Zur mobilen Version wechseln »
Jagd-VideosCommunityMediadatenNewsletterFormulare & Vordruckejagderlebenlandlive.deANVISIERTPRAXISSERVICEMARKTJAGD-WETTERAPPSPirschunsere JagdNiedersächsischer JägerDer Jagdgebrauchshund
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

Jagderlebnisse

(6 Einträge)

Pfingstbock Pfingstkeilerchen Pfingstessen
702 mal angesehen
16.05.2016, 20.43 Uhr

Pfingstbock und -sau

Mein Jagdwochenende verlief ganz passabel und brachte mir Bock No. 2 und ÜLK No.1 in diesem Jagdjahr. Aber der Reihe nach.

Die Wetterprognose fürs Wochenende war schlecht. Deshalb entschied ich mich am Freitag, nach der Arbeit, noch für einen Ansitz im Feldrevier. Dort jagen wir bis zum Beginn der Blattzeit eigentlich nur die "kleinen" Böcke. Das heißt bei uns "unter Lauscher".

Insgesamt relativ wenig Rehwild und bei den Böcken, kein wirklich schwaches Stück, war mir seit Anfang Mai in Anblick gekommen. Einen Bock, der ansatzweise passen könnte, hatte ich bei einer morgendlichen Revierfahrt einmal gesehen. Auf dem vermuteten "Heimatknick" steht eine Kanzel. Gesäumt von einem Wäldchen im Norden, einer Koppel auf der Weizen aufläuft im Westen sowie im Osten sowie der Auslauf dieser Koppeln in südl. Richtung. Bereits als ich mein Auto abstellte, kam mir ein junger Gabler in Anblick, der fast doppellauscherhoch aufhatte in Anblick. Allerdings an einem Nachbarknick 300 m von meiner eigentlichen Kanzel entfernt. Ich bezog die Kanzel, machte den Hund unten an der Leiter fest und legte ihn am Knickrand ab. Von südlicher Seite rechnete ich nicht mit anwechselndem Wild.
Wind stand unkonstand Mal NW Mal NO. Schlecht aber nicht zu ändern.
Ich saß kaum 10 Minuten, wechselte der Gabler aus östlicher Richtung an, äste ein wenig am Knick um dann in das Wäldchen zu wechseln. Im Waldrevier hätte ich den Bock erlegt, hier wäre es ein No-Go. Ich erfreue mich des Anblicks und überlege mir, wie er sich wohl entwickeln wird. Wir haben sehr starkes Rehwild in dieser Ecke.
Irgendwann sehe ich am Wäldchen eine Ricke, vermutlich ein Schmalreh, an einer Buche naschen. Es tritt nicht aus.
Gegen 20:30 blicke ich einmal zum Hund hinunter, der sich irgendwie auf den Acker vorgemogelt hat, um in der Sonne zu liegen. Gerade will ich ihn noch zurück delegieren, als ich in den Augenwinkeln erkenne, dass ein Stück Rehwild aus südl. Richtung den Knick hochzieht. Sapperlot! Ein kleiner Bock. Knapp unter Lauscher hat er auf. Keine 30 m von der Kanzel weg. Wenn der seinen Weg weiter zieht, läuft er direkt auf den Hund. Ich kann nichts mehr machen und harre der Dinge.
Der Hund ist ruhig, auch wenn Rehwild bis auf 10m rankommt. Aber wenn ihm ein Stück auf die Füße tritt? Der Bock kommt mit dem Wind. Als er 1m vor dem Hund ist, wird ihm die Gefahr bewusst und er springt schräg nach hinten in westlich Richtung ab. Der Hund ist auf aber der Strick hält ihn. Ein strenges "Ksssss" bringt ihn zum Ablegen. Der Bock vehofft auf 80m und äugt schreckend in Richtung Hund. Er springt nicht weiter ab. Zieht sogar wieder schreckend weiter in Richtung Norden. Ich nehme die Kipplaufbüchse. Spanne die Waffe. Vergrößerung auf 8. Nochmals ein Blick auf das Gehörn. Links Gabel, rechts Spueß. In jedem Fall "unter Lauscher". Passt. Das Absehen schwingt in Richtung Blatt. Der Bock steht etwas spitz, aber es müsste passen. Er hat mich jetzt wohl auch mit. KAWUMMMM.
Die .308 Win Barnes VorTx 168 grs. bannt den Bock an den Platz.
Am Stück sehe ich, dass die rechte Stange auch eine kleine Vergabelung hat und den Ansatz zur Vordersprosse. Aber heuer gibt es einfach noch deutlich stärkere. Alles gut.

Samstag war Heim und Familie angesagt. Am Sonntag auch. Gegen Nachmittag hab ich den Bock fertig gemacht und bin dann noch, trotz Wind und Regen, in Richtung Waldrevier gefahren. Die Prognose für den Abend war Regenfrei. Seit Mai versuche ich einen älteren 6'er zu bekommen, an einer Feuchtwiese an der Grenze. Mal sehen.

Immer wenn ich im Revier ankomme, gehe ich noch ein paar Schritte mit dem Hund. Kaum bin ich ausgestiegen, öffnen sich die Wolken und es gießt wie aus Kübeln. Bei diesem Wetter kann ich nicht an den zuvor ausgewählten Platz gehen. Zwar ist der DJ Bock behelfsweise überdacht, aber bei diesem Wetter reicht die Überdachung nicht aus. Was machen?
Ich entscheide mich für die kleine Waldkanzel an einer Kirrung. Auch hier kann Rehwild kommen außerdem natürlich Sauen, gegebenenfalls auch noch bei Licht.
Der Hund bleibt heute im Auto. Ich richte mich ein, und sitze eine Weile. Es ist wie so oft im Wald: Bäume zählen! Mal hier eine Taube, mal dort einen Eichelhäher, dann ein Grünspecht und einen Schwarzspecht. Die Zeit vergeht. 21:00 Uhr: Wie aus dem Nichts steht vor mir plötzlich eine einzelne Sau. Sie ist aus einer Dickung rechts von mir gekommen und steht nun auf einer Rückegasse und äugt in meine Richtung. Es ist taghell. Ich erkenne am Pinselansatz und der Größe von circa 50 kg unzweifelhaft einen Überläufer Keiler.

Das Stück zieht ins angrenzende Altholz und verhofft hinter den Bäumen immer wieder in meine Richtung äugend. In einem Bogen bewegt sich die Sau schon in Richtung der nächsten Rückegasse und ich denke es ist gleich vorbei. Von dort schwenkt der Überläufer jedoch wieder um und zieht nun auf die freie Kirrungsfläche.

Kurz überlege ich, ob die Kipplaufbüchse in .308 das richtige Handwerkszeug ist. Sitze ich auf Sauen, bevorzuge ich sonst mindestens 30.06. Aber auf 40 m bei bestem Licht sollte die .308 auf einen ÜLK wohl ausreichen.
Ich bin gut auf dem Blatt und lasse die Kugel fliegen.
Das Keilerchen gibt Vollgas. Erst Mal 20 m nach rechts Richtung Dickung, dann eine 90 Grad Wende und Richtung Altholz. Nach 40 m verstellen mir die Bäume endgültig die Sicht, aber nach hinten weg flüchtet erkennbar nichts.
Hmmmmmmm? Eigentlich gut abgekommen. Tiefblatt will ich meinen.

Ich packe meine sieben Sachen zusammen und baume ab. Erst einmal zum Anschuss. NICHTS!
Hmmmmmmmm!
Ich lasse mein Gelumpe zurück, lade die Waffe und gehe in das Altholz in Richtung wo ich die Sau zuletzt gesehen habe. Vier starke Fichten hatte ich mir gemerkt. Dort so meine ich zumindest, ist die Sau nicht mehr weiter gelaufen.

Und tatsächlich, ich sehe den erlösenden schwarzen Haufen. Mausetot ist das kleine Keilerchen mit bestem Kammerschuss wie vermutet, etwas tief abgekommen.

So ist zwar wieder nicht der langersehnte alte Sechser zur Strecke gekommen, aber das Sauwetter hat seinem Namen alle Ehre gemacht. Ein gelungenes jagdliches Wochenende, das ich mit den zart den rosa gebratenen Lachsen des Rehbocks vom Freitag und einem schönen Schluck Weißwein ausklingen lasse.
offline

Geschrieben von

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

17.05.2016 07:44 swinging_elvis
Donnerndes Waidmannsheil. Bock und Sauna, was will man mehr. Und lecker ebenso. Vorschlag: Rehschnitzel mit Spargel. 😊
Noch einer: heißt es nicht Ricke oder Schmalreh?
Gruß el
17.05.2016 11:24 Rebhenne2
swinging_elvis schrieb:
Donnerndes Waidmannsheil. Bock und Sauna, was will man mehr. Und lecker ebenso. Vorschlag: Rehschnitzel mit Spargel. 😊
Noch einer: heißt es nicht Ricke oder Schmalreh?
Gruß el

Waidmannsdank erstmal! Ich hatte Ricke jetzt synonym für weibl. Stück gesehen. Aber Du magst Recht haben.
Vermutlich wäre es so besser: "Irgendwann sehe ich am Wäldchen ein weibliches Stück Rehwild, vermutlich ein Schmalreh, an einer Buche naschen.
17.05.2016 16:02 Tannschuetz
Waidmannsheil!

...aber sag mal, warum hast du Bedenken, dass die .308 nicht für etwas größere Stücke Schwarzwild reichen soll???
17.05.2016 16:35 Rebhenne2
Tannschuetz schrieb:
Waidmannsheil!

...aber sag mal, warum hast du Bedenken, dass die .308 nicht für etwas größere Stücke Schwarzwild reichen soll???


Waidmannsdank!
Nicht wirklich Bedenken. Auf DJagden habe ich damit auch schon diverse Frischlinge erlegt. Bei mir ist es nur so, wenn ich gezielt auf Sauen gehe, habe ich einfach gerne noch etwas mehr Dampf. Aber wie man einmal wieder sieht: Durchaus unbegründet.
17.05.2016 20:14 swinging_elvis
Rebhenne2 schrieb:
Waidmannsdank erstmal! Ich hatte Ricke jetzt synonym für weibl. Stück gesehen. Aber Du magst Recht haben.
Vermutlich wäre es so besser: "Irgendwann sehe ich am Wäldchen ein weibliches Stück Rehwild, vermutlich ein Schmalreh, an einer Buche naschen.

😊 Manchmal geht es mit mir durch... aber was will man erwarten von einem der"Bock und Sauna" schreibt... da ist der Finne mit mir durchgegangen...😂 el
17.05.2016 22:52 querz
Schön geschrieben, und da ich Fotos so gerne habe, gefällt mir das dritte um so mehr..;)
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Zum Seitenanfang