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Fangschutz-Tierschutz

KW-Einsatz (18 Einträge)

FS1 FS2
405 mal angesehen
01.11.2015, 09.56 Uhr

Fangschuss-Tierschutz

Fangschuss
Nicht immer ist ein Schuss auf Wild tödlich und auch nicht immer wird ein Stück Wild durch landwirtschaftliche Maschinen oder im Straßenverkehr tödlich verletzt. Als Jäger wird man in diesem Zusammenhang gar nicht so selten mit Fällen konfrontiert, wo verletztes Wild im oder außerhalb des eigenen Jagdbereiches zu „erlösen“ ist. Dabei taucht auch die Frage der Mittel auf, die sich angemessen anwenden und einsetzen lassen.

Grundsätzliches
Auf verletztes Kleinwild ist alles zulässig was in der WBK eines Jägers eingetragen ist. Ob Schrot oder Kugel, ob Pistole oder Revolver jeden Kalibers, ist alles erlaubt. Was aber, wenn es um verletztes Schalenwild geht?
In §19 Bundesjagdgesetz (sachliche Verbote) steht gleich an erster Stelle: „verboten ist 1. mit Schrot, Posten, gehacktem Blei, Bolzen oder Pfeilen auch als Fangschuss, auf Schalenwild und Seehunde zu schießen“.
Das ist auf den ersten Blick eindeutig genug, aber wie überall, ergeben sich aus speziellen Umständen auch entsprechende Ausnahmen und abweichend davon gibt es neue Bestimmungen in einzelnen Bundesländern.

Einsatz der Mittel
Ohne auf die komplizierte Rechtslage bei allen denkbaren Gelegenheiten einzugehen, soll das Augenmerk auf einmal die recht große Palette der Möglichkeiten gelenkt werden, die nur höchst selten genutzt wird.
Immer wieder sieht sich der Jäger mit Vorfällen konfrontiert, bei denen die vorhandenen Mittel nicht die optimalen sind. Das gilt schon im Normalen dessen, was sich jagdlich ergibt, z.B. wenn auf einer Hasenjagd ein Reh einen Zaun oder an einen Baum anflieht und verletzt liegen bleibt.
Hier könnte angeführt werden, dass vielerorts mit Schwarzwild gerechnet und daher die „Brenneke“ im Gurt oder der Jackentasche steckt. In der Hitze des Gefechtes besteht dabei immer die Gefahr der Verwechslung. Dennoch, ein FLG ist zur Tötung verletzten Schalenwildes wirkungsvoll und zulässig. Um sich für derartige Szenarien vorzubereiten, empfiehlt sich zu testen, ob die TPL gut genug ist, um auch noch gut zu treffen, wenn die Schussweite mehr als zwei oder fünf Meter beträgt.
Häufig kommt man an verletztes Wild bis auf wenige Schritte heran und statt des „kalten Stahls“ die Schusswaffe zu verwenden ist angebrachter, als es durch versuchtes Ergreifen und Abfangen nochmals alle Kräfte mobilisieren zu lassen, was bei wehrhaften Wild auch nicht selten böse enden kann.
Einem kranken Stück auf kurze Entfernung mit dem FLG den Fangschuss zu geben, ist riskant, weil der Bleibatzen durchschlägt und an einem Stein oder Baum unkontrolliert abschwirren kann. Was bei einem starken Stück Schwarzwild noch zweckmäßig sein kann, ist bei einem Rehkitz schon reichlich überzogen.
Das gleiche gilt wenn der Fangschuss mit der Kugel abgegeben wird. Liegt das verletzte Stück frei, kann aber auf größere Entfernung über die Visierung oder das Zielfernrohr genauer getroffen werden als mit dem FLG. Bei einem Nahschuss können Durchschläger und Splitter sowohl den Schützen, als auch Hunde und Dritte verletzen, womit bei „harten“ Geschossen umso eher zu rechnen ist.

Halbe Kraft ist stark genug
Nachdem für Fangschüsse auf Schalenwild Kurzwaffenmunition zulässig ist, soweit sie eine E° von mindestens 200 J generiert, stellt sich zwangsläufig die Frage nach der entsprechenden Waffe. Es muss aber nicht in jedem Fall eine Pistole oder ein Revolver sein, denn nicht jeder Jäger möchte eine zusätzliche Waffe am Mann führen.
Für Büchsen- und Schrotläufe bietet die Firma Lothar Walter, Königbronn, eine Reihe Reduzierpatronen (RP) bzw. Fangschussgeber (FSG) in schalenwildtauglichen Kalibern an.

Zu unterscheiden sind Reduzierhülsen für Büchsläufe, die gleichkalibrige Geschosse aus kleineren Hülsen verschießen, soweit sie mit einer E° von 200 Joule für Schalenwild zugelassen sind.

Hierzu Tabelle 1

Die Stahlhülsen passen sich im Schuss an das Patronenlager der Waffe an, aus der sie das erste Mal verschossenen wurden. Die Verwendung in anderen Waffen kann Ladeprobleme verursachen. Aus den Reduzierhülsen werden die leeren Patronenhülsen von vorne ausgestoßen. In Kipplaufwaffen (Bbf und Drillinge) lassen sich Reduzierhülsen schneller und störungsfreier laden als in Repetier- oder Selbstladewaffen.
Die 7,65 Browning stellt das absolute Minimum als Fangschusskaliber für Schalenwild dar und sollte allenfalls für Reh eingesetzt werden. Das gleiche gilt für die Randfeuerpatrone .22 Win. Mag. die ein extra Schlagstück erfordert.

Schalenwild-Fangschussgeber sind ein zum Patronenlager passender Adapter, in den ein 90 mm langer gezogener Lauf eingesetzt ist, aus dem sich Revolverpatronen verschießen lassen.

Hierzu Tabelle 2

Um für die „22 Magnum“ kein extra (verlierbares) Schlagstück verwenden zu müssen, sitzt der gezogene Lauf exzentrisch im Schrotadapter. Ein evtl. zu loser Sitz im Patronenlager der Flinte lässt sich mit Klebeband minimieren. Die Wiederkehrgenauigkeit lässt sich durch markiertes und immer gleiches Einlegen in den Lauf stark verbessern. Die im FSG geladene Patrone kann mit einem Schusspflaster gesichert werden und kann gebrauchsfertig in die Flinte geladen werden.
Soweit Kurzwaffen-Munition verschossen wird, für die keine Waffen in der WBK eingetragen sind, bedarf es eines Munitions-Erwerbscheines.
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SirHenry

SirHenry

Alter: 81 Jahre,
aus Fürth

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Kommentare

01.11.2015 10:16 sau_hund
......ich habe ganz am Anfang meiner Karriere gelernt das 9 mm Para für einen Keiler zu wenig ist.....
01.11.2015 10:42 SirHenry
Wie heißt es doch immer so "treffend":
In der Hand eines sicheren Schützen.
Wer vom KW-Schießen des DJV ausgeht, ist mit seinem Jagdgewehr zweifelsohne besser bedient.
Die Schussweite und die Situation bestimmen die Maßnahme.
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