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709 mal angesehen
05.03.2017, 00.45 Uhr

Manchmal, ja manchmal...

passt einfach alles.

Den ganzen Winter über waren die Sauen sehr konsequent hinter unserer Reviergrenze unterwegs. Nicht dass ich im ablaufenden Jagdjahr keine Sauen hätten strecken können! Nein, das lief schon ganz gut. Aber der Winter blieb in der Hinsicht weit hinter meinen Erwartungen.
Aber seit einer Woche fanden die schwarzen Teufel plötzlich die ganzen ehemaligen Maisflächen ausgesprochen lecker! Und wie es sich gehört - kein Mond!
Gestern trafen wir beide Revierpächter uns mit allen Begehern, um sie wegen der aktuellen Sauereien noch einmal für die bevorstehende Mondphase einzuschwören. Klar, alle rissen sie die Hände hoch und versprachen, dass sie gleich heute abend draußen sitzen wollten.

Als es Abend wurde, trennte sich einmal mehr die Spreu vom Weizen. Wir waren zu dritt (von insgesamt 10 Jägern), um dem Sauenansturm Einhalt zu gebieten. H. wollte sich an der Waldwiese ansetzen, die seit zwei Tagen wieder von den Sauen angenommen war. M. hatte sich den Busch ausgesucht, hatte es einfach irgendwie im Urin, dass da genau heute was gehen sollte. Ich hatte mir die Grabenkanzel ausgesucht. Der Graben mit seiner begleitenden Hecke stellte einen gern genutzten Wechsel zwischen zwei Waldgebieten dar. Ich war optimistisch....

Aber der Abend brachte Ernüchterung. Der Wind hatte über den Tag auf Ost gedreht. Da brauchte ich eine neue Strategie. Die Grabenkanzel konnte ich jedenfalls vergessen. Guter Rat aber war nun teuer. Ich war echt unschlüssig. Klar, ich könnte mich auf die Kanzel mitten im Feld setzen. Rundrum stand im letzten Sommer Mais, und die eine oder andere Sauenfährte führte in der Vergangenheit des Winters hier herüber. Aber irgendwie müsste es mit dem Teufel zugehen, wenn ich hier heute Anblick haben sollte, zumal der Wind auch für diese Kanzel eher suboptimal war.
Der Wald blieb heute unbesetzt. Die hoch stehende aber noch sehr schmale Mondsichel mochte vielleicht einen Acker etwas erhellen, den Wald würden die paar Mondstrahlen sicher noch nicht erleuchten.

Also gut, rauf auf die Ackerkanzel und warten, was da wohl passieren würde. Zunächst gaben etwa 100 Kraniche ihr Stelldichein. Die Sauen hatten doch schon hier und da die im Herbst untergeüpflügten Maiskolbenreste an´s Tageslicht befördert, die offensichtlich den rastenden Kranichen, die eigentlich auf dem Weg in´s Baltikum waren sehr mundeten. Mein Kontrollblick mit dem Spektiv zu den Kranichen erbrachte zwei beringte Kraniche, einen in Deutschland markierten, der schon im letzten Jahr nur wenige hundert Meter entfernt brütete und einen estnischen Kranich. Kurz nach Sonnenuntergang wechselten die Kraniche zu einer Senke eines benachbarten Feldes, die voll Wasser gelaufen war. Dort wollten sie offensichtlich die Nacht verbringen. Der Himmel wurde immer dunkler, nur die Mondsichel erhellte die Szenerie.
Die Kraniche wurden ruhiger, doch in regelmäßigen Abständnen stimmten alle Kraniche in einen Warnchor ein. Schon hoffte ich auf anwechselnde Sauen. Doch die Bühne blieb leer. Auch wenn wir noch nicht mal Halbmond hatten, das Licht war bei dem offenen Himmel deutlich besser als erwartet. Hier würde ich es also einige Zeit aushalten.

Auf dem Feld passierte nicht viel. drei Stücke Rehwild waren für einige Zeit zu sehen, doch irgendwann waren sie wieder verschwunden. Als ein mir bekannter Pickup mit allen Lichtern, die er hatte, vorbeifuhr und den Acker ausleuchtete, flogen die zwischenzeitlich wohl schlafenden Kraniche laut krakelend wieder auf, drehten einige Runden und tasteten sich langsam an einen anderen Schlafplatz. Und wieder dauerte es etliche Minuten, ehe sich der Trupp langsam wieder beruhigte.

Als ich einmal mehr die Felder um mich herum ableuchtete, fiel im Busch ein Schuss. Das machte Hoffnung. Sollte M. etwa schon erfolgreich sein...? Wenn M. also Sauen vorgehabt haben sollte, musste ich damit rechnen, dass sie jetzt in meine Richtung ausbrechen würden. Aber auch nach 15 Minuten passierte in meinem Umfeld nichts. Ein zweiter Schuss fiel im Busch. Nun fingerte ich doch mein Smartphone heraus und schrieb H. an, um etwas zu erfahren. Die Antwort kam kurze Zeit später: Ja, M. hat einen Schwarzkittel erwischt, und H. hatte auch welche vor und hoffte auf eine Möglichkeit. Also störte ich nicht weiter und wartete, ob sich bei mir vielleicht auch mal was täte. Doch die Bühne blieb leer. Meine Hoffnung, dass H. vielleicht auch einen Schuss auf einen Frischling los würde, erfüllte sich auch nicht. Und so blieb nichts übrig, als weiter den Acker abzuglasen.
Die Uhr zeigte 21:30 Uhr. Mein suchender Blick nach Westen blieb am Ende einer Hecke hängen. Der schwarze Klumpen dort, war doch vorhin noch nicht da, oder...? Tatsächlich, jetzt kamen weitere schwarze Klumpen hinzu. Insgesamt waren es jetzt 5 Sauen, die auf die ehemalige Maisfläche trollten, alle gleich groß. Wohl eine Überläuferrotte...
Aber sie waren etwa 300 Meter entfernt. Und sie zogen nach links, zum Dorf. Immer wieder gingen sie in´s Gebräch. Ich hoffte, dass sie nicht zum Dorf ziehen würden sondern meine Richtung einschlagen würden. Doch danach sah es nicht aus. Der Probeanschlag zeigte, dass ich ein Stück im Zielfernrohr zwar deutlkich erkennen konnte, aber dass die kleine Rotte noch immer deutlich zu weit entfernt war. Also warten...

Endlich, endlich änderten sie ihre Richtung, drehten vom Dorf ab und bewegten sicgh ganz langsam in meine Richtung. Doch schon wechselten sie wieder die Richtung, wollten nun wohl links an meiner Kanzel vorbei. Tja, das half nun alles nichts. Ich musste versuchen, sie anzugehen. Und so nahm ich den Unsäglich und wollte gerade vorsichtig die Tür der Kanzel öffnen, als in Richtung von H. ein Schuss fiel! So ein Mist! Gerade jetzt...
Im Fernglas stellte ich fest, dass die Sauen flüchtig wurden. Aber wo würden sie hinflüchten. Einen Bruchteil einer Sekunde später zeigte sich: es ging genau in meine Richtung! Also wieder hingesetzt, Waffe gespannt und die Sauen gesucht!. Da, da sind sie ja und kommen immer noch genau in meine Richtung! An einen sauberen Schuss war nicht zu denken! Schon waren sie hinter den Sträuchern am Wasserloch, an dem die Kanzel stand verschwunden. Waffe abgesetzt und gesucht und gelauscht! Die Sauen standen 30 Meter vor mir - verdeckt durch Sträucher! Aber da! da kam ein erster Wildkörper hinter den Sträuchern hervor. Schon war ich mit dem Ziel darauf - und ließ fliegen...

Vier der fünf Sauen flüchteten Richtung Wald. Wo war die fünfte...? Ah ja, da lag sie...!

Erleichterung machte sich breit! Schon klingelte mein Smartphone. H. erzählte mir, dass auch er eine Wutz erwischt hatte! Genial! Drei Mann und drei erlegte Wutze! Das ist ganz nach meinem Geschmack! Und unser Bauer wird sich definitiv auch nicht darüber ärgern...!
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Rapsjaeger

Rapsjaeger

Alter: 51 Jahre,
aus Rapsfeld
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Kommentare

05.03.2017 10:02 Gesch
Waidmannsheil !!

Genauso! Jagdruhe um diese Zeit ist auf dem Feld Unsinn.
05.03.2017 10:36 WildeBiene
Waidmannsheil den drei erfolgreichen Schützen
05.03.2017 12:54 Keiler72
Da kann man Euch dreien nur Waidmann`s Heil wünschen
05.03.2017 13:24 Rapsjaeger
Gesch schrieb:
Waidmannsheil !!

Genauso! Jagdruhe um diese Zeit ist auf dem Feld Unsinn.

der Blödsinn schlechthin. Und bei uns wird es so einen Blödsinn definitiv nicht geben. Entweder will ich Wildschaden vermeiden und Sauen reduzieren, dann muss es auch knallen - egal zu welcher Jahreszeit. Oder ich will spielen....
05.03.2017 13:25 Rapsjaeger
WildeBiene schrieb:
Waidmannsheil den drei erfolgreichen Schützen

Weidmanns Dank!!!
05.03.2017 13:25 Rapsjaeger
Keiler72 schrieb:
Da kann man Euch dreien nur Waidmann`s Heil wünschen

Weidmanns Dank! Ja, solche abende sind das Salz in der Suppe...!
05.03.2017 15:16 taube54
Waidmannsheil, Gruß Taube
05.03.2017 17:50 swinging_elvis
Waidmannsheil der Meute... das sind Zeiten... Horrido aus dem Süden, el
05.03.2017 18:51 Rapsjaeger
taube54 schrieb:
Waidmannsheil, Gruß Taube

Weidmanns Dank!
05.03.2017 18:52 Rapsjaeger
swinging_elvis schrieb:
Waidmannsheil der Meute... das sind Zeiten... Horrido aus dem Süden, el

Weidmanns Dank! Ja, gemeinsamer Jagderfolg - noch genialer, als wenn man allein erfolgreich ist...!
05.03.2017 19:29 Gento
Wunderbar, da hattet ihr doch einen guten Abend. Waidmannsheil !
05.03.2017 21:28 Rapsjaeger
Gento schrieb:
Wunderbar, da hattet ihr doch einen guten Abend. Waidmannsheil !


Ja, den hatten wir! Aber das soll erst der Auftakt für diese Mondphase sein. Wir hoffen natürlich auf mehr...
Weidmanns Dank!
07.03.2017 10:12 Ammerlaender
Tip Top!! Dickes WMH!!!
07.03.2017 14:00 gipflzipfla
herzliches Waidmanns Heil
18.03.2017 09:46 Johannes06
Wmh
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