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Jagd allgemein

..und darum jage ich (14 Einträge)

workers today welcome schoolkids
723 mal angesehen
26.09.2015, 19.30 Uhr

Auslandsjagd -was keiner so sieht-

Auslandsjagd : was keiner sieht

Ich möchte nicht schon lange Vorgekautes noch einmal wiederholen, sondern einmal anhand von mittelbaren Fakten über das Drumherum bei manchen Jagden sprechen. Ich rede hier eindeutig nicht von südafrikanischen Einmannshows sondern von den großen Jagden und deren Umfeld.
Heute bucht ein Jäger eine Büffeljagd. Oh, wie schrecklich : Trophäenjagd. Wie kann man nur! So in Etwa der Tenor der gleichgerichteten, gemainstreamten, unwissenden Allgemeinheit. Doch nun einmal der reale Background einer solchen Jagd.
Beginnen wir mit der Buchung. Einfach simpel und unspektakulär. Buchung kommt wird aufgenommen, Tippse macht nen File. Person 1 schon mal beschäftigt. Im Camp sind die fest angestellten Mitarbeiter mit der täglichen Routine beschäftigt. Mannschaft 1 ist unterwegs auf Patrouille. 4 Mann Minimum. Aufgabe: Sicherung des Jagdgebietes gegen Wilderer, Bestätigen von Wild. Mannschaft 2, 3 Mann, ist mit diversen Arbeiten im Camp selbst beschäftigt: Rasen wässern ,Blumen wässern, Pool reinigen, Laub harken, Kleinreparaturen ausführen, Wäsche waschen, Gästehäuser und Longe putzen, Feuerholz machen und so weiter. Köchin arbeitet Speiseplan aus für 14 Tage und schreibt unendliche Wunschlisten. Team 3, meist die Tracker, ist unterwegs mit einem der Cheffe und richtet Wege und Feuerstreifen und dergleichen, kontrolliert Salzlecken und Wasserstellen. Vielleicht wird auch noch was Wildbret benötigt für die Küche und Team. Oh ja, den Mitarbeitern steht ja vertragsmäßig eine Fleischration zu. Bei uns 2 Kilo pro pro Woche per Einzelpersonen, wenn mehr anfällt dann auch mal nen Zentner mehr. Suppenknochen gibt’s gratis dazu.
Derweil ist der andere Cheffe mit einem Arbeiter unterwegs um die Pre-Hunt Formulare abstempeln zu lassen. Alleine fährt man nicht, sind ja auch keine deutschen Autobahnen. Skinner ist derweil beschäftigt die Salzkammer zu reinigen und zu füllen, reinigt den Schlachtplatz und schaut nach dem Kühlhaus, wetzt die Messer und versorgt vorgetrocknete Häute. Haus- und Hofmechankiker wühlt sich durch die Fahrzeuge und ist in Personalunion noch der Schreiner und Bewahrer der Stand-by Generatoren.

Countdown läuft. Besorgungen werden getätigt für Gäste und Team. Den nächsten Monat kommt keiner mehr in die Stadt um zu bummeln. Man rennt beim Präparator vorbei und schaut dass dort alle Papiere der letzten Jagd ordnungsgemäß abgearbeitet werden, beim Automechaniker der gerade nen neuen Aufbau für Ersatzfahrzeug fertigt, beim Hersteller von Arbeitskleidung, denn wer will lumpige Gestalten sehen im Camp, man rennt in den Schreibwarenladen und besorgt Bündel von Schulheften und Schulbüchern, denn Angestellte haben auch Kinder, dann bei Apotheke vorbei und besorgt was gebraucht wird. Säcke mit Salz werden besorgt für die Salzkammer wie auch für die Salzlecken. Säcke ja, noch mehr Säcke mit Millie Meal (Maismehl), denn ohne das Zeugs funktionieren die hiesigen Arbeiter nicht recht. Köchins Liste dauert am Längsten. Werkzeug geht immer verlustig und wird ersetzt und 400 Liter Diesel kommen auch noch auf den Truck. Fast den Alk vergessen. Was für Wein wollten die Gäste? Na Sommelier muss man auch fast sein. Nun denkt man man hat alles geschafft und wundert sich warum man in der Stadt immer Kopfweh bekommt.

Time is running.

Das Gewusel und die Hektik im Camp nehmen zu. Klare Anweisungen sind von Nöten sonst endet alles im Chaos. Mindestens 16 Mann sind nun auf Hochtouren. Und das ohne die Teilzeitjobler die später dazu stoßen werden. Falls gerade Ferien sind, was allzu oft ist, rasen noch 20 Wichtel durch das Camp zerdeppern mit Hilfe von strohgefüllten Fußbällen die Fensterscheiben und Blumenkübel. An alles gedacht? Na hoffentlich. Der Tag vor der Jagd ist was ruhiger, man geht früh zu Bett und hofft was Schlaf zu finden. Hoffentlich ist das Flugzeug pünktlich, keine Koffer verspätet und überhaupt hoffentlich keine Panne auf dem Weg zum Airport…. Danach ist alles Routine.

Nun rechnen wir mal nach. Fast 20 Mann arbeiten für eine Jagd. Und das 200 Tage im Jahr, solange ist etwa Saison. Die Festangestellten sind das ganze Jahr hier, denn die Arbeit hört nicht auf. Fast alle der Leute haben ihre Frauen und Kinder mit im Camp. Rechnen wir mal grob 60 Mann sind unmittelbar von den Jagden abhängig. Ohne die indirekt Beschäftigten Präparatoren, Zulieferer und Handlanger bis hin zum Steuerberater. Fahre ich in eine benachbarte Großlodge um mir dort ein Bierchen zu gönnen kommt mir immer nur der Gedanke an 300:25. Will heißen 300 mögliche Gäste bei Vollbelegung auf 25 Angestellte. Die Angestellten dort sind fast alles Teilzeitkräfte und betteln um Arbeitsplätze oder zumindest Fleisch. Eigentlich beschämend. Arbeitslosigkeit bei 75%. Lebenserwartung bei 38 Jahren. Mindestlohn abgeschafft… ach ja ein guter Arbeiter im Safarigeschäft verdient das Doppelte von sonstigen Angestellen…

Fototouristen? 2 Tage Fotos knipsen in Vic Falls reichen doch, oder? Wie gibt’s da noch mehr? Keine Rede vom Matopos, denn Great Zimbabwe Ruins, denn Eastern Highlands, dem Lake Kariba, dem upper and lower Zambesi, den Nationalparks und wer kennt die Khami Ruinen schon oder die Chinhoyi cave und das Escarpement….. Lobessam dagegen die meisten Jäger, die wollen schon mal noch was sehen vom Land. Well, das hier ist kein Billigland aber dafür das was s schon immer war, die Perle Afrikas. No excuses, not all depends on Bob.

Ohne gute Wildbestände, die eine vernünftige Bejagung zulassen, wären all die klassischen Safaris nicht möglich. Ohne dass wir uns sehr intensiv um das Wild kümmern und es wahrlich hegen und pflegen gäbe es keine Auslandsjäger. Ohne Auslandsjäger wären hier tausende von Menschen mehr ohne Lohn und Brot. Ohne die Fototouristen käme aber der Nationalpark samt Verwaltung aus, denn 80% der Einnahmen stehen in direktem Zusammenhang mit Jagd, Fakt. Ohne Auslandsjagd gäbe es so manchen Hersteller von Jagdwaffen in Europa nicht mehr. Ohne Auslandsjagd gäbe es uns hier nicht mehr und auch unsere Bemühungen um die Wildbestände. Ohne Auslandjagd überlassen wir Nationalparks aus Geldmangel den Wilderern. Das traurigste und berühmteste Land dieser Art brauche ich wohl nicht mehr zu benennen.

Waidmannsheil

Ich hol mir mal ein Bier und spüle was runter…………………….

offline

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Kommentare

28.09.2015 08:33 Hawlitschek
Schade, dass diese Wahrheiten nur einen kleinen Teil der Europäer erreichen.
28.09.2015 10:24 Ammerlaender
Klasse!!
28.09.2015 10:58 Pritt1
Servus

sowas gehört auf jeden fall mal in fratzenbuch um das dann teilen zu können !

wmh !

28.09.2015 11:01 vierfuessler
So schaut die Realität nun mal aus!
Wie arg unterscheidet sich dies nun von der Jagd im Inland?
gar nicht mal so viel hinsichtlich der Rennerei, die man dabei hat! Zugegeben, so viele Menschen macht die Jagd in D nicht satt, aber wie sähe denn unsere Welt aus nach den Hirngespinsten der Eiapopeia-Gutmenschen?
...ich mag gar nicht drandenken (und ein Bierchen zum runterspülen (kann) darf ich mir am Montag morgen noch nicht leisten).....
28.09.2015 11:22 namhunt
Pritt1 schrieb:
Servus

sowas gehört auf jeden fall mal in fratzenbuch um das dann teilen zu können !

wmh !




Nee, am Fratzenbuch krankt doch die Gesellschaft. Sowas muss in die Köppe rein, dann ist es an richtiger Stelle!
28.09.2015 12:17 Pritt1
namhunt schrieb:
Nee, am Fratzenbuch krankt doch die Gesellschaft. Sowas muss in die Köppe rein, dann ist es an richtiger Stelle!


guden

ich bin da ja nicht - nur meine frau - ein jägerkumpel ist da ziemlich aktiv und sendet alles an sie damit sie es bei ihren Freundinnen etc teilt ! so konnte schon mit so manchem vorurteil aufgräumt werden .

gruss
28.09.2015 16:14 vonfleming
Deine Ausführungen kann ich als Afrikafreak nur voll und ganz bestätigen. hab gestern zum Brunch in einer Runde über Großwildjagd aufgeklärt . Anlaß war die letzte Löwenjagd des Amis und der Elefant des spanischen Königs. Man war höchst erstaunt und überrascht,wie`s wirklich läuft.
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