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Munition für Safariwaffen

Teil 1 (8 Einträge)

leica magnus ergebnis beispiel nun auf 416
983 mal angesehen
10.12.2015, 15.40 Uhr

Zieloptiken Drückjagd und Großwild


Konfiguriert man eine Waffe so ist die Zieloptik heute fast schon so teuer oder teurer als die Waffe selbst. Ich wollte es nun mal genauer wissen, hatte ich doch gerade die Gelegenheit ganz verschiedene Optiken parallel zu testen. Ursprünglich ging es um die Gläser der unteren Vergrößerungsbereiche wie sie auf schweren Safariwaffen Verwendung finden.

Doch die Parallelen zu Drückjagdwaffen sind einfach zu offenkundig und so kann man wohl einen Großteil der Ergebnisse auf solche Waffen übertragen. Bei Großwildwaffen der stärkeren Kaliber wählt man Optiken die den realen Gegebenheiten angepasst sind. So ist die Schuss Entfernung auf Büffel und Co doch im Bereich zwischen 30-80 Metern zu sehen. Benötigt wird allerdings kein riesiger Objektivdurchmesser da alles eine Tagjagd ist.
Zudem müssen die Gläser starken Rückstößen standhalten können. Generell einmal zu sagen ist dass objektivgroße variable Gläser kein Drückjagdglas ersetzen. Oft sind bei diesen im untersten Verstell Bereich Tunneleffekt oder Randverzerrungen möglich.

Klassisch sind im DJ Glas Bereich die 20er bis 24er Objektivdurchmesser. Vergrößerungen laufen von 1-6 fach im Normalfall (mit Ausnahme weniger Produkte die bis 8 fach vergrößern).
Aber nicht alles was 1fach ist das ist es auch in Wirklichkeit. Hält man einmal verschiedene Produkte nebeneinander so kommt man ganz schnell zur Überzeugung dass die Vergrößerung wohl eher Definitionssache der Hersteller ist und nicht wirklich der Gegebenheit entspricht.

Jeder Mensch hat eine andere „eingebaute“ Optik und genauso subjektiv ist Empfinden von Helligkeit und Brillanz. Interessant auch die Verstellung der Okulareinstellungen. Nicht jeder „Normalsichtige“ hat diese auf 0 stehen. Mit 5 Leuten hatten wir 5 verschiedene Einstellungen.
Nun mal was wir getestet haben. Es waren verschiedene Gläser die auf gleicher Waffe waren (dank Picatinny möglich) So war das Waffentechnische schon mal ausgeschlossen. Montagen waren nur die wirklich Guten am Start. Warne, Leupold, Recknagel etc. Montageseitig darf man nicht an den Ringen bzw Schienenmontagen sparen und die China-Qualitäten vieler im Internet feilgebotenen Montagen ist schlichtweg für die Tonne.

Getestet wurde rein subjektiv. Das heißt dass jeder der Tester seine Meinung in Noten abgegeben hat. Bewusst haben wir nicht nach Herstellerangaben oder sonst „messbaren“ Methoden benotet. 4 Personen gaben die Noten. Von diesen waren zwei sehr erfahren im Bereich der Gläser und 2 wurden absichtlich so gewählt dass sie recht „neu“ waren. Somit konnte man ausschließen dass eine „Beeinflussung“ stattfand.

Die Gläser nun: ältere Modelle waren Zeiss 1,5-4,5x18, Nikon 1,5-4,5x20. Dann die „Mittelalten“ 1,25-5x36 (eigentlich durch Objektivdurchmesser nicht ganz vergleichbar), ein Conquest 2-8x42 nur zum Vergleich als größeres Glas, Leupold 1-5x20; Swarovski, Nikon und Leica der neueren Generation.
Als Erstes war die Brillanz dran.
Hier ergaben sich schon Unterschiede die rein subjektiv beurteilt wurden. Interessant die beiden sehr gut beurteilten Gläser. Dann kam das subjektive Sehfeld. Auch hier gab’s Überraschungen entgegen der Herstellerangabe. Schußfestigkeitstest war mit 375. Es wurde nur 10 Rasten nach unten und zurück sowie seitlich gestellt. Die Rückstellung funktionierte überall gut.
Nun kamen wir beim Absehen an. Interessant war die erste Beurteilung der beiden „dicken“ Absehen. Nach dem Schießen sah die Beurteilung dann ganz anders aus! Die Gläser wurden alle unbeleuchtet geschossen. Ein Einschalten der Beleuchtung brachte nur bei den beiden extrem feinen Absehen etwas an schnellerer Zielerfassung.

Generell sind die neueren Zielfernrohre mit viel zu feinen Absehen für die Verwendung ausgestattet. Bei schnellen Schüssen will Keiner erst mal das Absehen suchen um einen Schuss zu machen. Das Absehen der Leupold mit heavy duplex war schlicht und ergreifend zu grob. Das alte Nikon hatte 30/30 und war insgesamt nicht nach dem Stand der Dinge, auch wegen seiner Okularverstellung. Wohingegen das neue Nikon definitiv als der Renner zu bezeichnen war. Hier gibt es ein wirklich gutes Glas zu recht annehmbarem Preis. Das Nikon ist sehr massiv gebaut und erscheint auch in der Verarbeitung vertrauenswürdig. Aber es lohnt sich auch das Internet zu bemühen. So konnte ich doch gerade ein Zeiss 1,25-5x36 (daher war es mit dabei) für einen Neupreis von 399 Euro ergattern. Solch ein Glas, wenn auch nicht mit Leuchtabsehen, ist jeden Pfennig wert. Keineswegs gerechtfertigt dagegen der Preis der beiden Oberligisten. Einfach nur teuer und nicht unbedingt besser.

Die ganz große Überraschung war dass alle Schützen das alte Zeiss 1,5-4,4x18 mit dem Diavariabsehen als superschnell bezeichneten. Es scheint doch was dran zu sein dass das Absehen mehr Vorteile bringt als das Sehfeld. Und die Sehfelder sind für den Gebrauch bei allen Gläsern zumindest ausreichend. Außer Konkurenz lief noch das 2-8x42 Zeiss mit. Zu groß für den Einsatz und doch wohl mehr für den Alloundeinsatz im Plainsgamebereich gedacht, hatte das Glas im kleinsten Verstellbereich deutlich Unschärfe am Rand. Diese sind erst an 3-4 facher Vergrößerung gänzlich verschwunden. Für eine Safariwaffe im Big game Bereich kommen also doch eher die kleineren Gläser in Betracht. Müsste ich eines favorisieren so wüsste ich zumindest mal was ich wählen würde. Bevor man aber irgendein Glas kauft das dubioser Herkunft ist und dies auf DJ oder Großwild einsetzt, so empfiehlt sich doch einmal den Gebrauchtmarkt an Markengläsern genauer zu inspizieren. So manches Zeiss oder Ähnliches geht da für weniger Geld über die Ladentheke als ein Tasco-Glas.

Das V8 war auch dabei. Allerdings war die Montage dort fest gegeben auf einer Waffe, so dass wir keinen echten Vergleich hatten. Daher nicht bewertet aber auch im guten bis sehr guten Bereich anzusehen.

Die Diskussionen am Abend nach demTest schlugen allen Teilnehmern auf die Augen. Da das Babbelwasser heftig wirkte mussten wir diese am Folgetag bei gedämpftem Licht fortsetzen
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Kommentare

10.12.2015 19:57 sizi
Ah daher deine Kopfschmerzen

guter Bericht, ich vermisse leider die neuen S&B Gläser etwas, mich überrascht es auch nicht das die schützen gut mit dem diavari zurecht gekommen sind.
10.12.2015 22:04 Saustalker
Gute Arbeit...danke
Bestätigt meinen Eindruck bei den kleinen Gläsern. Was nutzt mir ein Sehfeld von rund 40m auf 100m wenn ich erstmal den "dünnen Faden" in der zweiten BE suchen muß. Ich habe dafür ein in das Glas geätzte CQB Absehen ähnlich circle dot für den schnellen, kurzen Schuß. Geht einfach fixer....so mein persönlicher Eindruck.
10.12.2015 23:55 namhunt
Saustalker schrieb:
Gute Arbeit...danke
Bestätigt meinen Eindruck bei den kleinen Gläsern. Was nutzt mir ein Sehfeld von rund 40m auf 100m wenn ich erstmal den "dünnen Faden" in der zweiten BE suchen muß. Ich habe dafür ein in das Glas geätzte CQB Absehen ähnlich circle dot für den schnellen, kurzen Schuß. Geht einfach fixer....so mein persönlicher Eindruck.


Da geb ich dir vollkommen Recht. Das circle dot ist eines der besten Absehen das erhältlich ist !
10.12.2015 23:58 namhunt
sizi schrieb:
Ah daher deine Kopfschmerzen

guter Bericht, ich vermisse leider die neuen S&B Gläser etwas, mich überrascht es auch nicht das die schützen gut mit dem diavari zurecht gekommen sind.

man kann nicht Alles haben. War froh dass ich so ne Auswahl hatte
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