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Jagd allgemein

..und darum jage ich (14 Einträge)

elephantpaint cave bushman kunst
303 mal angesehen
21.12.2016, 19.15 Uhr

Mit den Augen des Jägers


Jagd gehört unabdingbar, wie ich es schon einmal geschrieben hatte, zur Entwicklungsphase des Menschen. Keine andere Lebensart in der Mensch-heitsgeschichte währte länger als die Stufe der Jäger- und Sammlerkulturen.

Jagen taten Homo sapiens und seine Vorläufer seit Jahrmillionen. Diese Art der Lebens- und Ernährungsweise hat uns auch genetisch geformt und geprägt. Unser Körper entwickelte sich, bedingt durch aufrechten Gang und der Mög-lichkeit die Hände mit Waffen und Werkzeugen zu bestücken, zu der Art von Superpredatoren die wir heute eigentlich darstellen.
Diese Vorgabe von Mutter Natur unsere Ernährungsweise derart zu ändern dass, das im Laufe der Stammesgeschichte sich immer weiter entwickelnde Gehirn, ausreichend mit nötigen Nährstoffen versorgt wurde, führte dazu ein stets zunehmendes Gehirnvolumen erreicht wurde das uns grundlegend von unseren animalischen Vorfahren unterscheidet. Schenkt man modernsten wis-senschaftlichen Untersuchungen Glauben, so haben wir den Peak der Gehirn-entwicklung schon lange überschritten. Signifikant nachteilig dabei scheint die Einführung von Ackerbau gewesen zu sein. Seit dieser Zeit geht die Ent-wicklung des Gehirns nachweislich zurück, so die Forscher. Dies erscheint auch insoweit logisch da, durch das Sesshaft Werden, weniger Kreativität und sekundenschnelle Anpassung an sich permanent ändernde Situationen abver-langt wurde. Doch schlummert im Menschen auch heute noch, trotz stark veränderter Umwelt, der Geist jener unserer Urahnen, der Jäger und Sammler.

Oft wurden solche Kulturen als primitiv oder archaisch dahingestellt. Doch in meinen Augen stellt dies eine komplette Fehleinschätzung dar.
Mit einem mir befreundeten britischen Jäger und Naturwissenschaftler hatte ich gute und lange Diskussionen zu diesem Thema. Er vertritt die Auffassung dass Ursprachen auf jagdliche Kommunikation zurückgehen und dass, insbe-sondere die Klicklaute der San Völker, ein Relikt dieser Tage sind. Diese uns fremd klingenden Laute aber sind eher Imitationen von in der Natur vorkom-menden natürlichen Tönen und stören auf der Jagd wohl weitaus weniger als die für uns so normal klingende menschliche Stimme. Diese Auffassung ver-trete auch ich genauso.
Überlegt man sich was ein nomadisierender Jäger mit sich führen kann, so wird schnell klar dass dies tragbar sein muss. Anhäufung von Besitzgütern wäre kontraproduktiv in diesem Lebensstil und würde schnelle Bewegungen, auch der restlichen Sippe, nur beeinträchtigen.
Beispiele solcher Jägerkulturen finden wir überall auf der Welt. Nicht nur die San leben noch heute auf dieser Stufe, sondern auch die Indianerstämme der nordamerikanischen Prärien existierten bis fast in unsere Tage auf die gleiche Art und Weise.
Hinterlassen haben uns unsere vorgeschichtlichen Jäger- und Sammlerkulturen einzigartige Kunstwerke, wie sie die Höhlen- und Fels-zeichnungen darstellen. Diese stellen wohl unumstritten eine Höchstform schöpferischer Kunst und Fähigkeiten dar die man dem, eher als primitiv und keulenschwingend hinge-stellten, Urjäger nicht zutrauen wollte.

Jagt man mit Angehörigen solcher Urvölker wie den San oder Khoisan so wird man erstaunt sein wie schnell sich unser Geist, scheinbar unterbewusst und mühelos, dieser Lebensweise erinnert und adaptiert. Wir haben uns von unse-ren Vorfahren noch nicht sehr entfernt.

Dass unsere Urwurzeln auf dem afrikanischen Kontinent liegen ist heute unum-strittener wissenschaftlicher Fakt. Wie weit sich unser Unterbewusstsein an so etwas erinnern kann mag ein Mancher belächeln. Doch muss ich gestehen dass in mir, als ich zum ersten Mal afrikanischen Boden betrat, eine seltsame Art des Erinnerns und Wiedererkennens eintrat. Ich stehe nicht alleine da mit dieser Behauptung, haben es doch Andere vor mir in ähnlicher Weise beschrieben.

Kombiniere ich die Erfahrungen in meinem Leben so muss ich bekennen dass ich die Welt gerne nicht mehr nur aus „moderner“ Sicht betrachte sondern mit den Augen des „primitiven“ Jägers.
Es mag es sein dass ich zu einer aussterbenden Rasse gehöre und die Welt zu klein geworden ist für diese meine Art. Doch bin ich stolz die Letzten unserer noch lebenden Vorfahren „miterlebt“ zu haben und sie mich auch Dinge sehen ließen die anderen Augen für immer verschlossen bleiben.


Besinnliche Weihnachten

Frank


offline

Geschrieben von

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Kommentare

21.12.2016 21:31 Thadentme
" Doch muss ich gestehen dass in mir, als ich zum ersten Mal afrikanischen Boden betrat, eine seltsame Art des Erinnerns und Wiedererkennens eintrat. "

Das andere dieses Gefühl auch kennen, überrascht mich. Als ich am ostafrikanischen Rift Valley stand, war ich fest davon überzeugt schonmal dortgewesen zu sein. Ich bin es bis heute ohne Esoteriker oder dergleichen zu sein.
Ich habe mich auf Anhieb auch sehr sicher und geborgen in Afrika gefühlt, obwohl ich in Ecken unterwegs war die alles andere als sicher waren.
Böse Buben habe ich abgeschüttelt indem ich mich nachts im Busch zusammengerollt habe. Im Busch ging ihnen die Muffe. Ich fühlte mich sicher.
21.12.2016 22:58 R93Hunter
Bisher war für mich Afrika, Nordafrika zähle ich nicht dazu, eine "white area". Ich habe keinerlei Bezug dazu.
Vielleicht sollte ich es doch einmal versuchen und habe dann auch die "be back" Erfahrung.
22.12.2016 00:04 namhunt
R93Hunter schrieb:
Bisher war für mich Afrika, Nordafrika zähle ich nicht dazu, eine "white area". Ich habe keinerlei Bezug dazu.
Vielleicht sollte ich es doch einmal versuchen und habe dann auch die "be back" Erfahrung.


you are most welcome
22.12.2016 06:43 Johannes06
namhunt schrieb:
you are most welcome

LL -Baujagd auf Warzenschwein
23.12.2016 19:44 tschortwosmij
" Schenkt man modernsten wis-senschaftlichen Untersuchungen Glauben, so haben wir den Peak der Gehirn-entwicklung schon lange überschritten. Signifikant nachteilig dabei scheint die Einführung von Ackerbau gewesen zu sein. Seit dieser Zeit geht die Ent-wicklung des Gehirns nachweislich zurück, so die Forscher"
Hast Du da Quellen dazu? Gern auch englisch. Finde ich ne interessante These, ich les viel über Anthropologie, das ist mir aber bisher nicht untergekommen.
23.12.2016 19:52 namhunt
tschortwosmij schrieb:
" Schenkt man modernsten wis-senschaftlichen Untersuchungen Glauben, so haben wir den Peak der Gehirn-entwicklung schon lange überschritten. Signifikant nachteilig dabei scheint die Einführung von Ackerbau gewesen zu sein. Seit dieser Zeit geht die Ent-wicklung des Gehirns nachweislich zurück, so die Forscher"
Hast Du da Quellen dazu? Gern auch englisch. Finde ich ne interessante These, ich les viel über Anthropologie, das ist mir aber bisher nicht untergekommen.

Sagt jeder Landwirt Muss ich Dr J.Leich kontaktieren der hat da was. Es gibt soviel ich weiss auch ne Studie von Universität Bristol. Vielleicht hilft auch Max-Planck Institut weiter...
23.12.2016 19:56 namhunt
tschortwosmij schrieb:
" Schenkt man modernsten wis-senschaftlichen Untersuchungen Glauben, so haben wir den Peak der Gehirn-entwicklung schon lange überschritten. Signifikant nachteilig dabei scheint die Einführung von Ackerbau gewesen zu sein. Seit dieser Zeit geht die Ent-wicklung des Gehirns nachweislich zurück, so die Forscher"
Hast Du da Quellen dazu? Gern auch englisch. Finde ich ne interessante These, ich les viel über Anthropologie, das ist mir aber bisher nicht untergekommen.




[onlinelibrary.wiley.com]
23.12.2016 19:57 namhunt
tschortwosmij schrieb:
" Schenkt man modernsten wis-senschaftlichen Untersuchungen Glauben, so haben wir den Peak der Gehirn-entwicklung schon lange überschritten. Signifikant nachteilig dabei scheint die Einführung von Ackerbau gewesen zu sein. Seit dieser Zeit geht die Ent-wicklung des Gehirns nachweislich zurück, so die Forscher"
Hast Du da Quellen dazu? Gern auch englisch. Finde ich ne interessante These, ich les viel über Anthropologie, das ist mir aber bisher nicht untergekommen.

The hominids who followed did include some cold-climate hunters of large game, but the amount of animal protein decreased with the advent of grain-gathering and decreased further with the introduction of cereal agriculture, with a concomitant decrease in body size.

[nutritionreviews.oxfordjournals.org]
23.12.2016 21:15 tschortwosmij
Da les ich jetzt aber das Gegenteil raus. "Therefore, it may be concluded that the gross anatomy of the hominid brain is not related to its functional capabilities. The large human brain:body size ratio may be a result of the structural reduction of the size of the gastrointestinal tract and, consequently, its musculoskeletal supports. It is related to richer, meat-based diets and extra-oral food processing rather than the exceptional increase in the size of the cerebrum. The exceptional mental abilities of humans may be a result of functional rather than anatomical evolution."

Zum einen ist da kein klarer Zusammenhang zwischen Intelligenz und Gehirngröße. Auch nicht über die Zeit. Zum andern änderten sich die Ernährungsgewohnheiten oder vielmehr Möglichkeiten im Laufe der Zeit verschiedene Male. Als einschneidender Schrittt in der Entwicklung ist mir die Phase bekannt, in der der Mensch begann, an den Küsten (speziell Südafrika) Meeresfrüchte (Muscheln) zu sammeln. Wenig heroisch, aber 1a Eiweißquelle und läßt viel Zeit und Energie übrig, Kreativität zu entwickeln. Die man dann durchaus für die Entwicklung der Kooperationsfähigkeiten bei der Jagd auf den Nachtisch einsetzen kann. Um wieder den Bogen zum Thema zu finden.
23.12.2016 21:51 namhunt
tschortwosmij schrieb:
Da les ich jetzt aber das Gegenteil raus. "Therefore, it may be concluded that the gross anatomy of the hominid brain is not related to its functional capabilities. The large human brain:body size ratio may be a result of the structural reduction of the size of the gastrointestinal tract and, consequently, its musculoskeletal supports. It is related to richer, meat-based diets and extra-oral food processing rather than the exceptional increase in the size of the cerebrum. The exceptional mental abilities of humans may be a result of functional rather than anatomical evolution."

Zum einen ist da kein klarer Zusammenhang zwischen Intelligenz und Gehirngröße. Auch nicht über die Zeit. Zum andern änderten sich die Ernährungsgewohnheiten oder vielmehr Möglichkeiten im Laufe der Zeit verschiedene Male. Als einschneidender Schrittt in der Entwicklung ist mir die Phase bekannt, in der der Mensch begann, an den Küsten (speziell Südafrika) Meeresfrüchte (Muscheln) zu sammeln. Wenig heroisch, aber 1a Eiweißquelle und läßt viel Zeit und Energie übrig, Kreativität zu entwickeln. Die man dann durchaus für die Entwicklung der Kooperationsfähigkeiten bei der Jagd auf den Nachtisch einsetzen kann. Um wieder den Bogen zum Thema zu finden.

Since the Late Pleistocene (approximately 30000 years ago), human brain size decreased by approximately 10%; yet again, this decrease was paralleled by a decrease in body size. diskutiere ich mit James im Juli durch bei einigen Flaschen Whiskey. Habe gerade kurz mit jemand da noch gemailt. Interresant ist die Korrelation von Body mass zu Brain echt.. da schneiden manche net gut ab aber Spass beiseite der Bogen wie du sagst ist gespannt was wiederum jagdliche Bedeutung hat PS: die Entwickling zum Hobbit ist unaufhaltsam. sorry kam mir grad so wenn wir darüber reden....andererseits fühle ich mich bestärkt, denn sapiens sapiens hat doch andere Gene mit absorbiert. Aber auch das nicht zu leugnen. Umgekehr wiederum was haben wir dabei verloren? jedenfalls gute Ansätze zu langen Diskussionen mit wirklich außergewöhnlichen Menschen die ich glücklicherweise in meinem Leben treffen durfte !
24.12.2016 00:33 tschortwosmij
namhunt schrieb:
Since the Late Pleistocene (approximately 30000 years ago), human brain size decreased by approximately 10%; yet again, this decrease was paralleled by a decrease in body size.


Die Späte Eiszeit heißt, da wurde es wärmer. Hat zur Folge, daß das Verhältnis von Körpervolumen zu Oberfläche sich zugunsten kleinerer Körpergrößen verschieben kann (Bergmannsche Regel). Mit dem Abnehmen der Tundrenflächen verringert sich die Zahl des grasfressenden Schalenwilds, es gibt weniger zu essen, der Selektionsdruck bevorzugt kleinwüchsigere Beutegreifer. Nur so ins Blaue.
24.12.2016 00:52 namhunt
tschortwosmij schrieb:
Die Späte Eiszeit heißt, da wurde es wärmer. Hat zur Folge, daß das Verhältnis von Körpervolumen zu Oberfläche sich zugunsten kleinerer Körpergrößen verschieben kann (Bergmannsche Regel). Mit dem Abnehmen der Tundrenflächen verringert sich die Zahl des grasfressenden Schalenwilds, es gibt weniger zu essen, der Selektionsdruck bevorzugt kleinwüchsigere Beutegreifer. Nur so ins Blaue.

Wäre auch guter Denkansatz. Ja und auch die Frage des Neandertaler Gens in uns spielt keine geringe Rolle. Adaption durch Assimilierung nach Waddington. Interessanter Fall. Wobei die Vermischung höchst vorteilhaft war. Wie der Sauerstofftransport im Blut..ein Genklau mit anderen Vorfahren? Man lese nach zu tibetanischen Völkern.. so langsam wirds interessant
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