2017 21:44 esau
Fehler sind immer möglich.Man kann nur immer bemüht sein, sie nicht zu tun.
Ich kann dir alles sehr gut nachfühlen.
10.07.2017 00:48 sau_hund
esau schrieb:
Fehler sind immer möglich.Man kann nur immer bemüht sein, sie nicht zu tun.
Ich kann dir alles sehr gut nachfühlen.

ist leider so, WMD an Alle!
10.07.2017 19:22 ckgauloises
Das sollte uns immer den alten Spruch erinnern lassen: "Ist der Schuß erst aus dem Lauf, hält selbst der Teufel ihn nicht auf."

Und das kenne ich auch nur zu gut.......
11.07.2017 09:21 Kampfdackel
wmh
11.07.2017 10:15 sau_hund
Kampfdackel schrieb:
wmh

wmd
03.08.2017 16:40 Alpiae
Hast mich mitgenommen auf diesen Ansitz
sehr schön geschrieben !
Dickes Waidmannsheil
04.08.2017 11:57 sau_hund
Alpiae schrieb:
Hast mich mitgenommen auf diesen Ansitz
sehr schön geschrieben !
Dickes Waidmannsheil

Waidmannsdank für die "Blumen"
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang