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Kaliber-Bestimmung

In die Zange genommen (10 Einträge)

T1 T2 T3
458 mal angesehen
11.10.2015, 17.49 Uhr

Halbe Portionen

Schrotreduzierstücke

Halbe Portionen

Bei der Ansitzjagd auf Jungfüchse am Bau, auf Tauben an der Tränke oder auf Kaninchen an Hecken sind die Schussweiten häufig sehr kurz. Die Folge davon ist, dass bei der Verwendung potenter Schrotpatronen unnötig viel Blei verschossen wird, was bei Nutzwild auch zur vermeidbaren Entwertung von Wildbret führt.

Die Schrotgewichte
sind weit wichtiger als das Kaliber, wenn es um die Beurteilung der Schussleistung auf kurze Schussweiten geht. Zusammenhängend damit verändert sich die Zahl der Schrote und zwar unabhängig von deren Durchmesser. Nachdem sich trotz vieler Widerstände und immer noch herrschender Fehleinschätzungen die Verwendung feineren Schrotes allmählich durchsetzt, sei an Hand der Schrotstärke 6 (2,7 bis 2,79 mm) deren Zahl je Kaliber und Ladungsgewicht aufgelistet, dabei werden die deutschen und amerikanischen Korndurchmesser an Hand der Rottweil- und US-Patronen (Federal) aufgeführt.
(Hierzu T1)

Das Kaliber 410 (36) hat Rottweil nicht mehr im Programm, weder mit Schrot noch mit FLG. Die 12er Semi Magnum von Rottweil lässt sich in normal beschossenen Flinten verwenden, die 12/70 Magnum von Federal dagegen nicht. Die 76er-Hülsen dürfen ohnehin nur aus entsprechend gekennzeichneten Läufen verschossen werden, weil deren Gasdruck erheblich über dem von Normalpatronen liegt. Während die 12er-Ladungen von Federal (und anderen US-Marken) in 12/70 und 20/76 gleich schwer sind, liegt die Rottweil in 12 darüber und in 20 darunter.
Ausgesprochene Schwachladungen bietet Rottweil nicht an. Unter 28 g sind solche nur in 16 und 20 zu haben und Sellier & Bellot als anderer europäischer Hersteller verfährt in gleicher Weise.
(Hierzu T2)

Reicht auch weniger Schrot?
Für die eingangs angeführten Jagdarten auf jeden Fall, denn stellt man die fast 300 Schrote einer 36g-Jagdpatrone zu einem Kaninchen oder Jungfuchs, tun es bestimmt weit weniger. Rottweil bietet unter 30 g nur Ladungen im Kaliber 16 oder 20 an. US-Firmen liegen schon im Kaliber 12 mit ihren 1 Unzen-Ladungen (28,35g) darunter. In 20/70 steht noch eine 7/8 Unze (24,8g) zur Wahl, von den Leicht-
gewichten in 28 und 410 einmal abgesehen.
Je näher geschossen wird, umso größer ist die Gefahr Nutzwild zu Schanden zu schießen. Davon ausgehend, dass für einen Lapuz und einen gleich großen Fuchswelpen etwa 10 Schrote ausreichen, lässt sich leicht errechnen, wie viele Schrote bei 32 oder gar 36 g daran vorbei pfeifen. Die Treffer liegen dabei um 5 % auf 35 m. Wird auf nur etwa die halbe oder 2/3 der üblichen Entfernung geschossen, lässt sich unschwer erkennen, dass rund die doppelte Zahl von Schroten ein Kaninchen „spickt“, was nicht gerade zur Hebung der Freude am Wildbret beiträgt.
Wer nun keine Flinte hat, aus der leichte Ladungen verschossen werden können, oder für deren Kaliber keine Schwachladungen erhältlich sind, kann sich mit sog. Schrot-Reduzierstücken behelfen, die von der Firma Lothar Walther hergestellt und über den Fachhandel vertrieben werden.
Nebeneffekt in den kleinen Kalibern 20 und 410 ist ein gewisser Schalldämpfereffekt in der 12er-Flinte
(Hierzu T3)

Die Einsätze sind 82 mm lang und je nach Abstufung der Kaliber entsprechend dickwandig. Am schwersten fällt der Sprung von 12 auf 36 mit 135g „ins Gewicht“, eine Kaliberstufe wird mit nur rund 30 g überwunden. Der Preis pro Reduzierstück steht in der aktuellen Preisliste

Die Schussleistung
wurde auf 20 m mit der Gebrauchspatrone auf 35 m verglichen und auf der „Hasen-scheibe“ ausgezählt. Verwendet wurden Schrotpatronen der Marken Rottweil und Federal.
Wer aus Gründen des Umweltschutzes jagdlich weniger Bleischrot einsetzen will, wird die Reduzierstücke um wenigstens zwei Kaliber kleiner wählen. Der Umstieg von 12 auf 16 bringt kaum etwas, dagegen schon mehr bei 12 auf 20 oder 410. Die Tabelle 1 und 2 lassen die Einsparung erkennen, die bezogen auf Kaliber 12 auf 20 28 % und auf 410 sogar über 40 % beträgt.
Die auf 20 m ermittelten Schussbilder sind jagdlich durchaus brauchbar. Bei der Auswertung wurde Kaliber 12 mit 16, und 410, sowie 20 mit 410 verglichen. Näherer ist aus den Anschuss-Scheiben ersichtlich. Für 16 auf 20 oder 410 stand keine Waffe zur Verfügung, dürfte aber ähnliche Ergebnisse zeitigen.
Interessant war neben der Streuung die Anfangsgeschwindigkeit, die von der DEVA für das Kaliber 410 aus 16 gemessen wurde. Trotz des beträchtlichen Unterschiedes im Laufdurchmesser von 16,8 zu 10,2 mm flitzte die kleine 36er mit 336 m/s aus dem Lauf. Wieder ein Beweis dafür, dass die Lauflänge bei Flinten nur einen sehr bescheidenen Beitrag zur Leistung einer Schrotpatrone liefert.
Beim Umstieg auf ein größeres Kaliber, z.B. von 16 auf 12, lässt sich 16er Restmunition mit der 12er-Flinte „aufbrauchen“. Um die Wirksamkeit zu prüfen, wurden mittels der Testwaffe Kaliber 12 aus dem Vollchokelauf Rottweil-Patronen Kaliber 16 mit Schrot Nr. 6 (2,79 mm) auf 35 m die „Hasenscheibe“ beschossen. Bei 188 Gesamttreffern lagen 68 im Mittelkreis der Scheibe, wobei 55 innerhalb der Silhouette einschlugen. Tödlich war etwa die Hälfte, also mehr als ausreichend

Zu beachten
ist immer gleiches Einlegen dünnwandiger Reduzierstücke in das Patronenlager, das bei wechselseitiger Verwendung zu Ladeschwierigkeiten führen kann. Wenngleich sich dickwandige Reduzierstücke über zwei Kaliberstufen, z.B. 12 auf 20 oder 16 auf 410 völlig unempfindlich zeigten, ließen sich auch Reduzierstücke von 20 auf 410 problemlos laden.

Munitionskosten
spielen seltsamer Weise eine überaus dominante Rolle, obwohl sie einen recht bescheidenen Anteil an den jagdlichen Gesamtkosten ausmachen. Knauserei um wenige Cent, nur weil eine jagdlich bessere Patrone etwas mehr kostet, lässt sich bei Kugel- und Schrotmunition beobachten. Dabei dürfte einleuchten, dass eine 20er, 28er oder 36er schon aufgrund der geringeren Fertigungszahlen mehr kosten muss, als die Allerwelts-Zwölfer.
Während bei Büchsenmunition Kaliber und Geschoss dem Wild, dessen Stärke und der zu erwartenden Schussweite entsprechend gewählt wird, ist das bei Schrot-patronen weit weniger der Fall. Es zeugt aber auch von Verantwortung, ob unnötig viel Blei in die Landschaft gepustet wird, wenn es kleinem Wild auf kurze Entfernung gilt.

Abschließend
lässt sich feststellen, dass die Schrotreduzierstücke zumindest aus der verwendeten Sauer-Beretta 12/70 und der Savage BBF jeweils mit dem Vollchoke-Lauf eine überraschend gute Schussleistung erkennen ließen. Für den gedachten Zweck, auf kurze Schussweiten kleines Wild mit geringem Aufwand zu erlegen, stellen diese Einsätze eine jagdlich brauchbare Lösung dar.
Gemäß neuem Waffengesetz ist für den Erwerb solcher „Einsätze“ der Eintrag einer dafür passenden Schusswaffe Vorbedingung. Besitzt ein Jäger z.B. eine 12er-Flinte, benötigt er zum Erwerb eines Einsatzes für ein Reduzierstück von 12 auf Kaliber 20 keine zusätzliche Erlaubnis. Wieder ein Widerspruch in sich, zumal er alle Schrotkaliber auf Jagdschein erwerben kann, ohne die entsprechende Flinte eingetragen zu haben. Wo da die Klarheit des Gesetzes liegt, bleibt dem schlicht und einfach denkenden Bundesbürger verschlossen.


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SirHenry

SirHenry

Alter: 81 Jahre,
aus Fürth

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Kommentare

11.10.2015 18:03 HH318
Mir hat mal jemand erzählt, er gehe immer mit Sportschrot auf Taubenjagd.

Der hat mit Skeet und Trap (24/28g) angeblich beste Ergebnisse erziehlt.
11.10.2015 19:06 SirHenry
Warum auch nicht.
Wenn er nicht weiter schießt, als bei Skeet und Trap, dann darf man davon ausgehen.
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