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Jagderlebnisse

(6 Einträge)

Hund sei Dank
556 mal angesehen
31.07.2016, 19.48 Uhr

Hund sei Dank!

Hund sei Dank!

Ende Juli im Waldrevier. In der "grünen Hölle" werden Böcke wieder sichtbar. Freitag Abend auf einen DJ Bock an der Reviergrenze. Kaum "aufgebaumt" sehe ich an einem Dickungsrand 100 m rechts von mir ein Stück weibl. Rehwild. Da kann der Herr ja nicht weit sein. Richtig. Er liegt erschöpft im Farn. 2-3 jähriger Gabler vermutlich. Könnte passen. Also warten. Irgendwann wird er auf und beginnt die Ricke zu treiben. Es geht wild durchs Stangen- und angrenzende Fichtenaltholz. Keine Chance auf einen sauberen Schuss. So geht es bis in die Dunkelheit.
Am nächsten Abend bin ich wieder da. Diesmal sehe ich das Paar bereits beim Angehen. Da ich vom Stand aus wieder nur schwer Schussfeld habe, entscheide ich mich den Bock anzugehen. Wind passt. Die Bretonenhündin am Rucksack abgelegt, nur mit Zweibein und Büchse versuche ich mich so anzupirschen, dass ich Schussfeld habe. Überall Geäst. Irgendeine zu hektische Bewegung. Der Bock hat mich raus und springt ab. Die Ricke liegt noch danieder. Folgt ihrem Bock aber bald.

Was machen?

Ich beziehe dann zunächst doch den DJ Stand und warte; "die Liebe" treibt sie möglicherweise zurück. "Störungen" ist das Wild hier durchaus gewöhnt. Aber es wird nichts. Nach einer Stunde entscheide ich mich den Stand zu wechseln.
Über den Hauptforstweg umschlage ich die Dickungen und beziehe 350 m weiter in Fluchtrichtung eine kleine Kanzel an der Kirrung. Der Hund bleibt im Auto. Wenn der Bock nicht kommt, vielleicht verirrt sich ja noch eine Sau hierher.

Die Kirrung liegt etwa 30 m vor der Kanzel an einer kleinen Lichtung im Wald, eingefasst von einer Dickung rechts und Fichtenaltholz mit starkem Unterwuchs nach vorne, links und hinten. Rotwild kann man gut sehen, wenn es hier seine Fährte zieht, bei Rehwild wird es deutlich schwerer. Nach 20 Minuten beginne ich vorsichtig zu Blatten und werde im 15 Minutentakt etwas deutlicher. Nix.
Ständig glase ich die Umgebung ab. Gegen 2110 ein verdächtiges Rotbraun auf 130 m im Farngestrüpp im Altholz. Ricke! Und anbei der Bock. Der Gabler. Das gesuchte Paar! Alles richtig gemacht. Nur: Gleich wird es dunkel.

Vorsichtig weiter gefiept. Die Ricke zieht grob in meine Richtung der Bock folgt. Auf 100 m sind sie ran. Das Glas gegen das Gewehr getauscht. Den Bock zu finden in dem Gestrüpp ist gar nicht so leicht. Das ZF auf 3-fach gedreht. Da die Ricke, jetzt auf gut 80m. Der Bock dahinter zwischen zwei Fichten. Die Ricke zieht weiter. Wenn der Bock jetzt hervortritt könnte es klappen. ZF auf 8-fach. Er verhofft zwischen den Bäumen. Es wird zusehends dunkler. Nun beweg Dich doch.

Tatsächlich tut er mir den Gefallen. Jetzt oder nie. Das Absehen seht auf dem Blatt. Die Kugel ist raus. Ich nehme ein Zeichnen wahr. Liegt er? Überall Farn und Bäume. Die Ricke geht hochflüchtig in Richtung nach hinten ab. Über den Forstweg ins nächste Altholz. Sie ist aus dem Blick, ich höre nur noch die Äste knacken.

In 10 Minuten ist es ganz dunkel. Ich entscheide mich zum Anschuss zu gehen. Über die Lichtung ins Altholz ca. 80 m. Hier bei diesem Baum mit dem Gestrüpp müsste es gewesen sein. Oder hier? Oder da? Meterhoher Farn überall. Alles sieht gleich aus. Blick Richtung Kanzel. Aus dem Fenster habe ich geschossen. Entfernung stimmt ungefähr. Hier müsste es doch gewesen sein. Kein Bock. Kein Schweiß. Nichts!!!!!!

Hmmmmm. Abgekommen bin ich gefühlt recht gut. Gezeichnet hat er doch auch. Wahrscheinlich liegt er hier irgendwo im Farn. Ich hole den Hund aus dem Auto. Eine lange Freilaufleine hab ich bei. Die lege ich an.

Der Hund ist nicht auf Schweiß ausgebildet. Er bringt mich aber stets an das sicher verendete Stück. Meist liegen sie ja nur ein paar Meter um den geglaubten Anschuss.

Mit dem Hund gehe ich an der langen Leine zum Bereich des vermuteten Anschusses. Der Hund hat Witterung. Sucht konzentriert Mal in die Richtung Mal in jene. Plötzlich - bretoenuntypisch - ist die Nase nur noch tief und der Hund hängt mächtig im Riemen und zieht mich in Fluchtrichtung der Ricke. Nein denke ich, das ist eine Verleitung. Aber da mir selbst nichts anderes einfällt lasse ich den Hund gewähren. Über den Weg ins nächste Altholz. Der Hund liegt fest im Riemen. Ich suche den Boden ab, kann aber nicht das geringste Pirschzeichen erkennen.

Ich male mir schon die schlaflose Nacht und die Nachsuche mit Profi am nächsten Morgen aus. Kruzifix!!!

Wir sind zwischenzeitlich bestimmt 120 m vom eigentlichen Anschuss entfernt, als ich im Unterholz auf nochmal 30 m plötzlich etwas Rotbraunes schimmern sehe. Ein frischer Stumpen? Nein. Vielleicht der Bock. Ja! Da liegt er. Braver Hund!!! Eigentlich eine Frechheit, dass ich nur den geringsten Zweifel hatte. War es doch nicht die Ricke, die ich abspringen sah, sondern der Bock ist in seiner Totflucht noch soweit gegangen.

Der Bock hat einen guten Kammerschuss. Etwa zwei Finger hinter dem Blatt mittig ein, etwas tiefer aus. Der Ausschuss ist 2x2Euro groß. Bislang lag mit dem HIT in 30.06 alles am Platz oder in unmittelbarer Nähe. Allerdings hatte ich da immer das Blatt zumindest mit getroffen. Ob es nun am Herztreffer lag, oder daran, dass ich hinter dem Blatt abgekommen bin. Wer weiß es. Ärgerlich waren aber die für mich nicht erkennbaren Pirschzeichen weder am Anschuss - wer weiß ob ich den tatsächlich gefunden habe - noch in der Fluchtfährte.

Guter Hund. Ohne Dich hätte ich mich in der Dunkelheit doch recht schwer getan. Möglicherweise wäre bei der Hitze das gesamte Wildbret dahin gewesen. Gut gegangen! Die Bretonenhündin bekommt ein Stück Leber genossen gemacht. Und ich weiß heute einmal wieder ganz deutlich: Jagd ohne Hund ...

offline

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Kommentare

06.08.2016 12:24 Sucher
Alte Nachsuchenführerweißheit: " Der Hund hat immer Recht !"
Bravo da ist die Freude gleich um ein Vielfaches größer.
07.08.2016 18:26 Kija
Sucher schrieb:
Alte Nachsuchenführerweißheit: " Der Hund hat immer Recht !"
Bravo da ist die Freude gleich um ein Vielfaches größer.


"Der Hund hat immer Recht": Die Kunst ist, zu merken, wenn dem mal nicht so ist
16.08.2016 21:36 Shadowsniper
Da siehst du wie wichtig es ist beide Augen offen zu haben ........ oder einen brauchbaren Hund
16.08.2016 21:37 Shadowsniper
Sorry, ich vergas " Waidmannsheil " zu dem Bock
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