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561 mal angesehen
30.01.2017, 07.48 Uhr

noch ein Stück Rehwild...

Der Januar schleppte sich so dahin, dienstlich wie auch jagdlich. Die Sauen hatten mich in diesem Möchtegernwinter ordentlich an der Nase rumgeführt. Die mondlose Zeit wollte ich noch einmal für ein Stück Rehwild nutzen. Ein Kitz war noch offen und auch Bedarf war angemeldet. Der Rapsschlag zwischen dem Wald und dem Dorf war ein Hotspot für das Rehwild. Ich hatte mittags auf den etwa 20 ha Raps zeitgleich 21 Rehe gesehen, so dass ich guten Mutes war.

Mein erster Anlauf in der Woche (ich hatte sehr zeitig Feierabend gemacht) war aber erfolglos geblieben. Nicht, dass ich keinen Anblick gehabt hätte. Pünktlich gegen 16:00 Uhr erschien ein Bock mit einer Ricke und einem Kitz auf der Bildfläche. Während aber Bock und Ricke mir ständig in bester Manier die Breitseite zeigten, zog das Kitz permanent spitz auf mich zu. Und ohne mir auch nur einmal andeutungsweise eine Gelegenheit bieten zu wollen, sprangen aus mir unerfindlichen Gründen plötzlich alle drei Stücke ab und verschwanden wieder im Wald. Kurze Zeit später sicherte links von mir am Waldrand ein Stück und zog kurze Zeit später hinaus auf´s Feld. Im Glas hatte ich es längst als Ricke angesprochen. Ihm folgte ein Kitz - männlich... Nein, das wollte ich nicht. Ein weibliches Kitz hatte ich mir vorgenommen ob der Übermächtigkeit dieses Geschlechts in diesem Teil des Reviers. Also lehnte ich mich wieder zurück.

Es begann langsam zu dämmern, als rechts von mir wie aus dem nichts plötzlich drei Stücke Rehwild auf dem Raps standen. Fernglas hoch: ein Jungspund von einem Bock, ein weibliches Stück und noch ein älterer Bock. Noch einmal leuchtete ich den Waldrand in diesem Bereich ab. Ja, da kamen noch mehr Stücke auf den Raps gezogen. Jetzt musste ich erst mal sortieren: mir am nächsten zwei Kitze und zwei weibliche Stücke. Weiter hinten die beiden Böcke mit drei weiblichen Stücken und noch einmal zwei Kitze... Diese waren beide weiblich, aber etwa 150 Meter entfernt und bei dem gefrorenenen Boden würde ich nicht so weit über´s Feld schießen, ohne einen guten Kugelfang. Aber da waren ja noch die beiden anderen Kitze. Der Kontrollblick erbrachte zwei Bockkitze...

Zwischenzeitlich ließ die Sicht massiv nach. Es kam immer mehr Rehwild in Anblick, aber zum genauen Ansprechen war es mittlerweile doch zu dunkel...
So nahm ich mir am Wochenende noch einmal vor, mein Glück zu versuchen. Schon 15:00 Uhr saß ich an gleicher Stelle. Zunächst passierte gar nichts. Aber, wie nach Zeitplan stolperten gegen 15:30 Uhr plötzlich zahlreiche Rehe auf den Raps. Schon hatte ich ein weibliches Kitz ausgemacht. Das aber war sehr zögerlich, ließ den alten Tanten und den beiden Böcken lässig den Vortritt.

Ich hatte längst die Waffe im Anschlag und wartete darauf, das das Kitz den anderen in meine Richtung folgen würde. Auf diese Entfernung musste es schon scheibenbreit stehen, wenn ich den Finger krumm machen wollte.
Im Dorf hinter mir waren Stimmen zu hören, die die Rehe aber glücklicherweise nicht störten. Auch das jetzt angeworfene Moped, an dem die Jugendlichen ganz offensichtlich am Auspuff ordentlich manipuliert hatten, störte nicht wirklich. Als die Jugendlichen damit aber über dem hinter mir liegenden Feldweg Richtung Wiese fuhren, fürchtete ich schon, dass ich wieder als Schneider nach Hause gehen würde. Schon sicherte der ganze Sprung, der zwischenzeitlich aus 11 Rehen bestand - aber sie blieben.
Die Jugendlichen hatten zwischenzeitlich die Wiese erreicht und gaben hier nun ihr Bestes. Nach Cross-Manier durchpflügten sie den aufgeschwemmten Grünlandboden. Das war dem Rehwild dann doch zu viel. Schon sprangen sie ab. Aber nicht zum Wald sondern in meine Richtung. Einige Meter weiter verhofften sie und sicherten Richtung Störquelle. Dieser Moment reichte mir. Der Sprung verschwand im Wald, nur das Kitz strauchelte nach einigen wenigen Metern und sackte schließlich zusammen.

Vermutlich hatten die Jugendlichen den Schuss mitbekommen. Sie fuhren nun zum Dorf zurück und langsam kehrte Ruhe ein. Ich blieb noch sitzen. Überm Wald erklangen die Rufe von Kolkraben, die offensichtlich ihr Revier bereits wieder absteckten. Und tatsächlich, sie hatten das Stück gleich entdeckt und nahmen sofort Kurs darauf. Im Landeanflug machte ich mich auf meinem Hochsitz bemerkbar. Und schon strichen sie auch wieder ab. Ich verfolgte ihren Flugweg, bis sie verschwunden waren. Na gut, dann wollen wir mal...

Aber daraus wurde nichts. Wie eine Schafherde gedrängt wechselte ein Sprung Rehwild aus dem Wald auf den Raps und zwar genau dort, wo sie auch in den Wald geflüchtet sind. Ich mochte es zunächst gar nicht recht glauben, aber beim Durchmustern des Sprunges stellte ich schnell fest, dass es der gleiche Sprung war. Als sie in die Witterung des gestreckten Kitzes kamen, wurde sie sichtlich nervös, sprangen aber nicht ab sondern kontrollierten den Bereich, wo das Kitz lag sehr intensiv in höchster Fluchtbereitschaft. Als sie den Bereich passiert hatten, wurden sie schließlich ruhiger und begannen zu äsen. Langsam änderten sie die Richtung und zogen genau auf mich zu. Zwischenzeitlich erschienen weitere Rehe auf der Bildfläche. Ich zählte schließlich 24 Wildkörper. Und alle ästen sie im Schussbereich. schließlich konnte ich insgesamt vier weibliche Kitze ausmachen, 3 männliche Kitze 2 Jährlingsböcke und zwei ältere Böcke, der Rest waren weibliche Stücke. Klar, hier hätte man noch hinlangen können und sicher auch müssen. Aber der Plan ist zu. Das schienen auch die Rehe zu wissen. Ich saß mittlerweile mitten unter ihnen, wenn auch in erhöhter Position. Und drei Stücken standen im Wind, ohne mich aber wahrzunehmen . Ich hatte somit alle Zeit der Welt den Sprung zu mustern, ehe das Licht schwand.

Als das Stück schließlich versorgt war und im Auto lag und ich nach Hause fuhr, dachte ich noch einmal über das Gesehene nach. Nun hatte ich schon ausschließlich weibliches Rehwild gestreckt hier, weil ich das Problem schon einighe Zeit hier habe. Aber ich werde wohl auch im nächsten Jagdjahr sehr deutlich beim weiblichen Rehwild eingreifen müssen...
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Rapsjaeger

Rapsjaeger

Alter: 52 Jahre,
aus Rapsfeld

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Kommentare

31.01.2017 09:30 Naturmaedchen
Konkurrenzlos gut geschrieben!!!!
31.01.2017 17:12 Gento
Waidmannsheil ! So ein großer Sprung Rehe ist doch ein feiner Anblick.
31.01.2017 17:12 Gento
Waidmannsheil ! So ein großer Sprung Rehe ist doch ein feiner Anblick.
01.02.2017 06:59 Kija
Weidmannsheil
Super geschrieben!
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