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Reise in die Vergangenheit ode...

Reise in die Vergangenheit (1 Eintrag)

721 mal angesehen
10.01.2016, 12.27 Uhr

Reise in die Vergangenheit oder ein perfekter Start ins Jagdjahr 2016

Reise in die Vergangenheit
oder ein perfekter Start ins Jagdjahr 2016

In der Zeit von März 1986 bis September 1995 hatte ich die Gelegenheit in Ungarn im Gebiet der Szigetköz .. der Schüttinsel .. einem naturbelassenen Auwaldgebiet zwischen der Donau und der kleinen Donau in Nordungarn zwischen den Städten Mosonmagyarovar und Györ die Jagd auf Rot-, Schwarz- und Rehwild auszuüben.
Eine große Anzahl an Trophäen erinnert mich täglich an diese wunderschöne Zeit, in der ich nicht nur mein erstes Stück Wild, eine schwache Überlauferbache, sondern auch Rehböcke, Keiler als auch Hirsche in den folgenden 10 Jahren erlegen konnte.
Durch meine beruflich bedingte Übersiedelung von Wien nach Salzburg riss der Kontakt zu den Verantwortlichen Revierpächtern und stets angenehmen Gastgebern leider ab und die Pachtung eines Bergrevieres im Pinzgau erlaubte dann jahrelang keine zusätzlichen Jagdfahrten in das schöne Ungarn.
Die Beendigung der Jagd im Pinzgau erlaubte mir mein geliebtes Ungarn wieder öfters aufzusuchen und im Zuge des Gruppentreffens zur Drückjagd bei Gerhard Wenzl am 12.12.2015 traf ich auch mit Phillip Kaufmann zusammen. Dieser verfügt ja genau in diesen damals von mir so oft besuchten Revieren heute über die Jagdmöglichkeit und so war der Plan für eine gemeinsame Jagd sofort beschlossene Sache. Vor allem die Tatsache dass ich meine erste Sau dort erlegt habe, über ein Jahr bevor Phillip das Licht der Welt erblickte, war Basis für lange Gespräche über die Jagd in diesem Gebiet!
Am 7.1.2016 war es dann soweit, gegen Mittag trafen wir uns in der mitten im Revier gelegenen gemütlichen Pension. Vorweg, Phillip entpuppte sich nicht nur als überaus angenehmer Gesprächspartner, als umsichtiger Organisator vor Ort, alles lief reibungslos und pünktlich ab und am wichtigsten als amikaler Jagdpartner und Kamerad!
Eine zweistündige Revierrundfahrt brachte mir viele längst vergessene Orte wieder in Erinnerung und die Vorfreude auf den Abendlichen Sauansitz stieg fast in unermessliche! Als dann noch dem heute in Ungarn auch schon üblichen Pickup, ein sympathischer Berufsjäger namens Attila entstieg, der sich als der Jäger entpuppte, der mich am 7.4.1995 auf meinen letzten in diesem Gebiet erlegten Keiler geführt hatte, war die Freude perfekt.
In einem Waldteil, knapp 500 Meter entfernt von dem Revierteil, wo ich eben 1995 diesen letzten Keiler erlegen konnte, wurde der Pickup abgestellt und wir pirschten ruhig und leise plaudernd Richtung Hochstand.
Ein leichtes Schauern lief mir allerdings den Rücken runter, als ich bemerkte mit welch Argusaugen Attila meine Handhabung mit dem Repetierer verfolgte und ich dann merkte, wie er sich sichtlich entspannte, als ich die Waffe unterladen schulterte und erst am Hochstand oben durchlud!
Gottseidank hatte es kurz vorher geschneit und die Schneisen und Wege waren alle noch mit 5-7 cm Schnee bedeckt und so waren für einen etwas längeren Ansitz, auch ohne Vollmond, die Weichen gestellt. 40 Meter vor uns auf der Schneise der übliche Kirrplatz, beschickt mit Zuckerrüben und Mais.
Kaum hatten wir Platz genommen, erschienen die ersten Rehe und auch ein liebeshungriger Fuchsrüde vertrieb uns mit seinen heiseren Rufen nach einer Partnerin die Zeit. Doch plötzlich sprangen die Rehe ab und links neben uns im Bestand knackste es laut und deutlich! Auch das aufklagen einer Sau war mehrmals zu vernehmen, aber es dauerte dann doch über 1 ½ Stunden bis auf einmal 2 sehr starken und 4 schwächere Sauen die Schneise vor uns überfielen und rechts im Bestand wieder verschwanden um nach nicht einmal 1 Minute auf dem Kirrplatz zu erscheinen. Zuerst die 4 Überläufer und dann, mit dem Schnee im Hintergrund deutlich anzusprechen, eine starke Sau, eindeutig ein Keiler, den Attila so auf 80 -90 kg taxierte.
Attila stupste mich sanft in den Rücken und ich ging in Anschlag, ließ fliegen und die gesamt Rotte samt Keiler ging nach links ab, wo wir nach einigen Sekunden ein lautes und deutlichen Äste brechen und knacken vernehmen konnten, das abrupt mit einem Geräusch, als ob man ein Buch zuschlägt, endete! Attila blickte mich mit einem breiten Grinsen an: „ Gut Schuss, liegt, gonz sichäär, tod! 50, 60 Meter, dann liegt dort links in Busch!“
Gut, nach einer kurzen Wartezeit abgebaumt und zum Anschuss gegangen und dort erlebten wir eine Überraschung, kein Schweiß, keine Schnitthaare, nichts, rein gar nichts. Doch im Schnee war eine sehr starke Fährte deutlich eingedrückt und der folgten wir in den bürstendichten Bestand, 20 Meter, 30 Meter, kein Schweiß? Wieder zurück, neuerlich in den Bestand, halt.. da geht die Fährte doch auf einmal nach rechts weg parallel zum Forstweg, 30 Meter, 40.. 50.. 60 Meter, da endlich der erste Schweiß und 5 Meter später standen wir vor dem Stück. Ein „Jesas Maria“ von Attila und ein dicker Kloss in meinem Hals war das einzige was ich registrierte! Meine heißgeliebten Donauauen hatten mich wieder reichlich beschenkt.
Wir standen vor einem uralten, hochkapitalen Hauptschwein mit mindestens 150 kg Lebendgewicht. Die Haderer, dick und stark gekrümmt und die Waffen standen weit mehr als die viel zitierte Malboro Länge heraus!
Zwei armdicke Bäume hatten die Todesflucht des Urians gestoppt und so hing er eingeklemmt dazwischen. Mittlerweile war ein Kollege von Attila zu uns gestoßen und zu dritt bargen wir den Keiler und zogen ihn auf den Forstweg.
Dort wurde eine ausführliche Begutachtung vorgenommen und der Zahnabschliff wies dann auch noch auf ein Alter von 9-10 Jahren hin, wobei die Ungarn sogar eindeutig auf 10 plus plädierten!
Wieder in der Pension angekommen, wo Phillip schon gespannt auf mich wartete, fiel ich ihm gleich einmal um den Hals, überschäumend das soeben Erlebte heraussprudelnd! Na ja über den Rest des Abends schweigt die Chronik, aber am nächsten Tag war wieder Abendansitz geplant, den Phillip mit dem Hinweis, er müsse „dringend“ nach Wien zurück, aber negierte. Ich konnte am Abend noch einmal das herrliche Revier genießen und mit der Erlegung eines Frischlingskeilerchens war ich mehr als genossen gemacht und konnte am nächsten Morgen erfüllt mit grandiosen Erlebnissen und Eindrücken die Heimreise antreten.
Herzlichen Weidmannsdank an K und K Jagd.at, 1170 Wien, Phillip und Attila!
offline

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Auwaldfex

Auwaldfex

Alter: 58 Jahre,
aus Zell am See
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Kommentare

11.01.2016 22:47 ZH-7x57
Weidmannsheil!
12.01.2016 15:45 Remmi
Waidmannheil!
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