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Arico, der Jagdbeagle

(4 Einträge)

457 mal angesehen
27.12.2015, 17.18 Uhr

Arico auf der Wundfährte

Es ist der 22. Dezember und ich wollte nochmal raus ins Revier. Mein Chef, der Jagdpächter, sollte auch wieder einmal etwas von mir sehen und hören. Ich habe mich in der letzten Zeit rar gemacht. In meiner bescheidenen "Jagdecke", so an die 20 ha, hatte ich mein Abschusssoll erfüllt. Allerdings beim Gesamtabschuss fehlt es noch hinten und vorne. Also ein Kitz wäre nicht schlecht. Arico ist wie immer dabei. Nach einen ausgiebigen Spaziergang mit ihm konnte ich ihn beruhigt unter meiner niederen Kanzel ablegen. Ich richtete mich ein und dann hieß es halt warten. Kurz vor 17.00 Uhr, es war bereits ziemlich dumpa (Dunkel) als aus dem gegenüberliegenden Waldstück die mir bekannte Rehgeiß mit ihren beiden Kitzen austrat. Am Waldrand schienen Himmel und Erde bereits eins zu sein. Eines der beiden Kitze zog dann doch weiter auf die Wiese heraus. Mit dem Halbmond hatte ich dann doch noch ein leidliches Licht. Ich schoss. Schusszeichen keine mehr erkennbar. Das Kitz sprang ab und verschwand im Wald. Ehrlich, ich hatte kein gutes Gefühl. Nach gut zehn Minuten baumte ich ab, sammelte meinen Hund ein und begab mich in Richtung des vermuteten Anschusses. Das ich den jetzt in der Dunkelheit, trotz Taschenlampe, lokalisieren könnte, schminkte ich mir ab. Arico an der Führerleine trippelte vor mir weg und hielt die Leine unter Spannung. Die Leine wurde schlaff und mein Kleiner verwies mir, ja ja, richtig gelesen, verwies mir ein wenig Schweiß und Wildbret. So intensiv hatte er es auf der künstlichen Fährte nie gemacht. Ich war zum einen vom Hund begeistert, vom Pirschzeichen eher nicht. Ich ging bis zum Bestandsrand und konnte noch den Spiegel des wegziehenden Kitzes sehen. Abbruch..... Bis hier her und nicht weiter. Nur widerwillig folgte Arico mit zum Fahrzeug.
Nach schlechter Nachtruhe ging es am nächsten Morgen wieder raus. Schnell war der Anschuss gefunden. Wieder war es mein Lauser, der plötzlich resolut stehenblieb, keinen Zentimeter rückte und mir eine Menge Schnitthaar verwies. Brav so mein Kleiner.......! Gleich dahinter fand ich einen Kugelriss. Auch kein zufriedenstellendes Zeichen. Erstes Fazit: Kurzes helles Schnitthaar, Kugelriss, vom Vorabend ein wenig Schweiß und Wildbret. Auf jeden Fall zu tief abgekommen. Ziemlich großer Mist.......!!
Ich holte mir zusätzlich Hilfe von einen befreundeten Jäger mit einer Steirischen Rauhaarbracke, die hervorragend auf der Wundfährte arbeitet. Dies sollte zur Sicherheit sein, falls Arico nicht weiterkommt. Na dann mal los......! Arico suchte bedächtig und ruhig vom Anschuß weg in Richtung Wald. Dort dann hinein und nach 60 m blieb er stehen, bewindete intensiv den Boden und verwies Schweiß auf einem Buchenblatt. Auf „Such verwund“ arbeitete er weiter und konnte noch zweimal Pirschzeichen verweisen. Meine Befürchtung bestätigte sich: Darminhalt. Nach dem letzten Pirschzeichen ging so richtig die Post ab. Arico zog am Schweißriemen als wäre das Kitz unmittelbar vor uns. Nach 200 m merkte ich dann, dass er seine Nase gar nicht mehr richtig auf dem Boden hatte und nur so voranstürmte. Da war was faul. Ich trug ihn ab und legte ihn in der Nähe des letzten Pirschzeichen ab. Nach einer Viertel Stunde beruhigte sich sein Gemüt wieder. Ich setzte ihn nochmals an. Mit „Such´s Rehlein“ arbeitete er noch 10 m geradeaus und bog dann in einem Linksknick ab, einen Hang hinunter. Ich sagte leise vor mich hin „such´s Rehlein, ich vertrau dir“. Nach 70 m Rehhaare und kurz dahinter das Rehkitz, bereits verendet und kalt. Meine Freude war übergroß, ich musste meinen Lauser so richtig knuddeln. Er fand das zwar nicht unbedingt passend, aber er hatte auch keine Wahl.
Die Sorge, dass ein Stück Wild angeschossen unter Schmerzen dahinsiecht, war ich gottlob los. Mein Hunderl hat eine 15 Stunden Übernachtfährte ausgesprochen gut gearbeitet. Ich bin glücklich, auf die Jagd gehen zu können und meinen Kleinen zu haben.
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Jagerfranz100

Jagerfranz100

Alter: 64 Jahre,
aus Sondheim v.d. Rhön
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Kommentare

01.01.2016 16:42 ZH-7x57
euch beiden Weidmannsheil,verdient er doch ein Leckerli der Gute!
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