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Jagd allgemein

..und darum jage ich (14 Einträge)

the machine Momente Dete3
599 mal angesehen
29.10.2016, 09.11 Uhr

Namibia-Caprivi-Chobe-Zimbabwe. "Return to the lost paradise"



Der Motor des alten Range Rover röhrt voll aus acht Zylindern. Vollbeladen bis unters Dach mit Allem was man so denken kann und was mir wichtig erschien. Kilometer um Kilometer fresse ich mich weiter Richtung Norden. Gegen Vormittag war ich von zentralem Namibia gestartet. Mein Ziel war Simbabwe. Die Route verlief durch das Herero Land nach Grootfontain dann weiter nach Norden, nach Rundu , dann quer durch den Caprivi über den Chobe nach Kasane, Victoria Falls, Hwange und sollte dann bis zu meinem endgültigen Ziel, in mein Jagdgebiet im Gwayi führen. Eine wahre Monsterstrecke. Ein besonderes Abenteuer und nach der Strecke Kadoma in Simbabwe nach Lake Burigi in Tanzania die zweitlängste Landreise die ich alleine in Afrika unternommen habe. Ich wurde zwar gewarnt alleine zu fahren aber ich denke ich kenne den Teil Afrikas gut genug um allen mit den üblichen und besonderen Situationen fertig zu werden. Um trotzdem etwas sicherer zu sein hatte ich für meine Jagdwaffen einen A-Schrank auf dem Rücksitz eingebaut und ein weiterer Safe für Munition und Dokumente war hinter dem Beifahrersitz verschraubt.
Die endlosen Schotterstraßen durch das menschenleere Herero Land waren eine Tortur für Rangie und mich. Ohne Straßen Bezeichnungen ohne Wegweiser musste ich mich nach dem Kompass richten. Immer gleich und trostlos scheint der niedrige Busch dort zu sein. Keine Abwechslung und fast menschenleer. Menschliche Ansiedlungen sind, wenn überhaupt auf ein paar armselige Hütten begrenzt die nirgends verzeichnet und stundenlang voneinander entfernt sind. Nach knapp über 450km richt nach Nord war es geschafft. Keine fünf Fahrzeuge waren mir auf der Strecke bislang begegnet. Ich erreichte nun die geteerte Hauptstraße nach Grootfontain.
Obwohl ich den alten Rangie sorgsam wochenlang durchgecheckt hatte erschien plötzlich das erste Problem an der Steigung kurz vor der Stadt. Die Öltemperatur schnellt nach oben und der Motor stottert. Ich öffne die Motorhaube und sehe dass der ganze Motorraum voller Öl ist. Der Ölstand ist unter Minimum. Satte 5 Liter Öl fehlen einfach. Das Leck ist im ersten Moment nicht zu finden. Ich fülle Öl auf und fahre zur Tankstelle, die letzte für die nächsten 250 km. Ich besorge vorsichtshalber gleich 10 Liter Öl und fahre in die Nacht hinein.
Die Straße nach Rundu verläuft schnurgerade. Gelegentlich kann man Palmen sehen und die Vegetation ist auch anders als im trockenen Herero Land. Kaum ein Fahrzeug kommt mir mal entgegen seit Stunden. Ich fahre nicht schneller als 100 km/h, denn ein heftiger Seitenwind Fängt sich im hochbeladenen Dachträger.
Dann erreiche ich endlich die Veterinärkontollstelle am Maul- und Klauenseuchenzaun, die überall in Afrika übliche Polizeikontrolle. Der Road Block. Ein freundlicher Polizist erklärt mir dass meine Rückleuchten nicht funktionieren würden und dass ich so keinen Falls weiter fahren dürfte. Ich schraube eine halbe Stunde im Licht der Kopflampe bis ich den Kabelbaum zu den Heckleuchten repariert habe. Ein Stein auf den Schotterstraßen hatte wohl die Kabel durchtrennt. Es ist schon 20 Uhr und stockfinster als ich weiterfahren kann. Als ich gerade fertig bin mit der Reparatur erreicht mich ein Anruf aus Deutschland. Gero, mein kleiner wuseliger Terrier und Weggefährte der mich auch sonst schon in Afrika begleitete ist nicht mehr. Er war einfach tot auf der Treppe im Haus zusammengebrochen. Vor einer Stunde. Ich bin erst mal erschüttert und mir stehen die Tränen in den Augen als ich ins Fahrzeug steige. Ich denke daran dass er mein besonderer Begleiter war. Ich bekam ihn just als ich Simbabwe verlassen hatte und nun, als ich wieder nach Simbabwe gehe verlässt er mich. Vielleicht ein Zeichen dass er nur da war um meine Zeit überbrücken. Meine Gedanken an ihn verlassen mich die kommende Nacht nicht.
Geplant hatte ich in Rundu oder in der Nähe zu übernachten. Der Ölverlust blieb konstant so dass ich alle 150 Km anhalten musste und 2-3 Liter Öl nachfüllen musste. Um 23 Uhr erreiche ich Rundu.
Schmutzig, dreckig mit Massen von Menschen und überlauter Musik, selbst um diese Uhrzeit, ist es wohl nicht gerade einladend direkt dort zu übernachten. Ich fahre zur Tankstelle und fülle 80 Liter Sprit nach und fülle auch die beiden Ersatzkanister. Die nächste Strecke nach Katima Mulilo ist 390 Kilometer nonstop. Ich werde mir einen ruhigen Parkplatz suchen um zu schlafen, so dachte ich noch.
Kaum bin ich 10 Kilometer aus der Stadt als plötzlich ein lauter Knall mich aufschrecken lässt. Die Windschutzscheibe ist auf der Beifahrerseite zerborsten. Ich weiß dass man in solchen Situationen speziell im Caprivi nicht anhalten darf. Zu viele Menschen erzählen die Geschichten von nächtlichen Überfällen bei solchen Situationen. Und gerade der Caprivi ist noch immer ein Nest von Verbrechern. Der Ehrlichkeit halber muss ich zugeben dass ich die geladene Pumpflinte quer über dem Schoß liegen hatte seit dem ich Rundu verlassen hatte. Nach über 40 Kilometern stoppe ich dann um den Schaden zu begutachten. Ein wohl nicht zu kleiner Stein hatte frontal die Windschutzscheibe getroffen und fast vollständig durchschlagen. Zum Glück hält aber das Verbundglas so dass ich wohl noch weiterfahren kann.
Noch inspiziere ich den Schaden als plötzlich Scheinwerfer auftauchen und ein Fahrzeug auf dem Parkplatz auf mich zufährt. Im letzten Moment erkenne ich dass es ein Polizeifahrzeug ist. Der Polizist zeigt mit dem Daumen nach oben als er erkennt dass ich die Flinte hinter der Tür halb verborgen in der Hand halte. Er fragt ob ich in Ordnung sei, denn es wären schon 4 Vorfälle der gleichen Art vom Vortag gemeldet worden. Der Uniformierte stellt sich als Chef der örtlichen Polizei heraus. Er meinte noch ich solle die Augen aufbehalten und mit freundlichem Gruß fährt er weiter. Der Gedanke an Schlaf ist mir erst mal vergangen. Ich fülle weiter Öl nach und 1 Kanister Benzin und fahre weiter Richtung Katima. Um 5 Uhr morgens kann ich die Augen kaum noch aufhalten. Ich fahre den nächsten Rastplatz an und verfalle für über eine Stunde in Tiefschlaf.
Die Sonne geht gerade auf und ein silberner Streif ist am Horizont zu erkennen. Ich schaue in den Rückspiegel und sehe mein ölverschmiertes Gesicht. Ich wühle im Rucksack nach Seife und Handtuch und wasche mich so gut es geht. Nur noch 90 Kilometer nach Katima zeigt das Straßenschild. Ich würde gleich die Grenze zu Botswana erreichen. Zuerst musste ich mal Geld nachtanken.
Katima ist sandig staubig und nicht gerade besonders einladend. Ich steuere die nächste Bank an und muss feststellen dass geschlossen ist. Ich hatte ganz vergessen es war Karfreitag. Die Suche nach einem funktionierenden Geldautomaten war etwas langwierig. Und die Öllache unter dem abgestellten Rangie wurde immer größer. Eine halbe Stunde verbringe ich damit das Öl Leck im Tageslicht zu finden. Vergeblich. Am Motor selbst schien alles in Ordnung also machte ich mir weiter keine Sorgen. Die Grenze war nun etwa 60 Kilometer entfernt. Nun kam der besondere Teil der Reise. Meine Waffenpapiere für Namibia waren in Ordnung, aber die Papiere für Botswana sollten was abenteuerlich werden. Herr Ahrens vom Waffengeschäft in Windhoek hatte mich gewarnt. Es soll zu Verhaftungen und Beschlagnahmung von Waffen gekommen sein in der letzten Zeit in Botswana. Seit der Zeit des Jagdverbotes dort waren alle Waffen für Besucher verboten worden und für das ganze Land gäbe es pro Jahr nur 100 Permits jeglicher Art für Waffen oder Munition. Der Grenzübertritt von Namibia aus war fast unspektakulär, obwohl die Polizisten mit Waffen auch schon etwas überfordert waren. So hatte ich zum Schluss mein original Permit in Händen anstatt das nur als Kopie zu haben. Die Zollbrücke über den Chobe hatte ich hinter mir und stand nun am Grenzposten zu Botswana. Pass war in 1 Minute gestempelt und die Fahrzeugpapiere dauerten nur unwesentlich länger. Nun aber die Waffen. Großes Spektakel. Der ganze Grenzposten stand um mich rum. Nein, das gehe so nicht und man könne nicht erlauben und so weiter. Nach etwa 4 Stunden Diskussionen und meiner erklärten Absicht umzudrehen und dann wohl besser über Sambia nach Zimbabwe zu reisen kam nun ein junger Polizist auf die Idee seinen Chef anzurufen. Nach weiterer Stunde dann wurde mir erklärt dass ich mit Absegnung des Ministers ausnahmsweise den Transit mit den Waffen durchführen könne, aber ich solle zur nächsten Polizeistation fahren die 30 Kilometer weit weg sei. Zur Begleitung wurde mir eine äußerst attraktive junge Polizistin bereitgestellt die mich begleiten solle. Nun fuhr ich mit Begleitschutz zum Polizeiposten. Schon auf halber Strecke machte die junge Dame eindeutige Annäherungsversuche. So völlig unangenehm waren diese aber nicht für mich. Kelly, so hieß sie war wohl eher auf ein Abenteuer aus als auf eine Dienstfahrt. In der Polizeistation war schon bekannt dass ich kommen würde und die Ausstellung der Papiere dauerte nur wenige Minuten.
Kelly meinte dann dass ihr Dienst heute egal sei und sie würde mich nach Kasane an der Grenze zu Zimbabwe begleiten. Die 80 Kilometer verliefen mit heftigem Flirten. In Kasane dann erst mal Shopping. Ich war hungrig, denn ich hatte wirklich vergessen dass ich seit meiner Abfahrt in Namibia noch nicht gegessen hatte. Kelly’s Versuche mich in das nächstgelegene Hotel zu schleppen wies ich ab und die junge Dame wurde etwas sehr grantig. Sie drohte mir noch dass sie sich bei meiner Rückkehr ein Strafmandat geben würde, denn sie würde alle Polzisten benachrichtigen nach mir Ausschau zu halten. Dann knallte sie die Tür des Autos zu und ich stand an der Grenzstation zu Zimbabwe.
Ich besorge mir ein Visum für Zimbabwe. Meine alte Daueraufenthaltsgenehmigung war verfallen und ich müsste diese erst in Harare erneuern. Also erstehe ich ein mehrfaches Visum an der Grenze. Das erste Problem dass ich habe ist dass kein Wechselgeld da ist. Es dauert Ewigkeiten bis das Problem gelöst ist. Dann das Fahrzeug. Mit seiner Tarnfarbe sieht es wohl etwas sehr militärisch aus. Also erst mal 10 Mann um das Auto rum. Als ich dann die Waffen erwähne geht der Tanz richtig los. Ich muss das Auto in eine spezielle Sicherheitszone fahren und 5 Mann beginnen das Auto zu durchsuchen. Alles raus. Selbst die Koffer werden gefilzt. Nicht ganz einfach das Ganze. Zwei junge Herren in Zivil machen mir das Leben zur Hölle. Ich wäre wohl ein Söldner und wolle hier im Land was machen oder einen Mordauftrag ausführen. Die Bewaffnung sowie Geräte wie GPS und Funkgeräte, Tarnkleidung und Kartenmaterial wären sehr verdächtig. Ich behalte noch die Ruhe so gut es geht. Nach drei Stunden wird es dunkel und ich etwas ungehalten. Bislang habe ich keine meiner anderen Dokumente gezeigt. Man glaubt immer noch einen dicken Fang gemacht zu haben.
Glücklicherweise funktioniert mein namibisches Telefon an der Grenze noch und ich entschließe mich Jemanden aus meiner Vergangenheit in Zimbabwe anzurufen. Die Antwort der anderen Seite ist erst mal lautes Gelächter als ich von meiner angeblichen Söldnertätigkeit berichte und danach nur kurz die Ansage dass alles geregelt wird. Kaum eine halbe Stunde ist vergangen als zwei weitere Herren in Zivil erscheinen. Sie schütteln mir freundlich die Hand und meinen dass ich mal schnell rüber kommen solle zur Zollstelle. In 5 Minuten ist alles erledigt, ich habe Waffenpapiere und Fahrzeugpapiere. Sogar die Zahlung geht nun mittels eigens mitgebrachten Visakartenlesegerätes. Die Grenze ist schon offiziell geschlossen als ich sie spätabends passiere. Und die beiden jungen Polizisten müssen mich nach Viktoria Falls begleiten. In ihren Zivilfahrzeugen auf eigene Kosten. Ich kann mir das Grinsen nicht verkneifen. Ein Hotelzimmer im Kingdom sei auch bestellt.
Nun gut, wir fahren im Konvoi nach Vic Falls. Ich erlaube mir den Spaß die beiden Polizisten der Staatssicherheit an die Bar einzuladen und fülle die mal ordentlich ab. Kostet zwar am Ende 120 US Dollar, aber der Spaß war es wert und nachdem ich sie etwas aufgeklärt hatte dass ich nicht ganz unbekannt in Zimbabwe sei entließ ich die Beiden. Gegen 2 Uhr morgens schleppe ich mich ins Hotelzimmer. Das Auto entlade ich erst gar nicht mehr. Ein Uniformierter ist als Wache am Auto eigens abgestellt.
Am Morgen gehe ich erst mal Frühstücken. Bei einem Hotelpreis pro Nacht von 195 US$ kann man wohl ein ordentliches Frühstück erwarten. Danach frisch gestärkt und besseren Mutes komme ich zu meinem Auto. Der Polizist sitzt immer noch da und meint ganz nebenbei dass Herr Gouverneur : „not amused at all“ wäre über die Sache die mir passiert ist. Ich danke für die Aufpasstätigkeit und stelle fest dass ich das Auto noch nicht mal abgeschlossen hatte. Aber alles ist an Ort und Stelle und so wuchte ich den Rangie weiter in Richtung Hwange.
Nun fängt auch noch die Lenkung an massiv zu schlagen. Ich schaue schnell unters Fahrzeug und sehe dass die Gummis des Panhardstabes ausgeschlagen sind. Afrikanische Straßen sind eben keine deutschen Autobahnen. Aus dem Grund entscheide ich mich erst mal Umtshibi im Nationalpark von Hwange anzusteuern. Immerhin ist da unsere Basis und mein Partner Ray ist dort der Chef. Pünktlich um 13°° zur Mittagspause schlage ich dort auf. Ray springt von seinem Bürosessel auf und drückt mich erst mal fest. Er meint ich sei schon ein besonderer Irrer dem man Alles zutrauen könne. Auch so eine Monsterstrecke in 2 Tagen zurückzulegen.
Wir sitzen im Schatten seines Hauses und trinken ein Bier. Ich erzähle ihm die Vorkommnisse und Erlebnisse. Und auch die Geschichte mit dem Auto. Kurzerhand wird die Mechaniker Mannschaft zusammengetrommelt und wir machen uns daran die diversen Schäden zu beheben. Das Öl Leck ist nach einiger Sucherei gefunden. Schlicht und ergreifend hatten sich die Schrauben der Ölwanne durch die permanenten Schläge auf der Schotterstrecke gelöst. Das Bushing des Panhardstabes wurde buschmäßig repariert und sollte bis nach Gwayi halten. Einzig die Scheibe war nicht zu ersetzen was mir später danach noch einen Strafzettel einbrachte. Die Mechaniker machten eine Testfahrt und nun hatte Rangie nen neuen Namen: The Machine. Die etwas aufgemotzte Maschine des Range Rovers, die nach diversen Eingriffen und Änderungen satte 4 Liter Hubraum hat und die etwas überdimensionierten SU Vergaser bringen immerhin 200 PS auf die Straße und dies mit einer Wucht dass jeder Mitfahrer erst mal Töne des Erstaunens von sich gibt. Dass das Wägelchen so 2 Tonnen Eigengewicht hat spürt man nur beim Einparken.
Alles ist gerichtet und ich mache mich auf in mein altes Camp. Mein verlorenes Paradies. Im letzten Jahr war ich schon einmal dort um eine Inspektion zu machen. Ich hatte meinen noch verbliebenen Getreuen geschworen dass ich kommen würde. Und entsprechend ging der Empfang dann zu. Großes Hallo und Gelächter. Der Boss ist wieder da. Nach fast 8 Jahren. Die Kunde meiner Rückkehr verbreitete sich in Windeseile. Ich war noch nicht mal in der Lage eine komplette Bestandaufnahme zu machen als die ersten Gäste auftauchen und mich begrüßen. Mein Nachbar meint lapidar: Frank ist eben ein Mann.
Und schon stürze ich mich in die Arbeit. Es ist nicht zu fassen was in der Zeit der Abwesenheit alles verwüstet wurde. Fremde Safariunternehmen waren im Camp gewesen und achteten die Dinge nicht. Matshuma, meine Vorarbeiterin hatte zwar alle meine Sachen in Sicherheit gebracht, aber so manches benötigte auch da Reparaturen. Der Garten war eine einzige Wüstenei. Vom angelegten Park war nichts mehr zu erkennen. Strom war keiner vorhanden und entsprechend gingen auch die Pumpen der Tiefbrunnen nicht.
-Zwei Monate zur ersten Jagd. Wir rackern uns ab und versuchen erst einmal Ordnung zu schaffen. Dann fahre ich nach Hwange zurück und regele erst mal die Stromrechnung die keiner gezahlt hatte. Weiter geht es zum Baumarkt, wenn man den Laden so nenne darf. Ich besorge Farbe, Lampen, Leitungen, Toiletteneinsätze, Töpfe, Pfannen, Gläser, Haushaltsartikel und Reinigungsmaterial. So bin ich schon mal fast 7000 Euro los fürs Erste. „The Machine“ ist total überladen als wir aus Hwange zurückkommen. Zum Glück habe ich zusätzliche Luftfedern in dem Gefährt, was zumindest verhinderte dass die Räder in den Radkästen schleiften. Das Entladen alleine dauert fast eine Stunde. Aber die ersten Schritte können unternommen werden. Wir rackern von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Zwei Dachdecker für die Grasdächer werden mit einiger Mühe organisiert und Gras wird aus Dete herbeigekarrt im inzwischen fast fertigen Jagd Auto, einem Defender mit der von mir so gehassten Turbodieselmaschine. Nun gut, der Landcruiser, unser neues Jagdauto, ist noch in Bulawayo und wird vollkommen neu aufgebaut. Also muss es solange der gute Landy, Rangies Stiefbruder tun. Einen persönlichen Luxus habe ich mir auch gestattet. Eine quadrophone Musikanlage mit stolzen 1800 Watt. Damit kann ich zur Not eine Rundumbeschallung bis ins 10 Kilometer entfernte Gwayi zu Stande bringen. Etwas verrückt, aber im Busch habe ich sonst keinen Luxus und Musik vertreibt die Einsamkeit.

-Inzwischen sind weitere dreieinhalb Monate vergangen. Die Gästehäuser eins bis drei sind fertig gestellt, haben neue Warmwasserboiler, frische Farbe, neue Dächer, neue Matratzen, neue Deko und sind poliert bis aufs Letzte. Die Küche hat neuen Anstrich und neue Gerätschaften bekommen, Vorhänge kamen gestern an die Gardinenstangen. Der Speiseraum und die Bar sind neu gestrichen, neu gestylt und schon befinden sich Getränke in der Bar. Der Garten zeigt erstes Gün. Rasen wird per Hand gepflanzt und zwar Halm für Halm. Blumen sind wieder überall in den Tontöpfen aus der bekannten Gwayi Töpferei zu finden. Ich glaube inzwischen sind es über 100 Blumentöpfe von mittelgroß bis Mannsgröße geworden. In einem Monat wird der Rasen wieder vorhanden sein und die Parkanlage wird dann wohl bis Jahresende wieder da sein wo sie einst war. Die Dachdecker sind nun dabei um die Feuerstelle im Garten eine 30 Meter große Riedmatte zu erstellen. 4 Fuhren Riedgras waren bislang noch nicht genug dafür, denn alles was man sieht ist hier was größer. Der Garten ist mal 5 ha groß.
Die Außenlichtanlage ist nun auch fertig. Einzig der Kühlraum bedurfte etwas neuer Teile und der Pool hatte noch keine neue Pumpe. Ich hoffe das bekommen wir in zwei Wochen auch noch hin. Die Gästehäuser 4 und 5 sind nun gereinigt und eingerichtet. Das Haupthaus mit seinem 35 Meter langen Dach ist allerdings noch nicht eingedeckt. Dazu sind etwa 2000 Bündel Gras notwendig, was wir aus dem Grunde auf den Oktober verschoben haben da dann getrocknetes neues Gras aus dem laufenden Jahr gut zu erwerben ist.
Die Nachbarn sind nun wirklich etwas neidisch auf uns geworden. Das wäre kein normales Camp mehr bekomme ich oft zu hören, das hier wäre eine Luxusvariante eines Jagdcamps und der ICA hat uns als Modellcamp vorgestellt. Dabei bin ich in meinen Augen noch nicht mal halb fertig. Eine Dame fragte mich heute wer denn der Innenarchitekt sei. Man will nun von mehrfacher Seite dass ich sowas aus den Ruinen der anderen Camps in der Concession auch gestalte. Bisher lehnte ich dankend ab. Doch die Angebote häufen sich zunehmend. ……………….
-Die Tour durch den Caprivi habe ich nun dieses Jahr gleich dreimal gemacht. Bei der zweiten Fahrt mit unserem kleinen BMW hätte es mich beinahe das Leben gekostet, als ein Tanklastzug nachts in einer Kurve fast frontal in mich rein krachte. Es ging für mich fast glimpflich aus, wenn auch das Auto stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Heute nach fast 9 Monaten Aufbauarbeit bin ich auch mal urlaubsreif. Das Camp, das eher wohl eine größere Lodge ist, ist wieder voll in Betrieb, die ersten Jagden sind erfolgreich absolviert und nur die kommende Regenzeit ließ uns weitere größere Vorhaben stoppen. Mein Team arbeitet unermüdlich weiter und ich selbst bin nun auf dem Weg nach Deutschland um die nächsten 2 ½ Monate mit administrativen Aufgaben hier zu verbringen. Ich bin noch nicht ganz weg und doch schon wieder in Gedanken bei der Rückkehr in mein verlorenes Paradies. Aus „Memories of a lost paradise“ wurde nun „ The return to the lost paradise“ und ich bin stolz drauf….. I AM BACK
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Kommentare

29.10.2016 10:03 Pritt1
moin

was soll man noch dazu sagen .... ich denke ein lebenstraum oder ?

hoffe du hast viele gute gäste und wünsch viel wmh und fette beute

und ho rüd ho für den Hund
29.10.2016 10:10 namhunt
Pritt1 schrieb:
moin

was soll man noch dazu sagen .... ich denke ein lebenstraum oder ?

hoffe du hast viele gute gäste und wünsch viel wmh und fette beute

und ho rüd ho für den Hund


Eher ein Lebenswerk hier hatte ich viele Jahre gelebt und Vieles geschaffen. Es war ein Zufall der mich zurück brachte. Oder doch eher wie es mir prophezeit wurde?? ich weiss es nicht.

Mein Hund..ja der fehlt mir. Der kleine PRT Zappel war ja Einigen hier bekannt...
29.10.2016 10:59 WiednerDerSteirer
Warum hast du das alles aufgegeben?? und startest jetzt vom neuen?
29.10.2016 11:02 namhunt
WiednerDerSteirer schrieb:
Warum hast du das alles aufgegeben?? und startest jetzt vom neuen?


das war 2008 mehr politische Entscheidung
29.10.2016 11:26 WiednerDerSteirer
namhunt schrieb:
das war 2008 mehr politische Entscheidung


>> ein Risiko wird es wohl immer bleiben,steht das dafür?
29.10.2016 11:30 namhunt
WiednerDerSteirer schrieb:
>> ein Risiko wird es wohl immer bleiben,steht das dafür?


das ganze Leben ist ein Risiko. Man riskiert 100% dabei zu sterben
29.10.2016 11:39 WiednerDerSteirer
namhunt schrieb:
das ganze Leben ist ein Risiko. Man riskiert 100% dabei zu sterben

Ist sicher ein aufregendes Leben >>> wünsche Dir für den Neustart viel Erfolg!
Vielleicht kannst du mir deine Angebote aus Namibia zukommen lassen!
Weidmannsheil
29.10.2016 11:45 namhunt
WiednerDerSteirer schrieb:
Ist sicher ein aufregendes Leben >>> wünsche Dir für den Neustart viel Erfolg!
Vielleicht kannst du mir deine Angebote aus Namibia zukommen lassen!
Weidmannsheil


OK
29.10.2016 18:23 KeilerHeinrich
Hallo Frank,
tolle Geschichte! Gerne mehr davon.
Pass auf dich auf

Gruß Frank
29.10.2016 19:38 namhunt
KeilerHeinrich schrieb:
Hallo Frank,
tolle Geschichte! Gerne mehr davon.
Pass auf dich auf

Gruß Frank

ja
30.10.2016 14:23 DutchFuchs
Ohh ha da hat der alte Rangie ja einiges mitgemacht. Dabei hat er uns damals so treu durch Namibia begleitet.

Ebenso wie Gero.
30.10.2016 14:26 namhunt
DutchFuchs schrieb:
Ohh ha da hat der alte Rangie ja einiges mitgemacht. Dabei hat er uns damals so treu durch Namibia begleitet.

Ebenso wie Gero.

ja Rangie der ist ok

Gero .......... das war echt etwas viel für mich
31.10.2016 09:12 Gento

Was soll man da noch sagen ? Wünsche dir gutes Gelingen, viel Erfolg und bleib gesund !
31.10.2016 09:15 namhunt
Gento schrieb:

Was soll man da noch sagen ? Wünsche dir gutes Gelingen, viel Erfolg und bleib gesund !

danke
31.10.2016 12:27 Alpiae
Packende Geschichte , toll erzählt
31.10.2016 18:05 sau_hund
.....die Sache mit der Polizistin hat mir zu denken gegeben
Gelegenheit macht Liebe
01.11.2016 10:06 Ammerlaender
Grandios
01.11.2016 19:04 swinging_elvis
Tiefe Einblicke... Danke dafùr!
01.11.2016 19:09 namhunt
swinging_elvis schrieb:
Tiefe Einblicke... Danke dafùr!

bitte

dann mal hier als YouTube Clip:

[www.youtube.com]



02.11.2016 08:58 katzenfutter
namhunt schrieb:
das ganze Leben ist ein Risiko. Man riskiert 100% dabei zu sterben


Sterben geht ja noch,aber,bei diffuser Rechtssicherheit in diesem Land im Alter als armer Hund dann dazustehen-au Backe.
Respekt vor Deinem Mut.
Wünsche Dir viele Buchungen.
KF
02.11.2016 09:53 namhunt
katzenfutter schrieb:
Sterben geht ja noch,aber,bei diffuser Rechtssicherheit in diesem Land im Alter als armer Hund dann dazustehen-au Backe.
Respekt vor Deinem Mut.
Wünsche Dir viele Buchungen.
KF


nur keine Angst.
Africa is not for sissies

By the way: regards from Jerry
02.11.2016 15:21 KLP
Wunderbar geschrieben.

Eines Tages werd ich diese Ecke der Welt auch bereisen da bin ich mir sicher. Wenn das Leben nur nicht so teuer wäre ;)

Gruß
Jan
05.11.2016 09:06 Tannenzaepfle
Schöner Range... habe selber so einen als Jagdwagen...
05.11.2016 10:00 namhunt
Tannenzaepfle schrieb:
Schöner Range... habe selber so einen als Jagdwagen...

jop der Range ist unkaputtbar. Schluckt zwar bisl was. Aber täglich im Einsatz unter schwierigsten Bedingungen.
06.11.2016 17:16 R93Hunter
Ich bin deine Reise bei google maps mal mitgeflogen.

Alle Achtung!

Und wenn ich selbst mal in Afrika gewesen wäre, wäre sie wohl noch um einiges größer.
06.11.2016 17:21 namhunt
R93Hunter schrieb:
Ich bin deine Reise bei google maps mal mitgeflogen.

Alle Achtung!

Und wenn ich selbst mal in Afrika gewesen wäre, wäre sie wohl noch um einiges größer.

17.11.2016 09:48 Laerchenwald
Moin,

ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinem neuen Camp und allzeit eine Handvoll Waidmannsheil unter dem Kiel!

Gruß aus Nordhessen
25.01.2017 21:58 Gelbkehlchen
Zeit für ein neues Buch "return to the lost paradise"?
Aber warte damit bitte noch ein bissel, ich hätte gern mein eigenes Kapitel
25.01.2017 22:56 namhunt
Gelbkehlchen schrieb:
Zeit für ein neues Buch "return to the lost paradise"?
Aber warte damit bitte noch ein bissel, ich hätte gern mein eigenes Kapitel

ok es ist schon in geistiger Planung
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