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Keiler mit Hindernissen

Eine Jagdgeschichte (2 Einträge)

683 mal angesehen
16.04.2017, 17.42 Uhr

Das tränende Auge

Dies ist ein Geschichtchen, das mich gelehrt hat, Tierärzten ein gesundes Misstrauen entgegenzubringen ...

Im Juli 2015 stellte ich bei meinem Rüden fest, dass ein Auge tränte. Nur eines. Nun gut, ich beobachtete das, es war weiter nichts Dramatisches zu sehen, Tränenfluss klar, nicht sehr heftig. Im September 2015 ging ich dann zum TA, weil das ganze eitrig wurde.

Die TA konstatierte, das sei seine Konjunktivitis follikularis, irgendwie eine fixe Idee von ihr. Diese Bindehautentzündung kommt bei vielen Junghunden über alle Rassen vor, es ist gewissermaßen eine Überreaktion des Immunsystems, die ohne Behandlung im Alter von zwei bis drei Jahren verschwindet. Seine Nickhäute waren tatsächlich immer etwas gerötet, aber Probleme hatte ihm das noch nie gemacht. Nun gut, es gab eine Salbe, das Eitern hörte auf, das Tränen aber nicht wirklich.

So ging dann die Zeit ins Land, bis ich im Herbst 2016 wieder beim TA stand, weil das Auge erneut eiterte. Ich durfte mir dann die gleiche Arie anhören. Ich hatte inzwischen recherchiert und fragte die TA, ob denn nicht die Möglichkeit bestehe, dass ein Tränennasenkanal dicht ist.

Nö, nein, das ist die Konjunktivitis, blablubber. Es gab wieder eine Salbe, aber richtig gut wurde das Auge eben nicht. Da es aber auch nicht richtig übel war, glaubte ich weiter an diese Bindehautentzündung beim Junghund. Links sei halt "die schwache Seite" von meinem Hund, so die TA. Etwas esoterisch, aber nun. Dafür ist die Frau ja Tierärztin und nicht ich. Logisch erschien mir das absolut nicht, denn das rechte Auge machte nach wie vor keinerlei Probleme.

Im Februar 2017 ging's dann zwengs HD-Röntgen in eine Tierklinik, und ich stellte meinen Hund einer Augenspezialistin vor. Die checkte erstmal systematisch, weshalb ein Auge siffen kann, und schloss in meinem Beisein einen nach dem anderen Punkt aus. So wie mein Hund aussah, nahm sie allerdings auch an, dass kein schwerwiegendes Problem vorliegen könne ... "Das ist gar nichts ..."

Unter Ausnutzung der Narkose wurde dann der Tränennasenkanal gespült. Mit dem Ergebnis, dass genau das zunächst mal gar nicht ging auf der betroffenen Seite. Dann kam Eiter zum Vorschein, und als nächstes ein Grassame

Die TA in der Klinik zeigte sich sehr überrascht. Dass ein Fremdkörper mal in den Tränennasenkanal eindringt, das kann vorkommen. Normalerweise rotzen die betroffenen Hunde dann aber den Eiter aus der Nase und dem Auge, in Massen. Bei meinem Rüden waren die sichtbaren Folgen sehr moderat, und der Müll war da nun schon gut anderthalb Jahre drin ...

Wir haben dann gegen Entzündung/Schwellung und mit Antibiotikum behandelt, noch ein weiteres Mal gespült, noch ein drittes Mal gespült. Allerdings schlug der Versuch, den Tränennasenkanal zu sondieren, leider fehl.

Das ist jetzt der Endzustand. Der Tränennasenkanal ist durch die lange Anwesenheit des Fremdkörpers mit daraus folgender Reizung/Entzündung am betroffenen Auge verengt, dauerhaft. Der kann nämlich zuwachsen. Er ist nicht komplett zu, aber er ist nicht so durchgängig wie auf der gesunden Seite. Es gibt keine Entzündung mehr, keinen Eiter mehr, aber ich muss täglich ein- bis zweimal das sehr kleine Tränenrinnsal wegputzen, damit die aggressive Tränenflüssigkeit nicht die Haut angreifen kann und auch keine Fellverfärbung entsteht. Ihn stört's überhaupt nicht, aber mich nervt's grandios.

Vor allem weil es völlig überflüssig ist. Hätte die Haus-TA von vornherein zur Kenntnis genommen, dass es eine andere Ursache haben muss, wenn genau ein Auge suppt, das andere aber nicht, hätte man gleich spülen können und alles wäre gut gewesen.

Logik ist aber scheinbar eh nicht die Stärke meiner Haus-TA. Sie hatte vor der Salbenbehandlung jeweils rechts und links den Fluoreszenztest angewendet. Eine giftgrüne Flüssigkeit wird ins Auge getropft, so dass der TA sehen kann, ob das Auge verletzt ist. Diese Flüssigkeit muss aus der Nase wieder herauskommen. Tat sie auch. Nur hatte sie beide Augen unmittelbar nacheinander getropft, und so kann man natürlich nicht feststellen, ob ein Tränennasenkanal verstopft ist

Sie wird an meinem Hund außer der Impfung und dem Verkauf einer hin und wieder nötigen Wurmkur keine Handlungen mehr vornehmen, soviel ist sicher.
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Heide_Unterfranken

Heide_Unterfranken

Alter: 47 Jahre,
aus Gemünden a.M.
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Kommentare

17.04.2017 16:47 MlK
... wieso kann man nicht feststellen ob ein Tränennasenkanal verstopft ist - wird das linke Auge flouresziert, so tropft es aus dem linken Nasenloch - ansonsten wenn du mit deiner TA so wenig zufrieden bist, dann wechsel halt, ganz einfach
17.04.2017 17:32 Oecher
MlK schrieb:
... wieso kann man nicht feststellen ob ein Tränennasenkanal verstopft ist - wird das linke Auge flouresziert, so tropft es aus dem linken Nasenloch - ansonsten wenn du mit deiner TA so wenig zufrieden bist, dann wechsel halt, ganz einfach



So einfach ist es!

Gruß

Oecher
17.04.2017 20:22 Heide_Unterfranken
MlK schrieb:
... wieso kann man nicht feststellen ob ein Tränennasenkanal verstopft ist - wird das linke Auge flouresziert, so tropft es aus dem linken Nasenloch - ansonsten wenn du mit deiner TA so wenig zufrieden bist, dann wechsel halt, ganz einfach

"man" kann schon, sie konnte nicht, offenbar. Denn auf das Nasenloch hat sie eh nicht geachtet. Außerdem schrob ich, dass die gute Frau an meinem Hund nix mehr machen wird, oder nicht? Dass ihre Diagnose Unfug war, weiß ich ja erst seit zwei Monaten.
17.04.2017 22:45 ZH-7x57
Danke für die Einstellung . Hilft eventuell anderen, man lernt nie aus . Hunde Heil.
19.04.2017 17:04 platzi
Danke fürs Einstellen.
Das hatte mein Rocky auch - er jagt schon 2 Jahre hinterm Regenbogen - hatte aber genau dasselbe und auch auf einem Auge. Einmal wurde der Kanal ausgeputzt.... ist ihm aber wohl mit der Zeit zugewachsen. Wie Du schreibst: den Hund störts wohl kaum. Aber nachdem ich dies hier gelesen hab wüsste ich doch mehr und könnte anders reagieren....
25.04.2017 18:59 Hulzfux
Wieder was gelernt, wusste gar nicht, dass es so nen Kanal gibt.
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