Zur mobilen Version wechseln »
Jagd-VideosCommunityMediadatenNewsletterFormulare & Vordruckejagderlebenlandlive.deANVISIERTPRAXISSERVICEMARKTJAGD-WETTERAPPSPirschunsere JagdNiedersächsischer JägerDer Jagdgebrauchshund
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

Jagderlebnisse

(6 Einträge)

Winter
770 mal angesehen
13.11.2015, 12.17 Uhr

Der rauschige Keiler

Es ist Mitte Januar, seit Ende Dezember ist permanenter Forst und nun hat es auch noch geschneit. Viel geschneit, fast schon zuviel. Es ist trockener feiner Schnee, so fein das der Wind ihn leicht zu hohen Verwehungen auftürmt. Ist das der Fall brauch ich gar nicht erst ins Revier fahren. Die Jagdhütte ist in der Regel nicht erreichbar und im Revier ansonsten auch kein fortkommen. Sicherheitshalber erkundige ich mich beim Nachbarpächter nach den Schneeverhältnissen. Du kommst auf die Hütte, meint er und für die nächsten Tage sind keine weiteren Schneefälle gemeldet.
Schnee bedeckt das ganze Revier, nur an wenigen Stellen finden sich die von mir befürchteten Verwehungen.
Schon auf Zufahrt zur Jagdhütte sehe ich frische Saufährten im Schnee. Also beschränke ich meinen anschließend Pirschgang auf das Gebiet um die Hütte. Auch der Hauptwechsel vom Nachbarn zu mir ins Revier ist gut belaufen. Hier ist ja mächtig was los und alles frisch, denke ich mir. Ob die Silage von der Biogasanlege wieder lockt?
Vor dem Wald steht die Stahlkanzel, wenn die Sauen heute Nacht wieder so ziehen kommen sie mir genau quer und der Wind, wenn er nicht noch dreht, steht genau auf mich zu.
Um 20 Uhr sitze ich. Der Himmel ist klar und auch ohne Mond habe ich durch den Schnee einen weiten Blick in die Runde. Nun kommt mal ihr Schweinchen.
Weit entfernt tritt Rehwild aus, es ist mittlerweile 21 Uhr, schlägt den zugeschneiten Raps frei und fängt an zu äsen.
Links von mir tritt plötzlich etwas schwarzes, großes, sehr großes schwarzes aus dem Wald auf den verschneiten Acker.
Die Waffe ist sofort im Anschlag. Sau! … Kommt nochwas hinterher? Also abwarten.
Langsam zieht sie weiter. Eine Bache hätte jetzt am Waldrand verhofft und gesichert.
Also ein Keiler!
Es ist Januar, nach der reinen Lehre beste Rauschzeit.
Ist er rauschig oder ist er es nicht, ist die bange Frage.
Da stehen mehr als 100 kg auf dem Acker, so meine Gedanken.
Ich bin alleine im Revier. Zur Hütte kriegst du ihn alleine, aufbrechen schaff ich auch. Aber wenn er rauschig ist verbuddeln, neee, der Boden ist hart gefroren.
Für einen Moment dreht der Wind vom Acker genau auf mich zu. Maggi!!! Jede Sau verströmt, mehr oder weniger, diesen Geruch. Aber dieses Maggi ist scharf und stechend. Pfui.
Damit ist mir die Entscheidung, schießen oder nicht, abgenommen.
Die Waffe wird wieder entspannt und zur Seite gestellt.
Ein starker Keiler der langsam in Sichweite über den Acker zieht, hier und da unter dem Schnee nach Resten vom Mais sucht, ist Lohn genug für einen Tag.
offline

Geschrieben von

Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

13.11.2015 13:15 Gesch
genau so!!
bissel Disziplin ist immer gut.


...jetzt noch ein paar Fotos von der Sau...?!
Aber tröste Dir, ich hab in solchen Momenten auch keine Kamera zur Hand - jedesmal schwöre ich mir: beim nächsten Mal. Dann nehm ich sie 2-3x mit, danach isses mir schon wieder zuviel Gerödels...
13.11.2015 15:00 Tannschuetz
Respekt vor dieser Selbstdisziplin!

Ich weiß nicht wie ich reagiert hätte.....
13.11.2015 15:14 montero
Chapeau!
13.11.2015 15:29 R93Hunter
Tannschuetz schrieb:
Respekt vor dieser Selbstdisziplin!

Ich weiß nicht wie ich reagiert hätte.....


Irgendwann, wenn du lange genug jagst, ist der starke Bock oder Keiler nicht mehr wichtig. ...

Die Freude ist dann umso größer, wenn du einem "Jungelchen", dem das noch wichtig ist, zu einem Erfolg verhilfst.
13.11.2015 17:05 Galloway
Wenn doch einige mehr so denken würden oder auch bei Drückjagden nicht die schwarze Dicke vornevorweg schiessen würden...
13.11.2015 17:47 R93Hunter
Galloway schrieb:
Wenn doch einige mehr so denken würden oder auch bei Drückjagden nicht die schwarze Dicke vornevorweg schiessen würden...


Die schwarze Dicke ist vermeintlich leichter zu treffen...

wohin auch immer!

Meine Bewunderung glit dann immer dem Nachsuchengespann ...
14.11.2015 09:34 BD880
Meine Hochachtung vor der Selbstdisziplin
16.11.2015 21:50 ZH-7x57
Die Keulen sofort nach dem erlegen von der Schwarte lösen, beim Kreuzgelenk die Kugel lösen, das Kniegelenk auslösen und die abgeschwartete Keule luftiig hängen ,1-3 Grad plus ca 2-3 Tage. Nun einsalzen und wieder hängend bis zur Reife . Genauso wie in Italien der Proschuto.Ein Jahr später, schwarzes Brot,ein destiliertes Obst, ist eine neue Erfahrung. Weidmannsheil
16.11.2015 21:59 ZH-7x57
Der Keiler wurde bei einen Riegler erlegt , zu Beginn der Rausche , in der 3 ten, Novemberwoche.Hatte auch schon den strengen Geruch.Weidmannsheil!
17.11.2015 21:05 swinging_elvis
Den Ort kenne ich. Waidmannsheil!
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang