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Munition für Safariwaffen

Teil 1 (8 Einträge)

die box
1242 mal angesehen
17.11.2015, 13.33 Uhr

Brenneke- die Masse machts

Flinte mit Brenneke .....und die Masse machts

Viel hilft viel. Das gilt auch bei Nachsuchen. In Deutschland wird dank FLG-Verbot auf den meisten Drückjagden und teilweise Bleiverbot der dicke Batzen aus den Flintenläufen immer mehr in Vergessenheit gebracht. Doch allen Unkenrufen zum Trotz wird er noch anderswo öfter eingesetzt.
Nein, moderne FLG aus modernen Flinten sind nicht Notbehelf sondern ernstzunehmend präzise Geschosse mit Energie von bis zu 5200 J an der Mündung und bis weit über 2000 J auf 100m. Wer einmal die Wirkung von FLG erlebt hat wird mir zu pflichten: umwerfend.

Ich habe Flinten oft zur Nachsuche verwendet. Meist auf kleinere bis mittlere afrikanische Wildarten sowie auch auf Leopard. Wie effektiv eine Flinte auf kurze Entfernung wirkt ist wohlbekannt. Aber im Gegensatz zur landläufigen Meinung dass (grobe) Posten einen angreifenden Leoparden stoppen muss ich sagen dass mir normale Schrote wesentlich lieber sind, oder aber Flintenlaufgeschosse. Die zur Nachsuche verwendeten Flinten sind meist kurz um noch manövrierfähig im Busch zu sein, oft Repetierflinten um die möglicherweise notwendige Feuerkraft zu besitzen. Wie sehr doch Deckung vor Durchschlag geht konnte ich bei einem Leopardenangriff miterleben bei dem der neben uns stehende Learner PH angegriffen wurde. Der Leopard kam aus relativ kurzer Distanz und nahm gleich den vorne stehenden Mann aufs Korn. Der schoss aus einer kurzen 870er Remington den ersten Schuss Posten ohne Wirkung, der zweite ebenfalls ohne Wirkung. Distanz war nun etwa 8 Meter. Der dritte Schuss auch mit Posten verlangsamte den Leoparden nur. Der 4. Schuss auf 5 Meter machte ihn noch langsamer und erst der 5. Schuss auf 3 Meter lies den Leoparden verenden. Der Letzte Schuss war mit einer Nummer 5 also 3 mm Schrot. Beim Streifen des Leoparden fanden wir dass eine Vorderpranke verletzt war und der Hinterlauf nahe der Hüfte durchschlagen war. Am Kopf sah man 2 Streifschüsse der groben Posten. Doch letztendlich gestoppt hatte den Angreifer eine volle Ladung der kleineren Schrote. Ein Schrotkorn war durch das Auge geschlagen und befand sich in der Schädeldecke am Hinterkopf. Mehrere Schrote waren in den Hals gedrungen.
Ergo, testen. Als bester Test zeigte sich ein alter kleiner Kinderball den wir auf 15 Meter mit 12/70 er Posten beschossen. Sage und schreibe ein einziges Korn traf den Ball beim ersten Schuss.

Also nachdenken was man besser machen könnte. Neue Waffe musste her. Das war erster Gedanke. Statt der 12/70 gab’s nun gleich eine Benelli Nova in 12/89 in einer Ausführung und Aussehen die nach Aussage eines Kunden eine Horde wilder Taliban allein durch ihren Anblick in die Flucht geschlagen hätte. Die 64 g Schrotvorlage war trotz kurzen Laufes aber dicken Kompensator fast noch gut beherrschbar und Flintenlaufgeschosse flogen wunderbar genau ins Ziel. Mangels erneutem Leopardenangriff wurden nun diverse Warzenschweine mit der Flinte erlegt. Wirkung der beschichteten 12/76er Brenneke wahrhaftig Overkill. An einem bereits verendeten Büffel konnten wir sehen wie unglaublich tief die 12er Magnum Brenneke eindrangen. Sehr zum Erstaunen aller Beobachter.
Da die Flinte mit dem kurzen Lauf sehr wenig bis gar nicht auf Flugwild eingesetzt werden konnte und da auch sonst recht wenig Gebrauch von ihr gemacht wurde geriet sie erst in Vergessenheit und irgendwann wollte ein Freund die unbedingt kaufen. Das Thema kurze Pumpflinte war damit erst mal gegessen. Die Wahl war schlichtweg falsch ….tactical is not practical.
In diesem Jahr nun hatten wir eine halbautomatische Flinte im Einsatz. Mehr um kleineres Wild zu schießen. Doch für einen Einsatz auf gefährliches Wild erschien uns der Halbautomat doch zu gewagt, zeigte er doch hin und wieder Ladeprobleme speziell mit „mixed loads“. Sowas geht bei Situationen in denen es um Bruchteile von Sekunden geht schon mal gar nicht. Manuell geht eben sicherer und Doppelflinten fehlt die Feuerkraft.
Also zurück und gegrübelt. Lange Läufe mit 72 oder 76 cm schieden aus, kurze 48er oder 51 er auch wegen nicht universellem Einsatz. Da gab’s noch den Mittelweg mit 66cm. Um auch mal Frankoline oder Guinea Fowl Schießen zu können wurde an Wechselchokes gedacht. Nächste Vorgabe war 12/76 denn das reichte nach unseren Versuchen aus. Nun nur noch die passende Waffe finden.
Et Voila..da hatte ich sie in der Hand. SXP heißt das Teil. Da wackelt nichts, da klappert nichts und der Verschluss läuft butterweich und verriegelt mit Drehwarzen im Lauf. Und super schnell ist die auch. Und wirklich erfolgt der Hülsenauswurf fast automatisch, wenn man weiß diese Pumpflinte zu betätigen, was sie zur Schnellsten momentan auf dem Markt befindlichen Repetierflinte macht. Mit was Übung kommt man auf 3 Schuss unter einer Sekunde. Soweit nun die waffenseitige Vorgabe.

Nun zu den Tests. Zuerst wurden Schrote verschiedener Stärken auf Papier geschossen. Dabei stellte sich heraus dass Stahlschrote (nein die werde ich nicht verwenden) eine wesentlich bessere „engere“ Deckung mit gleicher Chokegröße erbrachten als herkömmliche Bleischrote. Kaum einen gravierenden Unterschied gab es bei Posten. Ein paar mehr chinesische Kinderbälle aus dem 1 Euro Shop wurden besorgt. Die Bälle zeigten zwar im Schnitt nun 3 Treffer mit den dicken „Vergleichs“-Posten. Das war nicht ausreichend. Wir bleiben bei den 4mm Schroten. Mit Modified war genug Deckung da und auch schoss die Flinte nicht zu eng. Die Umrüstung auf Zylinder änderte die Deckung kaum zu unserem Erstaunen.

Nach einem netten Mailverkehr mit Herrn Mank von Brenneke wurde nun entschieden was zur Waffe an passender Flintenlaufgeschoss-Munition genommen wird. Die neue Opalmagnum. 666 grs Geschoßgewicht auf 491 m/s gebracht bei 12er Geschossdurchmesser. Das verspricht eine ganz neue Dimension an Stoppkraft. Ein Notbehelf wie sonst gerne die Flintenlaufgeschosse gerne benannt werden ist das wahrhaftig nicht mehr. Der Versuch läuft nun erst mal mit verschiedener Munition und 3 verschiedenen Magnumbleibatzen von Brenneke, nach Empfehlung von Herrn Mank. Der Brenneke-Test kann beginnen.
Wie Brenneke uns mitteilte sind die Opalmagnum FLG nur mit Zylinderbohrungen oder gezogenen Läufen einsetzbar. Ein Manko der werksmäßigen Invektor Plus Chokes von Browning/Winchester ist allerdings dass man sehr schlecht in eingeschraubtem Zustand die Chokestärke erkennen kann. Um von vorne herein Verwechslungen auszuschließen wurde speziell für den Zylinderchoke eine Briley Version genommen die verlängert ist und sicht- und fühlbar als Zylinder erkenntlich ist. Die Magazinkapazität wurde durch eine Magazinverlängerung von ATI auf 7 erhöht. Das Korn der Flinte wurde durch ein kontrastreiches Leuchtkorn von Truglo ersetzt.

Die Brenneke Supermagnum, Rubin und Opalmagnum sind nicht von schlechten Eltern. Die Leichteste ist die Rubin. Sie hat sehr guten Streukreis erbracht, liegt aber in der Leistung klar hinter den beiden Schwereren. Verwunderlich die geringere Eindrintiefe obwohl die Stirnfläche kleiner ist, aber hier kommt doch Masse vor Durchmesser zum Tragen. Die Supermagnum ist nicht so präzise wie die Rubin, doch immer noch mehr als ausreichend genau für den Einsatzzweck. Die Opalmagnum ist schlichtweg ein Hammer. Auch bezüglich des Rückstoßes. Aber, auch auf 50+ Meter voll und ganz einsetzbar. Die Bälle jedenfalls trifft man mit jedem Schuß auf +25 m!

Was uns noch weiter interessierte war die Eindringtiefe in ein vorgegebenes Zielmedium. Dieses ist ein Holzkasten der 55 cm zusammengepresste ! Telefonbücher und Glanzprospekte enthält und davor 3 Lagen zu 2 cm Sperrholz, ein 1mm Blech. Das Ganze eingepackt in 2 Leinensäcke und mit Tape fest umwickelt. Gewicht 34 Kilo. Als Vergleich wurde erst eine 416 Rem Mag TM darauf verschossen. Das Geschoß durchdrang den Kasten fast vollständig und war in der letzten hintersten Sperrholzlage des umschließenden Kastens zu finden. Nun die Flintenlaufgeschosse: Rubin 39 cm, Supermagnum 41 cm, Exact 36 cm und Opalmagnum 46 cm. Die dabei erzeugten „Wundkanäle“ waren allesamt gewaltig. Anders als bei Büchsengeschossen erweitert sich der Kanal direkt bei der Auftrefffläche und verbleibt fast über die gesamte Eindringtiefe fast gleich, bedingt auch durch den über 18mm Durchmesser der FLG. Zum Ende der „Kaverne“ wurde der Kanal „etwas“ enger. Keines der gefundenen Geschosse war sehr heftig deformiert, sondern zeigte allesamt die fast ursprüngliche Form. Kein Splittern oder sonstige Verluste.
Zum finalen Vergleich haben wir noch eine .308 Win mit 150grs Geschoss auf den Kasten. Eindringtiefe 38 cm. Vergleichsweise ein Löchlein. Der Beschußabstand war 8m.
Mag wohl sein dass mein Beschussmedium nicht den Standards entspricht und im Vergleich zu Wildkörpern viel, viel zu hart, aber für mich ausschlagkräftig genug um ein Resümee zu ziehen. Der mögliche aber hoffentlich nicht unbedingt nötige Einsatz kann kommen. Die Leistung jedenfalls ist mehr als ausreichend vorhanden und bewiesen. Der Vergleich zu den „normalen“ Flintenlaufgeschossen, wie ich sie früher auch auf Schwarzwild verwendet habe, ist fast nicht zu machen. Hier reden wir über Leistungen die ein Vielfaches der normalen FLG beträgt.
Wie sehr „Momentum“ ersichtlich sein kann war beim Beschuß deutlich zu sehen. Bei 308 wackelte der Kasten nicht mal. Bei den Brenneketreffern hatte man das Gefühl der Kasten bewegt sich sichtlich sprungweise rückwärts. Um ein Vergleich zu anderen Medien zu haben wurde auch ein Stammabschnitt beschossen. Die Ergebnisse waren sehr ähnlich. Und dabei noch etwas: einige Treffer am Stamm waren sehr am Rande eingeschlagen. Das oftmals als Argument eingeführte Querschlägerverhalten wurde dabei nicht erkannt. Das Geschoß hatte kaum eine messbare Ablenkung. Man kann ja dazu auch mal den DEVA Test vergleichen. Da kam ähnliches bei rüber.

Wer sich mal auch was im Videobereich ansehen will kann das sich mal bei YouTube antun, dort wurde von einem „Tester“ mit der „blackmagic“ geschossen, einem Geschoß das in Leistung etwa der Supermagnum entspricht. https://www.youtube.com/watch?v=aRHmDaDnwDU und dann noch die 70mm Magnum Version https://www.youtube.com/watch?v=HFxaJ0m6yI0

Leistungen laut Hersteller : Brenneke OpalMagnum
offline

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Kommentare

17.11.2015 20:06 KeilerHeinrich
Interessanter Bericht!
Habe in der ehemaligen DDR sehr viel mit FlG
gejagd. Mit der passenden Waffe konnte man
beachtlich Strecke erzielen.
17.11.2015 20:11 namhunt
richtig!
18.11.2015 00:06 Gesch
Danke, sehr aufschlußreich !
ich kann zwar mit der KW umgehen, aber meine erste Wahl zur Nachsuche (ohne Hunde!!) ist seit je her meine Mossberg ATP 8 - geladen mit Muni, die ICH VERANTWORTEN KANN...
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