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DDR- Jagd im Zeitraffer

Von wegen, Kameradschaft! (1 Eintrag)

1607 mal angesehen
16.12.2015, 13.42 Uhr

Meine zwischenmenschlichen Erfahrungen der DDR- Jagd im Zeitraffer. Stasi war immer mit dabei......

Als 16 Jähriger Bengel fand ich ein Reh im Tellereisen vor, mein Schlüsselerlebnis, um später zur Jagd zu kommen. Es musste ein Jäger her, ohne Telefon und ohne die entsprechenden Leute zu kennen, ein schwieriges Unterfangen. Irgendwie gelang es und dieser Jäger bot mir an, nachdem er das Bockkitz erlöst hatte, mit zum Ansitz zu kommen und überhaupt, ob ich nicht Jäger werden wolle, es würden junge Leute gebraucht werden……………………..
Gesagt, getan, ein Jahr musste man damals als „ Heger“ mitlaufen, das ging schon vor Erreichen der Volljährigkeit, also bin ich Mitglied der Jagdgesellschaft „ Dreiländereck“ geworden. Björn, der Enkel eines alten Jägers sollte auch den Jagdschein machen, er war noch ein Jahr jünger als ich und wir verstanden uns anfangs auch recht gut. Als es soweit war, um zur Jägerprüfung angemeldet zu werden ( das wurde zumindest bei uns vom Jagdleiter erledigt), gab es noch einen Neuzugang, Helmut, einer vom Zoll. Kaum, dass er Mitglied war, ging er zur Jägerprüfung, ohne erst ein Jahr als Heger mitlaufen zu müssen. Mir wurde gesagt, die Plätze wären nun alle belegt und ich müsse noch ein Jahr warten. Ok, ich war geduldig………………
Ein Jahr später dann die Jägerprüfung, gemeinsam mit Björn, beide bestanden und glücklich, aber bis wir dann erstmals mit Flinte raus durften, das sollte noch dauern, die Behörden nahmen sich damals noch mehr Zeit als heute……….
Im November( diePrüfung war im April) durften wir uns dann die Jagderlaubnis abholen. Kaum dass ich die Flinte zu hause hatte, klingelte der ABV und wollte den Waffenschrank kontrollieren, glücklicherweise hatte er nichts zu beanstanden, nun also raus auf Jagd, weit gefehlt, eine Kradstreife schnappte mich auf der Straße weg ( ich konnte ins Jagdgebiet laufen), und kontrollierte schon wieder die Jagderlaubnis, komisch, das Ganze.
Nun aber, auf Jagd wie das so ist, ohne Flinte sieht man massig Wild, kaum hat man sie mit, ist nix mehr da……………. So ging das eine ganze Weile, man sah dann wieder Wild, aber nur in Kugelschußentfernung, der Zollmensch schoß oft, er bekam ja von Anfang an den Drilling.
Nun kam es, dass ich mir einen Mittelhandknochen gebrochen hatte, gleichzeitig hatte ich die Waffe zu Hause, ich bin zum Arzt, wurde eingegipst und als ich wieder zu Hause war, ging es mit der Waffe zum Jagdleiter, der empfing mich mit zornesrotem Gesicht: „Ich wollte gerade die Kripo anrufen! Krankgeschrieben und die Waffe zu hause, das geht gar nicht!“ Das war mir bis dato noch nicht bewußt, komisch fand ich, dass der Jagdleiter schon von meiner Krankschreibung wusste………..
Kurz darauf gab dieser Jagdleiter sein Amt auf und ein Revierförster übernahm es. Er wies mir einen neuen Pirschbezirk zu, ein Waldgebiet, mit der Flinte besser zu bejagen, als die Agrarsteppe, in der ich vorher war. Nun gab es dort komische Aktivitäten, ein „ Jäger“ war des öfteren dort, ich wurde von Kollegen sogar daraufhin angesprochen: „ Das ist doch dein Mitjäger, der hat mit uns über Dich gesprochen“ Hmmm ich kannte ihn nicht und wollte ihn mal zur Rede stellen, wenn ich seinen Wartburg im Wald stehen sehe, dazu kam es nicht, zum Feierabend stand der neue Jagdleiter schon vor meiner Haustür und wollte die Waffe vorfristig zurück…………….
Später ein Pflanzeinsatz, Björn hatte sich zu drei Jahren Grenzdienst verpflichtet und hatte Urlaub, war also dabei und berichtete stolz, einen Grenzverletzer verhaftet zu haben. Helmut, der Zöllner, meinte, ich könne mir mal ein Beispiel daran nehmen. Ich entgegnete, dass ich ihn laufengelassen hätte. Das Wespennest kann sich keiner vorstellen, in das ich mit dieser kleinen Äußerung gestochen hatte. Der Jagdleiter meinte zu mir: „ Dir ist schon klar, dass ich das melden muss und du wahrscheinlich nicht mehr jagen gehst!“ Ich sagte ihm ,dann er solle aber bitte auch melden, dass ich der Meinung bin, die DDR braucht keine Leute, die um jeden Preis abhauen wollen und dass ich ihn deshalb hätte laufenlassen. Komischerweise kam nichts nach, ich durfte weiter jagen gehen, wenn auch als ewig Benachteiligter, denn als bei einem Arbeitseinsatz an der Jagdhütte Björn und der Jagdleiter mit dem Drilling auf Blechbüchsen schossen und ich währenddessen Kaltteer auf das Dach strich, war mir nicht bewußt, dass das ein „ Pflichtschießen“ war, wie ich kurz darauf erfahren sollte. Als ich nach dem Drilling frug, der gerade frei war, wurde ich mit der Begründung abgewiesen, dass ich ja nicht am Pflichtschießen teilgenommen hätte…………..
Im Herbst sollte es eine Drückjagd geben, mir als Waldarbeiter wurde aufgedrückt, das Reisig für die Strecke zu organisieren. Kein Problem, da wir eh Jungbestandespflege machten. Ich hatte noch kein Auto, also Bündelweise mit dem Moped hin und her. Helmut kam mit seinem Moskwitsch vorbei, ich fragte ihn, ob er nicht einen Kofferraum voll mitnehmen könne, das würde mir dreioder vier Fuhren ersparen. Er machte willig mit und ich freute mich, dass er so hilfsbereit war. Die Jagd fand statt und alles war gut, bis zur Versammlung des Jagdkollektives. Helmut machte mich vor versammelter Mannschaft zur Sau, was mir einfiele, andere Leute mit der Erfüllung meiner Aufgaben zu belästigen. Das wäre sowas von unkollegial. Gut, dass es schon Wendezeit war, ich meine jetzige Frau schon kennengelernt hatte und sowieso in ein paar Wochen dort weg war………………….


Wollte ich nur mal erzählen, weil im Forum schon wieder verklärt von der ach so tollen Kameradschaft unter DDR- Jägern berichtet wurde.

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Wachtelhund

Wachtelhund

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Kommentare

16.12.2015 14:30 Gento
Mich würden solche Fiesivitäten noch im Nachhinein richtig sauer machen. Aber ich denke, du hast dir die Gesichter gemerkt.
16.12.2015 15:38 Rapsjaeger
Es ist wie immer, gibt solche und solche. Auch bei uns gab es Stänkerfritzen in der Gruppe, gewaltige sogar. Andererseits aber eben auch echte jagdliche Kameraden, auf die man sich verlassen konnte. Neben Neidhammeln eben auch solche, die freiwillig auch mal zurücksteckten und anderen den Vortritt ließen. Im Grunde ist das heute auch nicht anders... Die Kreise der Leute, die miteinander gut klarkommen werden aber schon auch ganz leise still und heimlich kleiner. Aber auch das ist mein subjektiver Eindruck und ist sicher nicht überall genauso Realität...
16.12.2015 15:39 lindedrohn
Gut das ich "Westen" aufgewachsen bin ich glaub ich währe im "Osten" nur angeeckt.
Mein einziger besuch in Ostberlin im, ich glab war das Völkerkundemuseum, endete mit einem Rausschmiss weil ich mich in eine Diskusion eines Ostschülers mit dem Museumsfritzen eingemischt habe. und ich bei der "Ausreise" ne stunde auf meinen Ausweis warten musste.
16.12.2015 15:54 kong
Leider kann ich nur einmal "gefällt mir" drücken...Hut ab mein Lieber für Deinen offenen und ehrlichen Blick hinter die so oft ach so verklärte und bejubelte (Jagd)Ostalgie...ich habe hier in meinem jagdlichen Umfeld auch einige geschätzte und lieb gewonnene Jagdkameradschaften, die Ähnliches und gar Schlimmeres berichten aus der "guten alten Zeit"...
Danke dafür das Du als "betroffener Zeitzeuge" den Mut hattest, offen zu erzählen. ..
16.12.2015 16:18 Ali
Gut dass ich nicht in Deinem Teil der DDR gewohnt habe.
16.12.2015 16:38 masihi
Diese Erfahrungen kann ich so bestätigen deshalb wahr ich etwas verwundert das du mich im anderen Beitrag so angegriffen hast weil ich die Verhältnisse in der DDR kritisiert hab und vonfleming seinen Lobpreisungen vehement widersprach
16.12.2015 16:53 Micha_Unger
Danke für deinen eindrucksvollen Bericht.
16.12.2015 17:07 Kleiny18
Ich als Wendekind kann dazu eigentlich nicht viel sagen, aber das ist schon übelste Verarsche!
Sicher war in der DDR nicht alles schlecht, aber eben auch nicht alles gut.
Ich wüsste nicht ob ich das alles auch so gelassen hingenommen hätte! Respekt!
16.12.2015 17:21 masihi
ja auch von mir sehr schön geschrieben
16.12.2015 18:15 R93Hunter
Es gab und gibt(!) solche und solche, unabhängig von Ost oder West oder vom Bundesland.

Die abschreckenden Beispiele sollten auch öfters mal thematisiert werden. ...
16.12.2015 18:45 taube54
Sehr gut geschrieben, ja so war es . Aus dem Leben gegriffen. Danke
16.12.2015 18:46 taube54
Sehr gut geschrieben, ja so war es . Aus dem Leben gegriffen. Danke
16.12.2015 21:15 Wachtelhund
Rapsjaeger schrieb:
Es ist wie immer, gibt solche und solche. Auch bei uns gab es Stänkerfritzen in der Gruppe, gewaltige sogar. Andererseits aber eben auch echte jagdliche Kameraden, auf die man sich verlassen konnte. Neben Neidhammeln eben auch solche, die freiwillig auch mal zurücksteckten und anderen den Vortritt ließen. Im Grunde ist das heute auch nicht anders... Die Kreise der Leute, die miteinander gut klarkommen werden aber schon auch ganz leise still und heimlich kleiner. Aber auch das ist mein subjektiver Eindruck und ist sicher nicht überall genauso Realität...


Nun ja, es sollte eigentlich keine " Abrechnung" mit der Zeit der DDR werden, nur lese ich immer wieder verklärte Beiträge, wie toll doch zu DDR- Zeiten die Kameradschaft gewesen wäre, dem war eben nicht so. Ich habe es so erlebt, dass die Jagdleiter kleine Despoten waren, dass es Neid und Missgunst wie heute auch gab. Kameraden und wirkliche Freunde gab es natürlich genauso. Die waren aber genauso dünn gesät wie heute.
16.12.2015 21:20 Wachtelhund
kong schrieb:
Leider kann ich nur einmal "gefällt mir" drücken...Hut ab mein Lieber für Deinen offenen und ehrlichen Blick hinter die so oft ach so verklärte und bejubelte (Jagd)Ostalgie...ich habe hier in meinem jagdlichen Umfeld auch einige geschätzte und lieb gewonnene Jagdkameradschaften, die Ähnliches und gar Schlimmeres berichten aus der "guten alten Zeit"...
Danke dafür das Du als "betroffener Zeitzeuge" den Mut hattest, offen zu erzählen. ..


Eben diese ach so verklärte Sicht geht mir mitunter gegen den Strich, diesmal mit dem Post von einem User hier so, dass ich mich hinreißen ließ, meine Erlebnisse mal hier als Blog zu verewigen.
16.12.2015 21:21 Wachtelhund
Ali schrieb:
Gut dass ich nicht in Deinem Teil der DDR gewohnt habe.



Sei froh. Ich denke, im Norden wurde schon immer vieles gelassener gesehen. Eine gute Mentalität.
16.12.2015 21:25 Wachtelhund
masihi schrieb:
Diese Erfahrungen kann ich so bestätigen deshalb wahr ich etwas verwundert das du mich im anderen Beitrag so angegriffen hast weil ich die Verhältnisse in der DDR kritisiert hab und vonfleming seinen Lobpreisungen vehement widersprach


Nimm es nicht persönlich, mit der Sache wollte ich eher sagen, dass es heute auch nicht besser ist.
War nichts gegen Dich.
16.12.2015 21:33 martes
Wir hatten auch unsere IM. Aber da wußten wir was das für Leute waren. Da hat sich keiner eine Blöße gegeben. Insgesamt gesehen habe ich wohl etwas mehr Glück gehabt. Ganz so bekloppt war es bei uns nicht.Mit ein paar der Mitglieder war ich bis zu ihrem Tod befreundet. Immerhin ca.25 Jahre.
Die Genossen von damals gibt es heute auch noch. Einer ist heute Ranger in einem Biosphärenreservat. Er macht wieder das was er damals gemacht hat. Er scheißt Leute an die mal vom rechten Weg abkommen.
16.12.2015 22:23 sau_hund
.......ich hab mein Studium u.a. mit Lkw fahren finanziert, da war einmal pro Woche Transitautobahn nach Berlin Spandau (BMW Motorrad Werk) angesagt.
Was ich da an Schikanen an den Grenzen und auf der Strecke erlebt habe unglaublich, damals entstand in mir eine richtige Abneigung gegen die Ossis, doch nach den ersten (jagdlichen) Kontakten nach der Wende wurde das Gegenteil daraus.
17.12.2015 07:27 rowin
sau_hund schrieb:
.......ich hab mein Studium u.a. mit Lkw fahren finanziert, da war einmal pro Woche Transitautobahn nach Berlin Spandau (BMW Motorrad Werk) angesagt.
Was ich da an Schikanen an den Grenzen und auf der Strecke erlebt habe unglaublich, damals entstand in mir eine richtige Abneigung gegen die Ossis, doch nach den ersten (jagdlichen) Kontakten nach der Wende wurde das Gegenteil daraus.


drum heißt es ja der "WENDEHALS", Markenzeichen: paßt sich sofort und ohne Umschweife der neuen Situation an
17.12.2015 07:36 Sucher
Sehr gut . Mein Opa durfte in der DDR nicht mehr jagen. Mein Vater durfte auch keinen Schein machen. Ich durfte auch nicht mitgehen.
Zum Glück kam dann die Wende. Wir waren halt irgendwie Staatsfeinde.
17.12.2015 07:50 Wachtelhund
Sucher schrieb:
Sehr gut . Mein Opa durfte in der DDR nicht mehr jagen. Mein Vater durfte auch keinen Schein machen. Ich durfte auch nicht mitgehen.
Zum Glück kam dann die Wende. Wir waren halt irgendwie Staatsfeinde.


Ich weiß, als Selbständiger war man quasi schon Klassenfeind. Ich bin in einer privaten Gärtnerei aufgewachsen, ich weiß, wovon ich rede.
17.12.2015 10:38 sau_hund
rowin schrieb:
drum heißt es ja der "WENDEHALS", Markenzeichen: paßt sich sofort und ohne Umschweife der neuen Situation an

......das sind die Leute die wir heute mehr denn je brauchen
17.12.2015 11:08 Oecher
Vielen Dank für diesen "Einblick" in die Ost-realität bezüglich Jagd in den 80er!
Da ich keinerlei Verwandschaft in der ehemaligen DDR hatte und im westlichsten Zipfel Westdeutschlands (Nordeifel an der belgischen Grenze) aufgewachsen bin, bin ich in dieser Hinsicht völlig unbeleckt!
Für mich und meine jagdliche Sozialisation ist deine zwischenmenschliche Erfahrung völlig abstrus; charakterschwache Kandidaten gab und gibt es heute allerdings immer noch mehr als genug, "egal ob Wessi oder Ossi!"
Gerade im Bereich Jagd ist meiner Meinung nach der Anteil an obigen Kandidaten allerdings überproportional hoch!

Gruss

Oecher
17.12.2015 18:28 HH318
Da hast du ein Thema angerissen, das offenbar viele User huer bewegt.

Gut gemacht, man sollte zwar nicht nachtragend sein, aber die Zeiten haben sich geändert, und ich denke, man kann, wenn sich Gelegenheit bietet auch mal dran errinnern, welches Amt er vor der Wende innehatte.

Danke für den realistischen Bericht!

Gerd
17.12.2015 18:54 Wolfsgrube
Danke für deinen interessanten Erfahrungsbericht. Gut, dass ich weiter westlich (im schönen Vogtland) die Jagd von Kindesbeinen an erlernen und dann ausüben durfte. 3 Jahre Jagdhelfer, hervorragende praktische Ausbildung, ähnliches langes Warten auf den Schein nach der Prüfung, erstes Stück Schalenwild mit DF ohne ZFR war für uns Normalos Pflicht. "Hochdienen" zum Drilling durch jagdliche Leistungen ein langwieriger Prozess mit Rückschlägen. Keine eigene Waffe trotz vieler Anträge. Kameradschaft, besonders Hilfsbereitschaft erstes jagdliches Überlebensprinzip. Haben uns mal einen Stasi Major wegen verschiedener jagdlicher Vergehen (jagte wo, wie und was er wollte) zur Brust genommen. Schuss ging nach hinten los. Kostete dem Jagdleiter den Posten und einigen von uns fasst den Schein.
Summe: Es war nicht alles schlecht ..., im Gegenteil. Das positive im Sinne weidgerechter Dienstleistung, für Wild, Wald und ländlichem Raum überwog bei uns durchaus, was in der Wendezeit Jagdfreunde besonders aus Franken erleben durften und auch heute noch gerne bestätigen. Das nimmt uns alten DDR Jägern keiner weg. Wer anderes behauptet tut mir einfach nur leid.
17.12.2015 21:40 Saustalker
Danke für diese Erinnerungen. Was ist aus Helmut geworden? Ist er auch wie so viele andere nach dem Beitritt die Leiter hoch gefallen. Mit dem Charakter und dem richtigen Parteibuch ist er gerade bestens geeignet für eine Position im Staatsdienst der BRD.
18.12.2015 14:25 gipflzipfla
servus Wachtelhund.
Ich hab Dir zwar ein "gefällt mir gegeben", aber nur dewesegen, weil Du die Story geschildert hast. Dein Los hingegen gefällt mir rein gar nicht und... ich stelle erschreckenderweise Parallelen zu meinem Umfeld und heutiger Zeit !! fest.

Lass Dir gesagt sein, die "Bevorzuger" leben auch heute noch in unserer Mitte und machen den Leuten das Leben zur Sau!

Merke: "gibt einem Menschen ein wenig Macht und Du lernst sehr schnell seinen Charakter kennen !"

Das ist heute nicht anders, als es schon immer so war.

Waidmanns Gruß
18.12.2015 19:32 Herbert60
sehr interessanter Beitrag für einen Wessi (Ösi)

Waidmannsheil
18.12.2015 19:50 gipflzipfla
servus

Herbert60 schrieb:
sehr interessanter Beitrag für einen Wessi (Ösi)

Waidmannsheil


meine ersten "Osterlebnisse hatte ich gegen 2005.... Und ich muss eingestehen, dass es keine schlechten waren.
Das ist bis heute so geblieben !

Parallel dazu könnt ich von hier Gschichterln preis geben, da stellts einem die Ohren auf


Waidmanns Gruß



18.12.2015 20:10 Wachtelhund
Herbert60 schrieb:
sehr interessanter Beitrag für einen Wessi (Ösi)

Waidmannsheil


Nun ja, ich denke, ich werde in eines der miesesten Jagdkollektive geraten sein, so jedenfalls der O-Ton meines ehemaligen Physiklehrers, der ebenfalls Jäger war, und Oberleutnant der Reserve, also sehr systemtreu, er war im benachbarten Jagdkollektiv und sagte zu mir, ich solle mich von der Hierarchie in meiner Truppe ja nicht unterkriegen lassen....
Von daher bin ich der Meinung dass es reigional sehr unterschiedlich gewesen sein muss, von so, wie ich es erlebte, bis hin zu wirklicher KEs war halt auch unter der DDR- Gleichmacherei eben nicht überall gleich.
Die besten (Jagd)freunde habe ich durch das LL kennengelernt. Dafür bin ich den Machern von LL sehr dankbar.
19.12.2015 08:29 gipflzipfla
servus

"....es kann immer noch schlimmer kommen!

Begegne den Anderen so wie Du es gerne hättest, dass man Dir begegnet! "


Zwar gibt es hier ebenso Lichtblicke, aber selbst diese sind zumeist auch etwas getrübt.

Mit ehrlicher und offener Art kommt man hier nicht weit.... besser ´s Maul halten. Ändern lässt sich nichts, das Revierpachtsystem steht einfach dagegen. Wer gepachtet hat, der hat das Sagen....

Wadimanns Gruß

19.12.2015 22:19 WiednerDerSteirer


,,ja menschen können des vorteils wegen schon sehr schmutzig sein.
UND was wurde aus deinen Jugendfreunden??
19.12.2015 22:31 WiednerDerSteirer
Oecher schrieb:
Vielen Dank für diesen "Einblick" in die Ost-realität bezüglich Jagd in den 80er!
Da ich keinerlei Verwandschaft in der ehemaligen DDR hatte und im westlichsten Zipfel Westdeutschlands (Nordeifel an der belgischen Grenze) aufgewachsen bin, bin ich in dieser Hinsicht völlig unbeleckt!
Für mich und meine jagdliche Sozialisation ist deine zwischenmenschliche Erfahrung völlig abstrus; charakterschwache Kandidaten gab und gibt es heute allerdings immer noch mehr als genug, "egal ob Wessi oder Ossi!"
Gerade im Bereich Jagd ist meiner Meinung nach der Anteil an obigen Kandidaten allerdings überproportional hoch!

Gruss

Oecher


..ist es nicht so, dass da der Jugend vieles von dem geschilderten von einer vorgeprägten Familie so wie vom System mitgegeben wurde!

Als Österr. kann man sich das alles nicht vorstellen >> daher ist es für mich auch so spannend diese Geschichten
20.12.2015 18:12 Waldwicht
Arschlöscher gibts immer! !

Hast Du einen dieser Jäger später mal wiedergesehen?

Waldwicht
28.12.2015 18:36 molch
mein großvater durfte nicht jagen und ich mußte auch bis zur wende warten
28.12.2015 21:20 Wachtelhund
Waldwicht schrieb:
Arschlöscher gibts immer! !

Hast Du einen dieser Jäger später mal wiedergesehen?

Waldwicht


Ein paar davon ja. Sie meinen heute, dass die Kameradschaft unter den Jägern zu DDR- Zeiten richtig toll war.
Was solls, ich habe nichts mehr mit ihnen zu tun, und nach langem Suchen habe ich die Kameradschaft gefunden, die ich mir vorstelle.
28.12.2015 21:25 Wachtelhund
molch schrieb:
mein großvater durfte nicht jagen und ich mußte auch bis zur wende warten


Wenn ich erzähle, was sich in meinem Jagdkollektiv abspielte, bevor ich hinzu kam.........
Zwei Jäger durften nicht mehr jagen, weil sie denunziert wurden, dass sie angeblich Wrstbesuch hatten und die Waffen vorher nicht ausgelagert waren, einer soll den Besuch gar mit zum Ansitz genommen haben. Sowas grenzte damals an Hochverrat.......
Und aus lauter Kameradschaft denunzierte man dann die Leute....
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